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Streaming Vergütung

Uwi1976

Uwi1976

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Die Diskussion gibt es ja seit Jahren, aktuell geht sie mal wieder durch die Presse. Leider dürfte eine Rettung der Musikbranche und deren Künstler kaum zu erwarten sein.

Das ist eines der wenigen Dinge, die ich aus meiner Jugend wirklich vermisse: Früher wurden Künstler gesucht und entdeckt. Es wurden Alben produziert und auf Tonträger verewigt - erst Tonband, später Vinyl und schließlich CD. Die Tonträger konnte man kaufen, und man hat sie andächtig, begeistert und aufmerksam angehört – als vollständiges Werk, so, wie es von den Künstlern gedacht war. Gute Künstler konnten so ordentlich Geld verdienen. Und wenn sie wollten, mit Live-Auftritten noch einen draufsetzen. :)

Heutzutage wird mal kurz irgendwas irgendwo gestreamt. Mehr oder minder wahllos oder von automatisierten Playlists vorgeschlagen, mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne der Hörer. So ist denn auch die zeitgenössische Musik ganz überwiegend geworden: Beliebig, austauschbar und ohne Tiefgang.

Nun gut, es ging um das unfaire Vergütungssystem der (meisten) Streaming-Plattformen. Das wird man - leider - nicht korrigiert bekommen. Im Gegenteil wird der Wert menschlichen musikalischen Schaffens weiter abnehmen.
 
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Damit wird aber auch das Schaffen abnehmen. Wer will schon etwas schaffen wovon er nicht leben kann. Live sieht es vielleicht anders aus.
 
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Ich! Ich will was schaffen, wovon ich nicht leben kann. Ich nehme die Gitarre und schreibe einen Song, wie er mir gefällt. Das ist Freiheit.
Ob weltweit 10, 100, 1000 oder 10.000 Menschen mittels Musik Zahlungsströme erzeugen: An der Winzigkeit der Gruppe ändert sich fast überhaupt nichts bei 8 Milliarden Menschen. 8x1000x1.000.000.
Früher?
Die Cassette wegschicken. Die A&R-Abteilung schickt sie dankend zurück. Kundenpflege, nicht Künstlersuche. Kein Mensch hat die Musik je gehört.
Streaming? Ich zahle nirgends einen Euro.
Für meine 640.000 Plays im Internet habe ich bislang keinen einzigen Cent erhalten. Die Mitmusiker auch nicht.
Wird sich bei Verdoppelung der Plays nicht ändern. Sind ja kostenlos.
Ist das Streaming, wenn ich im Forum in eine Aufnahme aus Neugierde reinhöre? Kostet mich nie was, nur Lebenszeit.
 
Grund: Zahl korrigiert
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  • #5
660.000 Plays? Wow! (y)😮
Wo veröffentlichst Du Deine Werke, auf Bandcamp?

Ich bin mir sicher, dass Spotify & Co ihren Algorithmus auch so gestalten könnten, dass auch weniger bekannte Künstler zum anhören vorgeschlagen werden bzw. Playlisten generieren, die zufällige Songs aus dem
ausgewählten Genre enthalten. Aber das tun sie natürlich nicht (warum nur?) und werden es auch nie tun...

Selbst gezielte Suchanfragen führen selten zum Ziel.
Wenn ich mal neue Bands oder Künstler entdecke, dann auf diversen kleinen und mittelgroßen Festivals.
 
Das ist nicht viel. Das ist ein Counter. Da fließen alle Musiker ein, die meine Uploads musikalisch nutzen und dadurch selbst Hörer gewinnen.
Ich bin ausschließlich auf www.wikiloops.de musikalisch unterwegs (nicht als Poppotov).
Mich erreichen keine Algorithmen. Ich konsumiere keine Musik. Ich analysiere und freue mich, was andere machen. Im Hintergrund brauche ich Stille.
 
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Ich finde den Artikel sogar äußerst uninteressant, weil er zu der ewigen Debatte überhaupt keinen neuen Aspekt hinzufügt ;)

Ich finde aber auch das Gejammere in weiten Teilen befremdlich. Es war nie einfacher Musik zu produzieren und zu veröffentlichen. Die Kosten für alles, was man in der Produktion braucht um guten Sound zu haben sind so gering wie nie. Die Workflows im Studio sind wahnsinnig effizient. Zielgerichtete Werbung für das fertige Produkt, Musikvideos etc. Das ist heute alles für ein bisschen Kleingeld zu haben.

Die Zeiten sind längst vorbei, dass Labels Künstler entdecken und mit viel Geld in Vorleistung gehen ohne zu wissen, ob die Produktion am Ende zündet. Künstler werden von Labels nicht mehr aufgebaut. Eher das Gegenteil. Erfolgreichen neuen Acts wird die Zusammenarbeit schmackhaft gemacht und ich vermute, die Deals sind nicht schlecht. Und dann ließt man in solchen Artikeln jedes mal, dass die Labels bei den alten Deals fast die Hälfte vom Steaming Umsatz bekommen. Die alten Verträge werden halt noch ausgequetscht.


Grönemeyer, der hier erwähnt wird, hat auf Spotify 2.2 Mio Listeners. Man muss zwar ein paar wilde Annahmen machen, aber geschätzt bleibem beim Künstler alleine durch Streaming > 300k $ hängen.
 
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Ich glaube, das eigentliche Problem ist gar nicht nur die Vergütung pro Stream. Selbst wenn Spotify doppelt so viel ausschütten würde, hätten viele kleinere Künstler immer noch das Problem, überhaupt gefunden zu werden.

Aus meiner Sicht fehlt vor allem der direkte Austausch zwischen Künstlern und Hörern. Streams sind anonym – man sieht eine Zahl, aber erfährt selten, warum jemand einen Song mochte oder nicht.

Mich würde interessieren: Was wäre euch wichtiger – eine höhere Vergütung pro Stream oder eine Plattform, auf der ihr eine echte Community und langfristige Fans aufbauen könnt?
 
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Ehrlich gesagt, wundere ich mich, dass Spotify so groß geworden ist.
1. Würde einer von uns einfach ohne zu fragen Musik anderer Musiker auf einer eigenen Plattform ins Netz stellen, hätte man sofort Abmahungen am Hals.
2. Wenn man als Händler das Produkt eines Herstellers verkaufen will, legt der Hersteller den Preis fest, nicht der Händler. Der Händler hat nur die Möglichkeit zu sagen, ob man zu diesem Preis ins Geschäft kommt oder nicht. Bei Spotify bestimmt alleine der Händler den Preis und der Hersteller hat die Möglichkeit über das Geschäft zu entscheiden.

Ginge es um ganz normalen Einzelhandel, hätte Spotify von Anfang an keine Chance gehabt. Bei nichtphysischen Waren kommt man damit aber aus mir unverständlichen Gründen durch.
 
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  • #10
… Aus meiner Sicht fehlt vor allem der direkte Austausch zwischen Künstlern und Hörern. Streams sind anonym – man sieht eine Zahl, aber erfährt selten, warum jemand einen Song mochte oder nicht.

… Was wäre euch wichtiger – eine höhere Vergütung pro Stream oder eine Plattform, auf der ihr eine echte Community und langfristige Fans aufbauen könnt?
Wie sollen solche Fragen zu einer Lösung führen in einer (Musik-) Welt, in der (i) jeden Tag mehrere hunderttausend neue Songs veröffentlicht werden und (ii) die große Mehrzahl der Hörer Musik wie einen anonymen Wegwerfartikel konsumiert? …
 
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  • Ersteller
  • #11
Ich glaube, das eigentliche Problem ist gar nicht nur die Vergütung pro Stream. Selbst wenn Spotify doppelt so viel ausschütten würde, hätten viele kleinere Künstler immer noch das Problem, überhaupt gefunden zu werden.
Ja, weil der Algorithmus bei Suchanfragen stets die gleichen Songs vorschlägt, von ohnehin bekannten Künstlern oder halt (wie es der Zufall so will?) großen Labels.

Mir persönlich ist die Vergütung nicht wichtig, aber ja es wäre toll, zu wissen, das man gehört wird.
 
  • #12
Wie sollen solche Fragen zu einer Lösung führen in einer (Musik-) Welt, in der (i) jeden Tag mehrere hunderttausend neue Songs veröffentlicht werden und (ii) die große Mehrzahl der Hörer Musik wie einen anonymen Wegwerfartikel konsumiert? …
Genau das finde ich spannend. Ich glaube, das Problem ist weniger, dass zu viel Musik veröffentlicht wird, sondern dass es kaum Orte gibt, an denen unbekannte Künstler langfristig eine kleine, engagierte Community aufbauen können.

Glaubst du, dass das überhaupt noch möglich ist, oder ist der Zug inzwischen abgefahren?
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ja, weil der Algorithmus bei Suchanfragen stets die gleichen Songs vorschlägt, von ohnehin bekannten Künstlern oder halt (wie es der Zufall so will?) großen Labels.

Mir persönlich ist die Vergütung nicht wichtig, aber ja es wäre toll, zu wissen, das man gehört wird.
Das finde ich einen interessanten Punkt. Ich habe den Eindruck, dass viele unabhängige Musiker gar nicht erwarten, von ihrer Musik leben zu können. Aber sie möchten wissen, ob ihre Songs jemanden wirklich erreichen und was Menschen daran mögen oder eben nicht.

Ich frage mich manchmal, ob ehrliches Feedback für viele nicht sogar wertvoller wäre als ein paar zusätzliche Cent pro Stream.
 
  • #13
Ja, weil der Algorithmus bei Suchanfragen stets die gleichen Songs vorschlägt, von ohnehin bekannten Künstlern oder halt (wie es der Zufall so will?) großen Labels.

Mir persönlich ist die Vergütung nicht wichtig, aber ja es wäre toll, zu wissen, das man gehört wird.
Das ist ein interessanter Punkt. Ich glaube auch, dass viele Musiker gar nicht in erster Linie auf die Auszahlung schauen. Wenn man das Gefühl hat, dass die eigene Musik wirklich Menschen erreicht und Rückmeldungen bekommt, ist das oft motivierender als ein paar Cent mehr pro Stream.

Mich würde interessieren, ob andere das ähnlich sehen oder ob euch die Vergütung wichtiger wäre.
 
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  • #14
Aus meiner Sicht fehlt vor allem der direkte Austausch zwischen Künstlern und Hörern. Streams sind anonym – man sieht eine Zahl, aber erfährt selten, warum jemand einen Song mochte oder nicht.
War das bei den Plattenverkäufen (egal ob PVC oder Makrolon) denn anders? Bei den Streams ist es wenigstens noch aufgeschlüsselt, welches Lied gut ankommt und welches nicht.

Der Benutzer ist gesperrt, aber trotzdem eine allgemeine Frage:
1. Würde einer von uns einfach ohne zu fragen Musik anderer Musiker auf einer eigenen Plattform ins Netz stellen, hätte man sofort Abmahungen am Hals.
Stimmt das so? Spotify stellt doch nicht einfach Musik ins Internet, ohne die Rechte zu haben, oder?
Ich glaube, das Problem ist weniger, dass zu viel Musik veröffentlicht wird, sondern dass es kaum Orte gibt, an denen unbekannte Künstler langfristig eine kleine, engagierte Community aufbauen können.
Gibt es denn eine 'Community', die sich aufbauen könnte? Wären das bei den meisten Bands nicht nur vielleicht eine Hand voll wirklich Aktiver? Selbst zu den Bands, die ich wirklich mag, würde ich vielleicht, wenn überhaupt, jeden Monat mal was schreiben. Wenn irgendeine Kleinband 50 wirkliche Fans hat, von denen jeder einen Beitrag pro Monat schreibt, kann man dann von einem Austausch sprechen?

Als ich das jetzt geschrieben habe, ist mir noch eingefallen: Ist zum Beispiel Facebook nicht genau das? Jeder kann eine Seite erstellen, auch eine Band, und mit Fans in Kontakt bleiben. Und es gibt ja nicht nur Facebook.
Das bestätigt meiner Meinung nach, dass es ein Mangel an Community ist und kein Mangel and Austauschplattformen.
 
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  • #15
Zu diesem Aspekt:
Im Gegenteil wird der Wert menschlichen musikalischen Schaffens weiter abnehmen.
Das könnte sich jetzt recht schnell ändern. Man findet auch zeitlich gestreut Berichte, wenn man nach dem Titel sucht "Microsoft Admits it was Wrong About AI". Siehe auch die nette Zusammenfassung bei ca. 13:30 :D


View: https://www.youtube.com/watch?v=towF0_V7oHw

Also, wenn diese Tech-Giganten und AI/KI-Prediger etwas verändern müssen, wird das auf KI-generierte Musik nicht ohne Folgen bleiben. Vermutlich. :coffee:
 
  • #16
Als ich das jetzt geschrieben habe, ist mir noch eingefallen: Ist zum Beispiel Facebook nicht genau das? Jeder kann eine Seite erstellen, auch eine Band, und mit Fans in Kontakt bleiben. Und es gibt ja nicht nur Facebook.
Das bestätigt meiner Meinung nach, dass es ein Mangel an Community ist und kein Mangel and Austauschplattformen.
Ich finde, Facebook erfüllt diese Rolle heute nur noch sehr eingeschränkt. Die meisten Bandseiten haben zwar Follower, aber die Beiträge erreichen oft nur einen kleinen Teil davon und verschwinden schnell im allgemeinen Feed.

Ich frage mich eher, ob Musik eine Plattform braucht, auf der der Song selbst im Mittelpunkt steht. Also nicht der nächste Post zwischen Urlaubsfotos und Nachrichten, sondern die Möglichkeit, direkt über einen Track zu diskutieren und Feedback zu geben.

Mich würde interessieren, ob ihr so etwas überhaupt nutzen würdet oder ob euch Facebook & Co. dafür ausreichen.
 
  • #17
Möglichkeit, direkt über einen Track zu diskutieren und Feedback zu geben
Nach meiner langen Erfahrung ist dies schon im direkten Gespräch schwierig und oft unmöglich. Über eine Online-Platform ziemlich illusorisch.
 
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  • #18
Nach meiner langen Erfahrung ist dies schon im direkten Gespräch schwierig und oft unmöglich. Über eine Online-Platform ziemlich illusorisch.
Ok interessant. Glaubst du, dass grundsätzlich zu wenig Interesse an einem Austausch besteht oder dass die bisherigen Plattformen dafür einfach nicht gut funktionieren?
 
  • #20
Ich finde, Facebook erfüllt diese Rolle heute nur noch sehr eingeschränkt. Die meisten Bandseiten haben zwar Follower, aber die Beiträge erreichen oft nur einen kleinen Teil davon und verschwinden schnell im allgemeinen Feed.

Ich frage mich eher, ob Musik eine Plattform braucht, auf der der Song selbst im Mittelpunkt steht. Also nicht der nächste Post zwischen Urlaubsfotos und Nachrichten, sondern die Möglichkeit, direkt über einen Track zu diskutieren und Feedback zu geben.

Mich würde interessieren, ob ihr so etwas überhaupt nutzen würdet oder ob euch Facebook & Co. dafür ausreichen.
Die Alternative zur Struktur von Facebook wäre eine Forenstruktur. Da kann man gezielt einzelne Theme disktuieren, die auch nicht so schnell in der Versenkung verschwinden.
Das würde der 100-Fans-Band aber immer noch nichts bringen. Das Forum hätte fünf Themen pro Monat, von denen vier unbeantwortet sind und 90 % der Beiträge gäbe es in dem einen Offtopic-Spaß-Thema.
Außerdem stelle ich mir die Frage, worüber man sich bei einer kleinen, unbekannten Band austauschen sollte. Die Frage stelle ich mir auch bei großen Bands, aber da ist es zumindest noch vielleicht das Privatleben der Mitglieder (Klatsch), neues Equipment oder die Spieltechnik. Das ist vielleicht bei einer weltbekannten Band noch interessant, aber ansonsten?
"Hans-Jörg aus Krauthausen hat einen neuen Blackstar Debut 50R, Frederick aus Burghofen hat eine neue Freundin und Jennifer aus Abterode hält die Sticks mit mit Mittel- und Ringfinger" dürfte die allerwenigsten interessieren.

PS: Ich will unbekannte Bands nicht abwerten. Mir geht es nur um die Frage der 'Community'.
 
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