Too old to tour - too young to die...

von Manned, 15.11.04.

  1. Manned

    Manned Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.11.04   #1
    So dann will ich auch mal vorstellen:

    als einer der ganz alten in diesem Forum (Baujahr 1952) möchte ich Euch auf die Schnelle meinen musikalischen Werdegang darstellen. Zu mehr als einem Edelamateur hat´s zwar nie gereicht, vielleicht interessiert´s den einen oder anderen aber doch, was wir früher so alles durchgemacht haben...

    Den Einstieg ins Musikleben hatte ich sehr früh, da mein Vater Leader einer 9-köpfigen Tanzmusikcombo war und für diese die Noten geschrieben hat. Er saß dabei stundenlang am Klavier und brachte die verschiedenen Bläser- und sonstigen Stimmen auf Papier (um seine saubere Notenschrift beneide ich ihn heute noch...) und ich saß ständig daneben und habe ihn sicher oft furchtbar genervt. Es folgten 9 (furchtbare) Jahre Klavierunterricht in dem mir zwar viel Talent und musikalisches Gehör, aber leider ebenso auch fehlender Fleiß und Übungswillen attestiert wurde...
    1965 kaufte mein Dad dann die erste Orgel (ein einmaliges Gerät mit drei Chören und einigen Registern) eines Hersteller namens Bauer - vermutlich irgendwie mit Framus oder Höfner in Verbindung zu bringen, da das Gerät aus Bubenreuth, wo diese Firmen ansässig waren stammt.. .
    Dadurch wurden in mir Wünsche wach, die durch den einen oder anderen Hit, der aus den USA herüberschwappte natürlich noch extrem verstärkt wurde. Verwundert war ich aber immer, warum die Bauer-Orgel so ganz anders klang, als die Orgelsounds die man Stevie Winwood, Booker T. usw. kannte....
    So gründete ich 1967 zusammen mit ein paar Schulfreunden die erste Band. Ab 1969 spielten wir in den Clubs der amerikanischen Truppen im fränkischen und nordbayerischen Raum.
    Interessant und spannend waren immer die Abenteuer rund ums Equipment. Für zuverlässige und für unsere Musik geeigneten Teile - soweit es die überhaupt gab - reichte unser Budget ebensowenig, wie für den Traum der Träume - eine echte Hammond. Inzwischen hatte ich es immerhin zu einer siebenchörigen Yamaha YC20 und einige Zeit später einem Crumar-E-Piano gebracht. So waren Lötkolben und Schraubenzieher ebenso wichtig, wie Mikrophon und Instrument, weil irgend ein Kabel (ja es gab noch die tollen DIN-Stecker...) oder irgendein Lautsprecher immer kaputt war...
    1978 verließ ich die Band und stieg - mittlerweile mit einem Crumar-Organizer und einem Hohner Pianet D - bei einer Band, die in den fränkischen und oberpfälzer Säälen vor deutschem Publikum die Hitparaden rauf und runter coverte ein. Die Gagen wurden etwas besser und alles floß - wie könnt´s auch anders sein - ins Equipment. Mittlerweile hatte ich eine Roland VK1, ein original Leslie 760, ein Wurlitzer-Piano, ein Solina String ensemble und einen Jupiter 4. Später kam eine Korg BX3 und ein Jupiter 6 dazu, aus dem Wurlitzer wurde ein Rhodes - durch einen Zufall und viel Glück kam ich dann 1982 zu meiner ersten echten Hammond (P100) die ein paar Jahre später durch eine M100 ersetzt wurde. Leider war der Hammondsound in den 80ern dann vollkommen out, sodas ich Hammond und Leslie zugunsten eines DX7, eines DW8000 verscherbelte (oh wie blöd war ich damals...)
    Anfang der 90er wechselte ich dann - beruflich wie privat mittlerweile gereift - zu einer 8-köpfigen Showband mit Bläsersatz bei der ich bis zum Karriereende 2001 auch blieb. Die wenigen Gigs waren ebenso gut bezahlt wie anstrengend - manchmal auch ätzend. Spass machte lediglich das Zusammenspiel mit der Band (Bläsersatz, Sängerin...). An Equipment hatte ich eine Masterkeyboard, sowie einige 19"-Teile im Rack (z.B. den JV2080).
    Nachdem sich die Band aufgelöst, kam nach einiger Zeit der Wunsch, den vorhandenen PC als Basis für Cubase zu verwenden und so wieder etwas Musik zu machen. Nach viel Lehrgeld verbringe ich heute meine Freizeit unter anderem damit, viele der Stücke, die wir früher gespielt so einzuspielen, wie ich es mir damals von Gitarristen, Bassern, Drummernn und Bläsern gewünscht hätte dass sie es spielen. (dabei merkt man häufig erst, warum sie damals den Titel so und nicht anders interpretiert hatten...). Dabei helfen mir heute Cubase SX3, etliche virtuelle Instrumente (Pro53, Halion, Hypersonic, Kompakt, B4, Lm4 MII), eine Strat (gehört zwar meinem Sohn, ich darf sie aber benützen, weil ich ihm bei der Finanzierung geholfen habe... :-), sowie seit neuestem eine Hammond XK-3 - ein "echtes" Leslie ist ist irgendwann geplant - sowie ein kleiner Vierkanalmischer, ein Röhren-Preamp und einige Mikros.

    Mein Musikstil liegt mittler sehr weit "back bei den Roots" und ist stark vom Blues beinflußt, aber auch Stücke von Billy Joel, Lionnel Ritchie, Joe Cocker usw. habe ich schon "vergewaltigt". Einige eigene Nummern gehören auch dazu.
    Nachteil dieser Art von Musikhobby ist, dass zwar jeder, dem Du eine CD in die Hand drückst wahnsinnig erstaunt ist, es ihm aber trotzdem eigentlich nicht interessiert. Vorteil: kein Stress , kaum Auf-und Abbauarbeiten, keine Roadies, kein Bier auf der Tastatur und - wenn man keine Lust mehr hat, kann man aufhören...

    So jetzt habe ich Euch lang genug gelangweilt !

    Manne
     
  2. reteep

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    Erstellt: 16.11.04   #2
    Hi, Deine musikalischen Erfahrungen sind sicher für einige hier sehr interessant, willkommen in unserer Community :)