Studentenentwicklung

von Little_Raven, 11.05.06.

  1. Little_Raven

    Little_Raven Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.06   #1
    Nun ja,

    Proteste gegen Studiengebühren ziehen wieder durch das Land.

    Unser Rektorat wurde vor fast zwei Stunden durch die Bullen geräumt. Die darauffolgenden Kommentare und das Verhalten vieler Jungsemester am heutigen Tag, sowie auch schon in Essen (als eine öffentliche Senatssitzung erreicht wurde), sind Grund für das von mir gleich erstellte Thema.


    Gegen 14 Uhr versuchte man heute an unserem Campus ein paar Leute zusammenzutrommeln, die vom Rederecht aller gebrauch machen wollen. Geerntet wurden in der Mensa, im UCafe und davor sehr viele erastaunte Blicke, obwohl die Diskussionsveranstaltung rund um die Studingebühren angekündig war.

    Von geschätzten möglichen 600 versammelten sich gemütlich 150-200 Studierende... :great: :rolleyes:

    Um 14:15 waren es dann noch knapp unter 100, die mit zum (zu dem Zeitpunkt schon besetzten Rektorat) gingen.

    Ich weiß nicht, wie oft ich den Spruch "Ne, komm! Wir gehen in die Vorlesung!" heute gehört habe. Andere, die mitgingen, regten sich zusammen mit Mitarbeitern der Uni über Kreide auf dem Boden auf.


    Selbes Bild vor zwei Wochen in Essen. Man latscht durch die Räume um Studenten zu mobilisieren, muss sich aber darüber wundern, dass aus den ersten 5 Räumen nun wirklich gar keiner mitzieht. Eine Dozentin, die gerade ein Pflichtseminar hielt, machte uns klar, dass sie mit den Studenten (definitiv Jungsemester), hinter geschlossender Tür zu einer Einigung was die Eintragung angeht, kommen wird.
    -> Draußen gewartet. Keiner kam raus.

    Wie kommt's?

    Schreiben sich seit einem Jahr nur noch Arzttöchter und Anwaltssöhne an Deutschlands Unis ein? Zwingt die Arbeitsmarktsituation die Ersties(!) dazu absolut nichts auszulassen? Warum werden Erstiepartys nicht mehr von Ersties besucht, und warum wird in Studenten WGs um 24 Uhr das Licht ausgemacht?

    Und zum Schluss: Bin ich der Einzige, den die Fragen interessieren? :)
     
  2. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #2
    Ich find das auch sehr bedeuerlich, bei uns in Frankfurt ist das ähnlich.

    Echt schade, wie vielen Studenten es offensichtlich am Arsch vorbei geht, was mit ihenen gemacht wird. Die meisten Studis, die ich kenne, sind gegen Studiengebühren. Aber von denen geht kaum einer auf Vollversammlungen und versucht was, gegen zu unternehmen. Immerhin waren aber 6000 ( von 30 000 ) Studenten bei uns auf der Vollversammlung, so das es schon ein boßchen Erfolg hatte. Die Landesregierung reagierte auch etwas verschnupft. Wenigstens konnte sich die Studis Gehör verschaffen.


    Ich weiß aber auch nicht, warum viele Studis so gleichgültig sind. Ich schätze, den meisten gehts zu gut. Viele werden eh noch von Mama und Papa versorgt, da kümmern Studiengebühren ja auch nicht, muss man ja eh nicht selbst bezahlen.

    Ausserdem kriegt man ja als Student zur Zeit oft eingeimpft, dass man eine Belastung für den Staat darstellt und man deshalb möglichst schnell die Uni wieder verlassen sollte. Der Witz dabei ist, dass das oft von Politikern kommt, die selber 15 oder mehr Semester studiert haben. Deswegen probieren auch möglichst viele Studenten, ihr Studium mit Tunnelblick so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, darüberhinausgehendes Engagement findet man nur bei wenigen.

    Edit :

    Sowas ist mir hier im Studentenwohnheim in letzter Zeit auch verstärkt aufgefallen. Letztens hatte ich mich mal erdreistet, Sonntag nachts en Bier mit nem Kumpel auf dem Balkon zu drinken. Zack hatten sich schon zwei Leute beschwert. Gestern hab ich um halb 11 en bißchen Gitarre gezockt, ich sag mal leicht erhöhte Zimmerlautstärke, aber nicht Parylautstärke. Nach ein paar Minuten stand wieder jemand bei mir vor der Tür. ALs ich vor 3 Jahren mit dem Studium anfing, war das noch nicht so krass, da hat sich bei lauterer Musik aus meinem Zimmer niemand beschwert. Ich hab auch irgendwie den Eindruck, dass immer mehr "Spießer" unter den Studis zu finden sind.
     
  3. Little_Raven

    Little_Raven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #3
    Besonders schade, gerade weil die Uni mehr bietet als nur (eh nicht genügend) Plätze zum lernen, Vorlesungen, Seminare usw.
    Selbst der Hochschulsport bietet bei uns längst nicht mehr das Angebot, was vor drei Jahren noch da war.

    Von vielen jungen Leuten, mit denen ich die Einführungsveranstaltung durchgezogen habe, blieben nach der Uni-Rally nicht mal 10% auf ein Bier auf dem Campus. Viel lieber wurden schon, obwohl es noch Vorlesungsfreie Zeit war, Leute für Lerngruppen gesucht.
    Tutis aus anderen Fachschaften erzählten ähnliches...

    Ich freu mich auf jeden Fall auf jeden weiteren Beitrag, der vielleicht einen Teil der Fragen im Anfangspost beantworten kann.
     
  4. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #4

    Ja und das schlimme ist, dass sowas auf einen abfärbt. Ich merk das an mir, ich bin auch immer seltener an der Uni, fast nur noch wenn ich muss. Ganz einfach weil überhaupt null Gemeinschaftsgefühl vorhanden ist, ausser bei eingen Kollegen, die ich vom ersten Semester kenne. Nur wenige bei mir in den Seminaren sind irgendwie da dran interessiert, mal mit anderen ins Gespräch zu kommen, Hauptsache Seminar ist vorbei und man kann so schnell wie möglich wieder abhauen.

    Die meisten Leute, mit denen ich hier enger befreundet bin, habe ich ausserhalb der Uni kennen gelernt.
     
  5. Harlequin

    Harlequin Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.05.06   #5
    In Hamburg ist das Problem für uns Studenten in den neuen BA-Studiengängen, dass wir strenge Auflagen wie beispielsweise nachgewiesene Anwesenheit vorweisen müssen, was im Extremfall recht schnell zu Problemen bzw. zur Exmatrikulation führen kann. (Deswegen sind Protestaktionen für viele von uns problematisch)

    Aber diese beschriebene, fehlende Geselligkeitsgefühl (nacher noch ein Bier trinken) fehlt mir auch. In den Pausen zwischen zwei Veranstaltungen sitzt man zwar zusammen rum, unternimmt aber im Endeffekt recht wenig gemeinsam.
     
  6. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #6
    Diese BA-Studiengänge werden bei uns auch nach und nach eingeführt. Ich werde davon Gott sei Dank noch verschont bleiben, denn ich könnte mich damit nicht wirklich anfreunden.

    Die Leute, die so verhemnt dafür eintraten, scheinen irgendwie zu meinen, eine gutes Studium würde sich durch Geschwindigkeit und möglichst vielen besuchten Veranstaltungen auf einmal ausmachen.Quantität statt Qualität eben.
     
  7. Harlequin

    Harlequin Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.05.06   #7
    Wobei ich sagen muss, dass die Studiengänge zur Zeit nicht so schlimm sind, wie man immer behauptet (Thema: Keine Freiräume, davon haben wir doch noch einige). Ich gebe dir aber Recht, dass als Ziel der Bachelor nicht berauschend ist. Gegenüber dem Master habe ich aber keine Vorbehaltete, da bin ich mal drauf gespannt (wenn unsereins denn zugelassen wird...)
     
  8. Little_Raven

    Little_Raven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #8
    Das sehe ich auch ein, aber wenn wie oben beschrieben, eine Dozentin den Studierenden klar macht, dass sie auch ohne offizielle Austragung an der öffentlichen Senatssitzung teilnehmen können, verwundert es mich um so stärker, dass niemand den Raum verlässt.

    Genauso erwarte ich auch nicht, dass sich auf einmal alle Ersties auf AStA Partys einfinden. Mich verwundert nur, dass sich unter selbigen anscheinend lieber zum Lernen getroffen wird, bzw. so Leute kennengelernt werden.
     
  9. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.05.06   #9
    Ich kann ähnliches aus Tübingen vermelden. Für mich fühlt sich das an wie ein neues Biedermeier. Die Leute trauen sich nix mehr, ziehen sich zurück, wollen alles ganz ganz richtig und korrekt machen, auf keinen Fall irgendwo anecken oder sich für etwas möglicherweise Kontroverses engagieren usw.

    Das komische an der Situation: den Leuten gehts WIRKLICH zu gut, und TROTZDEM haben sie ganz augenscheinlich Angst. Vor der Zukunft, vor Arbeitslosigkeit, vor Studiengebühren vielleicht auch. Aber Angst hemmt. Deswegen kein Protest, keine Auflehnung, statt dessen Untertauchen, Streben, bloß nicht auffallen.

    Hübsches und zugleich irgendwie erschreckendes Beispiel. Ein Kumpel von mir machte unlängst ein Repetitorium für Erstis. Wirklich nichts schlimmes. Sieben Leute. Und ALLE haben ihn, in wunderbar vorauseilendem Gehorsam und obwohl er gesagt hatte, dass er selbst noch Student ist, mit "Herr Dozent" angeredet. :eek:

    Das ist einfach nur noch bezeichnend für einen Großteil der heutigen grausig-grauen Studentenschaft....
     
  10. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #10

    Krass, ich hab schon gedacht ich wär der einzige, dem sowas aufältt. Biedermeier beschreibt die Stimmung irgendwie recht gut. Man stellt bei vielen Studenten echt eine zunehmende kleinbürgerliche Haltung fest.
     
  11. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #11
    Wenn ich sehe WER und vor allem WARUM heute viele studieren wundert mich gar nix.
    Is doch für sehr viele Leute eh nur ein Zeitvertreib weilse nich wissen was sie machen sollen, oder keinen Bock auf arbeiten haben.

    Und erspart mir jetzt bitte die "Bei mir is das nich so", oder "Studieren is viel härter als arbeiten" Kommentare.
    Ich sage ja nich das alle Studenten so sind.
    Aber von denen die ich persönlich kenne sind es nun mal gut über die Hälfte, die so drauf sind.
    Und Mühe geben die sich auch nich.
    Sind jeden Tag um 3 Zuhause, haben Ferien und sonst auch reichlich Freizeit.
    Das einzige wanns ma anstrengend wird is vor den großen Klausuren und Prüfungen.

    (Aber das wird natürlich auch stark von Richtung zu Richtung unterscheiden denke ich mal)
     
  12. Yourbestfriend

    Yourbestfriend Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #12
    Oh Mensch.....ihr macht mir ja eine Lust! ;)

    Die letzten 2 Jahre hab' ich mich mit dem Gedanken an das eben von euch vermisste Studentendasein durch die todeslangweiligen und aalglatten Oberstufler auf dem Weg zum 1er Abi gequält und jetzt das.. Aber eigentlich wäre es ja doof von mir zu denken, dass die, die im nivellierenden System Schule gut durchkommen und danach studieren, sich im Studium plötzlich verändern...die Hoffnung stirbt zuletzt.
     
  13. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.05.06   #13
    Ich hab das jetzt nur so überflogen, aber wo lebt ihr eigentlich? :rolleyes:

    Eben nicht! Denn wenn du selbst für dein erfolgreiches Studium und finanzielles Auskommen verantwortlich bist ...

    ...zwingt dich genau eben diese Arbeitsmarktsituation dazu, dich ein wenig anzustrengen. Und wenn du abends um Zehn von deinem Nebenjob nach hause kommst, hast du nicht jeden Tag Lust, noch bis früh um 5 zu saufen, wenn halb 8 eine wichtige Vorlesung ansteht, die für den erfolgreichen Abschluss deines Studiums verantwortlich ist. Schade für diejenigen, die die Ernsthaftigkeit der Lage und des Lebens allgemein nicht erkannt haben. Ist natürlich nicht so, wenn du später mal mit einem dreistelligen Monatsgehalt oder Stütze zufrieden bist.

    Ich bin bei weitem kein "aalglatter Karrieretyp", hab aber diese Diskussion schon öfter geführt, wenns in meinem Leben andere Werte gab als bis zur Besinnungslosigkeit zu saufen.
     
  14. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.05.06   #14
    Vielleicht solltest Dus doch nochmal komplett lesen....;)

    Es geht hier weniger um Saufen und Abfeiern, das klappt m.E. unter Studenten nach wie vor bestens, sondern um das Arsch-Hochkriegen für politisches oder soziales Engagement, für andere, für eine Idee, von der man überzeugt ist.

    Das mit dem Sich-Selbst-Finanzieren-Müssen nebst Sich-Zusammenreissen ist völlig richtig und unbestritten, geht aber etwas am Threadthema vorbei. Es geht mehr um das "Neue Biedermeier" unter der jungen Generation von Studenten, wie ich es in meinem obigen Posting kurz umrissen habe.
     
  15. Little_Raven

    Little_Raven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #15
    Mein Beispiel mit den Partys bezog sich in irgendeiner Art und Weise schon darauf. Zumindest wenn man Sprüche wie: "Ich hab' die Leute mit denen ich lerne schon kennengelernt" hört.

    Das könnte Jay vielleicht falsch verstanden haben, oder eben nicht richtig gelesen. Aber ansonsten hast Du natürlich recht.

    Und Trotzdem:

    Ich kenne genügend Leute nur von Partys, die so verbissen studieren, dass sie mich selbst im betrunkenem Zustand noch mit studiengangbezogenem Inhalt zutexten. Wo ist nun das Problem?

    Ich denke nicht, dass sich Studis durch die Arbeitsmarktsituation nur auf das direkte Vorlesungsangebot der Uni stürzen müssen.

    Oder sie schlafen bis drei. Trotzdem schließen von genau denen immer noch ein beachtlicher Teil ihr Studium (egal ob DI, DII, MA, M Eng oder M sc) mit 2, irgendwas ab.
     
  16. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #16
    war mal wieder ein spitzen beitrag :)
    erklär mir bitte eines... ich quäle mich 12 jahre zum abi hin und schließ nun endlich die schule ab. was soll ich dann bitte tun?! jeder arbeitgeben erwartet einen 20jährigen nicht-ausländer mi x-fachem doktortitel, 10 jahren berufserfahrung und keinen freunden. ich bin im moment 19, abiturient, keine berufserfahrung, keine fachspezifische ausbildung. UND DU SAGST ICH BIN ZU FAUL ZUM ARBEITEN? soll ich das abbi mit 1 gemacht haben dass ich bei aldi regale einräumen geh?!?!? mit studium hab ich wenigstens die klitze kleine chance einmal halbwegs gut leben zu können! da gehts nicht um faulheit oder sonstwas sondern einzig und allein um das stück papier auf dem steht dass ich jetz mag. dr. was auch immer bin. :)
     
  17. BiTurbo

    BiTurbo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #17
    Nur so nebenbei: es gibt genügend Leute, die nicht deine Weltvorstellungen teilen und nicht für Ideen, vor allem deine, kämpfen wollen.
     
  18. brushfire

    brushfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #18
    hmm...Ich denke,man muss das auf jeden Fall dialektisch sehen.
    Ich mache jetzt mein Abi und gehe danach auch studieren.Klar,mich kotzen die Gebühren an und ich muss deshalb wohl dorthingehen, wo diese nicht gelten da ichs mir garrnicht finanziel leisten kann.
    Ich war noch nie in einer Uni aber ich kenne die "Geschichten" und Berichte darüber:
    Was man "angeblich alles damit erreichen will:
    - Verkürzung der Studiendauer
    - Verbesserung der Finanzlage
    - Verbesserung der Lehrqualität
    - Erweiterung der Autonomie
    - Rechtfertigungspflicht der Hochschulen
    - Profilbildung der Hochschulen
    - Effizienz der Verwaltung

    Ich persönliche habe Angst vor einer kommenden Klassengemeinschaft hinsichtlich des Bildungsgrades......
    Verdammt Leute...die Zeiten sehen echt schlecht aus....
     
  19. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.05.06   #19
    Naja, es ging schon ums Abfeiern, zumindest in der einen Hälfte des Themas. ;) Da ich zu den (angeblichen) "Neubiedermeiern" schon was gesagt habe, kurz noch was zur anderen Hälfte: Viele studentische Aktionen haben leider den Anstrich des Populismus, was die Ernsthaftigkeit nachhaltig in Zweifel zieht und die Wirkung verpuffen lässt. Da hört man das Wort "Studiengebühren", und sofort wird gerufen "Skandal! Demonstration!", ohne auf den Kontext und die Hintergründe einzugehen. Dann gibts alle Nase lang eine entsprechende Demo, mal hier mal da, und man verliert das Interesse, bevor überhaupt was Spruchreifes zum Thema auf den Tischen der Politiker liegt. Hat irgendwie was von Bildzeitung, man stumpft ab solchen Meldungen gegenüber.

    Um wirkliche Barrikadenkämpfe anzuzetteln gehts uns wirklich noch viel zu gut. Dazu kommt, dass zumindest an meiner Uni der StuRa zum großen Teil aus profilneurotischen Biedermeiern (ja, diesmal wirklich) besteht, die den Antrieb zu ihrem Aktionismus eher aus dem Eintrag im Lebenslauf denn aus möglicher Weltverbesserung beziehen (ohne konkrete Anschuldigungen vorbringen zu wollen, sage ich vielleicht lieber "es hat den Anschein" ...). Jedenfalls bringen diese Leute nicht glaubhaft den Gedanken der sozialen Ungerechtigkeit rüber, um den studentischen Widerstand zu Zehntausenden vor den Reichstag zu führen. ;)
     
  20. bimbimfranzi.xx

    bimbimfranzi.xx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.06   #20
    nur um Etwas anzumerken:

    Das ist nicht nur an den Unis so. Das erlebe ich jeden Tag. (2 Jahre bis zum abschluss).

    Bsp:
    "Gemma Bier trinken?"
    "Na, geht net, wir ham Matheprüfung"
    "ja aber erst nächsten Freitag" :screwy:
    "Na, ich muss lernen, lass mich in Ruh"

    :eek::eek:

    Hör ich jeden Tag, und auch dieses "Irgendwer soll was tun, das ist eine Sauerei was die mit uns machen". Wenn man dann wirklich etwas tut, und Unterstützung braucht, ziehen alle die Schwänze ein und man steht wieder allein da und macht sich lächerlich.


    Das triffts glaub ich auf den Punkt