Spock's Beard / Snow / 2002 / CD

von Petruccis Son, 02.05.08.

  1. Petruccis Son

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    Erstellt: 02.05.08   #1
    Hier meine Rezension zu Spock's Beards Doppel-Konzeptalbum Snow:

    Titelliste:
    DISC 1
    01. Made Alive/Overture
    02. Stranger In A Strange Land
    03. Long Time Suffering
    04. Welcome To NYC
    05. Love Beyond Words
    06. The 39th Street Blues (I'm Sick)
    07. Devil's Got My Throat
    08. Open Wide The Flood Gates
    09. Open The Gates Part 2
    10. Solitary Soul
    11. WInd At My Back

    DISC 2
    01. Second Overture
    02. 4th Of July
    03. I'm The Guy
    04. Reflection
    05. Carie
    06. Looking For Answers
    07. Freak Boy
    08. All Is Vanity
    09. I'm Dying
    10. Freak Boy Part 2
    11. Devil's Got My Throat Reprise
    12. Snow's Night Out
    13. Ladies and Gentlemen, Mister Ryo Okumoto On The Keyboards
    14. I Will Go
    15. Made Alive / Wind At My Back


    Hier ist es also. Spock's Beards erstes Konzeptalbum. Und ihr erstes Doppelalbum. Und beides in einem! Das kann ja nur gut ausgehen. Und ich muss sagen, das ist es auch! Snow stellt für mich eines der überragendsten Alben dar, die ich bis jetzt kenne.
    Ich habe mich mit Spock's Beard binnen weniger Zeit sehgut angefreundet. Auf sie gekommen bin ich durch das Dream Theater Forum und jetzt gefallen sie mir fast noch besser als Dream Theater selbst. Ich mag sowohl die neuen, als auch die älteren Spock's Beard sehr, trotz, dass sie sehr verschieden sind. Aber Snow stellt für mich den absoluten Höhepunkt in Neal Morses Kreativität bei Spock's Beard dar.

    Das Konzept:
    Das Album handelt von einem Albino Jungen namens Snow, der mit 17 in die Metropole New York zieht, um dort etwas zu erreichen. Snow hat die Gabe,in die Zukunft und die Vergangenheit von Menschen zu sehen, die er berührt. In New York lernt er einen Afroamerikaner kennen, mit dem er sich schnell anfreundet. Sie entschließen sich, mithilfe Snows 'Geschenk Gottes' den Menschen aus New York, den es schlecht geht, die nicht zufrieden mit ihrem Leben sind und Probleme haben, zu helfen. Bald aber steigt das ganze Snow zu Kopf und er wird arrogant und will sich schließlich zur Ruhe setzen mit einem Mädchen namens Carie. Als sie ihn aber abblitzen lässt, ist er zutiefst gelränkt und ihm geht es immer schlchter, bis er irgend wann auf der Straße landet. Nun ist er nur noch auf seine Freunde angewiesen, denen er früher geholfen hat und, ob sie ihm nun auch helfen.
    Neal Morse hat das Konzept wirklich toll entwickelt und perfekt verknüpft mit einem religiösen Hintergrund. Er bringt viel Gefühl in seine Texte rein. Die Texte werden aus verschiedenen Perspektiven und Erzählern erzählt: Der Erzähler (Narrator), der Afroamerikaner (The Knight), verschiedenen Menschen aus New York, wie ein Obdachloser oder eine Prostituierte und natürlich Snow selbst. Da gibt dem Album ein gewisses etwas, das die Meinungen und Tatsachen im Album aus verschiedenen Sichten bestrahlt.

    Die Musik:
    Eindeutig Neal Morse. Von seinen tapischen Riffs (Overture/ All Is Vanity) über Acapella-Gesangspassagen (Devil's Got My Throat, Long Time Suffering), Mitgröhl-Refrains (Long Time Suffering) hin zu gefühlvollen Liedern mit gefühlvollen Soli (Solitary Man) und den typischen Keyboardsounds von Ryo Okumoto (All Is Vanity/ Devil's Got My Throat). Die Musik von Neal erstreckt sich also (wieder mal) über den gesamten Musikquerschnitt. Ein wirklich nennenswertes Thema sindaber auch die Reprisen, die Neal Morse perfekt gesetzt hat. Das Thema der Overture wird in All Is Vanity weitergeführt, Themen aus Love Beyond Words treten im 39th Street Blues und in All Is Vanity wieder auf, eine Abwandlung von Stranger In A Strange Land ist in Reflection wiederzuerkennen, Teile aus Open The Gates Part 2 finden sich in I Will Go wieder und Devils Got My Throat wird mit Devils's Got My Throat fortgesetzt. Das gesamte Album lässt sich also als ein ellenlanges Lied durchhören. Ein guter Gag ist die Sache mit dem Konzertbesuch Snows mit seinen Kumpels bei Spock's Beard (Ladies And Gentlemen, Mister Ryo Okumoto On The Keyboards). Snow's Night Out erweckt bei einigen vielleicht Erinnerungen aus den 70ern (;)).
    Wie gesagt, Snows Musikquerschnitt ist derartig groß, dass hier sicher für nahezu jeden Musikgeschmack etwas herauspringen würde.

    Gestaltungsmittel und Besonderheiten:
    1. Allgemein tritt es nicht gerade häufig auf, dass eine Band ein Doppel-Konzeptalbum herausbringt. Und auch Spock's Beard hat weder ein Doppelalbum, noch ein Konzeptalbum herausgebracht.
    2. Wie schon oben genannt, ist ein Gestaltungsmittel die Erzählung aus verschiedenen Sichten, wie Snow, The Knight und anderen Personen.
    3. Wie auch schon mal gesagt, sind die Reprisen sher markant auf dem Album.
    4. Der Gitarrensound ist anders als bei den anderen lben, er ist sehr crunchig, aber doch ziemlich verzerrt. Das lässt sich gut bei Devil's Got My Throat raushören.
    5. Die beiden D'Virgilio-Lieder Carie und Looking For Answers sind eine Besonderheit.
    6. Die Lieder auf dem Album sind, anders als bei früheren Alben, relativ kurz ausgefallen; sie bewegen sich zwischen 2 und 8 Minuten. Das ist für Neal Morse/ Spock's Beard nicht gerade typisch; im Normalfall bewegen sie sich zwischen 4 und 20-30 Minuten.

    Höhepunkte im Album:
    Der erste Höhepunkt ist unter Garantie bereits die erste Overture:
    Es fängt bescheiden an, mit einem kurzen, mit Akustikgitarre unterlegtem Intro. Danach bricht ein wahrer Instrumentalsturm aus, der (wie in einer Overture üblich) die grundlegenden Melodien und Themen beinhaltet.
    Der nächste Höhepunkt kommt mit Long Time Suffering:
    Am Anfang ein kurzer Intrumentalpart, bevor der Song dann zu einem Popsong mit Mitgröhlrefrain mutiert und schließlich mit rockiger Gitarre und Acapella-Gesang zum Ende kommt. Ein Song, in dem sehr viele Musikrichtungen reingebracht wurden.
    The 39th Street Blues, zusammen mit The Devil's Got My Throat ist ein weiteres Highlight:
    Ein schlichter Rocksong, handelnd von einer Prostituierten, die ihr Leben satt hat, schließlich mündend in eine Love-Beyond-Words-Reprise und mit fast natlosem Übergang zu The Devil's Got My Throat. Das ist der 39th Street Blues. Dann kommt das rockig-harte mit einem coolen Solopart in der Mitte grovig daher. Danach das ganze noch mit einem Acapella Part abgerundet und schon wird daraus ein Neal Morse-Klassiker. Beide zusammen ergeben einen tollenSong.
    Nach dem gefühlvollen Solitary Soul kommt dann leider eine KLEINE Durststrecke.
    Aber dann kommt eine geniuale Reihe, die man in meinen Augen einfach hintereinander hören muss:
    Freak Boy - All Is Vanity - I'm Dying - Freak Boy (Part Two) - Devil's Got My Throat Revisitet - Snow's Night Out - Ladies And Gentlemen, Mister Ryo Okumoto On The Keyboards. Das ist sogar wie ein kleiner Longtrack mitten im Konzeptalbum. Nahtlose Übergänge zwischen den Liedern, alle Musikgenres machen diese Reihe von Liedern zu einer meiner Lieblinge.

    Gesamteindruck/ Zusammenfassung:
    Ich bin absolut überwältigt von diesem Album. Es hat mich erst zu einem richtigen Spock's Beard- und damit Neal Morse-Fan gemacht.
    HIer stimmt einfach alles: Das Konzept, die Musik, sprich die Reprisen, die Sounds, die Produktion, die Texte, alles.
    Ich kann dieses Album nur allen empfehlen, die anspruchsvolle, progressive Musik mögen.
    Ich hoffe, ich konnte mit meinem Roman jemandem weiterhelfen oder auf Snow bringen. Denn, wie gesagt, der diese CD verpasst, verpasst in meinen Augen ein Sütck Progressive-Rock-Geschichte.

    Einwas noch: Nehmt mich bitte nicht zu hart dran, das ist meine erste Rezension überhaupt ;)
     
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