Tempo-Probleme in der Linken?

von FantomXR, 13.06.08.

  1. FantomXR

    FantomXR Keyboardmanufaktur Berlin

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    Erstellt: 13.06.08   #1
    Hey Leute,

    ich habe mich mal wieder rangesetzt und einige Fingerübungen gemacht. Unter anderem die Tonleiter Pyramide (4tel, 4tel Triolen, 8tel, 8tel Triolen, 16tel und wieder zurück). Und da ist mir aufgefallen, dass meine linke Hand einfach nicht hinterherkommt. Ich übe das ganze mit Metronom und bei 90bpm lahmt sie ziemlich hinterher. Habs auch einzeln versucht...die rechte Hand rennt weg...die linke hinkt. Man hört jeden Fingerumsatz und unsauber ist es auch. Wie kann ich das am besten trainieren? Gut, die rechte wird wohl immer flinker sein als die linke Hand...

    Die rechte hand schafft die 16tel geradenoch so bei 106bpm einigermaßen sauber.

    Habt ihr da Tipps für mich?

    Grüße,
    Christian
     
  2. chrizzle

    chrizzle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.08   #2
    kenne das problem. prinzipiell hinkt die linke immer nach. sogar bei mir als geiger, wo ich doch eigentlich immer auf der geilge mit der linken greife. beim klavierspielen ists das gleiche.

    kann nur sagen einfach so oft wie möglich versuchen, sachen umzudrehen. zB wenn du mit 2 keyboards spielst, versuch die layer mit der rechten und melodie mit der linken.. das is mal so eine idee.. kann einen aber wahnsinnig machen zwecks konditioniert und so..

    lg
    c
     
  3. SiedlerGuitar

    SiedlerGuitar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.08   #3
    Hi,

    Hände grundsätzlich getrennt trainieren.
    Das Spielen von Tonleitern mit beiden Händen bringt nicht sehr viel,
    da eine Hand unterfordert und die andere überfordert ist. Lieber getrennt trainieren.

    Eine Hand kann man auch dadurch verbessern, dass man sich erstmal auf die kleinsten Abschnitte von Tonleitern konzentriert und das ist:
    1 2 3/3 2 1 und 1 2 3 4/4 3 2 1

    Nur diese Sequenzen mehrfach mit maximalem Tempo wiederholen.
    Nicht nur mit den Fingern spielen sondern auch mit Rotation des Handgelenks.

    Dann den Übergang (Daumenübersatz) von einer Sequenz in die andere üben.
    Bei schnellem Spielen sollte kein Daumenuntersatz mehr stattfinden sondern Daumenübersatz.

    Übrigens gibt es bei Skalenspiel auch den Ansatz des unendlich schnell Spielens.
    Wenn Interesse besteht kann ich das erklären.

    Gruß
     
  4. FantomXR

    FantomXR Threadersteller Keyboardmanufaktur Berlin

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    Erstellt: 13.06.08   #4
    Sicher, immer her damit :)
     
  5. SiedlerGuitar

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    Erstellt: 14.06.08   #5
    Hi,

    sorry, das mit dem "unendlich schnell" Spielen war ein bischen anmassend von mir.

    Die Technik ist nicht von mir, sondern wird z. B. von C. Chang, Fundamentals of Piano Practice beschrieben:
    http://members.aol.com/chang8828/contents.htm
    Super Buch für nicht-Studierte. Fast Alles was da beschrieben ist kann ich nur wärmstens empfehlen. Hier wird es Parallel Sets genannt.

    Die Technik ist aber auch von anderen schon beschrieben worden und wird manchmal auch Chord Attack genannt.

    Das Prinzip ist simpel (aber schwierig zu erklären ;-) ):

    Eine zu spielende Skala kann man immer in Teile aufteilen, wo die Hand horizontal nicht bewegt wird, sondern die Finger nur in einer bestimmten Reihenfolge (am besten auf/absteigend = Tonleiter) die Tasten drücken. Wenn man alle Tasten dieser Sequenz gleichzeitig mit einer Handbewegung (Impuls) spielt (= Chord Attack), hat man unendliche Geschwindigkeit.
    Das hört sich idiotisch an, hat aber wirklich einen Vorteil:
    Um jetzt ein bestimmtes schnelles Tempo zu spielen muss man nur noch "verlangsamen", da man ja von der schnellst möglichen Geschwindigkeit kommt. Das ist aber ausser bei auf/absteigenden Sequenzen auch nicht ganz einfach.

    Bei einer längeren Sequenz muss man noch, die Chord Attack-Teile aneinander ketten. Das geht leider nie unendlich Schnell. Das Spielen von schnellen Sequenzen ( bzgl. Geschindigkeit und nur das!) reduziert sich eigentlich auf das Meistern des schnellen aneinander Kettens von Chord Attacks.
    Dazu gibt es auch bestimmte Trainings/Technik-Möglichkeiten.

    Übrigens weil das hier im Forum öfters auftaucht:
    Man spielt definitiv nicht nur mit den Fingern (das kommt z.B. von der veralteten Hanon Schule, das muss ich jetzt 'mal loswerden ;-) ).
    Die Bewegung der Finger (auf/ab) ist relativ unwichtig, da das sowieso jeder kann. Wichtiger ist es, die ganze Koordination von Finger (auf/ab), Handgelenk (auf/ab, rechts/links kippen), Unter/Oberarm (ganz wichtig: Rotation, seitliche Bewegung) und Schulter zu trainieren. Gutes Klavierspielen ist eine Koordination von allen diesen Bewegungsebenen und deswegen wirklich schwierig.

    Buchtipp:
    Klavier-Choreographie von Seymour Bernstein.

    Hier wird endlich einmal die Gesamtkoordination beschrieben.


    Gruß
     
  6. FantomXR

    FantomXR Threadersteller Keyboardmanufaktur Berlin

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    Erstellt: 15.06.08   #6
    Naja, gut. Ich spiele nun auch shcon meine 11Jahre, also so gaaaanz unerfahren bin ich da in der Richtung nicht :p Aber danke für deine Erklärung.

    Ich glaube, ich weiß was du meinst. Mein Klavierlehrer hat mir das ma gezeigt. Nur damit ich das richtig verstehe, dass ihr das gleiche meint:
    Nehmen wir Tonleiter H-Dur. Dann spiel ich linke Hand:
    4, 2/3, 1, 4/3/2, 1, etc. Die, wo der Slash steht, werden gleichzeitig angeschlagen. Ist das korrekt?
     
  7. SiedlerGuitar

    SiedlerGuitar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.08   #7
    Hi FantomXR,

    sorry, wollte mich nicht aufspielen.
    Bei Foren ist das schwierig, da man ja die Kenntnisse/Erfahrung der anderen nicht kennt.

    H-Dur ist ein super Beispiel, da es spieltechnisch die einfachste Tonleiter ist.

    Nur linke Hand:
    4321 (hc#d#e) 4321 (f#g#a#h) 321 (c#d#e) usw.
    Jeweils diese Sequenzen kann man mit gleichzeitigen Anschlag aller Tasten spielen (unendlich schnell = Chord Attack).

    Mein Übungsvorschlag für max. Schnelligkeit (nicht Gleichmäsigkeit, das ist ein anderes Thema) :
    1.) Nur das horizontale Verschieben der Hand üben.
    Jeweils alle Tasten einer Sequenz drücken (Chord Attack) und die Hand max. schnell in die nächste Position verschieben und das über mehrere Oktaven und nur in eine Richtung. Dadurch passiert auch automatisch kein Daumenuntersatz (ist eine Geschwindigkeitsbremse).
    Erst wenn das mit hoher (maximaler) Geschwindigkeit funktioniert zu 2.)

    2.) wie 1.) aber statt jetzt alle Tasten gleichzeitig zu drücken, die Tasten leicht nacheinander (mit leichter Hand Rotation) in der Spielrichtung anschlagen, eher wie ein schlecht gespielter Akkord als wie eine Tonleiter.
    Es hört sich jetzt wahrscheinlich sehr ungleichmäsig an, aber es ist eigentlich eine superschnelle Tonleiter.

    3.) von dieser maximalen holprigen Schnelligkeit einer Tonleiter (und das sollte jetzt wirklich extrem Schnell sein) durch Reduzierung der Geschwindigkeit sich der Gleichmäsigkeit aller Töne nähern. (also nicht von langsam nach schnell sondern umgekehrt)

    Bitte nicht denken, das ist absoluter Blödsinn, sondern selber ausprobieren und dann erst die Erfahrung austauschen.
     
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