Threshold / Wounded Land / 1993 / CD

von Jogi`s Rockfabrik, 14.06.05.

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    Erstellt: 14.06.05   #1
    Threshold - Wounded Land
    1993

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    Das Debüt-Album der britischen Prog.-Metaller startet mit „tödlichen“ und kompromisslosen Gitarrenriffs, in dem sich sehr schnell Keyboardteppiche wieder finden. Diese sind noch heute auf den neueren Threshold-Alben zu hören. Natürlich ist alles Geschmackssache, aber mir persönlich gefällt die Leadstimme von Damian Wilson sehr gut und passt für mich ebenso wie der später als Ersatz hinzugekommene Mac wie die Faust aufs Auge. „Consume to live“ ist ein Midtemporocker, der auch durch die treibende und solide Bassarbeit glänzt.

    Insgesamt waren Threshold auf diesem Album noch nicht so leicht zu konsumieren, sondern die Band spulte zu diesem Zeitpunkt einfach noch unbeschwert ihr Pensum runter. Die Scheibe ist keineswegs anspruchsloser, ganz sicher hatte der Kommerz hier noch keinen Einzug erhalten. Deshalb ist die Platte absolut ehrlich. Sie ist hart, stellenweise dreckig und im Gegensatz zu den späteren Alben für meine Begriffe sehr heavy. Dies zeigt sich auch in dem Song „Days of dearth“, der insbesondere durch die schwebende Leadgitarre im Ohr hängen bleibt.

    Ebenso sind auf Wounded Land 2 Longtracks vorhanden. Beim ersten der beiden mit dem Titel „Sanity`s end“ peitschen die Drums die Band förmlich ins Hochformat und leiten somit in erstmals seichtere Töne über. Wobei Jon Jeary mit seinem Bass eine tragende Rolle zukommt, dessen Spiel sich ohnehin auf dem gesamten Werk mit den Drums gut ergänzt. In der zweiten Hälfte des Songs dominieren dann die Synthies, die sich mit der Leadgitarre sehr schön abwechseln.

    Absoluter Anspieltip für die noch nicht so progressiv veranlagten Fans unter uns ist der Song „Paradox“, der von seinen Melodieabläufen allen Metallern sehr schnell ins Ohr gehen dürfte. Besonders gekonnt werden die Tempowechsel in Szene gesetzt, trotzdem ist man in der Lage, dem Song in einem Sessel genüsslich zu folgen.

    2. Longplayer: „Surface to air“, von sanften Pianoklängen balladesk eingeleitet und von Damian Wilson songtechnisch untermalt, gehen die Lauscher nach Oben um abrupt in die härteren Gefilde zugeholt zu werden. Stampfend zieht der Song seine Kreise und rockt und rockt….um in der 2. Hälfte das Feeling aufkommen zu lassen, mit dem schon ganz andere große Bands Erfolg hatten. Verträumt und rührend kommen Threshold nun auf den Punkt.

    Insbesondere „Mother Earth“ zeigt, von welcher Güte die Gitarrensounds sind, drückend und stellenweise zuschnürend. Der Song versprüht eine düstere Stimmung und rockt sehr derb. Dabei orientieren sich Threshold an große Rocksongs aus den 70ern. Das ganze natürlich in einem wesentlich moderneren Sound.

    Den inhaltlichen Schwerpunkt des Songs „Siege of Baghdad“ muss ich wohl nicht weiter erläutern, die Melodien zeigen deutlich in Richtung Osten, in dem man ein Szenario beschreibt, von dem wir alle wahrscheinlich nur von Hören und Sagen wissen. Ach nee, damals gab es noch Infos von der Front direkt ins Wohnzimmer. Das hat sich Gott sei Dank gebessert, so das der Phantasie bei späteren ähnlichen Songs keine Grenzen mehr gesetzt sind.

    “Keep it with mine“ schließt dieses gelungene Debüt sehr sanftmütig. Threshold haben mit Wounded Land bereits 1993 ein Album auf den Markt gebracht, welches mich (vielleicht) leider etwas von der DT-Schiene abgebracht hat. Wer weiß, wofür das gut war. Immerhin kann dadurch in Ruhe den nimmerendenden Diskussionen um die gewonnenen Erkenntnisse lauschen und dadurch mir einen ganz guten Reim auf den Prog.-Metal machen.

    Ach so, wer sich das Album kauft, der nimmt direkt hoffentlich die Special-Edition mit dem Song „Intervention“. Ein Bonus-Track halt, der ins Gesamtgefüge des Albums passt.


    9/10


    Tracklist:

    1. Consume to live 8.13 min
    2. Days of dearth 5.28 min
    3. Sanity`s end 10.22 min
    4. Paradox 7.17 min
    5. Surface to air 10.16 min
    6. Mother Earth 5.53 min
    7. Siege of Baghdad 7.45 min
    8. Keep it with mine 2.28 min

    9. Intervention 6.38 min (Bonus-Track)


    Gesamtspielzeit: 64.24 min



    Band:

    Vocals: Damian Wilson
    Bassguitars, Acoustic Guitars: Jon Jeary
    Drums: Tony Grinham
    Guitars: Nick Midson
    Guitars: Karl Groom
    Keyboards: Richard West
     
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