Transparenter Leadsound im Mix

von MarkusKl, 12.08.07.

  1. MarkusKl

    MarkusKl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.07   #1
    Hallo,

    ich arbeite gerade an einem Projekt, wo ich verzweifelt versuche den Leadsound transparenter zu machen.
    Es soll sich in den Mix besser einpassen, zwischen den anderen "Instrumenten" liegen. Irgendwie braucht die Lead-Stimme mehr Luft zum atmen.

    Der Sound soll die Stimme des Songs interpretieren, weil ich nicht singen kann :o

    Am besten mal reinhören, vielleicht fällt euch was ein.
    Hörprobe

    Gruß Markus
     
  2. Deltafox

    Deltafox Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.08.07   #2
    was mir mal aufgefallen ist, als ich die Leadgitarre von Thrice - Image of the Invisible durch ein Frequenz-Analyse-Tool geschickt hab:
    es waren regelmäßige Pegelspitzen erkennbar, in gleichmäßigen Abständen

    soll heißen, du hebst einen Frequenzbereich per EQ an und zusätzlich vielfache davon (und machst die Gesamtspur dafür entsprechend leiser), dadurch hast du dann wohl im Gesamtmix nicht das komplette Signal hervorstechen, sondern vor allem diese Bereiche, was mit Sicherheit mehr "Luftigkeit" einbringt
    am besten senkst du an diesen Stellen die anderen Gitarren leicht ab, während die Leadgitarre spielt zumindest

    allerdings weiß ich nicht, welche Frequenzen, aber da wirst du wohl schauen müssen, was sich gut anhört und zu deinem Mix passt ;)
     
  3. JayT

    JayT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.07   #3
    Hi,

    Mit einem Frequenzanalyse Tool (was max. im Mastering-Bereich Sinn macht) kann man
    nichts rauslesen. Die Ohren sind das einzig vernünftige Werkzeug.

    Das da mehrere Frequenzen angehoben sind ist klar: Die Gitarre ist angezerrt, daher die starken Obertöne. Also Analyzer-Tools sind nett für Mastering und ein paar Mathematiker, aber für Musik unbrauchbar.

    Was spieltechnisch hilft: Die Saiten "selbstbewusster" und härter anschlagen, dickeres Plektrum verwenden, neue Saiten.... Denn: Wo nichts ist, kann man auch nichts anheben.

    Damit der Lead Sound mehr "nach vorne kommt", kann ich folgendes Empfehlen:
    Mit EQ Frequenzen zwischen 3-6kHz anheben. (klingt derzeit etwas dumpf)

    Mit leichtem Chorus, Flanger, Phaser und/oder Delay den Sound etwas "interessanter" und breiter machen. Falls du einen Hall verwendest: Eher kürzere Hallzeiten und etwas längere PreDelay Zeiten.

    lg. JayT.
     
  4. Hankman

    Hankman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.07   #4
    Da du die Spuren ja sicher einzeln hast:

    Ich könnte mir vorstellen, dass das absenken bei 600Hz nen bissel das Dumpfe rausnehmen könnt...

    Ansonsten evtl. einspielen über den Steg Humbucker/Tonabnehmer? Da kriegst du mehr Obertöne mit rein, was den Klang auch schärfer machen würde.


    Gruß
    Hank
     
  5. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.07   #5
    sorry, aber spiel auch mal im timing... sachen die leicht ausm timinig rutschen (auch wenns vielleicht beabsichtigt ist und stilmittel hin oder her) fallen gerne mal ausm mix raus. wenn du wirklich beabsichtigt an ein paar stellen spät dran warst, dann probier vielleicht das ein bischen anderst hinzuschieben oder neu einzuspielen.... so wirkts in meinen ohren einfach falsch, sorry dass ich das so sagen muss.

    zum technischen: versuch deine rohaufnahme etwas zu verbessern (weiss nicht wie du aufgenommen hast... aber mic position über denken, am toneport romdrehen oder was auch immer) damit du den sound generell mal klarer bekommst. so passt die gitarre einfach soundmäßig schon mal gar nicht in den song rein. schau dass die aufnahme nicht so stumpf klingt, dann braucht im nachhinein auch nicht wie bekloppt am EQ rumdrehn. is ja dann doch nur ärgerlich.

    dann sei ein bisschen mutiger mit effekten und panorama... dein mix is sehr schmal, fast mono. nütz ruhig deinen ganzen abbildungsbereich aus. und dreh auf die drums und die gitarre nen hall: drums bekommen im verhältnis zur gitarre viel hall um eine tiefenstaffelung zu erreichen.

    ja genug geschimpft erstmal :)
     
  6. MarkusKl

    MarkusKl Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.07   #6
    Vielen Dank euch allen für die Kommentare :great:

    @paulsn: Vielen Dank für den virtuellen Arschtritt. ;)

    Ich bin gerade dabei, eure Antworten nachzuvollziehen.
    Dabei stört mich als erstes das ich die einzelnen Spuren nicht vernünftig im Panorama verteile.
    Um mich quasi "abzusichern" habe ich ein wenig gegoogelt und bin auf die Korrelationsanzeige gekommen.
    Nein, ich brauche kein Prog, habe das DigiCheck wo die Anzeige dabei ist :rolleyes:

    Habe bei Wiki was gefunden. Stimmt die Erklärung der "Messwerte"?
    Ich denke ein Korrelationsanzeige kann gut behilflich sein.

    Gruß Markus
     
  7. paulsn

    paulsn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.07   #7
    heyhey nimms mir nicht übel :) wollte dir echt nicht zu nahe treten, aber hilft ja nix wenn ich um den heißen brei herum rede und du danach nicht weisst was ich meine.

    korrelationsgradmesser... ja hab ich schon mal gehört aber ich weiss jetzt nicht wirklich wozu ich das brauchen sollte. hab sowas auch noch nie in der hand gehabt. so wie ich das verstandenhabe brauch man das nur um zu überprüfen ob man seine XY aufstellung sauber gemacht hat. mit mischen hat das doch nichts zu tun oder?

    wenns dir darum geht zu überprüfen wie ausgewogen deine pan-verteilung ist würde ich einfach hinhören und im zweifelsfall einfach stumpf nachschauen wieviele potis nach links bzw rechts gedreht sind.
     
  8. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.07   #8
    Naja, beim Mischen kann der Korrelationsgradmesser hilfreich sein, um zu zeigen, daß der Mix monokompatibel ist, damit einzelne Frequenzen nicht aus dem Gesamtspektrum verringert, überhöht oder gar ausgelöscht werden.

    Beim Mischen legt man ja auch die Position der einzelnen (Mono-) Kanäle im Panorama fest, oder doppelt Spuren mit einem leichten Delay, da kann es schon mal leicht zu Kammfiltereffekten durch einzelne Frequenzauslöschungen kommen.

    Wer richtig gut ist, braucht ihn nicht, weil er das hört, aber ich würde mir das nicht zutrauen und achte optisch darauf, ist halt einfacher.
     

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  9. Hans_3

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    Erstellt: 16.08.07   #9
    So isses :)

    Aber viel ist da ja nicht zum Drehen.

    # Er kann nur das Klavier noch etwas breiter bekommen

    # Das Becken liegt ja schon aus der Mitte raus, die Toms ebenso. Die HiHat und Open HihHat noch einen Tick verschieben (entgegengesetze Richtung vom Becken). Mehr geht da nicht, die Drums extrem pannen klingt unnatürlich.

    # Korrelationsgradmesser ist hier sinnlos, das ist nur eine optische Kontrolle, damit der Mix im Pegel nicht zu sehr nach einer Seite hängt. Dabei geht es lediglich um Nuancen für den Profibereich.

    Blech in der Regel gar nicht. Bass-Drum Miniraum 30 x 30 cm oder gar nicht. Die relativ schnellen Toms auf dieser Aufnahme würde ich als Anfänger auch trocken lassen, das matscht sonst schneller als man denkt. Bleibt die Snare, die hier einen kurzen, trockenen Hall haben sollte.

    Auf die Gitarre muss etwas Hall, aber auch nicht zu groß. Es sind ja nur Klavier, Drums und cleane Gitarre da - das ist klanglich = kammermusikalisch und eignet sich deshalb nicht für breite Hallräume.

    Betrifft in erster Linie die Gitarre. Bei 3,5 khz um 3-4 db nach oben.

    Keyboard: Frequenz unterhalb 100 HZ kappen, sonst Vermatschung mit Bass-Drum.

    Und das war's dann im Wesentlichen mir der Übung vom MArkus. Finde ich übrigens gut, dass er versucht, sich das so zu erarbeiten, weil's schön übersichtlich und für den Anfang damit noch beherrschbar ist. Nächstes Mal halt Gitarre besser stimmen :D
     
  10. Deltafox

    Deltafox Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.08.07   #10
    würd ich so stehen lassen, wenn Raum-Mikrofone vorhanden sind, aber da besonders im Einsteigerbereich nicht jeder sein Drumkit mit Raum-Mikros abnimmt um damit den Raumanteil zu regeln (besonders, wenn kein entsprechend toller Raum vorhanden ist), seh ich kein Problem darin, Hall auf Drums zu legen

    eigentlich mach ichs grad andersrum, wie von dir beschrieben.. die Bassdrum lass ich clean, auf Becken leg ich Hall drauf, auf HiHat sogar gleich zweifach
    Snare nach Geschmack und Toms lass ich persönlich auch lieber trocken, da stimmen wir quasi überein ;)
     
  11. MarkusKl

    MarkusKl Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.08.07   #11
    Ich denke das es doch eine gute Überprüfung der eigenen Ohren. Es ist vielleicht nicht ausschlaggebend aber imho eine gute Möglichkeit, gerade für Anfänger, das "Gedachte/Gewollte" auf eine zusätzliche Art zu überprüfen.

    Habe ich mir mal zu Herzen genommen und der Gitarre eine Faltungshall spendiert.

    Es sind es eigentlich 4 Instrumente (Gitarre[Voice], Bass, Piano und die Drums) ;)
    Aber Du hast schon recht mit Deiner Annahme. Ich habe bewußt wenig Instrumente gewählt um das Ganze übersichtlich zu halten. Mir ist es wichtig zu verstehen, wie sich verschiedene Einstellungen, Effekte, usw auf den gesamten Mix verhalten, Ursache und Wirkung eben.

    Und ja die Gitarre war ein paar Cent daneben und zum Timing muss ich sagen das ich nicht wirklich sehr viel geübt habe. :o Es war mehr ein vom Blatt spielen. Aber gut das ist keine Entschuldigung und der virtuelle Arschtritt von Paulsn hat, glaube ich, seine Wirkung nicht verfehlt ;) Mir ist klar geworden, daß die Instrumenten sitzen müssen um mit dem Mix beginnen zu können. Ich sehe es als "Fundament des Songs" wo der Mix dann aufsetzt.
    Deswegen habe ich jetzt auch noch kein neuen Mixdown gemacht, denn ich hatte noch keine Zeit zum üben :p

    Was ich noch loswerden wollte. Ich danke euch für Eure Ehrlichkeit. :great: Mit allgemeinen Floskeln kann ich nix anfangen und die bringen mich nicht weiter.

    Liebe Grüße
    Markus

    PS:
    Gitarre: Les Paul (Hals HB) - Korg AX3000G (SPDif) - RME Digi96
    - Effekte: SIR_1011 (Faltungshall), Classic Master Limiter
    Piano und Bass: Proteus X (VST)
    - Effekte: GlaceVerb (nur Piano), Classic Master Limiter
    Drums: Addictive Drums
    MainOut:
    - Effekte: Classic Master Limiter

    Ich habe alle Midis anhand der Patitur selbst erstellt.
     
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