Über Kosmopolität, heile Finger & deren Bedeutung für Mu

von Bleecker Street Boogie, 06.12.03.

  1. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.12.03   #1
    Ich war ja eine ganze Stange Zeit nicht mehr im Forum, und als ich heute wieder hereinschaute, naja, dann war ich halt wieder da. Und irgendwie fällt mir (mal wieder) auf, dass es hier einen Wahnsinnsgroll gegen 'Sozialschmarotzer', Ausländer, Nazis, Punks, und eigentlich auch alle anderen gibt. Und das kann ich echt nicht gutheißen. Wer sich immer weiter in diesen albernen Pauschalisierungen verläuft und dann verbeißt, dass alle sch* sind, weil hier und da mal etwas gesehen, gehört, gepetzt oder auch erlebt wurde, was einige Individueen anstellen, den wird das Ganze kein Stück voranbringen. Echt, wenn man sich da hineinsteigert, dann schläft man schlecht, dann verbringt man, nein, besser: dann verschwendet man wertvolle Lebenszeit damit sich irgendwelche worst-case-Szenarien vorzustellen, umso schlimmer, umso besser. Im Grunde nennt man das Angst. Und weil ich viel erzählen kann, wenn der Tag lang ist, Preisfrage: Habt ihr Micheal Moores 'Bowling for Columbine' gesehen? Okay, na gut, das war keine echte Preisfrage, aber diese hier schon eher: Was kam am Ende heraus, warum in den Vereinigten Staaten so viel Gewalt angewendet wird? Ja genau, ganz recht. Und dem glaubt ihr doch? Ja, das tut ihr, weil der Film euch beeindruckt hat und so, und das ist auch okay. Angst. Was tun? Gar nicht so einfach, zugegebenermaßen. Kampfsport machen? Gar nicht so schlecht, stärkt das Selbstbewußtsein, das Selbstwertgefühl, die Gesundheit und außerdem lernt man sehr gut sich selbst zu disziplinieren. Oder stets Waffen bei sich tragen? Es gibt einige Theorien, die zum Inhalt haben, dass wenn umso mehr Waffen im Umlauf sind, die Umwelt sicherer würde, weil die 'Bösewichter' Angst hätten müssten, dass sie unmittelbar nach deren Taten durch unbeteiligte Dritte zur Rechenschaft gezogen würden. Klingt zwar plausibel, doch würden Täter dann unter Stressituationen nicht noch weniger Hemmungen haben sich den Fluchtweg freizumachen? Nun ja, alles hat zwei Seiten, und es gibt immer zwei Wahrheiten. Und wenn man sich schon auf nur eine fixieren will, warum dann nicht auf die, naja, 'menschlichere'? Ausländer sind nicht per se böse und gewalttätig. Es wird immer gesagt, dass so und so viel Prozent der Verbrecher Ausländer sind, und andere solcher Sachen. Zum einen sollte man nicht wild mit Zahlen herumwerfen, denn man sollte in unserer InformationsMÜLLgesellschaft keinen Statistiken trauen, die man nicht selbst gefälscht hat, und zum anderen sind auch die vermeintlichen Fakten grundsätzlich hinterfragenswert. Wir bluten alle rot. Und wer nicht, der ist nicht gesund und sollte zum Arzt. Ich verstehe es, wenn man verdammt sauer ist, weil einem eben gerade irgendeine dahergelaufene Ostpocke oder irgendein Kanake (ich übrigens darf das sagen, ihr nicht, ich bin ein eingebürgerter Polakkenmolukke, ihr nicht, deswegen pssscht) ein paar ohne Grund reingewürgt hat, aber das ist nur einer unter vielen. Ja, just in diesem Moment darf man sauer sein, denn wenn das Gesicht schmerzt, dann setzt das Hirn aus, aber wenn es wieder funktioniert, sollte man sich wieder vor Augen halten, dass wir alle Menschen sind, und jeder einzelne es verdient wie ein Mensch behandelt zu werden. Und auch gleich das Positive denken, gäbe es einen Döner ohne Türken? Nein, es gäbe das zweifelsfrei beste Schnellessen ohne Türken in Deutschland nicht. Und man braucht keine Statistiken um auf den Trip zu kommen, dass der überaus große Teil der hier lebenden Ureinwohner etwas wirklich Brauchbares für unsere Gesellschaft beiträgt. Und wie wäre es, wenn ihr die eine oder andere Fremdsprache erlernen würdet? Hab' ich gemacht. Spreche flüssig drei Sprachen und gebrochen vier weitere. Und das nützt. Und wie. Denn lernt man eine Fremdsprache, und das nicht gerade unter schulischem Zwang, dann entwickelt man ein Verständnis für die Kultur, die diese Sprache hervorgebracht hat, und das ist eine weitere aufgestoßene Tür, also ein neuer geebneter Weg, und eine neue und tolerantere Sicht auf die Dinge. Beispiel? Ich war irgendwann im Spätherbst mit einem Freund unterwegs, wir hatten sehr viel getrunken und irgendwann hatten wir eine Horde halbstarker Türken vor uns. Ich ahnte was kommen würde, und so geschah es. Mein Mitmonsieur wurde aggressiv und wollte sich unbedingt prügeln, weil wir über sie gelacht haben, und sich dann ganz besonders einer in seiner 'Ehre' beleidigt fühlte und der es uns dann unbedingt beweisen musste. Flugs wurden die ersten Messer gezückt, was entzückend war, weil wir keine hatten, und naja, ich hatte ehrlichgesagt in diesem Moment keine Lust meinem Kumpanen zu helfen. Ich zog es vor eine Unterhaltung mit den anderen anzufangen. Ich bat sie den Blödmann mit mir weitergehen zu lassen, weil ich sonst den Weg nach Hause nicht mehr finden würde und so. Und ziemlich bald fanden wir heraus, dass ein Cousin von einem von denen mir schon mal auf die Fresse gehauen hatte, mit dem ich mich allerdings vertragen und Freundschaft geschlossen hatte. Und dann konnte ich denen von den Heldentaten dieses Kickboxers erzählen, ich war also glaubwürdig, und flugs verstanden wir uns, lachten miteinander während nur noch ein einziges Messer gezückt war, und zwar das von dem besonders Schlauen da, der sich gerade im Prollen und Aufspielen hervortat. Aber der wurde dann ganz viel von seinen Freunden angefasst und so, und er wusste nicht so recht warum, weil er von seiner Umwelt nicht so viel mitbekommen hatte, sprich er wurde da weggezerrt und die Sache war gegessen. Ich musste nicht einen Finger krümmen. Ich habe nur geredet und bis dahin beherrschte ich im Türkischen nur die üblichen Kraftausdrücke. Gut deutsch konnten sie nicht, aber das machte nichts, denn wir verstanden uns. Ich trat ihnen mit keinerlei Aggression oder Angst entgegen, sondern wie ein echter Besoffener, der halt heil nach Hause will. Wir verabschiedeten uns vernünftig und gingen dann unsere Wege. Ja, so einfach kann es gehen. Natürlich kann man jetzt sagen, dass man in seinem eigenen Land sich doch nicht nach anderen richten muss. Okay, aber folgendes: bleibt euch denn etwas anderes übrig? Ich glaube nein. In Deutschland wird nicht viel Wert auf Bildung gelegt, man spart an den Schulen, man schließt Unis und so weiter, weil man kein Geld hat, und weil es außerdem sehr bequem ist sich an den Lernenden zu vergehen, weil die Klügeren ja bekanntlich nachgeben. Hey, da ist auch kein Geld mehr da für Sprachkurse für Mitmenschen nichtdeutsprachiger Herkunft. Und die sind nicht gerade günstig, die Kurse. Und wie sollen sich diese Menschen einen Kurs leisten können? Von der Arbeit, die sie uns wegnehmen?... Na ich weiß nicht. Es gibt immer zwei Wahrheiten. Immer nur motzen ist nicht. Und warum auch? Besser wird es davon ganz bestimmt nicht. Wie gesagt, wir bluten alle rot. Sagt jemand hey, lasst uns die Welt retten, dann wird er ausgelacht, würden wir nicht nur darüber reden, sondern würden es alle einfach tun, dann hätten wir es längst hinbekommen. Das war symbolisch, denn auf die Weltgeschichte werdet ihr keinen Einfluss haben, aber sehr wohl auf die Personen rund herum um euch, und das ist schon was, das ist der einzig mögliche Weg, eine Änderung in die Wege zu leiten, andere Möglichkeiten haben wir nicht.

    Und hier nun der eigentliche Grund, warum ich das alles schreibe, denn im Offtopic-Forum soll nur noch über Musik gesprochen werden: wenn ihr nicht laufend böse Gedanken habt und nicht so viele negative Gedanken habt, könnt ihr schönere Songs schreiben, und wenn ihr euch nicht prügelt, dann bleiben eure Hände heil und ihr könnt immer fleißig Instrumente spielen. Und wenn ihr verschiedene Sprachen sprecht, dann könnt ihr auch neue Texte schreiben, oder euch aus anderen Kultur(musik)kreisen inspirieren lassen.
     
  2. Meister Kinder-kontinent

    Meister Kinder-kontinent Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.12.03   #2
    jo. also insgesamt stimmt ich dir zu. ein riesentext. MAnches hab ich nicht kapiert (z.B. das mit moore, den film hab ich noch nicht gesehn). Aber insgesamt hast du Recht. es denkt nur nicht jeder drüber nach, oder er kommt auf falsche oder weniger sinnvolle Schlüsse... und das ist das Problem, aber man kann nicht jedem das gleiche Denken eintirchtern. Wird zwar heutzutage versucht, aber zum Glück geht es nicht. Auch wenn sich damit ein paar Probleme lösen ließen, es würden noch mehr Probleme und Konflikte entstehen.
     
  3. harvi

    harvi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.12.03   #3
    oh du täuschst dich. Es ging einmal, im dritten Reich (bis auf ein paar kleien widerstände). Aber heute würde es wirklich nichtmehr gehen, denn wie ihr ja wisst...grundgesetz...obwohl, die nationalsozialisten ham die Demokratie damals auch schon zerstört..aber was solls. Auf hilfe von aussen könnte man eh nich wetten (wir tun ja auch nix in italien)..

    und du hast es entstehen dann nochmehr Konflikte hat man ja gesehen...



    im grossen und ganzen hat Miolsz trotzdem recht
     
  4. LSV Hamburg

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    Erstellt: 09.12.03   #4
    @ll :

    Hiermit bitte ich Euch bei euren Posting´s in diesen Thread sachlich zu bleiben !

    Danke
     
  5. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.12.03   #5
    Ich hab mal einen arabischen Kiffersong geschrieben... :-)
     
  6. kosh

    kosh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.03   #6
    @ Milosz: Ich würde Dich sehr darum bitten, das nächste mal einen Text diesen Ausmaßes in mehr Paragrafen zu unterteilen. Das erleichtert sowohl das lesen, als auch das Verständnis des Textes,oder? ;)

    Ich durfte auch schon feststellen, dass ein paar Brocken Türkisch, oder Russisch in angespannten Situationen wahre Wunder wirken können. Eben noch in Lebensgefahr und ein "Iswinitje, paschaluista" später Teilhaber einer aüsserst lustigen Wodkarunde.
    Sicherlich sollte man immer versuchen mit aller Diplomatie gewalttäitgen Szenarien aus dem Wege zu gehen, aber leider hängt das immer von zwei Seiten ab und manchmal besteht auf einer dieser Seiten absolut kein Einsehen friedlich seiner Wege zu gehen. Dann wird's schwierig...

    Achso, was ich noch fragen wollte: Hast Du dir deine offensichtlich ausgezeichneten (wenn nicht sogar babylonischen) Sprachkentnisse in teuren Sprachkursen, oder durch Interaktion mit anderen Menschen erworben?

    Alles in Allem schätze ich das Du schon einiges wahres gesagt hast...

    Koncept Kosh
     
  7. GRINDyourMIND

    GRINDyourMIND Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 09.12.03   #7
    Du hast mit dem, was du sagst recht. Ich hab auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht, als ich mit nem polnischen Freund von mir unterwegs war. Nur verstehe ich nicht ganz, warum du hier Na.zis mit in Schutz nimmst....
     
  8. harvi

    harvi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.03   #8
    schreibt er doch:

    Wer sich immer weiter in diesen albernen Pauschalisierungen verläuft und dann verbeißt, dass alle sch* sind, weil hier und da mal etwas gesehen, gehört, gepetzt oder auch erlebt wurde, was einige Individueen anstellen, den wird das Ganze kein Stück voranbringen..und noch weiter: worst case-und so weiter...

    das triffts meiner Meinung nach
    is doch eindeutlich


    is ansichtssache
    radikalist bleibt radikalist
     
  9. GRINDyourMIND

    GRINDyourMIND Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 10.12.03   #9
    Na dann ist es aber auch ne Pauschalisierung, wenn man sagt alle Radikalisten (Wortschöpfung von dir ? :D) sind doof (klar, das hast du jetzt nich so gesagt). Ich halte es nicht für sinnvoll Intolleranz zu tollerien um seine Tolleranz zu demonstrieren. (und was sich reimt das stimmt, oder was :p)
     
  10. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.03   #10
    @ meister-kinder-kontinent: in Moores Film ging es um die Frage, warum in den Vereinigten Staaten so viel Blut fließt. Er kam zum Schluß, dass die Medien durch Schreckensbilder und -Artikel Angstphantasien bei den Zuschauern beflügeln. Diese sollen ganz gezielt den Home-sweet-home -liebenden Weißen mit all der dazugehörigen (faszinierenden) Grausamkeit manipulieren, damit er mehr Zeitungen kauft oder mehr Fernsehen sieht, denn damit verdienen Medien ihr Brot. Allerdings führt das dazu, dass die Konsumenten zunehmend nur noch in schwarz und weiß sehen, und zwar im warsten Sinne der Wörter, denn am beliebtesten sind Bilder schwarzer Straftäter, gefolgt von anderen nichtweißen Minderheiten wie den Hispanics. Dadurch entstehen die Stereotypen Bilder "wir Weißen Ur-Amerikaner werden immer von diesen dahergelaufenen Minderheiten bedroht, und deshalb müssen wir uns mit Waffengewalt verteidigen". Auch wir hier in Europa haben die Vorstellung, dass hauptsächlich schwarze Jugendliche in den Highschools Waffengewalt einsetzen, das liegt aber an den selektierten Bildern, die zu uns durchdringen, beziehungsweise durch die Hollywood-Filme, die wir sehen. Die meisten Mörder, statistisch, sind Weiße. Deswegen verspürte Moore auch den Drang dies, also unsere Vorstellungen in seinem Film geradezurücken, und zu zeigen, dass Angst kein guter Ratgeber ist.

    Und falsche oder weniger sinnvolle Schlüsse, naja, ich denke nicht, dass wir das beurteilen können. Zwar tue ich persönlich das nahezu immer und eigentlich schon grundsätzlich, aber dennoch ist es so, dass wir nur eine eingeschränkte Sicht auf die Dinge haben. Man kann sie auch erweitern, in dem man versucht, das Geschehene aus den Augen der Betroffenen zu sehen, doch bemüht man sich auch noch so sehr, auch dieser Versuch wird nicht so recht vollständig durchführbar sein. Oder wertneutral. Mein Matheprofessor schrieb uns einmal etwas auf, von dessen Weisheit übertragen auf Dinge des Alltags er noch nicht einmal geahnt hat, und zwar: Ein Mathematiker denkt A, schreibt B hin, meint C, rechnet mit D weiter, bekommt das Ergebnis E raus und F wäre richtig gewesen. Gott allein weiß, warum etwas passiert ist, und warum so und nicht anders. Uns fehlt doch so ziemlich alles um urteilen zu können. Und das beweist auch unsere durchschnittliche Fehlerquote.

    @harvi: ja na klar hab' ich recht! :mrgreen:

    @ ray: ist sicher sehr witzig, wenn man eine so richtig stylische Nargileh in seinem Zimer hat und... :D

    @ kosh: ääh, ja. Stimmt. Eigentlich hatte ich mir das schon mehrmals vorgenommen immer so ein paar Absätze zu machen, aber aaah, dieses Kurzzeitgedächtnis... bitte glaub mir, der Wille war da, ich habe es nur (mal wieder... *ichschämemichauch*) vergessen!
    Naja, polnisch habe ich mit der Muttermilch und den väterlichen Prügeln mitbekommen. Deutsch musste ich erlernen, was aber im Kindesalter noch leicht ist und schnell geht. Englisch und Französisch in der Schule gelernt, meine Frau ist Türkin (und sie war immer schockiert, als ich voller Elan zu ihr gelaufen kam und: "was heißt den diesunddas?" und so ziemlich immer ein recht böses Schimpfwort dabei herauskam, aber hey, das ist Lernen nach dem Try-and-Error-Prinzip...), und in der Oberschule waren in den a- und b- Klassen die Evangelen, und in der c der ganze Rest, und ist ja klar, wo ich war! So richtig gebürtige Deutsche gab es bei uns nur neun von 32. Da hat man schon gut Ausdrücke lernen können! :mrgreen: Nur Japanisch habe ich versucht mir mit so einem (achtung Schleichwerbung) Langenscheidt -Trainer mit Kassetten, Wörterbuch und all dem Pipapo versucht beizubringen. Dank der Kassetten ging das auch ganz okay, denke ich, außerdem war ich jemand, der diesen Mangas und Hentais nicht abgeneigt war, und diese auch nur in OmU sehen wollte. An Sprachkurse dachte ich mal, aber als Student habe ich leider echt keine Kohle dafür, und auch leider leider nicht so richtig Zeit. Aber immerhin bin ich jetzt als Mehrsprachenkönner in meinem Uni-Freundeskreis der Master! Und die Jungs kommen nie aus diesem Kinderalter raus, was meint ihr, was die mich immmer für Wörter fragen... :D :mrgreen:

    @GindyourMind: ich habe in fleißiger Recherche für diese Antwort nocheinmal meinen Text gelesen, aber mir will partout nicht auffallen, wo ich [böses Wort] in Schutz nehme. Und da will ich auch gleich gegenfragen: warum ist es gerade das, was dir auffällt? Und dann auch aus reiner Neugier auf deine Antwort: warum sollte man denn Intolleranz nicht tollerieren?
     
  11. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 10.12.03   #11
    Betonung auf "und"... ;) والله
     
  12. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.03   #12
    maktub, ob man dann... :mrgreen:
     
  13. ayamee

    ayamee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.03   #13
    Ertappt! ;)

    Ja mata ne!
     
  14. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.12.03   #14
    Ie! So dewa arimasen! So dewa arimasen!!! Also eigentlich nur ganz wenig. So baby-bißchen. Nicht wirklich viel. Welchen Manga ich guten Gewissens empfehlen kann ist Neon Genesis Evangelion. Der ist von vorne bis hinten durchdacht, und den kann ich auch so nennen, da diese Empfehlung mit dem Thread durchaus Hand in Hand gehen kann, aus dem Film kann mann sehr viel lernen.
     
  15. harvi

    harvi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.12.03   #15
    würd mich auch mal interessieren
    hier is mal nen BEispiel aus meinem Leben:

    bei mir in der Klasse gibt es zwei Türken.Ich habe absolut nichts gegen Türken. Beide können net sein. Nur einer davon ist Schläger (dabei isser eigentlich garnicht dumm...na ja aggressionen halt). Dem will ich mich aber garnet widmen. Der geht schon seinen Weg
    Aber zum anderen: er ist im Grunde nett. hat zwar ein fetisch für krieg und waffen und zocken aber in Ordnung.
    aber
    ich habe noch nie in meinem Leben so ein Ausmaß an Intolleranz erlebt. In Bezug auf alles, wirklich auf alles. Auf musik, Kleidung, Haare, Geschlecht, Sexualität (hier besonders, ich zitiere: scheiss auf tolleranz das isn scheiss da muss man reinschalgen damits was hilft - liegt wohl daran das er sich seiner sexualität noch nicht bewusst ist--> Panik). Er ist alles was er hasst. Er stinkt obwohl er auf Sauberkeit wert legt und so weiter
    aber es geht hier ja nich drum jemanden fertig zu machen
    mir ist nur aufgefallen, intoleranz muss toleriert werden
    es bringt überhaupt nix ihn nicht zu tolerieren. Es ist quasi ein riesiger zynismus. genau wie gegen gewalt mit gewalt.

    also warum sollte man intoleranz nicht tolerieren? wie willst du sonst den Ärger im Keim ersticken? das meiste kommt ja nicht aus Überzeugung sondern aus intoleranz einem selbst gegenüber

    also bitte erörtere uns das doch bitte mal grind (bist ja auch bei der antifa. habt ihr schonmal nachgedacht mit anderen waffen zu werke zu gehen?)

    a propos milosz. wie hast dus geschafft das der thread wiederkommt?

    gruß, euer unpolitischer Tobi
     
  16. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.12.03   #16
    Das hat nicht Milosz "geschafft", wir hatten den Thread gleich zu Anfang vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Erstens, um die längere Abhandlung erstmal gründlich lesen zu können und zweitens, um uns abzustimmen, wie wir mit dem Thread weiter verfahren. Ergebnis: der Thread kann bleiben, solange es fundiert zur Sache geht. Soviel in Kürze dazu.

    Bleibt anständig! ;-)

    Jens
     
  17. Baao Blattschneider

    Baao Blattschneider Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.12.03   #17
    Es gibt eine Entwicklung die mir Sorgen bereitet.
    Spricht man sich sachlich in der Öffentlichkeit gegen das Regime von Sharon & Co und deren gewaltsames Vorgehen aus ist man gleich.....ja ihr habt es Antisemit! Ich finde das auch total intolerant, dass man sich aufgrund der Geschichte seiner Vorfahren, nicht gegen politische Ungerechtigtenkeiten offen äußern kann. Unsere beschissene Vergangenheit, für die wir nicht das geringste können holt uns immer wieder ein. Italiener dürfen sich mit Flaggen schmücken, Spanier gröhlen Spanien über alles...jeder versteht dies als Gefühl von Zusammengehörigkeit und Nationalstolz (der ja in bestimmten Maße in Ordnung ist).
    Naja stellt euch mal vor ein Deutscher macht das hier auf der Straße oder gar im Ausland. Direkt ist er ein fucking Nazi und muß am besten in den Knast und ne Hirnwäsche bekommen.

    Nicht das ihr mich falsch versteht, ich bin einer der letzten die etwas auf Nationalstolz und dergleichen geben.
    Ich wollte nur mal zeigen, das die Richtung in die das ganze geht nicht ganz in Ordung ist oder ?

    Kann ich was dafür, dass ich als Deutscher geboren wurde? Kann ich was dafür, was hier in der Zeit von 1933 - 1945 abging? Soll ich mich also dafür schämen ???????
     
  18. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.03   #18
    ich finde es schlimm das bei dem begriff deutschland immer und immer wieder der 2 wk genannt wird
    Klar ist es wichtig sich mit gerade unserer geschichte zu befassen und diese aufzuarbeiten aber man muss auch an die deutschen denken die etwas wirklich wichtiges geleistet haben (unsere grossen musiker, dichter usw ) und uns nicht immer als monster hinstellen
    ich finde man kann uns nicht vorwerfen das wir uns nicht mit unserer geschichte auseinandergesetzt haben.
    Zu dem begriff " ich bin stolz ein deutscher zu sein " kann ich nur sagen dass er soweit in ordnung ist ,wenn man damit an leistung der menschen denkt, die deutschland nach dem krieg wieder aufgebaut haben und mitgeholfen haben dieses land zu einem industriestland zu machen in dem die menschen in frieden leben können. Wenn man diesen begriff anders auslegt finde ich das absolut zum kotzen.
    außerdem find ich en bissel überzogen, das man gleich als antisemit hingestellt wird nur weil man die aktionen israels kritisiert.


    ich kann nur noch eins sagen : rechtsextreme find ich scheisse und das was linksextreme abziehen find ich genau so scheisse. beides bringt überhaupt nichts.
     
  19. harvi

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    ja da sieht man mal wieder, dass sich das ganze sehr gut anbietet um Kritik runterzuspielen. Israel betreibt Blutpolitik, und Amerika unterstützt dabei (is ja normal..die ham ja son tolles verhätlnis, danke ihr Gründungsväter)...
     
  20. Bleecker Street Boogie

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    Erstellt: 23.12.03   #20
    @ Baoo: wir sind alle Opfer einer völlig neurotischen Generation von Eltern, die als einen ihrer Grundsätze Planlosigkeit auf ihren Bannern trug. Sie standen vor zwei Möglichkeiten, wie sie uns erziehen konnten: entweder so, dass wir Wert auf "Sekundertugenden" wie Ordnung, Fleiß, Sauberkeit, Pünktlichkeit, gesunder Arbeitsehtos und anderem solchen, mit dem man ein KZ leiten kann (O-Ton Oskar Lafontaine, diese vollkommen verblödete dumme Sau), oder so, dass wir uns möglichst selbst verwirklichen können. Nun ja, natürlich wollte niemand, dass wir zukünftige KZ-Wächter werden, und so ließen sie uns uns selbst verwirklichen. Äähm, ja. Und wie funktioniert das? Wissen sie selbst nicht, aber im Zweifelsfall immer lieber einfach laufen lassen. Hier liegt ein großer Fehler, denn a) kann man sich nicht ohne all solche "Sekundärtugenden" selbstverwirklichen, denn man ist nicht wirklich allein lebensfähig, und b) wurden bei uns zu viele Dinge stets tabuisiert, und dann auch noch die falschen. Es heute gang und gäbe, dass die Sexualaufklärung mittels Pornographie geschieht, und dass man wichtige politische Themen totschweigt und dogmatisiert, dass man nur eine einige Antwort als richtig vermittelt. Beide Beispiele taugen sehr gut, wie ich finde, denn in einem Porno wird das Gefühl des gegenseitigen Respektes und der Liebe nicht vermittelt (und laut Bild oder BZ fangen die Kinder heutzutage schon mit 11 an Sex zu haben, und aus denen kann nur noch ein zu einer Langzeitbeziehung unfähiger Mensch entstehen, weil ihm Gefühle wie Liebe, Respekt, Fürsorge unbekannt ist, und die Ware Sex stets bereit scheint), und wenn man immer zu hören bekommt, nein, Krieg ist schlecht, Krieg ist böse, nein! sag das bloß nicht, das ist antisemitisch, dann glaubt man das irgendwann, und man wird wie Sauron. Genau, der mit nur einem Auge, das auch noch brennt. Man hat ihm ganz bewusst nur eines gelassen, damit man dem Publikum seine Betrachtung der Dinge aus nur einem Standpunkt verdeutlicht. Aber dabei gibt es immer zwei Wahrheiten. Unsere Elterngenerationen haben an uns wirklich etwas ganz grundlegendes falsch gemacht. Sie haben uns einfach so, ganz unvorbereitet auf die Welt losgelassen, ohne Erklärungen, ohne Regeln, ganz einfach uns machen lassen. Und im Großen und Ganzen kann da nichts dabei herauskommen. Es dringt allerdings immer mehr durch, dass man auf die alten Dogmen neue Antwortsmöglichkeiten sucht. Zum Beispiel wird heute schon gesagt, dass die Interation von Ausländern fehlgeschlagen ist. Für diesen Satz wäre man früher öffentlich gehängt worden, und sofort würde man nach den Schuldigen im System suchen. Heute aber ist es so, dass man sich traut zu sagen, dass die Ausländer sich nicht integrieren wollen. Und langsam aber sicher darf man auch Israels Politiker kritisieren. Nur ändern sich diese Sichtweisen, weil sich irgendwo großer Ärger staut. Und das ist nicht gut. Die Welt darf man weder durch Kaleidoskope betrachten, noch durch rote (weil rot aggressiv macht) Tunnelblickbrillen. Aber das geschieht leider. Die meisten sagen, dass zum Beispiel der Spiegel eine seriöse Zeitschrift ist. Ich hingegen kriege immer das Kotzen, wenn ich sie lese. Deswegen lese ich sie auch nicht. Nicht alles darin ist schlecht, doch scheint es mir, dass sie ein ausgesuchtes Klientel ansprechen wollen, und zwar eines, welches zum einen ein wenig Geld hat, und zum anderen sauer ist, was mit dem Geld, welches sie an den Staat abgeben müssen, passiert. Ein großer Teil der Spiegel-Leser sind Menschen, die auf bestimmte Themen explosionsartig böse reagieren würden, wenn man sie nur ließe, weil sich bei ihnen große Wut aufgestaut hat. Meistens auf Ausländer, Sozialschmarotzer und andere, die ich schon ganz oben gelistet habe. Aber es gibt immer zwei Wahrheiten.

    @ MetalMaze: Es ist, wie ich es erlebt habe, so, dass nur wir hier in Deutschland den Eindruck haben, dass alle uns sofort mit dem ganzen 3. Reich-Tralala verbinden. So ziemlich alle haben begriffen, dass der zweite Weltkrieg schon sehr, sher lange vorbei ist, und wir hier in einem demokratischen Staatsgebilde leben, dass von uns keine Gefahr mehr ausgeht, dass aus Deutschland sehr leckeres Bier kommt, usw. Nur wir wissen das noch nicht. Die hiesige Linke Bewegung, auch die, die sich (leider, und warum eigentlich???) die Intellektuelle Linke nennt, also die, die den Tagesspiegel, die TAZ oder sowas lesen, ist im festen Glauben, dass wir noch nicht so weit sind unsere Armee hinaus in die Welt zu senden, auch wenn sie nur Holzpflöcke in die Wüste hauen und den Einheimischen medizinisch helfen würde (Somalia), weil sie diese als großdeutsche Reichsteufel sehen und verurteilen würde. Und diese Intellektuellen meinen noch ganz viel mehr. Maaaaann, das ist doch so ein verdammter Mumpitz, und wieder, es gibt zwei Wahrheiten, im Ausland wurde ich bisher nie, und zwar wirklich noch NIE empfangen als ob ich ein Anhänger des kleinen abgelaufenen Fruchtzwerges mit diesem nicht teutonischen Bärtchens wäre. Im Gegenteil. Na gut, wahrscheinlich weil pecuna non olet, deutsches pecuna wohl auch nicht...

    @ GrindyourMind: du könntest echt eine Antwort schreiben, um ein wenig Unverständnis aus der Welt zu schaffen, was durchaus hilfreich wäre.