Studiengebühren was haltet ihr davon.

von Panda, 28.01.05.

  1. Panda

    Panda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #1
    Ich möchte hier jetzt keinen Informationstext verfassen. Informationen über die Entscheidung aus Karlsruhe und Reaktionen der Länder gibt es auf Seiten wie www.Spiegel.de zu Hauf.
    Ich will einfach mal eure Meinung hören, die von Schülern, Studenten, Auszubildenden, Arbeitern, Selbstständigen und einfach nur Musikern :).

    Ich selbst kann momentan nichts gutes an den Studiengebühren finden. Ich glaube nicht, dass sie Studenten dazu bringen schneller zu studieren, denn ich habe wirklich auch noch niemanden kennengelernt, der nicht möglichst gut und schnell fertig seien wollte und wenn es diese ewigen Studenten doch immer noch gibt wäre doch ein Studienzeitkonto-Modell wie in Hessen für dieses Problem eine geeignete Lösung. Auch glaube ich nicht, dass die Unis mehr Geld bekommen werden, das Geld wird einfach aus anderen Ecken kommen und die Steuergelder werden gestrichen. Wie sie es ja auch z.b. vor 2 oder 3 Jahren in Bayern wurden(wahrscheinlich um jetzt zu sagen, dass durch die Studiengebühren mehr Geld kommt).
    Natürlich wär das eine gute Möglichkeit die leeren Staatskassen ein wenig zu füllen aber lohnt es sich wirklich? Ich kann nur sagen nein.

    Viele werden einfach dem Studium fernbleiben, da sie keine Lust haben nach dem Studium verschuldet UND eventuell arbeitslos dazu stehen. Viele werden dann auf den Ausbildungsmarkt drängen und somit weiter zu einer Inflation der Abschlüsse beitragen, welche schon lange existiert. Somit werden Haupt- und Reallschulabschlüsse noch weniger wert(was ich selbst als eines der größten Probleme ansehe, da jedes Kind laut Meinung der Eltern ja ein gymnasialen-Abschluss braucht um etwas zu erreichen) und die Depressivität dieser Schüler wird weiter zunehmen. Außerdem haben wir leider in Deutschland keine Rohstoffe und unser einziges Kapital ist bedingt durch die hohen Lohnnebenkosten das Humankapital. Wenn wir dieses durch eine Förderung der finanziellen Elite nun auch noch zerstören, weiß ich nicht womit wir für den Standart Deutschland noch werben sollen. Und wenn diese finanziellen Eliten denn so gerne unter sich seien müssen so haben wir doch schon teure Elite-Universitäten wie die EBS, die kaum eine normale Familie finanzieren kann.
    An Ländern wie Österreich und Holland (auch wenn diese kleiner sind) sieht man ja auch, dass die Studenten wegbleiben und nicht mehr Geld für Bildung ausgegeben wird.
    Ich hätte noch weiter schreiben können, aber ich will erstmal anderes lesen um eventuell eine Diskussion zu entfachen.

    Was meint ihr. Mich interessieren natürlich auch Gegenmeinungen :).
     
  2. tiara

    tiara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #2
    vollkommen deiner meinung, studiengebührn sind vollkommen fürn a****
    zumal die langsam utopische ausmaße annehmen solln. war früher ma die rede von 500€ (was sowieso schon ziemlich viel is) kommt jetz die forderung, dass man bitte 2500€ pro semester bezahln darf. bitte wer kann sich das leiten? bei einem ganz simplen studium über 3 jahre (meistens dauerts länger) hat man sich ma locker um 15 000€ verschuldet. toller starts uns berufsleben!
     
  3. Panda

    Panda Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #3
    also in einem 3 Jahre Studium kriegst du aber kaum ein Diplomstudiengang sondern nur einen Bachelor, der nicht gleich zu bewerten ist, auch wenn das beim Vergleich der deutschen Studiendauer mit dennen anderer Länder doch immer wieder getan wird.
    Ein Bacherlor ist für mich nicht mehr als eine erweiterte Ausbildung, dass heißt aus meiner Sicht wird versucht berufsrelevantes Wissen zu erlangen. Erst der Master ist einem Diplom ähnlich, da beide auch die Forschung beinhalten.
     
  4. AgentOrange

    AgentOrange Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 28.01.05   #4
    Ich bin zwar noch Schüler, allerdings wird es wenn ich mal studiere (wenn ... ) diese Gebühren schon geben. Und wenn das wirklich bis zu 2500€/Semester kosten wird, dann Mahlzeit. Ich halte das für wirklich keine gute Idee, dann wird wirklich nur die soziale Elite des Landes ein Studium haben und der Rest eben nicht. TOLL.
     
  5. bobZombie

    bobZombie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #5
    öhm, naja, ich bin selber student, und hätte kein problem damit, einen beitrag zu zahlen, WENN: man mal auch irgendwo spüren würde, dass das geld verwendet wird. die verwaltungsgebühren, die vor geraumer zeit eingeführt wurde, landen auch erst mal beim land- da nimmt sich jeder mal bissl was und n paar pennies laden dann bei der hochschule? geändert hat sich nix- im gegenteil, nich mal die imma-bescheinigung bekommt man mehr zugeschickt (1,44 euro pro semester gespart....). unzählige vorlesungen wurden uns letztes semester gestrichen- sparmaßnahmen.... . aber für andere dinge wird die kohle einfach so zum fenster rausgeworfen. ich wil jetzt nich übertreiben, aber unsere generation soll in zukunft mal den laden BRD schmeissen, und die kürzen...und kürzen....
     
  6. Panda

    Panda Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #6
    ich hätte auch ein problem 500 € zu zahlen wenn ich damit rechnen würde, dass mein studium bessere würde... aber davon dräumen doch nur die wenigsten ....
     
  7. Captain Crunch

    Captain Crunch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #7
    Das isses ja, die Kohle wird wie im mom geplant ans LAnd bezahlt.
    D.h. es wird nicht zwingend für die Unis (die es bitter nötig hätten) eingesetzt, sondern z.B. um Straßen zu finanzieren.

    Ich Kotz!!!!!!! Wer is dafür die RAF wieder aufzumachen o0

    Btw. es sollen 500 €/Semester werden und man bekommt einen Zinsfreien Kredit
     
  8. Panda

    Panda Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #8
    das mti den 500 euro steht noch nicht fest ist von budensland zu bundesland zu unterschiedlich .. und es wurde nie dementiert dass die gebühren später über 500 steigen werden. .. und selbst wenn die unis die studiengebühren bekommen werden einfach andere gelder gestrichen... außerdem habe ich noch nichts von einem zinsfreien kredit ( wie beim bafoeg) gehört sondern nur von 2 -5 % von unterschiedlichen vereinigungen...
     
  9. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 28.01.05   #9
    Ich weiß auch nicht, was die mit diesen Studiengebühren erreichen wollen. Sie schreien rum, dass wir zu wenig ausgebildete Spezialisten haben, müssen uns welche aus dem Ausland holen, aber legen unseren fähigen Köpfen Steine in den Weg. Und ich denke nicht, dass es bei uns an Potenzial fehlt. Mein Sohn will auch mal studieren gehen, aber ich frage mich, wie ich das finanzieren soll. Kredite müssen ja auch mal abgezahlt werden und es sind ja nicht nur die Studiengebühren, da kommt ja noch Unterkunft und Verpflegung dazu. Da wird es dann doch, meiner Meinung nach, noch mehr Langzeitstudenten geben, weil sie zwischendurch aussetzen müssen, um sich ihr Studium durchs Jobben finanzieren zu können. Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Die Unis müssen ja keine Gebühren erheben, wenn ich das richtig mitgekriegt habe, und irgendwie liegt ihnen ja sicher daran, ihre Plätze voll kriegen.
     
  10. AX2Andi

    AX2Andi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #10
    Also mir geht überhaupt dieser Wahn zur Zeit total auf die Nerven.... Für jeden Scheiß muss man blechen... Man zahlt dermaßen viel und was bekommt man dafür? nur Mist... Das Bildungssystem ist dermaßen schlecht, das könnte nen Goldfisch auf Dope besser regeln, die sonstigen Leistungen sind auch mehr als dürftig... allein schon die Wehrplicht macht mich extrem wütend.... Da wird man 18 Jahre lang in versifften Schulen von grottenschlechten Möchtegernpädagogen durch nen total beschissenen Unterricht gezwängt mit massenhaft völlig unerzogenen assozialen Asylantenkindern (ist nicht rassistisch gemeint, aber ich spreche da aus Erfahrung) und wenn man dann ohne jegliche grscheite Vorbereitung ins Berufsleben einsteigen soll und keine der 2 letzten Ausbildungsstellen Deutschlands erwischt, muss man als Dankeschön entweder in diesen lächerlichen Narrenverein also known as Bundeswehr oder Ersatzdienst für nen Hungerlohn leisten.... nur um danach einer dermaßen schwarzen Zukunft entgegenzutreten, dass ne positive Einstellung schon fast krank wirkt.... und selbst wenn man es schafft (und das ist jetzt auf die jungen Generationen bezogen) seine 60 Jahre durchzuarbeiten erwartet einen nicht etwa endlich mal gutes, nein, da darf man froh sein wenn man überhaupt noch ne Rente bekommt und möglichst stirbt bevor man einem die letzte Würde im Altersheim genommen wird.... :mad: :mad: :mad:

    Sorry, das musste jetzt echt mal raus.... :rolleyes:
     
  11. Panda

    Panda Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.05   #11
    ich frag mich ob es eigentlich dem grundgesetz entspricht im bezug auf gleichheit
    wenn jungen und mädchen aus einem jahrgang z.b. letztes jahr abitur beide zeitgleich studiengebühren(was ja wenn so wäre) zahlen mussten, da die jungen ja den zivildienst ableisten müssen und im bezug auf die studiengebühren 1 jahr ärmer sind

    außerdem ist ja auch im gespräch ob sie für jetzt studierende im allgemeinen verboten sind, da diese unter anderen bedingungen gestartet haben ...
    aber das ist egal sie sind trotzdem der "untergang" deutschlands

    übrigens laut dem aktuellen politbarometer des zdfs sind gerade mal 16!!!einseins prozent der deutschen bevölkerugn für studiengebühren ab dem erstsemester
    bei zweitstudium immerhin 65 %

    und die politiker werden es trotzdem tuen
     
  12. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.01.05   #12
    Machen wir uns nichts vor, der BA ist nicht praxisorientierter als der MA, sondern ein legalisierter Studienabbruch, um die Leute möglichst schnell wieder loszuwerden.

    Dabei, so Läden wie der WDR nehmen eh' längst gerne Studienabbrecher. Allerdings hört sich was die verzapfen auch oft so an :mad:

    Schon der MA ist inzwischen eher dazu verkommen, was früher mal das Abitur war. Da wird nicht viel selbständig geforscht. Das haben früher mal ambitionierte Leute machen können, als es noch keine Umfangsbeschränkung gab, und die sich im Hauptstudium wirklich schon zu spezialisieren anfangen konnten, womöglich auch schon ein paar Veröffentlichungen hatten. Das war dann so 'ne halbe Promotion und hat die entsprechend Zeit gekostet. Im Prinzip hätte man die auch gleich promovieren, oder manche auch habilitieren lassen können.
     
  13. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.01.05   #13
    Ums kurz zu machen: Als Student bin ich natürlich dagegen, halte es aber durchaus für machbar, wenn a) die Absicherung für sozial Schwache gewährleistet ist und b) wenn wir uns schon dahingehend mit Ländern wie USA oder GB vergleichen, auch ein entsprechendes Angebot für Stipendien existieren muss, was bis dato hierzulande noch wesentlich spärlicher gesät ist.

    Gute N8,
    Jay
     
  14. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.01.05   #14
    Da muß ich Dir leider sogar rechtgeben, was man an den meisten Unis in den meisten Fächern geboten bekommt, ist keine 500, geschweige die längerfristig anvisierten 2500 €/Sem. wert. Dafür könnte man bessere und individuellere Betreuung erwarten, aber ich fürchte, da kann man lange warten... Stattdessen werden die Studies auf der einen Seite durch Studienordnungen gegängelt, auf der anderen kriegen sie nix wirklich geboten.

    Studiengebühren gab's hierzulande übrigens auch schon mal, das muß so ähnlich wie zu meiner Zeit in Kanada gewesen sein, daß man nur für jeden tatsächlich belegten Kurs zahlte, und zwar der Uni natürlich — und einen vertretbaren Preis. Was weiß ich, was das heute in € incl. Inflation wäre, so frei Schnauze vielleicht 30 - 40. Billiger als die Volkshochschule muß es ja dann doch nicht sein :D
     
  15. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.01.05   #15
    Oh ja, da könnte ich Geschichten erzählen. :rolleyes: Nur soviel: Wer hätte denn gedacht, dass man im Laufe des Studiums zuviele(!) Prüfungen machen kann? :confused:
     
  16. Alca

    Alca Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.05   #16
    also ich bin gegen die Studiengebühren vorallem aus Angst vor einer Zweiklassengesellschaft. Ich finde zumindest die minimale Semesteranzahl sollte gebührenfrei bleiben. Langzeitstudenten würde etwas blechen vielleicht nicht schaden aber 500€ halte ich für zu viel.
     
  17. CouchFraktion

    CouchFraktion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.05   #17

    *loool* jaaaa das kenn ich auch *gg*
    wer sich sowas immer ausdenkt Oo
    ich bin selbstredend auch gegen diese dumme gebühr weil es für mich mal wieder nur so eine "da ist ein problem findet mal schnell die einfachste lösung bitte" sache ist. anstatt mal nach den tatsächlichen gründen für überfüllte unis und schlechte bedingungen zu fragen und die zu lösen wird halt ne gebühr eingeführt die erst mal alle die sich das nicht leisten können verdrängt der rest zeigt sich ja dann.
    bin also schon mal sehr gespannt wies damit weitergeht
    zumal ich gern mal wissen möchte was passiert wenn die jetzigen cdu/csu regierten länder bei der nächsten wahl auf einmal spd regiert werden Oo
    und außerdem will ich gerne mal die ganzen geschäfte sehen die von den ganzen studis gelebt haben, ich sag nur bars und kafees Oo was aus denen wohl wird wenn da keiner mehr hingeht :rolleyes:
     
  18. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.05   #18
    Studiengebühren wären vollkommen okay, wenn das Geld in den Universitäten bleiben würde. Längere Bibliotheksöffnungszeiten, mehr Bücher, mehr Tutorien, mehr Tutoren, etc. Wäre echt cool.

    Studiengebühren wären auch okay, wenn sie dazu führen würden, dass sich Studenten ein bißchen in den Hintern getreten fühlen würden ihr Studium so schnell als irgend möglich abzuschließen und nicht zu trödeln. Das Studium würde für den durchschnittlichen kein-Bock-Studenten (wie mich) eine wichtigere Bedeutung spielen, weil sinnlos Geld verbrennen durch unnötige Semester muss nicht sein.

    Studiengebühren sind auch des Prinzips keine Leistung ohne Kosten okay. Was ich in Anspruch nehme kann ich entgelten. Das kenne ich eigentlich nicht anders. Ausnahmen ausgenommen.

    Warum Studiengebühren aber absolut unangebracht sind, ist, dass das Geld nicht in den Universitäten bleiben wird. Ich habe echt keinen Bock mindestens 500 Scheine zu zahlen mit denen Schlaglöcher in den Straßen Berlin-Brandenburgs gestopft werden, weil sich die Landesregierung nach meinem Geld schon die Finger leckt und es einfach nicht lassen kann sich des Bürgers Kohle einzuverleiben und zu verschwenden.

    Und warum soll ich eigentlich mindestens 500 Euro pro Semester zahlen, wenn ich dafür nicht wirklich eine Leistung erfahre? Ich habe mehrere Professoren, deren Vorlesungen daraus besteht, dass sie nichts weiter tun als vorn zu stehen und ihr eigenes, meist grottiges, Buch, gerne auch wortwörtlich, rezitieren, mit mehr als dürftigen Erklärungen, die auch schon im Buch so mies waren. Dann sitze ich in der Bibliothek und bringe es mir selbst aus den Büchern bei. Wofür zahle ich dann? Soll ich diesen Vorleser bezahlen? Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Klausur, bestehend aus fünf bedruckten Blättern, und ihre Korrektur von 30 Minuten max., 500 Euro kosten sollte. Ich bringe mir den Stoff selbst bei, muss aber für diesen greisen Fachtrottel zahlen, oder wie? Natürlich ist nicht jeder Professor so, aber so wirklich coole Professoren, cool hat jetzt nicht die jugendliche Bedeutung, kann ich mir bei 18 Lehrstühlen an einer Hand abzählen. Was schlecht ist.

    Ich will keine Studiengebühren zahlen, weil ich nur auf eine mittelmäßige öffentliche Uni gehe. Sie hat einen mittelmäßigen Ruf, das wird mich später verfolgen, sie hat viele mittelmäßige Professoren, usw. Für kostenlos will ich mich darüber nicht beklagen, aber sollte ich dafür zahlen, dann wäre das einfach nicht mehr gerecht.
     
  19. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.01.05   #19
    Das erinnert mich daran, was deutsche Politiker als Eliteuniversität im Kopf haben, gibt es hierzulande doch schon...

    ... das nennt sich Fachhochschule. Das ist praxisorientierter und man schuftet länger für weniger und weniger gute Ergebnisse.

    So richtig teuere US Eliteunis lassen i.d.R. nur die voll blechen, die es eh' haben. Andere können ein Stipendium kriegen, das das auch abdeckt. Allerdings, wenn einer meint, er müsse sich trotzdem als Burger Boy verdingen u/o jedes Wochenende in die Rockies fahren, dann wird man den schon vom Gegenteil überzeugen. Und Du kriegst tatsächlich mehr Tutorien als ich je geglaubt hätte, daß überhaupt sinnvoll sein könnte, Du lernst Nachbarfächer richtig in den jeweiligen Instituten kennen, es wird mehr an Literatur zentral in der UB gesammelt als daß man wie hier von einem Institut zum nächsten hatscht. Du kannst da direkt 'reingehen und arbeiten anstatt Bücher vorbestellen zu müssen, und Du kannst da noch bis spätabends sitzen bleiben, weil die nicht schon um 16°° Feierabend haben.

    Sowas wie allgemeine Hochschulreife kann man aber vergessen. Das ist ja eh' schon 'ne Farce, als würde einer, der nur in der 11. Kl. mal Chemie hatte, das studieren können/wollen/sollen! Dann muß man auch überlegen, ob sowas wie den Zugang zur "Medschool" man nicht auch hier an einen vorherigen naturwissenschaftliche Abschluß knüpfen sollte. Da werden die med. Fakultäten nur aufschreien, weil die auch für Studies Gelder zugeteilt bekommen, die das Physikum eh' nie überstehen werden. Aber wieso sollte man es denen in den Rachen werfen, während andere bluten müssen!
     
  20. Ben723

    Ben723 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.01.05   #20
    Die skandinavischen Länder zeigen mal wieder wie es richtig geht. Deren Regierungen haben erkannt, dass Bildung DIE Investiton in die Zukunft ist. Wieso haben wir nicht solche pragmatischen und konsensfähigen Politiker? Selbst in unserer Lieblingsdiziplin, dem Umweltschutz liegen wir trotzt Mülltrennung und Dosenpfand weit abgeschlagen, während Finnland mal wieder zeigt, wie es richtig geht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,338978,00.html

    Stadtdessen wird hierzulande der Klassenhass geschürt (die Akademiker habens ja), dabei profitiert die ganze Gesellschaft von der Bildungselite.
    Statt sich das Geld wirklich von den Wohlhabenden zu holen wird über die Senkung des Spitzensteuersatzes diskutiert.
    Scheinbar ist unseren Politikern auch die überteuerte Kohle, die nicht konkurrenzfähige Landwirtschaft sowie die, ohne Subventionen nicht lebensfähige Bauindustrie wichtiger als die Qualifikation des Nachwuchses. Ist nur die Frage, ob man damit im 21. Jahrhundert wieder zurrück an die Weltspitze kommt...
    Aber in einem Land, welches ein vielfaches der Kosten des Bildungswesens für die Zinsen (nicht Tilgung) der Staatsschulden aufbringen muss, laufen noch ganz andere Dinge verkehrt.

    Die Studiengebühr-Debatte zeigt nur wieder einmal, wie sehr die Politiker von Wahl zu Wahl denken.
    Ich denke ein Großteil der Wähler wäre trotzt wegzapp-mentalität bereit, gewisse Einschnitte hinzunehmen, wenn ihnen die Notwendigkeit glaubhaft gemacht wird. Die Studiengebühren sind mal wieder ein Beispiel für die Flickschusterei, wobei solange wie möglich am bestehenden System festgehalten wird, anstelle einer zukunftsgerechten Reform.