[Spieltechnik] Improvisieren üver II-V-I

von iron_net, 27.02.05.

  1. iron_net

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    Erstellt: 27.02.05   #1
    Hallo,
    hier eine kurze Anleitungen zum Improvisieren über II-V-I-Verbindungen. Sie repräsentiert nur meinen aktuellen Wissensstand, wird aber hoffentlich einigen Usern den Einstieg in die Jazz-Improvisation erleichtern.

    1. II-V-I in Dur

    Die Standard-Verbindung in Dur ist IIm7-V7-Imaj7. Als Beispiel nehmen wir hier C-Dur:

    Dm7 | G7 | Cmaj7 | %

    Diese Verbindung lässt sich von den angegebenen 4-Klang-Voicings in 5- Klänge erweitern:

    Dm9 |G9 | Cmaj9 | %

    Der Cmaj7- bzw. maj9-Akkord lässt sich beliebig durch einen C6 bzw. C69 ersetzen.

    Improvisiert werden kann hier nach folgenden Möglichkeiten:

    1. C-Dur-Tonleiter über die gesamte Verbindung. (D-dorisch, G-mixolydisch, C-ionisch).
    2. Verwenden alternativer Tonleitern (D-aeolisch oder blues, C-lydisch).
    3. Dominantseptakkord variieren (über G7 G-alteriert, Fdim7-Arpeggio, G-blues)

    Ich empfehle außerdem, hier die 5-Klang-Arpeggios der Akkorde als Basis zu benutzen, die anderen Töne der jeweiligen Tonleiter sind nur schwer einzusetzen.

    1. II-V-I in moll

    Hier ist der Standard IIm7b5-II7-IIm7 oder IIm7b5-II7-IIm6.
    In c-moll also:

    dm7b5 | G7 | cm7 | % oder dm7b5 | G7 | cm6 | %

    (Erklärung: Sowohl der IIm7- als auch der IIm6/IImmaj7-Akkord sind als Tonika gebräuchlich.)

    Ein Beispiel für 5-Klänge:

    dm7b511 |G7b9 | cm69 | %

    Außerdem wird in moll oft ein V7alt als Dominante verwendet. Hier sind die Variationsmöglichkeiten aber enorm, daher belasse ich es bei diesem Beispiel.

    Improvisationsmöglichkeiten:

    1. cm-harmonisch über alle Akkorde (ist aber eher ungenau und passt aufgrund der großen Septime auch nur beim cm6 bzw. cmmaj7).
    2. Verwendung melodischer Tonleitern (fm-melodisch über dm7b5, ab-melodisch (=G-Alt) über G7, cm-melodisch über cm6).
    3. Verwendung anderer moll-Tonleitern über cm (cm-dorisch passt über cm6 und cm7, cm-harmonisch über cmmaj7).


    Anmerkung: Ziel sollte es sein, alle genannten Möglichkeiten zu kombinieren und auch weitere zu erforschen. Bei konsequentem Üben sollte es möglich sein, von der Skalenbetrachtung wegzukommen und aus allen Möglichkeiten einen systematisch aufgebauten Tonvorrat zu entwickeln.
     
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