Stell dir vor es sind Olympische Spiele in China und keiner geht hin...

von Fastel, 20.03.08.

  1. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.03.08   #1
    tja ihr habt sicherlich mitbekommen dass die chinesen wieder mit den tibetern im clinch liegen. ich weiß nicht ob darüber dikutiert werden muss wer der "böse unterdrücker" oder der verbreiter von unwahrheiten in diesem streit ist. wie seht ihr das eigentlich in bezug auf die olympischen spiele? einige stimmen wurden laut die zum boykott aufriefen. politiker wiegeln ab (politik und sport gehören auf diese art nicht zusammen), und was ist mit den öffentlich rechtlichen. sind die es nicht die immer die olympischen spiele übertragen? können die sich das leisten die spiele zu boykottieren? ich erinner mich an die zeit in der auf CNN kurz vor dem irakkrieg "berichtet" wurde.
    kriegsgegner kamen kaum zu wort denn das was kommen sollte würde jede menge medienintresse wecken. quote und $$$...
    mit den spielen ist es doch ähnlich. ich hoffe dass die sender das chinesische verhalten nicht runterspielen, immerhin warten da jede menge berichte, interviews, zusammenfassungen...
    und überhaupt? könnte man die Olympischen Spiele "nutzen" um vielleicht etwas zu ändern? könnten politiker oder (alle) sportler etwas erreichen? würden sie das wollen?
    sagt was ihr zum thema China vs Tibet sagen wollt!


    http://www.zeit.de/news/artikel/2008/03/18/2496893.xml
    http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/852711.html
    http://www.avaaz.org/de/tibet_end_the_violence/97.php?cl_tf_sign=1

    hier noch eine mail die mich erreichte von avaaz.org
     
  2. Jerry

    Jerry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.08   #2
    Wurden nicht die Olympischen Spiele in Moskau 1980 auch boykottiert? Und zwar wegen dem Einmarsch der roten Armee in Afghanistan 1979?? :confused: Aber mit den Sowjets hat man damals freilich nicht so gute Geschäfte gemacht wie heute mit den Chinesen ...... :mad:
     
  3. Real-JJCale

    Real-JJCale Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.08   #3
    Stell dir vor es sind Olympische Spiele in China und keiner geht hin...


    ...fände ich allein wegen der Sportler, die sich die letzten 4 Jahre abgeschuftet und auf diesen Event hin gearbeitet haben, keine adäquate Lösung.

    Aber diese unverfrorenen Menschenrechtsverletzungen und staatlichen Verbrechen - im vollen Bewusstsein, dass die Weltöffentlichkeit sie mitbekommt - sind himmelschreiend und zeigen deutlich, welche LMAA-Einstellung die chinesische Führung gegenüber der Restwelt an den Tag legt.

    Hier herrscht Handlungsbedarf und auch durchaus in der Form, dass die olympischen Spiele zwar stattfinden, aber eben nicht in China!

    Soweit ich informiert bin, gibt es "Ersatzländer" bei den Ausschreibungen. Ich weiss zwar nicht, wer als Ersatz für China nominiert wurde, aber wenn es ein demokratisches Land wäre, sollten die olympischen Spiele dorthin verlegt werden und zwar bereits jetzt!

    "Menschenrechte" wird in der brutalen, neokapitalistischen Diktatur Chinas noch für Generationen ein Fremdwort bleiben und selten gab es eine "treffendere" Gelegenheit der chinesischen Führung die "rote" Karte zu zeigen.

    Eine Verlegung der Olympiade wäre ein klares Zeichen der freien Weltgemeinschaft und würde dieser miserablen Diktatur nicht auch noch Milliarden in die Kasse spülen, denn eines ist auch klar...

    die Olympiade ist in der heutigen Zeit eine Geldmaschine für das Veranstaltungsland!

    RJJC
     
  4. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.08   #4
    Wirste lang drauf warten können befürchte ich
     
  5. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.03.08   #5


    Fang doch einfach mal an, weniger Produkte "Made in China" zu kaufen.

    Topo :cool:
     
  6. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.08   #6
    Yo, irgendwie so. Das waren aber noch ganz andere Zeiten, da gab es noch den Klassenfeind und so. Nicht mit der außenpolitischen Konstellation heutzutage vergleichbar. Zumal damals da noch nicht so viel Geld drinsteckte wie heute. Es könnte sich einfach keiner leisten, die Spiele zu boykottieren, auch wenn ich persönlich es begrüßen würde. Ich finde nicht, dass ein Regime, das auf diese Art und Weise Menschen unterdrückt, so viel Aufmerksamkeit erfährt. Zumal zur Eröffnungsfeier bestimmt wieder lauter Staatschefs anreisen und sich auf einmal alle lieb haben. Zumindest eine Resolution, die das Vorgehen in Tibet verurteilt, wäre ja schön, aber da der Sicherheitsrat diese afaik einstimmig beschließen muss und die Chinesen da einen ständigen Sitz haben ...

    Aber dann sollte man doch bitte auch die Olympischen Winterspiele in Sotschi (Russland) absagen. Auch da ist ein tendenziell undemokratisches System am Werke. Und wenn man das macht, kann man die Spiele auch gleich einstampfen, da dann zwei der wichtigsten Nationen mal eben rausfallen.

    Das Ganze hat halt eine sportliche und eine politische Dimension. Es wäre sicherlich nicht richtig, dass die politische Dimension der sportlichen übergeordnet wird, aber so ganz ohne Konsequenzen sollten die Handlungen in Tibet auch nicht bleiben.

    @ Topo: So etwas ist doch kindisch und der Sache nicht angemessen ... nur Hippies machen sowas, Realisten haben eingesehen, dass a) so ziemlich Alles in irgendeiner Form aus China kommt heutzutage, zB alle PCs haben garantiert Kompoenten aus chinesischer Produktion drin ... und b) Interessiert es die Chinesen eh nicht. Ob nun Heinz Müller aus Wanne-Eickel keine Produkte mehr aus China kauft oder nicht, ist doch nun echt egal. Da kann noch so viel von "persönliches Statement" "Konsequenz", blah kommen: Es ist und bleibt sinnlos und meiner bescheidenen Ansicht nach schlichtweg dämlich. Was gebraucht wird, sind politische Konsequenzen, weniger in Form von (sowieso nicht durchsetzbaren) Sanktionen (die ja eh nicht über die UN laufen könnten ...), sondern die vor allem symbolischer Art sind. Der Austragungsort großer Sportereignisse ist immer auch eine politische Auswahl. Darum kann man das auch nicht in der Form trennen. Es kann mir jedenfalls keiner erzählen, dass die Spiele in Peking stattfinden sollen, weil da so schöne Sportstätten sind. Die mussten sie alle neu bauen, und für den Smog haben sie sich auch noch nicht so richtig was einfallen lassen.
    Austragungsland der Olympischen Spiele zu sein, ist eine sehr prestigeträchtige Sache. Das wäre eigentlich schon der richtige Ansatzpunkt. Nur eben weder politisch noch finanziell umsetzbar, leider.
     
  7. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 20.03.08   #7
    :great:

    Ich habe nämlich auch bei vielen Leuten den Verdacht, dass sie zwar bittere Konsequenzen gegen China & Gottweißwen fordern, aber andererseits wegen der günstigen Preise diese Staaten mit viel Geld für Waffen ausstatten... :o
     
  8. hilmi01

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    Erstellt: 20.03.08   #8
    Ich halte sowohl einen Boykott als auch eine Verlegung der Olympischen Spiele für falsch.

    Beides wäre zwar ein Zeichen der sportlichen Weltgemeinschaft, mangels weiterem politischem Mandat und damit verbundener Durchsetzungskraft jedoch nicht geeignet, langfristige Änderungen in China zu bewirken. Boykott ist bereits bei weniger diktatorischen Staaten gescheitert, warum also sollte sich China davon beeindrucken lassen?

    Ich bin davon überzeugt, dass gerade der Austragungsort China eine einzigartige Chance bietet, Menschenrechte und andere drängende Themen im Land selbst zu thematisieren. China steht während der Zeit der Olympiade unter Dauerbeobachtung der Weltöffentlichkeit. Eine Ansammlung westlicher Medien wird in einem Ausmaß aus dem Land und über das Land berichten, wie es das vorher noch nicht gegeben hat. Erstmals in der jüngeren Geschichte können sich westliche Medien entsprechend den olympischen Vertragsregularien frei im Land bewegen und berichten, diese einmalige Chance sollte sich die Weltgemeinschaft nicht entgehen lassen.

    Wer ernsthaft gegen China protestieren will, sollte also die sich nun ergebende Chance nutzen und diesen Protest in das Land hinein tragen. Proteste von außen sind in der Vergangenheit immer gescheitert, deshalb: kein Boykott gegen die Spiele in China, sondern Protest gegen chinesische Politik während der Spiele.

    Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Olympische Spiele oft mit Verlusten für den Veranstaltungsort verbunden waren. Athen (allein dort 5 Milliarden Euro Verluste), Nagano, Salt Lake City, Turin - überall wurden Verluste gemacht. Wenn man in der Gesamt-Rechnung berücksichtigt, was die öffentliche Hand für Olympia aufwenden musste, konnte kein Veranstalter vergangener Spiele Gewinn ausweisen.


    @ Johannes Hofmann

    Deinen Applaus für den Beitrag von topo kann ich nicht nachvollziehen. Aus welchem Land stammen denn Eure Spade-Gitarren? Möchtest Du dazu aufrufen, keine Spade-Gitarren mehr zu kaufen? Da wäre es doch einfacher und konsequenter, diese Produktlinie komplett aus Eurem Sortiment zu streichen und sich als Shop-Marke gerade nicht mit China-Produkten zu identifizieren.
     
  9. Real-JJCale

    Real-JJCale Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #9
    Sehr guter Vorschlag und habe ich schon längst bewusst umgesetzt, wie folgt Anschaffungen:

    in 2008 mit "Made in China" = 0
    in 2007 mit "Made in China" = 2 Behringer AB200
    in 2006 mit "Made in China" = 2 billige Grossmembran-Mikes
    in 2005 mit "Made in China" = 0
    in 2004 mit "Made in China" = 0
    in 2003 mit "Made in China" = 0
    in 2002 mit "Made in China" = 0
    in 2001 mit "Made in China" = 0
    in 2000 mit "Made in China" = Akai DPS 16

    insgesamt ist meine "Unterstützung" der chinesischen Industrie (bewusst) eher bescheiden.

    wie sieht 's denn in deiner Equipmentliste aus...? ;)


    ...ist mit Sicherheit so, wobei die Händler dabei als "Pusher" lukrativ mit im Boot sitzen.

    Ich denke, dass es für einen Händler durchaus legitim ist, sich den Marktzwängen zu beugen und Chinaware zu verkaufen, allerdings ist es ebenso legitim, dass sich der Händler seine politische Kritikfähigkeit bewahrt und Stellung bezieht.
    Ich sehe hier kein grundsätzliches Paradoxum... ;)


    ...ist durchaus auch ein interessanter Ansatz, allerdings glaube ich schlicht nicht daran, dass ein derart totalitärer Staat diese olympischen Vertragsregularien einhält.
    Internationales Recht (z.B. Patentrecht) wird in China bis heute täglich gebrochen, aber dein Vorschlag "...sondern Protest gegen die chinesische Politik während der Spiele" gefällt mir sehr gut. Könnte aber auch ein Pulverfass werden...

    RJJC
     
  10. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 21.03.08   #10
    Oje..
    Dieses Argument "die armen Sportler" stinkt in meinen Augen bis zum Himmel, gerade weil's bei den Spielen nur Bares geht, doch gar nicht um die unechten Goldmedallien für teilweise (nicht alle) recht fragwürdige Hormonmonster (bitte nicht zu ernst nehmen: ja ich weiss, es gibt auch die mit wirklich weißer Weste, vor allem in China selbst.. ;) ).
    Ebenso verkehrt mit dem "keine Chinaware mehr kaufen", damit schadet ihr nicht dem Politbüro, sondern den Leuten die für Wohlstand und eure "Geiz ist geil" Mentalität (bzw. die der westl. Markenfirmen) ihre Gesundheit ruinieren.

    Natürlich muss man die Spiele absagen, man kann sie Alternativ in Europa oder den USA austragen, Stadien gibt's zur Genüge. Wir sollten dringend aufhören mit zweierlei Maß zu messen, man kann China nicht jahrelang vorwerfen was in Tibet geschieht, den Dalai Lama ins Kanzleramt holen, und hinterrücks auf die Menschen dort wegen so einer Veranstaltung pfeifen und weiterhin brav mit Wirtschaftsleuten nach China reisen um "gute Geschäfte" zu machen. Olympiaboykott ist das mindeste was man tun kann, ein richtiges Embargo wäre besser, aber das traut man sich bei einer Atommacht mit der Bevölkerungszahl ja lieber nicht zu.

    Ich rede mit Absicht nicht von Regierungssturz und ähnlichen Spinnereien, aber sowas muss Konsequenzen haben, selbst wenn es so eindeutig wie hier ist, dass man in Tibet nur auf dieses Jahr gewartet hat... Aber was will man erwarten, wir jagen ja noch immer ein Phantom mit Kopftuch am Hindukusch und stellen uns selber vor lauter Angst unter Generaldauerverdacht, da haben die Tibeter eben Pech gehabt, braucht der Dalai Lama auch vorerst nicht mehr auf Werbetour kommen, es gibt Dinge die sind wichtiger als Menschenleben. Softdrinks und Fast Food für das Volk !
     
  11. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 21.03.08   #11
    Es ist eine Allgemein in Deutschland gepuschte Volksmeinung, alles irgendwie noch ein bisschen billiger bekommen zu müssen. Ein Händler, der ich dieser "Geiz ist geil"-Welle widersetzt, wird Pleite gehen. Trotzdem darf er wohl (privat) eine davon abweichende Meinung haben und in seinem privaten Konsumverhalten versuchen, dieser Strömung zhu widerstehen.

    Spade-Gitarren sind auch China und sehr vieles mehr ist aus China. Aber ich verhehle nicht, dass es (vielleicht für etwas mehr Geld) Waren aus anderen Ländern gibt, die vielleicht sogar eine etwas höhere Qualität haben. So weit hilft das allerdings auch nicht. Wie wir alle wissen, gäbe auch das politische und militärische Verhalten der USA Anlass zu jeder Menge Kritik.

    Topo habe ich in so fern applaudiert, in dem er den Ball zurück spielt. Statt andere aufzufordern, irgendwas zu tun, muss man bei sich selbst anfangen.

    Natürlich könnten wir chinesische Produkte aus dem Angebot streichen - dann amerikanische... und ich kenne auch einen deutschen Hersteller, der Mitarbeiter ausbeutet... das hätte also schnell die Konsequenz, dass wir lieber den Laden ganz dicht machen.

    Nun ja - ich stelle mich aber dann auch nicht hin und empfehle den Sportlern Olympia zu boykottieren, weil sie meinen Protest gegen die chinesische Unterdrückung tibetischer Mönche ausbaden sollen, weil mir persönlich ein Verzicht auf billigen Chinakram zu teuer wäre...
     
  12. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #12

    2007 stand China "nur" auf Platz 3. bezüglich der Kosten der Einfuhren nach Deutschland, Platz 1+2 belegen Frankreich und die Niederlande.. Die Importe aus Italien und den USA sind zusammen fast doppelt so teuer wie die aus dem reich der Mitte. Einzig das es sich bei dem Zeug um "Schnäppchen", teil Kleine- Billigmassenware, handelt erklärt warum wir mit dem Kram so oft konfrontiert sind.

    Ich glaube nicht das es hier überhaupt um "Pleite gehen" geht, hier werden imense Gewinne mit teils schlechter Qualität gemacht und das alles mit dem Geiz der Deutschen gerechtfertigt. In Wirklichkeit macht jeder der aus China importiert und hier verkauft den großen Gewinn mit Preisaufschlägen bis 200%. Das hat nichts mit Pleite gehen zu tun, eher mit "schnell gemachtes Geld ist geil".

    Die Tibeter hingegen, als Menschen zweiter Klasse zu sehen, wie es ohnehin schon die Chinesen tun, das missfällt. Was wäre denn wenn die Spiele in den USA wären und gleichzeitig die US Army (nicht Blackwater) in Afghanistan und im Irak Protestzüge von Zivilisten zusammenschießt? oder gar die Zahl der tötlichen Grenzzwischenfälle zu Mexiko erhebliche Ausmaße annehmen (als wären es dort nicht schon schlimm genug)? Aber Olympia darf.. nur weil man vor über 100 Jahren damit begann eine antike Idee wiederzubeleben die heute ein Komerzfest geworden ist. Moral nein danke.
     
  13. hilmi01

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    Erstellt: 21.03.08   #13
    Pulverfass ja, aber: wer es ernst mit dem Protest gegen China meint, mit der Verurteilung der Missachtung von Menschenrechten, der muss sich ganz klar positionieren: tritt er für seine Werte-Überzeugung auch (bzw. gerade) dort ein, wo diese Werte missachtet werden oder übt er um den Friedens willen den Kniefall vor einem totalitärem Regime?

    Die Olympiade abzusagen oder zu verlegen wäre ein Lippenbekenntnis ohne nachhaltigen Wert. Mangels politischem Mandat würde auf die Absage kein zweiter Schritt folgen können. Die olympischen Organisationen hätten mit einem Schlag all ihr Pulver verschossen. Eine langfristige Strategie ist das in meinen Augen nicht.

    Eine weitere Frage ist die, wie man überhaupt den Anspruch an demokratische Grundwerte bei der Vergabe der olympischen Spiele definiert? Wer legt fest, ob ein Land demokratischen Ansprüchen genügt oder eben nicht? Bei China mag der Fall recht eindeutig sein. Aber was ist mit anderen Ländern, z.B. den USA? Darf die Olympiade in einem Land stattfinden,

    :: in dem die Todesstrafe erlaubt ist?
    :: in dem der Präsident die Foltermethoden des Geheimdienstes legitimiert?
    :: dass auf Grund fragwürdiger Auslegung des Völkerrechts Kriege beginnt?

    Ich bin nach wie vor der Überzeugung: Cina lässt den Klassenfeind auf seinem Territorium gewähren und die Weltöffentlichkeit sieht zu. Das ist eine einmalige Chance, von innen heraus für Demokratie und Menschenrechte zu werben - es wäre geradezu fahrlässig, sich diese Chance entgehen zu lassen.
     
  14. Jerry

    Jerry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #14
    Ich habe nicht gesagt, dass die Spiele in China boykottiert werden sollen; ich habe nur angemerkt, wie man 1980 bzgl. Moskau verfahren hat, und dass es diesmal sicher nicht so laufen wird. Der Thread-Titel lautet schließlich "Stell dir vor es sind Olympische Spiele in China und keiner geht hin..."!

    Einstampfen wäre ohnehin das beste. Der usprüngliche Gedanke ist doch durch die totale Verkommerzialisierung sowie Dopingeskapaden kaum noch erkennbar. Und außerdem: Wo findet sich denn noch ein demokratisches, rechtsstaatliches und soziales System, dass unbedenklich wäre? :confused: Money makes the world go round! ;)

    Falsch. Ob Umweltschutz, Friedfertigkeit, Nächstenliebe - alles fangt beim einzelnen Individuum an! Zu sagen "hat eh keinen Sinn, bin ja der einzige, der ..." ist die billigte Ausrede überhaupt! :mad: Das Maximum an Bequemlichkeit. :evil: Die Verantwortung fängt bei jedem Einzelnen an! Und das ist nicht dämlich, sondern Fakt! Leider fehlt diese Einsicht immer noch flächendeckend ....

    Mit der Wahl Chinas zum Olympiaaustragungsort hat man aber doch genau das versucht - man wollte China ins Boot holen! Diese Art von "Kavaliers-Diplomatie" hat aber auch schon 1936 in Berlin versagt ........ :o
     
  15. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #15
    Ich denke die Erfahrungen mit 1936 sollten genügt haben, aber man will ja nicht aus der Geschichte lernen.

    Die USA sind ein wackelndes Beispiel, letztlich bestimmt die dort demokratisch gewählte Regierung ob Menschenrechte mit Füßen getreten werden oder nicht.
     
  16. Böhmorgler

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    Erstellt: 21.03.08   #16
    Und... hast Du mal in die Geräte reingeguckt, wo die Teile, die darinnen verbaut sind, herkommen?
     
  17. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #17
    Sowohl Friedfertigkeit als auch Nächstenliebe und in Maßen auch Umweltschutz sind Sachen, die einen direkten Effekt haben. Wenn man Friedfertig ist, versucht man damit, kein höheres Ziel zu erreichen (außer besser mit seinen Mitmenschen klar zu kommen), genauso mit Nächstenliebe (sowieso komisch gewählte Beispiele, wie auch immer).

    Auf jeden Fall ist das was _ganz anderes_ als jetzt mal eben zu starten, Produkte aus chinesischer Herstellung zu boykottieren. Man kann kein Auto fahren, man darf keinen PC haben, elektronische Geräte fallen eh aus, in der Küche muss man aufpassen, dass die Klingen für die Made-in-Germany-Solingen-Messer nicht aus China kommen usw usw. Da sind ja selbst Veganer weniger dogmatisch.
    Und welchen Zweck soll das Ganze haben? Keinen keinen keinen keinen keinen. Es hat keinen Sinn. Es ist sinnlos. Es ist idiotisch. Der einzige, dem man damit schadet, ist man selbst.

    Aber mach ruhig, mir ist das egal. Ich für meinen Teil fahre weiterhin Auto und benutze meinen PC. Du musst das ja alles abschaffen, sonst bist du inkonsequent. Viel Spaß.
     
  18. armyclonk

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    Erstellt: 21.03.08   #18
    ich würd mal fast behaupten, dass die quote, hätte man kriegsgegner zu wort kommen lassen, höher gewesen wäre als so...
     
  19. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #19

    Glaube ich nicht, weil die meisten Amis damals dafür waren, die hätten fast alle "abgeschaltet" :rolleyes:
     
  20. Jerry

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    Ja, für die heutige Zeit sind das wirklich seltsame Beispiele ....................... :gruebel:

    Du willst mich nicht verstehen. Ich habe nicht in den Raum gestellt, Produkte aus China zu boykottieren; und ich gebe Dir recht, dass das in letzter Konsequenz auch gar nicht möglich ist. Ich bestreite aber, dass der Einzelne keinerlei Verantwortung bzw. Einfluss hat! Solange allerdings die Mehrheit so denkt und handelt wie Du, und das Individuum sich lediglich hinter diesem Mainstream versteckt, ist das freilich etwas anderes .... Soviel zum Thema "idiotisch". :ugly: