Steel Guitar

von jackson, 04.06.05.

  1. jackson

    jackson Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.05   #1
    Kennt sich jemand mit Steel-Guitars aus?
    Ich soll in meiner Band bei einigen Songs eine Steel-Guitar einsetzen, habe aber keine.
    Frage: wie ist ne Steel-Guitar i.d.R. gestimmt? bekommt man so nen Sound auch, wenn man die Steel-Guitar-Stimmung auf die E-Gitarre überträgt und dann mit m Bottleneck spielt ?
    Danke im voraus für alle Tipps!
    Jackson
     
  2. jayminor

    jayminor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.05   #2
    Eine Pedal Steel Guitar hat meist 10 Saiten. schau doch mal auf der seite vorbei: http://www.pedal-steel-guitar.de/. Eine Pedal Steel mit Gitarre/Bottleneck zu simulieren, halte ich für eine echte Herausforderung.

    Was in der Country-Szene aber auch häufig eingesetzt wird sind Lap Steel Gitarren (Du sitzt und legst das Instrument auf Deinen Schoß = Lap) oder Resonator-Gitarren/Dobros (Du stehst und hälts das Dobro wie einen Bauchladen, Saiten waagerecht nacn oben zeigend).
    Beide haben 6 Saiten, werden offen gestimmt, werden dann aber nicht mit einem Bottleneck gespielt, weil Du Dir bei der Haltung vermutlich den Arm ausrenken müsstest. Es wird ein sogenannter Steel-Bar (http://www.tonetoys.com/de/Shubb_Pearse_Steel_Bars.html) genutzt, den Du von oben auf die Saiten auflegst und dann "verschiebst", die Funktion ist also schon wie ein Bottleneck, nur Du greifst nicht um den Hals rum.
     
  3. mad.mick

    mad.mick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.05   #3
    Welche Art Steel sollst du denn spielen? Akustisch? Elektrisch? Welcher Stil? Eher folky? Eher swingig? Oder Bluesig? Country? Willst du die Saiten während des Spielens mit Pedalen und Kniehebeln umstimmen können? Willst Du die Gitarre umhängen können oder auf den Schoß legen?

    Die einfachste Möglichkeit ist, einen Bottleneck zu verwenden. Die Saitenlage sollte dazu allerdings nicht zu niedrig sein. Stimmungen gibt es unzählige, erlaubt ist, was gefällt. Am einfachsten vielleicht mit Open-G beginnen, also - von tief nach hoch - G-H-D-G-H-D, normale Gitarrensaiten und -hälse sollten damit kein Problem haben, im Zweifel einen Gitarrenbauer fragen. Das ist zwar auf jeden Fall die preiswerteste Lösung, wird aber, wie jayminor schon richtig bemerkte, kaum einen richtigen Steel-Sound liefern.

    Wenn du die Gitarre lieber auf dem Schoß liegend mit einem Metall-Bar (zb. dem sog. Stevens- oder dem Bullet-Bar) spielen möchtest, kannst du auch einen sog. Nut Raiser verwenden. Leider heißen die auf deutsch anders, aber ich weiß nicht wie. Frag im Gitarrenladen, die wissen das. Auch das ist billig, weil man ja eine sowieso rumliegende Gitarre dazu hernehmen kann. Der Bar kostet viellecht um die 30-40 €s, Nut Raiser weiß ich nicht, aber sicher nicht mehr als 15-20 €s.

    Das bisher gesagte bezieht sich auf akustische wie elektrische Gitarren. Wenn es ein akustische Steel sein soll, könntest du dir statt dessen eine Resonator-Gitarre anschaffen, auch manchmal Dobro genannt. Gibt's als "normale" Gitarren die dann typischerweise zum Blues spielen verwendet werden, oder aber in Lapsteel-Form, als sog. Squarenecks, die im Bluegrass gespielt werden. Auch Ben Harper spielt AFAIR so welche. Die haben dann schon eine Saitenlage von ca. 1-2 cm und brauchen keinen Nut Raiser. Resonator-Gitarren gibt es schon recht günstig zB. von Johnson oder Regal. Ich habe gehört, dass man die Johnson manchmal nach dem Kauf gescheit einrichten muss, weil der Resonator scheppert. Ein fähiger Gitarrenbauer sollte das schnell zustande bringen, evtl. kann der auch einen besseren Resonator einbauen, zB. von National. Die Johnsons sollen dann ziemlich gut klingen. Eine Regal hab ich selber mal ausprobiert und die klang wirklich ordentlich. Nicht so schön wie eine National, aber für den Preis sehr gut.

    Dann gibt es noch die sog. Weissenborn Lapsteel, auch bekannt als Hawaii-Gitarre, die AFAIR einen hohlen Hals hat und dadurch etwas wärmer und bassiger klingt. Hier kenne ich die Preise nicht.

    Elektrische Lapsteels kommen in allen möglichen Formen und mit verschiedenen Saitenzahlen. Die meisten haben 6 oder 8, meine hat 7 was ich sonst noch nie gesehen habe, 10- und 12-saitige dagegen öfter. Hier ist die Stimmung IMO wichtiger als bei den akustischen Steels, C6-Stimmung zB. klingt immer irgendwie nach Hawaii bzw. Western Swing, dagegen ist ist E9 für Country und Rock meist besser geeignet. Blues am einfachsten mit Open-G, Open-D und dergleichen. Wenn man flexibel sein will: mehr Saiten, kompliziertere Stimmungen, zB. C6/A7: G-C-C#-E-G-A-C-E. Diese Stimmung hab ich bei meiner, allerdings - aus offensichtlichen Gründen - ohne die tiefe G-Saite. Preise. von überteuerten € 150,-- für Schrottgitarren bis ... . Tauchen ab und an auf ebay auf.

    Die Pedal Steel ist eine Weiterentwicklung der elektrischen Lapsteel, die es ermöglicht, mittels Pedalen und Kniehebeln die Stimmung zu verändern. Es gibt sie ebenfalls mit verschiedenen Saitenanzahlen. Gesehen hab ich schon 8- und 12-saitige, typischerweise hat eine Pedal Steel aber einen oder zwei Hälse mit jeweils 10 Saiten, einen in E9 und einen in C6. Für den typischen Nashville-Sound sollte es bei einer einhalsigen auf jeden Fall E9 sein, das geht dann auch für Rock und ggf. sogar für Blues. Es gibt zwei Einsteiger-Modelle, die Carter Starter und die WBS Student, die beide sehr ordentlich sein sollen und unter € 1.000,- kosten. Weniger sollte man nicht ausgeben, und eine Pedal Steel sollte wenigstens drei Pedale, vier Kniehebel und einen Hals haben. Es gibt günstigere Einsteiger-Modelle von denen man aber nach dem allgemeinen Urteil in der Steeler-Gemeinde die Finger lassen sollte. Dann lieber gebraucht kaufen, aber sich nicht übers Ohr hauen lassen! Immer jemand fragen, der sich auskennt. Bei Pedal Steels kenne ich mich nicht wirklich aus, aber http://www.steelguitarforum.com sollte hilfreich sein.


    Fingerpicks (wie beim Banjo) solltest Du wohl auch verwenden. Ist aber erstens gewöhnungsbedürftig und zweitens gilt auch hier: erlaubt ist, was gefällt, und wenn du ohne besser zurecht kommst, lass sie weg. Kelly Joe Phelps verwendet auch keine, und der ist ein Virtuose. Bei mir klappt es mit Picks allerdings besser. Ich verwende meist eines am Daumen und am Zeige-, Mittel- und Ringfinger, die meisten Steeler lassen das am Ringfinger weg. Die Technik der rechten Hand ist ziemlich dieselbe wie beim Banjo, d.h. etwas anders als an der Akustik-Gitarre.


    Hier noch ein Artikel von Harmony Central: http://www.harmony-central.com/Features/PedalSteel


    Gruß,
    Mick.
     
  4. jackson

    jackson Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.05   #4
    hallo Mick und Jay-Minor!!

    many many thanx für die vielen Tips, werde jetzt mal rangehen und das auschecken. Ich sollte bei meiner Band ne Steel-guitar-Begleitung bei Songs von Neil Young wie Heart Of Gold etc etc. spielen und das hat (natürlich) mit dem Bottleneckeinsatz auf der E-Gitarre z.B. in dropped-D-Stimmung nicht funktioniert, erst recht nicht in der normalen Stimmung. C6 etc. werde ich nun mal ausprobieren und die Gitarrenläden wieder mal besuchen nochmals vielen Dank!
     
  5. mad.mick

    mad.mick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.05   #5
    Dieser Link könnte nützlich sein.

    Gruß,
    Mick.
     
  6. Christof Z

    Christof Z Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.05   #6
    Hi,

    habe mir bei Thomann vor ner Weile mal eine Resonator Harley Benton PDM-531 bestellt. Da hatte ich auch das Problem mit der Einstellung. Die hatte keine Oktavreinheit. Das ganze konnte aber abgestellt werden, denn die Buende waren korrekt gesetzt, nur der Steg lag zu weit in Halsrichtung. Ich habe es dann dadurch behoben indem ich den Resonator um 180° gedreht habe (der Steg sitzt ausserhalb der Mitte vom Reso). Dadurch kam der Steg weiter nach hinten und die Bundreinheit war wieder hergestellt.

    Grussens,
    Christof
     
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