Stress und Gesang

von Ophelia, 26.10.07.

  1. Ophelia

    Ophelia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.07   #1
    Hallo zusammen,

    mir schlägt der Stress immer ziemlich schnell auf die Stimme, d.h. die Körperspannung leidet öfters darunter, was dazu führt, daß ich teilweise zu tief bin. Kennt da jemand irgendwelche Entspannungsübungen, um das in Griff zu bekommen? Weniger Stress ist vermutlich nicht möglich, fürchte ich. :rolleyes:
     
  2. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.10.07   #2
    Jacobson-Technik? Benutze ich.

    Wobei: Wenn Du zu tief rauskommst bist Du ja zu entspannt. Oder? Dann wäre eine weitere Entspannung ja gerade kontraproduktiv.
     
  3. Ophelia

    Ophelia Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.07   #3
    Hab mir jetzt schon von mehreren Leuten halt sagen lassen, daß das wohl mit dem Stress zusammenhängt, denn wenn ich weniger Stress habe (d.h. den Kopf frei, also schon auf eine gewisse Art und Weise entspannt bin), kommt das in der Regel nicht vor und eben, wenn ich eine andere Stimme (d.h. nicht so ein schwerer Sopran, sondern was leichteres) würde ich wohl tendenziell zu hoch werden.

    Irgendwie etwas verfahren, jeder sagt was anderes und ich hab die berühmten drei Fragezeichen auf dem Kopf und will eigentlich nur wissen, wa sich tun könnte, um zu sehen, wie sich das verbessert. Grad in diesem Semester ist es bei mir halt viel mit noch zwei Nebenjobs (den einen brauch ich, aus dem anderen komme ich nicht raus mit dem Hintergrund, daß das mal der Arbeitgeber nach dem Studium sein könnte, Referenzen schaffen, etc. und die rufen halt gern am Wochenende an. Zeitung halt.) und eventuell zu vielen Seminaren (dummerweise überall einen Platz bekommen, alle sind schrecklich interessant und eben die Überlegung, danach zu promovieren).

    Ich brauch echt mal Urlaub, Ferien. Irgendwas. Seit zwei Jahren arbeite ich quasi durch.

    Was genau ist denn die Jacobson-Technik? Kann man das selbst lernen?
     
  4. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.10.07   #4
    Das klingt mir auch nach "mach Ferien. Von allem." Ich höre da einen potentiellen Burnout klingeln. So was hat sich in der von Dir beschriebenen Studiensituation schnell. Ich war da auch mal kurz davor.

    Zurück zum eigentlichen Thema: Klar, Stress wirkt sich bei jedem anders auf die Stimme aus. Bei mir geht dann die Lockerheit flöten, was mich Höhen und Höhenresonanzen kostet.

    Hinter dem von mir hingeworfenen Namen Jacobson verbirgt sich die sogenannte "Progressive Muskelentspannung nach Jacobson".
    Ich hatte keinen Lehrer dafür, aber viele Volkshochschulen bieten Kurse an.

    Autogenes Training wäre vielleicht auch was, ist aber m. E. schlechter im Bühnenstress anzuwenden. Wenn Du Jacobson kannst, reicht ein tiefer Ausatmer um den Blutdruck zu senken und gleich viel lockerer zu sein.
     
  5. Ophelia

    Ophelia Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.07   #5
    Im Frühjahr werde ich kürzer treten, davor geht's leider nicht. Dafür gestern schon einen Artikel der Zeitung abgelehnt (bin sowieso grad hoffnungslos erkältet, das Immunsystem will grad auch nicht so, wie ich es will!). Das jetzt muß halt bis etwa Mitte Februar noch so gehen. Ich komm halt einfach irgendwo nicht zu Ruhe, bin dauernd am Nachdenken ("Mist, das hätte ich noch tun sollen und dieses und jenes und dafür noch proben...") und kommt letztenendes auch in der knappen Freizeit fast zu nichts. In dem Chor, in dem ich sonst mitsinge, pausiere ich im Moment jedenfalls schon und bin am Überlegen, ob ich da nach der Pause nicht einfach die Pause verlängere. Der Wohlfühlfaktor ist dort auch vor längerer Zeit verschwunden.

    Mit der Jacobson-Technik werd ich mich mal befassen, das klingt interessant! Das müßte auch so in Richtung autogenes Training gehen, oder?
     
  6. moniaqua

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    Erstellt: 27.10.07   #6
    Mal sehen, ob das Dein Koerper auch so sieht :cool:
    Die Nachdenkerei macht natuerlich auch Stress. Und hemmt mehr, als dass sie hilft.
    In einem Chor singen, in dem man sich nicht wohlfuehlt, macht keinen Sinn. Da waer's mal gut, zu ueberlegen, warum Du Dich nicht wohlfuehlst und ggf einen Trennstrich zu ziehen.
    Nachdem Ice geschrieben hat "Progressive Muskelentspannung" jein :) Ziel bei beiden ist, sich auf sich selber zu focussieren und zu entspannen, die Techniken sind nur unterschiedlich. Bei Autogenem Training steht mehr das Gedankliche (Suggestion, Vorstellung) im Vordergrund, bei PME spannt man tatsaechlich koerperlich gezielt Muskeln an, um ueberhaupt mal den Gegensatz zwischen gespannt/entspannt zu spueren (ausserdem fuehlt sich ein zuvor angespannter Muskel entspannter an als so entspannt, hmm, bloed zu erklaeren). Beide wirken, wenn man sie beherrscht, sehr schnell (wie Ice schon schrieb, mal kurz durchatmen); es ist halt die Frage, was einem besser liegt.
    Es muesste Kurse geben, in denen mehrere Entspannungsmethoden vorgestellt werden, jedenfalls war ich mal in einem. Da wird dann nicht so in die Tiefe gegangen, aber man kriegt einen guten Ueberblick, mit was man am besten kann. Und kann dann ggf. das noch vertiefen.
     
  7. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 30.10.07   #7
    Bei mir selbst hilft - so albern das jetzt klingt - singen gegen Stress. Es wird ja auch in Studien immer wieder behauptet dass singen "glücklich macht"... bei mir trifft das auf jeden Fall zu. Ich habe meistens keine Lust zu proben.. aber hinterher bin ich immer froh, dass ich es getan habe - weil ich voll befreiter Endorphine bin. Wenn ich gesungen habe, spielt eigentlich alles andere keine Rolle mehr.

    Ich weiß ja nicht, in welcher Form und wie oft Du singst oder singen musst. Vielleicht solltest für diese stressige Zeit das Singen nicht mehr als zusätzlichen Druckfaktor betreiben, sondern als "Enstpannungstherapie" - nimm Dir erst mal nur ein Musikprojekt vor, was Dir Spaß macht und cancel wie geplant die anderen ...und nicht ganz so sehr darauf achten, wie hoch Du kommst.... das kommt schon von allein wieder....

    Und ansonsten: Alle möglichen Methoden und Therapien und auch eine Woche Urlaub lindern nur die Symptome vorübergehend - nicht die Ursache. Ein Mensch hat nur einmal nur ca. 16 bis allerhöchstens 20 Stunden am Tag zur Verfügung, in denen er sich um Jobs, Sozialleben, Hobbies usw kümmern kann. Dabei vergisst er oft die wichtigste Zeit: die für und mit sich selbst...

    Die Dinge, von denen Du glaubst, sie seien wichtig, können nicht wichtiger sein als Deine innere Balance. Ich zum Beipiel mache 2-3 Stunden am Tag einfach gar nichts - und das schon mein Leben lang.... nicht bewußt: das war einfach schon immer so. Das ging schon immer trotz Studium, Nebenjobs, Proben, Gigs und abends noch saufen gehen. Alles eine Frage des Timings...

    Ein Bekannter von mir hatte gerade vorletzte Woche seine ersten "offiziellen" Herzinfarkt: mit 39 ! Das muss wirklich nicht sein.....
     
  8. think.funny

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    Erstellt: 31.10.07   #8
    Das kenne ich auch sehr gut. Ich bin oft Abends schon ziemlich ausgepowert, dann stehen noch weitere 4 Stunden Probe an... die innere Ablehnung ist da aber ich rappel mich zusammen...
    Dann passiert schon beim ersten Stück was ganz eigenartiges. Es liegt nicht alleine am Gesang, sondern daran, dass mich die Musik einfach glücklich macht. Es können einzelne Passagen sein, in denen ein Solo wunderschön daherkommt oder der Zwiegesang herrlich passt, der Ryhuthmus in's Blut geht... was auch immer... die Endorphine sind freigesetzt und die Probe wird zur Therapie. Die Zeit vergesse ich dabei völlig. Meist erschrecken wir uns, dass es schon wieder so spät geworden ist.
    :great:

    think
     
  9. cyril

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    Erstellt: 31.10.07   #9
    Singen hilft gegen Stress!
    Wenn ich so einen gottverdammten Auswärtstermin hinter mir habe so mit Stau und mehrstündiger Autobahnfahrt, dann fahre ich auch mal nicht direkt nach Hause, sondern mache einen Umweg über den Übungsraum und singe erstmal eine Stunde und trinke viel Mineralwasser. Irgendwie habe ich dann das Gefühl, daß ich mir damit die Autobahn aus den Knochen schüttele!
    Bei Proben und Auftritten ist es aber so, wie es Think.funny schreibt. Auf der Fahrt zur Probe fühlt man sich wie an die Wand gekotzt, und beim ersten Stück ist es weg!
     
  10. Ophelia

    Ophelia Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.01.08   #10
    So, da bin ich wieder. In letzter Zeit reichlich wenig gemacht, keine Termine angenommen, geschaut, daß der Stress weniger wird (kann man sich ja auch nicht so aussuchen), drauf geachtet, daß ich besser schlafe, aber viel gebracht hat's bisher nicht.

    Irgendwie ist grad echt der Wurm drin, was für die weitere Motivation dann auch nicht gerade förderlich ist. Dankenswerterweise hat sich dann auch noch meine Band während ich eine Woche im Urlaub war, aufgelöst und sich drüber mokiert, daß man nicht vorwärtskommen würde. Das lag aber sicherlich nicht allein an mir. Ich finde nicht, daß es meine Aufgabe war, da komplett geschriebene und arrangierte Stücke mit in die Probe zu bringen, wenn der Rest der Band zuhause mal so gar nichts vorbereitet hat. Nicht mal auf Nachfrage. Immerhin ein Stressfaktor weniger. Trotzdem schade.

    Was gäbe es denn für Übungen, um das Zwerchfell und den Stimmsitz besser kontrollieren zu können? Ging bisher eigenltich immer relativ problemlos und mehr oder minder unbewußt. Nur jetzt irgendwie nicht mehr so richtig nach dem Motto: "Da muß ich das und das machen... und versemmelt."
     
  11. IcePrincess

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    Erstellt: 09.01.08   #11
    Welcome Back!

    Wenn man erst mal drin ist, in dem Teufelskreis... Hast Du schon mal an Johanniskraut gedacht? Rede mal mit einem Arzt Deines Vertrauens oder mit dem Apotheker drüber.

    @Band: Ich glaube, dass man die Schuld für so was nie bei einem suchen kann. Das liegt fast immer an allen. Vor allem "wenn man nicht so recht vorankommt".

    Zugegeben, ich habe Dich noch nie singen gehört, habe aber den Eindruck, dass Du recht fortgeschritten bist. Da fällt es mir schwer, blind ein paar Übungen aus dem Ärmel zu schütteln.
    Für's Zwerchfell mache ich eigentlich immer nur die "üblichen zwei" - ein paar schöne Plosiv-Wörter (Piste, Pizza, Puste, Koffer...) mit Kontrolle der Flanken, und dann halt f-s-sch, langsam anfangen, dann schneller, bis die Puste ausgeht.
    Zum Stimmsitz war für mich wahres Wunderbuch war (okay... meine Gesangslehrerin hat damit angefangen...): "Funktionale Stimmentwicklung", Cornelius L. Reid. Die Theorie hinter dem, was er schreibt mag streckenweise hahnebüchen anmuten, aber die Übungen! Die bringen's wirklich. Für mich der Schlüssel zu vielen Problempunkten an meiner Stimme.
     
  12. Ophelia

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    Erstellt: 11.01.08   #12
    Das mit der Band ist halt echt schade. Ich hab mich da anfangs auch wirklich engagiert, schließlich wollte ich nicht diejenige sein, die zu wenig Einsatz zeigt. Aber dann kamen solche Probleme wie Probentermine zu finden, immer hatte ein anderer keine Zeit, einen festen Tag konnte man auch nicht festlegen, oft kamen dann sehr kurzfristig Termine, an denen dann doch alle Zeit hatten, also halt auch hingegangen, obwohl ich eigentlich keine gehabt hätte. Wenn dann Proben waren, waren ständig irgendwelche anderen Leute dabei, daß man so dann im Endeffekt auch nicht sonderlich weit gekommen ist. War halt echt schade, weil die waren nicht mal schlecht, aber es hat halt echt keiner was nennenswertes gemacht, aber sich selbst immer als Profi-Band gelobt. Dumm gelaufen. Aber die Erfahrung schadet nicht.

    Ich werde mal in nächster Zeit verstärkt die Übungen machen, die Du da vorgeschlagen hast und mal nach dem Buch schauen. Vielleicht tut sich da dann endlich mal wieder was. Ich sollte wahrscheinlich auch dringend mal den Lehrer wechseln, aber das ist gar nicht so einfach nach so langer Zeit und wenn man dann auf eine Art noch zum Kindersatzt mutiert ist. Dabei hab ich eigentlich schon einen anderen Lehrer, bei dem ich gerne weiterhin Unterricht nehmen würde, gefunden, zu dem ich zwischenzeitlich so alle paar Wochen mal aufkreuze und man mal schaut, was grad so der Stand ist.
     
  13. IcePrincess

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    Erstellt: 11.01.08   #13
    Lehrerwechsel ist nach einer gewissen Zeit nie ein Fehler. Da geht es eben um anderen Input.
    Nimm den Reid, wenn Du ihn ernsthaft nutzen willst aber besser mit zu Deinem Lehrer. Die Übungen sind ausnotiert und gut beschrieben, aber Kontrolle schad' nie.
    Falls Du magst, kannst Du auch meinen erst mal leihen um zu sehen, ob's Dir liegt. So weit wohnen wir ja nicht auseinander ;) PN mich einfach an.
     
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