Trompeten von Jericho - oder A/B "live Demo" des Akustischen Reflexes [Fazialis Nerv]

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bart

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Leider(?) kann ich dem lesenden individuum freilich keine demonstration anbieten ;) Nur ne unfertige geschichte erzählen.
Ich hatte/habe eine demo.

Nebenbei: zum Vocals Treff 2026 bin ich nun endgültig abgesagt.
Wie das universum das so macht, nach anderen geschichten im HNO-umfeld der letzten jahre, musste es mir wieder unnötigen müll in den weg werfen.
Seit letzter woche: eine einseitige gesichtslähmung unbekannter ursache (fazialis-parese, keine infektion).
Das mag mit guten chancen in "wochen bis monaten" heilen, und therapeutische übung erfordern.
So richtig optimiert kriegt man alle vokale in allen lagen freilich mit nur einem halben kooperativen mund nicht, auch wenn das noch halbwegs ginge.

Viel nerviger, dämmerte es mir dann beim ersten vokalisierungs-versuch nach diagnose, was hier los ist:
Nach den ersten 2 skalen fand ich meinen klang unerträglich - nun mag mancher einwenden, das sei ja geschmackssache - aber nicht doch, ich meine, die lautstärke!
Aber... nur auf dem ohr der betroffenen seite. Kurz getestet - nein, von innen kam es nicht, das "ventil" ist dicht. Finger aufs ohr - viel besser.
Dann erinnerte ich mich an tage vorher, als ich aus der neurologie de KH herauslatschte, vor der bushaltestelle stand, und ein RTW aus den toren des KH auf die straße kam, und (ohne direkt sichtbaren grund) erstmal die sirene anstellte:

"AUA! Endlich?! Der tag des jüngsten gerichts?! Das müssen sie sein - die Trompeten von Jericho! [oder werden das dann Posaunen, ich habs vergessen, ob die da recyceln wollen]"
Aber sie waren nur auf einem ohr. Da ich mir reflexartig die ohren zuhielt, wie ich das normaler weise schon bei bloßem erspähen eines krankenwagen tue, da ich deren sirene mindestens an der grenze zur körperverletzung empfinde, auch im gesunden zustand, und das ding von der betroffenen seite kam, dachte ich nicht weiter drüber nacht.
Aber beim singen war es dann klar - der akustische reflex ist beeinträchtigt.

https://flexikon.doccheck.com/de/Stapediusreflexprüfung

Also kurz: Ein schutzreflex, der bei sehr lautem schall muskeln versteift, die somit die schallübertragung dämpfen, sodass die sinneszellen im innenohr weniger behämmert werden.

Wie man im o.g. artikel auch findet, hängt der muskel am Nervus Facialis - eben jener, welcher hier grad keinen bock hat (weil aus unbekannten gründen entzündet, damit geschwollen und in seinem knochenkanal gequetscht. "Intelligent Design" - my ass.)

(Das wurde, vllt weil es nicht gut geht, nicht getestet / diagnostiziert, und habe noch dazu auch nichts weiter bekommen, was diagnose und ggf therapiemögklichkeiten/bedarf betrifft - der teil ist noch etwas komisch gerade... HNO-termine sind schwierig zu bekommen, aber die fühlten sich prinzipiell angesprochen.)

Man kann darüber lesen - aber so ein direkter A/B-Vergleich mit/ohne zwischen den ohren ist schon interessant!
(Danke, gott, für das berücksichtigen meines technischen interesses! Aber, jetzt kannst es schon wieder einschalten, gell?! GELL?! .... *zirp zirp zirp zirp...*)
Also ich kann sagen: wenn wir das nicht hätten, wären wir sowas von soviel schneller so viel tauber - alter schwede.

ACHTUNG: wer davon noch nie hörte, sollte jetzt nicht davon ausgehen, eine wunderwaffe zu besitzen und auf seine ohren bedenkenlos eindreschen zu können. Die etablierten rahmendaten zu gehörschädigungen basieren natürlich auf voll funktionierenden gehören. (Eigentlich offensichtlich - aber trocknet keine hunde in der mikrowelle!)


Was für sängervolk vielleicht besonders interessant ist an diesem effekt, ist der unterschied zwischen inneren und äußeren schallquellen:

Von außen, wie etwa die sirene, kriegen die ohren natürlich erst mal "eins drauf", weil es ja nur, nachdem der schall ankam, darauf reagieren kann - mit einer gewissen verzögerung.
Hat man jedoch die intention, gleich laut zu phonieren, antizipiert das system den schall-ausstoß und aktiviert diesen mechanismus _vor_ dem ersten lautausstoß.
Deswegen kriegt man da auch kein umschalten und "erst kurz zu laut, dann ok" oderso mit.
Das fügt der verfälschung des von sich selbst gehörten tones, die schon durch (freq.-abh. phasenverschobene) mischung von außen/innen-klang entsteht, eine weitere vielen nicht bewusste verfälschung hinzu: So bald du laut singst, wird der von außen von sich selbst gehörte raumschall auch noch mal in der frequenzübertragungskurve verfälscht, gegenüber zuhören aufgenommenen klangs bei moderater lautstärke, weil dieser mechanismus eine wahrscheinlich nicht frequenz-lineare dämpfung durchführt.
Und ja, links/rechts hörte sich auch da gravierend unterschiedlich an - normalerweise ist mein ohr der nicht betroffenen seite leicht klarer (auch durch HNO-hörtest nachvollziehbar), aber in diesem fall klingt das nicht durch den reflex geschützte ohr klarer.

Das war noch mal ne gute erinnerung daran, dass, wenn grad kein lehrer vorhanden, das beurteilen des eigenen gesangs via klanglicher hinweise als diagnosemittel, nur mit von außen aufgenommenem schall überhaupt sinnvoll sein kann (und effektiver weise eher sofort nach der phonation - später aufnahmen anhören & notizen machen hat einiges an hilfspotential, aber kein vergleich zu "wenns grad frisch im sinn ist", d.h. was man gerade gefühlt hat etc.) - nicht _während_ man gerade trötet, bis auf tonhöhe ^^.


Naja, man darf gespannt sein, wie das hier so wird. Mit einem zugehaltenen ohr zu üben ist schon irgendwie reichlich verwirrend, ich halt den ball erst mal flach 🤪
 

Zunächst mal gute Besserung!

Einseitige Gesichtslähmung hab ich bei meiner Frau mitbekommen - sie berichtete über sehr ähnliche akustische Wahrnehmungen zu der Zeit, obgleich wir das damals (2001) nicht zuordnen konnten. Zunächst die gute Nachricht: Bei Ihr ging das auch ohne weitere Therapie (weil nicht infektiös) vollständig im Verlauf einiger Wochen wieder zurück. Das wünsche ich Dir natürlich auch.

Ich selbst hatte mittlerweile zweimal Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Kein Hörsturz, "lediglich" kompletter Ausfall des Gleichgewichtssinns. Damit einher gingen beide Male auch massive Veränderungen der visuellen Wahrnehmung (Nystagmus), aber auch Besonderheiten der akustischen Wahrnehmung. An Musik oder gar Gesang Üben war in der Zeit nicht zu denken.

halt den ball erst mal flach
ist genau der richtige Ansatz. Solche Erkrankungen haben meist einen Grund. Gib dem Körper Zeit, damit klarzukommen und denke in der Zeit an Musik, aber mache keine.

Ich habe meine Erkrankung(en) als Grund genommen, mich mal richtig checken zu lassen (erster Anlauf HNO, zweiter Anlauf Kardio, zusammen ergab es ein Bild). Es dauert, bis man wieder fit ist. Meine Theorie ist, dass Dir Dein Körper etwas mitteilen will. Was das ist, wirst Du herausfinden.

Nochmal gute Besserung!

Gruß, Nico
 
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Einseitige Gesichtslähmung hab ich bei meiner Frau mitbekommen - sie berichtete über sehr ähnliche akustische Wahrnehmungen zu der Zeit, obgleich wir das damals (2001) nicht zuordnen konnten. Zunächst die gute Nachricht: Bei Ihr ging das auch ohne weitere Therapie (weil nicht infektiös) vollständig im Verlauf einiger Wochen wieder zurück.

Danke.
Das ist interessant. Hatten sie ihr _nichts_ weiter verschrieben?
Mir haben sie ein corticoid aufgedrückt. Die logik ist oberflächlich plausibel: schnelleres wiederabschwellen bzw verhindern eines noch größeren grades an schwellung. Nur... das immunsystem will da ja was machen, das wird jetzt gedämpft, aber obs sich davon abbringen lässt, das "fertig" zu machen, was da seiner beurteilung nach daneben liegt? Vllt auch nur ein flachdrücken, vllt sinnvoll...
Das zeug kann allerdings so allerlei im körper anrichten und verpfuschen, teils selbst bei kurzer gabe - begeistert bin ich nicht.
Es gibt wohl einigermaßen evidenz dafür, dass innerh. des zeitrahmens, in dem ich das zeug nach symptomanfang bekam, die chancen verbessert.
 
Wie geschrieben, das war 2001. Genau erinnere ich mich nicht mehr und alle Aussagen wären daher ohne Gewähr. Ich meine aber, sie hat nichts bekommen.
 
Ja, eine Fazialisparese (linksseitig) hatte ich auch mal und habe sehr unangenehm in Erinnerung, den Körper (bzw. in diesem Fall die linke Gesichthälfte) nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Allerdings ohne maßgebliche Ohrenbeeinträchtigung.
Singen und Posaune spielen ging halt nicht mehr, ich hab mich etwas isoliert aus meinem gesellschaftlichem Umfeld (sieht halt auch blöd aus...) und der Sache Zeit für die Heilung gegeben.

Und ich ware bei einer alternativen! HNO-Ärztin, die mir neben ein paar Globuli dann aber auch knallhart Prednisolon in einer sehr hohen Dosis verschrieben hat, mit einem Medikamentenplan, wo die Dosis dann regelmäßg reduziert wurde.
Wenn ich mich recht erinnere - ist schon ein paar Jahre her - war es nach ca. 6 Wochen zumindest einigermaßen ok, die Feinheiten haben sich dann noch später gegeben.
Ja, ich bein eigentlich auch kein großer Medikamentenfreund, aber zwangsläufig schon Pragmatiker. Prednisolon kannte ich schon aus anderem Hintergrund und dadurch, dass es zeitlich begrenzt war (ca. 6-8 Wochen) habe ich darin kein Problem gesehen.
Und im Rückblick finde ich die Entscheidung der Ärztin für mich passend und hilfreich.

Aber das ist keine Empfehlung, jeder Menschh reagiert anders auf solche Medikamente, es bleibt nur der Versuch und parallel die genaue Beobachtung möglicher Nebenwirkungen.

Meine Theorie ist, dass Dir Dein Körper etwas mitteilen will. Was das ist, wirst Du herausfinden.

Auch wenn ich das zwar etwas undifferenziert formuliert finde, so trifft es doch einen - meiner Erfahrung nach - wesentlichen Punkt. Details gegebenenfalls per PN, aber zumindest ganz allgemein stimme ich @scenarnick zu, dass hinter Krankheiten entsprechende Botschaften stecken können.
Ob wir diese Botschaften dann tatsächlich auch adäquat und ausreichend entschlüsseln können, bleibt offen und setzt aber zumindest den Willen und die Bereitschaft dazu voraus.

Auf jeden Fall wünsche ich gute Besserung und mach dir keinen unnötigen Druck. Alles hat seine Zeit und alles braucht seine Zeit - und wie lange deine Heilung Zeit braucht, findest du nur heraus, indem du ihr die Zeit gibst statt ihr Druck ( bzw. dir) Druck zu machen.

Edit:
Es waren entsprechend der üblichen Übersetzungen Die Posaunen von Jericho - obwohl man natürlich sagen muss, dass es zur damaligen biblischen Zeit noch gar keine Posaunen gab sondern tendenziell auf Natürhörnern geblasen wurde. In den Übersetzung hat man dann halt Posaunen draus gemacht.

Die Jericho-Trompeten sind etwas anderes.
 
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Hatte ich auch mal Mitte der 70er. Bei mir war es Hirnhautentzündung. Deswegen bin ich auch etwas doof.
:LOL: Kam mir bisher nicht so vor. Meine güte, womöglich warste vorher Einstein! :D

Bei mir war weiter nix los, was darauf hinwies. Ich spring auch nicht nackt durchs gesträuch, und wenn im park auf engen sandwegen spazier und am rand das gras hineinragt, dann stampfe ich da eben oben drauf (mir wurscht, wie das aussieht :D), sodass das gras, und solche viecher, immer schön unter der sohle bleiben, und nicht etwa auf meine socken abstreifen. Irgendwo da sitzen, sodass die mich ankrabbeln können, tu auch auch nicht. Hinterher trotzdem kontrolle.

---

Mit dem zeichen des körper ist das eine sache.
Ist ja nicht so, dass ich gesundheitlich "gedankenlos herumlebend" wäre, sondern manche würden mich seit 25 jahren als übertrieben forschungsmäßig am ball bleibend und auf dinge achtgebend bezeichnen, was gesundheits, ernährungs etc themen betrifft.
Was man als übliches, mit paar zusätzen (keine von den teureren "hippen" bisher ^^) im blut messbar ist, sieht, erst recht für mein alter, ok aus.
Sind noch andere dinge dabei? Weiß der teufel.
Eine sache, die schwierig zu verbessern ist, ist def. schlaf - das wird ein kompromiss bleiben, da die letztzen 20 jahre an chronobiologie für die gesellschaft und entscheider im großen und kleinen immner noch unintuitiv sind und abgewunken werden, sodass leute am rand der verteilungskurven zu einem grad ständiger fehlanpassung gezwungen sind.
Das mag schon gut sein, dass das hier reinspielt.
Andererseits wäre einzusammenhang mit eher nach mal wieder zu wenig schlaf mit gedämpfteren immunsystem hier ja eher "krankheit flammt auf", aber da war ja nix. Daher... weiß nicht.

Ist irgenbdwie witzig, dass die augenbraue der seite - das, was zuletzt (erst nach mund + nase) deutlich betroffen war (anfangs nur minimal weniger hub), scheinbar, wenn ich das richtig deute, von dem zeugs quasi so ungefähr bei dem grad an dysfunktion gehalten wird, wo es seit anfang der therapie aufhörte. Das oszilliert da jetzt seit tagen um nen punkt herum, wo es manchmal bis 2mm nach oben geht, und dann wieder nur so micro-spuren von bewegung.
Lt. eines übungs-videos auf YT für diese geschichten (gesichtsmukeln "reaktivieren" / nerv stärken) merken viele ab der 2. woche wieder etwas beweglichkeit. Das ist ja noch gut ne woche hin... Mal gucken.
 
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  • #8
Edit:
Es waren entsprechend der üblichen Übersetzungen Die Posaunen von Jericho - obwohl man natürlich sagen muss, dass es zur damaligen biblischen Zeit noch gar keine Posaunen gab sondern tendenziell auf Natürhörnern geblasen wurde. In den Übersetzung hat man dann halt Posaunen draus gemacht.

Die Jericho-Trompeten sind etwas anderes.

:D Ja _die_ trompeten kenn ich auch noch.
Wer weiß, vielleicht verschiebt sich das irgendwann zu etwas modernerem - die Saxophone von Jericho.
Ich weiß auch schon in etwa, wie das klingen würde:

View: https://www.youtube.com/watch?v=RYis3q0vv7g

--
Heute ist es ziemlich eindeutig, dass sich der betr. nasenflügel ~ 0,5mm bewegt, die braue bis zu 5mm. Irgendwas tut sich. Lid und mund noch keinen bock, oder lid schlecht feststellbar, da es ohne das ander auge zur "signalhilfe" gar nicht runter geht (mit cam könnt ichs mal messen ^^)
Ansonsten wirkt das wie "rückabwicklung in umgekehrter reihenfolge des auftretens" (es fing unten an und ging nach oben), d.h. der nerventeil für den mund hat am meisten abgekriegt.
Die verdammten pillen geben mir immer mehr "brain fog". Dachte zuerst nur schlecht schlaf wegen des nervigen anti-austrocknungs-augen-pflasters nachts, das immer irgendwo an der haut zieht, wie man sich auch bettet... aber der zeitliche zusammenhang mit meinen wenigen "durchblick" stunden der letzten tage scheint doch immer offensichtlicher. Naja, noch bis sonntag... Augen machen mir sorgen, def bei peak erwarteter dosis verschwommenere sicht. (nein, auch in die akutsprechstunde nix... bei augenärzten in nähe sagte man schon montag - diese woche? vergiss es. lol. Ich könnte nach Zimbabwe fliegen, vllt. sieht's da besser aus. Sicher, ein bleistift im auge ist ein echterer notfall.)
Das ganze ist eine seltsame mischung von ziemlich interessant und beunruhigend :D
 
  • Ersteller
  • #9
Seit letzter woche scheint der akustische reflex wieder da zu sein. Ich bin zwar nicht in meiner gewohten umgebung, aber ich habe schon in einem noch kleineren, fieseren raum test-krakehlt, und diesen deutlichen L/R-unterschied nicht mehr festgestellt.
Die braue der betroffenen seite kommt mir an der innenseite immer noch etwas "festgepinnt" vor im vergleich, aber ist subtil, und ich habe natürlich kein "vorher" bild.
Ein aspekt oft unterschätzter wichtigkeit: pfeifen geht so langsam auch wieder. Nicht ganz so zuverlässig und kräftig, wie es mal war, aber es wird :D
 
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