Testzeitschriften und die Wahrheit

von LostLover, 14.02.05.

  1. LostLover

    LostLover Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #1
    In einem anderen Tread habe ich diese Meinung gefunden, das war mir einen Kommentar wert.

    Ich kann von einem zumindest sehr merkwürdigem Fall berichten.

    Ein sehr guter Freund von mir arbeitet seit über zwanzig Jahren im Musikinstrumentenvertrieb. Vor ein paar Jahren hat er eine Gitarrenmarke vertreten, die damals neu war und in relativ kleinen Stückzahlen absolute Top-Produkte herstellte - zu entsprechenden Preisen. In G&B erschien ein Test, in dem die Gitarre über den grünen Klee gelobt wurde. Mit einer Ausnahme: Das Tremolo-System sei falsch montiert, die Gitarre sei daher nicht bundrein und würde sich ständig verstimmen. Bei einer 3000-Euro-Klampfe eine Marketing-Katastrophe.

    Ich sprach meinen Freund an. Der holte einen Koffer aus dem Nebenraum und darin lag genau die getestete Gitarre!! Ich konnte anhand der Maserung der Decke (atemberaubend) mit dem Foto im Testbericht vergleichen: sie war's. Die Gitarre gespielt, am Tremolo gewackelt, gerissen, gebogen wie ein Irrer: makellos!! Ein Traumgerät. :eek:

    Wie kommt's? Ganz einfach: Der G&B-Tester war so begeistert, dass er darum "gebeten" hat, die Gitarre behalten zu dürfen. Und natürlich wollte er....ääähhhmmm, vorsichtig formuliert...nicht den Ladenpreis zahlen. Ging aber nicht, weil schon verkauft. Also hat der Tester sich was aus den Fingern gesogen, um der Firma einen Arschtritt zu verpassen.

    Die Frage an meinen Kumpel, ob sowas in diesem Business üblich sei, hat er etwa so beantwortet: "Die Redakteure spielen alle ein Mörder-Equipment. Glaubst du im Ernst, dass die auch nur einen Pfennig dafür bezahlt haben? Und meinst Du, der hätte sowas mit einer Ibanez machen können, oder einem anderen grossen Anzeigenkunden des Verlags?" :mad:

    Im übrigen: ein Testblättchen wie G&B wendet sich genau NICHT an eine kompetente Leserschaft. Die Profis wissen nämlich genau, was sie wollen, was sie brauchen und woher sie es bekommen. Die betrachten ihr Equipment auch eher als Werkzeug zum Geldverdienen. Die Hersteller können zu teilweise horrenden Preisen jeden Scheiss auf den Markt bringen, eine ernsthafte Kritik (im Sinne von: Viel zu teuer, muss man nicht haben, was soll der Blödsinn?) werden die nie veröffentlichen.

    G&B und die Mitbewerber sind für Markenhype und Werbe-Geschichtchen zuständig - und nichts anderes. Und damit wenden sie sich in erster Linie an Anfänger und Amateure, die sich eine eigene Meinung nicht zutrauen, aber ein Heidengeld ausgeben, um sich immer das angesagteste Equipment zu kaufen. Und was angesagt ist, bestimmt....na, wer wohl?
     
  2. Gastovski

    Gastovski Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.05   #2
    Treffend formuliert!
     
  3. jens2901

    jens2901 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.05   #3
    was du da redest, ist totaler blödsinn.

    in der redaktion in der ich war, gehen die testgeräte direkt an die tester und dananch wollen die firmen die zurückhaben. wenn die gitarre beim testen schaden nimmt, zahlt die versicherung des verlags. gut, das war ja bei dir eh nicht der fall, aber die firma, die die gitarre stellt, läßt sich nicht am telefon oder im test abspeisen mit: "die gitarre ist kaputt". wenn sowas nämlich öfter passiert, dann kriegt die zeitschrift einfach keine produkte mehr von firma XY. außerdem wissen viele firmen, dass sie technisch möglichst einwandfreie gitarren rausschicken müssen, damit die tests gut werden. wenn der redakteur sich in deinem fall "rächen" wollte, finde ich, dass er sich ein armutszeugnis ausstellt.

    klar können redakteure günstiger als du und ich an gitarren kommen, aber keiner kriegt sowas umsonst oder, zumindest die, die ich kenne, sind nicht so sch*** und stellen aus geilheit auf ein instrument firmen in tests schlecht dar.
     
  4. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #4
    Danke für die Hinweise. Auch interessante Aspekte des Themas.

    Deine Darstellung und meine widersprechen sich nicht, denke ich. Genau genommen bestätigt Dein Posting meines sogar.
     
  5. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.05   #5
    Das ist Humbug, auch Profispieler sind nicht als solche auf die Welt gekommen, und ihr Wissen ueber Equipment wurde ihnen nicht von einer hoeheren Macht eingehaucht.... Zeitschriften wie GundB, oder Total Guitar etc. koennen schon dabei helfen einen Ueberblick ueber neue Produkte zu bekommen, und kein vernuenftiger Gitarrist wird sich Equipment aufgrund eines Testberichts eines anderen kaufen.

    In dem Ursprungsthread hatte ich ja schon erwaehnt das Fachzeitschriften immer das Problem haben, das sie zwischen ersnthafter und tiefgruendiger Kritik und dem wohlwollen ihrer Werbekunden jonglieren muessen. Das ist keine leichte Aufgabe, und ich habe vor jedem Respekt der das kann.


    was sie wollen, was sie brauchen und woher sie es bekommen. Die betrachten ihr Equipment auch eher als Werkzeug zum Geldverdienen. Die Hersteller können zu teilweise horrenden Preisen jeden Scheiss auf den Markt bringen, eine ernsthafte Kritik (im Sinne von: Viel zu teuer, muss man nicht haben, was soll der Blödsinn?) werden die nie veröffentlichen.

    "Markenhype" ist nicht nur eine Sache der Zeitschriften, da "hilft" MTV heute mehr... bzw. beobachte einfach mal wie haeufig hier im Forum Fragen wie: "Welche Gitarre / Welchen Amp spielt Kirk, Angus, John etc." kommen.



    Kurz: auch eine populaere Fachzeitschrift wie Gitarre und Bass kann ernst genommen werden, und die Leserschaft ist nicht nur auf "Anfaenger und Amateure ohne eigene Meinung" beschraenkt (nebenbei gesagt finde ich dieses Statement auch ziemlich ueberheblich). Das dort ein Interessenskonflikt besteht sollte jedem (auch Leuten ohne eigene Meinung) klar sein und genau so sollte man diese Zeitschriften auch lesen.

    Das die Fachredakteure ihr Equipment guenstiger bekommen, ist auch durchaus normal (du kannst auch davon ausgehen das die Jungens und Maedels von Musik Service weniger fuer ihr Equipment bezahlen wie du und ich).

    Das ein Redakteur ein Produkt niedermacht, weil er es nicht (zu guenstigen)Konditionen bekommt.... naja, es sind auch Menschen, und der ohne Fehler werfe das erste Plektrum (und du musst mir die Nachfrage gestatten: wie willst du mich (und andere) davon ueberzeugen das dein Kollege die Gitarre, nachdem er sie zurueckbekommen hatte, nicht neu eingestellt hat?).

    Auch kann es passieren das ein Redakteur im eifer des Gefechtes etwas offensichtliches uebersieht (so geschehen bei einem Test eines Comboverstaerkers, wo sich der Redakteur ueber den schrecklichen Hall beschwert hatte, und der Grosshaendler spaeter festgestellt hatte das der Hall mechanisch beschaedigt war).
     
  6. RAGMAN

    RAGMAN Mod Emeritus - Gitarren Ex-Moderator

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    Erstellt: 14.02.05   #6
    Das die Redakteure so ein gutes Equipment spielen liegt wohl auch daran, das die meisten selber Musiker sind und von daher auch anständiges "Berufswerkzeug" spielen. Das ist aber kein Grund solche abendteuerlichen Spekulationen zu verbeiten.

    Woher haben denn dann die "Profis" Ihr Wissen über neues Equipment wenn nicht aus den Medien (Fachzeitschriften, Internet, usw). Nicht jeder Musiker hat einen großen Shop in der Nähe der immer die neusten Geräte vorrätig hat.

    Alleine wenn man das Layout und die Inhalte der Gitarre & Bass mit z.B. Guitar oder guitar world vergleicht sieht man eindeutig das eine andere Zielgruppe angesprochen wird.

    Wie schon in dem anderen Thread geschrieben, lese ich die Gitarre Bass seit Ende der 80er und konnte bei den Testergebnissen und der selber gemachten Erfahrungen immer nur zustimmen.

    Das es Qualitätsschwankungen bei fast allen Produkten und Herstellern gibt ist doch wohl klar. Und das die Hersteller bzw. die Vertriebe nicht unbesehen ein Produkt zum testen geben doch wohl auch.

    RAGMAN
     
  7. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #7
    Lass uns in einem Gitarristen-Board lieber nicht über "Vernunft" reden.....:D
    Der Grossteil der Threads hier - und der Grossteil der Musikbranchen-Umsätze - ist nur durch deren Abwesenheit erklärbar. Und das ist auch okay so, wir sind schliesslich Musiker und keine Mathematik-Professoren.

    Auch ich gehe davon aus, das das ein besonders krasser Einzelfall war... ein Musikalien-Hoyzerchen ;) sozusagen.
    Der in dem Test beschreibene Mangel war: Die Gitarre lässt sich nicht einstellen, ist nicht bundrein und nicht stimmstabil, und das sei wegen des falsch eingebauten Tremolos irreparabel. Nichts davon stimmte. Ist ein Erfahrungsbericht, nicht beweisbar, schon klar. Zumal inzwischen ein paar Jahre ins Land gegangen sind. Ich mach auch nicht die Mühe, die entsprechende Ausgabe aus dem Keller zu zerren.....es sollte ein Beispiel sein, sonst nichts.

    Richtig. Wenn ich das geschreiben hätte, wäre das ziemlich überheblich.
    Aber lies bitte genau: "Und damit wenden sie sich in erster Linie an Anfänger und Amateure, die sich eine eigene Meinung nicht zutrauen,"

    Das ist m.E. präzise formuliert und das Gegenteil dessen, was Du verstehen wolltest(?;)).

    Das ist keine Frage von Equipment-Kenntnissen, sondern von Erfahrung, Geschmack, Einsicht in Notwendigkeiten und einer klaren Zielsetzung. Das alles bekommt man nicht aus Zeitschriften.
    Profis denken viel weniger über ihr Equipment nach als Amateure das üblicherweise tun. Zum einen, weil sie ihren "Ton" nicht aus dem Equipment, sondern aus ihrem Spiel holen. Zum anderen, weil Zuverlässigkeit des Equipments wichtiger ist, als das letzte Fitzelchen Sound. Da wird nicht experimentiert, das Zeug wird auf die Bühne gestellt und muss vor allem funktionieren, u.U. jahrelang jeden Abend.
    Und zum dritten, weil Equipment-Käufe für Berufsmusiker Investitionsentscheidungen sind, die auch nach wirtschaftlichen Aspekten entschieden werden.

    Ein "Amateur" (wie ich und die meisten anderen hier) ist dagegen - übersetzt - ein "Liebhaber". Das macht den Mentalitätsunterschied im Umgang mit dem Equipment klar.

    Damit schliesst sich der Kreis zum Beginn dieses Postings......
     
  8. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #8
    Mannmannmann, hätte nicht gedacht, dass es da soviel zu erklären gibt.

    In meinem Eröffnungposting erzähle ich eine selbst erlebte Geschichte. Und dann schreibe ich, nach dem Smilie und durch die Eröffnung "im Übrigen" abgegrenzt, eine Meinung, die damit nur oberflächlich zusammenhängt. Wo bitte habe ich "spekuliert?"

    Die wenigsten Profis = BERUFSMUSIKER rennen ständig in Shops, um des jeweils neueste Equipment zu testen. Das machen überwiegend Amateure.
    a) siehe mein letztes Posting
    b) brauchen die ihr viel zu knappes Geld und ihre ebenso knappe Zeit für den Lebensunterhalt.
    c) wenn Du mit Profi = "STAR" meinst: die kriegen ihr Equipment oft (= nicht immer, ich werd langsam vorsichtig;)) vorrangig per Endorsement-Vertrag.

    Sieh die (altbekannte) Geschichte, dass Paul Reed Smith jahrelang mit seinen Klampfen hinter jeder Konzertbühne rumlungerte, mal aus dieser Perspektive. Glaubst Du, Carlos Santana hat erst mal einen Testbericht gelesen, bevor er das Instrument mit auf die Bühne genommen hat? :rolleyes:

    Die Jungs von Metallica sollen 500-600 (!!) Gitarren besitzen. Jede Wette: die haben kein Abo von "Guitar World". Die kaufen die Dinger einfach und reichen die Quittung an den Steuerberater weiter.

    Und teilweise richtig teures und gutes Equipment wird in USA üblicherweise für Studio und Tournee von VERLEIHERN!! zur Verfügung gestellt. Entweder für ganze Tourneen oder direkt vor Ort = jeden Abend ein anderer Amp auf der Bühne!!!

    Und das, ohne vorher einen Testbericht studiert zu haben, ohgott, wenn das mal gut geht........:D
     
  9. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.05   #9
    Mag sein, aber jeder kann versuchen etwas mehr vernunft hereinzubringen.

    Wie gesagt, auch die Kerls koennen sich irren, oder bewusst oder 7 und unbewusst falsche Informationen rausgeben. Aber Hoyzer ist ein gutes Beispiel.... weil da einer Mist gebaut hat (okay wahrscheinlich waren es mehr) steht jetzt erstmal jeder Schiri unter Generalverdacht.

    Afiak haben wir seit 45 keine Sippenhaftung mehr.


    Mag sein das ich dir da etwas unterstellt habe, aber dein Formulierung laesst auch (m)eine haertere Intertpretation zu... und wenn ich mir deinen Umgang mit Sprache so anschaue, bin ich nicht sicher ob du das bewusst so formuliert hast ;)

    Kaum ein Musiker waehlt sein Equipment nur aus wirtschaftlichen Gruenden, dazu ist Musik an sich zu emotionsbehaftet. Und auch bei den Profis muss gibt es solche und solche. Die einen nehmen neue Technik an, und benutzten die neuen Werkzeuge, andere verstricken sich damit, dass sie extra ein Kabel fuer cleane, jazzige Sachen und eins fuer Rocksound haben.

    Das diese Kenntnisse nicht nur aus Zeitschriften kommen koennen, bestreitet auch keiner, es geht darum das sie eben nicht vollkommen sinnlos und reine Werbeblaetter sind (okay, manchmal kann man da schon den Eindruck gewinnen).
     
  10. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #10
    @lennynero

    Ich kann und will Dir nicht widersprechen.

    Ich habe auch jahrelang G&B gekauft und restlos inhaliert und davor das FACHBLATT/MusikMagazin. Meine älteste Ausgabe hab ich noch: von 1982 mit Moon Martin auf dem Titel.

    Das war für viele, viele Jahre tatsächlich die einzige Info-Quelle. Bis Anfang der Neunziger die einzige Zeitschrift über Musikinstrumente!! Und zu einer Zeit, als es wesentlich weniger Amateurmusiker gab, Instrumente insgesamt viel teurer, und vor allem auch sehr viele schlechte Instrumente auf dem sehr kleinen Markt waren, war diese Zeitschrift eine Institution von Musikern für Musiker, die ernstzunehmen war - da gab's auch noch richtige Verrisse in den Tests.

    Die Zeiten sind aber vorbei. Im Guten wie im Schlechten. Ich denke, man kann durchaus drüber diskutieren, ob "nicht vollkommen sinnlos" - wie Du es formulierst - ein ausreichendes Qualitätsmerkmal ist, um monatlich einen Haufen Geld für "kein reines Werbeblatt" auszugeben.

    Wenn ich mich dann aber noch grundsätzlich und immer zwingen muss, zwischen den Zeilen zu lesen, um an die eigentliche Info zu kommen - also erst mal davon ausgehe, das ich verarscht werden soll - warum eine solche Zeitschrift noch kaufen????
     
  11. jens2901

    jens2901 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.05   #11
    wir sollten auch mal beachten, dass tests nunmal dazu da sind, die leser zu "teasen". wenn du einen test über eine neue gitarre liest, sollst du in erster linie nach dem lesen sagen: "geil, ich muss das ding anspielen!" das ist auch ganz unabhängig von der kaufentscheidung. und wenn du den laden dann mit nem satz saiten, nem kapodaster oder sonstwas verlässt, ist eigentlich schon das ziel des tests erreicht: der kunde hat sich informiert, hat zwar nicht gekauft, aber im laden wenigstens geld gelassen. vielleicht war der gitarrentest auch so erfolgreich, dass du bei nem anderen modell von firma XY dann auch sagst: "wow, die finde ich extrem geil, muss ich haben". dann hat diese firma zwar kein geld von dir für das getestete modell erhalten, aber vielleicht eben für ein anderes.

    und: tests sind subjektiv, der schreiber sagt nicht: kauf dir das, weil ichs geil finde! tests sind immer wertend...und das wertungen gut ausfallen liegt auch daran, dass es nicht unbedgint mehr "den schrott schlechthin" gibt. viele firmen produzieren gute gitarren, egal ob stagg oder fender draufsteht. für die preisklassen ist das meistens alles gutes zeug. beim einen gibts mehr, beim anderen weniger abstriche.
     
  12. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.05   #12
    Weil ich die Gitarre und Bass, die Guitar, das Fachblatt, Total Guitar und den MP-Katalog mit aufs Klo nehmen kann :) (oder halt mal gemuetlich auf dem Sofa lesen).

    Naja, messbare Infos stehen idR ja auch im Klartext drin, "verschleiert" werden da halt subjektive Wertungen. Ich lese die Zeitschriften immer noch sehr gerne, auch wg. der Berichte (und bin unheimlich gerne in Musiklaeden, oder tausche Equipment mit Kollegen).
     
  13. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #13
    Du sagst also: Der Redakteur der Musikzeitschrift erledigt bewusst die PR-Arbeit für die Musikinstrumenten-Konzerne. Distanz zwischen Redaktionen und Industrie/Handel gleich null. Also doch reine Werbeblätter. Meine Rede.

    Das verwirrt mich jetzt. Das Ziel eines Tests ist doch gerade Meinungsbildung. Und dann wird die verschleiert? Mit welchem Motiv? Der Tester findet ein Testobjekt scheisse, traut sich aber nicht, das klar kundzutun? Dann sollte er den Job lieber lassen. Oder er kommt gar nicht erst in diesen Konflikt, weil er alles grossartig findet, was man ihm in die Hand drückt? Dann sollte er's auch lassen.

    Also alles reines Entertainment, Desinformation? Meine Rede.
     
  14. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.05   #14
    Mann kann die Mensur einer Gitarre nachmessen, die Saiten zaehlen und den Aufbau sehr praezise beschreiben.

    Man kann auch eine ungefaehre Richtung angeben bzgl des Klanges von Equipment. EIn Tester kann auch ein Urteil faellen wie stabil Equipment ist, aber wenn es an Feinheiten geht wird es subjektiv, und ab irgendeinem Punkt kann er einfach nicht offen schreiben "Mesa/Marshall/Engl" hat da Mist gebaut, denn immerhin kostet deren Anzeige wohl mehr wie der "arme" Kerl verdient.

    Mit Desinformation hat das nichts zu tun, und jeder der schonmal in irgendeiner Redaktion gearbeitet hat kennt das Problem mit der internen Zensur (selbst in Schuelerzeitungen). Da muss man sich halt diplomatischer ausdruecken (man schreibt z.B. nicht das die Leute keine eigene Meinung haben, sondern das sie sich nicht zutrauen eine eigene Meinung zu bilden). Laesst Raum fuer Interpretation... aber im Grunde sind da Gitarrenzeitschriften (oder Fachzeitschriften allgemein) nicht alleine.
     
  15. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.05   #15
    Du machst dir das gerade zu einfach.... denn dieser Redakteur hat ja neben der einen Hand die ihn fuettert (die Hersteller) ja auch noch die Andere (die Leser) die von ihm mehr erwarten wie das rezitieren von Pressetexten.

    Die Welt ist nicht schwarz und weiss, es gibt zwischendurch noch unglaublich viele Graustufen (auch wenn wir eigenltich kaum mehr als 256 voneinander unterscheiden koennen :D)
     
  16. RAGMAN

    RAGMAN Mod Emeritus - Gitarren Ex-Moderator

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    Erstellt: 14.02.05   #16
    Du wirst es nicht glauben aber es gibt zwischen den Anfängern die Ihr Equipment ohne Vorkenntnisse und Erfahrungen kaufen und solchen wie Metallica und Carlos Santana noch den ein oder anderen "fortgeschrittenen" Musiker. Und genau die meinte ich.

    Da Deine Argumente alle ziemlich übertrieben sind und Du es offenbar auch nicht verstehen willst, kann ich Dir leider auch nicht helfen...

    RAGMAN
     
  17. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #17
    Sorry, ich habe "Profi" mit "Berufsmusiker" gleichgesetzt. Da haben wir dann wohl aneinander vorbeigeschrieben.

    Übertreibung verdeutlicht. Und dass ich provokativ nachhake, heisst nicht, dass ich nichts verstehen will. Im Gegenteil. Ich wollte Meinungen hören. Lahmes wischiwaschi gibt's hier genug.

    Mich hat die Diskussion ein ganzes Stück weitergebracht. Thx vor allem @lennynero. Schade nur, das der Thread verschoben und unter "Sonstiges" versteckt wurde.

    Zu kontrovers? :D
     
  18. LostLover

    LostLover Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.05   #18
    ...und dass ich mal jemandem ein Beispiel für Diplomatie liefere, hätte ich auch nie gedacht.
    Kann sich nur um ein Missverständnis handeln. Gewöhnlich wirft man mir zuerst mal Überheblichkeit vor, hihi......:great:


    ;);););)
     
  19. jens2901

    jens2901 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.05   #19
    wenn du objektive berichte willst, kauf dir die stiftung warentest...da stehen zwar keine gitarren drin, aber die verteilen noten. in gitarrenzeitschriften kannst du das nicht, bsp.: guck mal ins inhaltsverzeichnis von ner zeitschrift unter tests. da steht dann ibanez, fender, gibson, music man, marshall, mesa/boogie....und du glaubst wirklich, dass die schlechte sachen produzieren??? gut, dann stehen daneben noch cort, johnson, squier usw. aber auch die machen für ihre preisverhältnisse echt gute sachen. du kannst keine gitarre richtig scheiße bewerten. und wie gesagt, alles außer den technischen messbaren werten einer gitarre kann nur subjektiv beschrieben werden. und wenn der tester ne martin d-28 vor sich liegen hat, glaubst du, der sagt: "die klingt mir zu wuchtig"???!!! und selbst wenn da mal steht: "der hals war gekrümmt oder die wirbel saßen locker", dann stellst du das eben richtig ein...aber deshalb musst du nicht gleich ne gitarre als schlecht beurteilen.
     
  20. DaveN

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    Erstellt: 15.02.05   #20
    Ich denke der Sinn dieser Tests bezihet sich grundsätzlich auf Sachen wie:

    - "Welche Pickups?"
    - "Wieviele Bünde?"
    - "Qualität?"
    - "Tremolo stimmfest?"
    - "Sonderfunktionen?" z.b. in diesem Monat bei der Guitar der Sustainer bei der Fernandes
    - "ungefährer Klang?"
    - "Herkunft der Idee?"
    usw.

    Meiner Meinung nach ist ein Test bei dem steht, das diese Gitarre super ist, kein wirklicher Test. Musiker benutzen diese Tests doch, um uns über die ungefähren Vor- und Nachteile der jeweiligen Instrumente zu informieren, und falls einem die Spezifikationen und Extras dieser Gitarre gefallen, sie anzuspielen!
    Und auch kein Kirk Hammet kauft sich die Gitarren ohne Infos, früher im Amateurstatus musste der sich doch auch informieren, und weiss heute ungefähr welche Gitarren im gefallen!

    mfg
    Noob