Ukulele mit "Totalschaden" wiederherstellen

von -Aperture-, 21.07.16.

  1. -Aperture-

    -Aperture- Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.16   #1
    Hallo,

    zu meinem Einstand hier im Forum möchte ich euch gleich mal ein wie ich befürchte etwas größeres Projekt vorstellen. Vor ein paar Tagen ist mir diese (Konzert-, wie ich vermute) Ukulele zugelaufen. Jetzt würde ich sie gerne wieder in Schuss bringen. Ich weiß nicht, um was für eine Marke, geschweige denn um was für ein Modell es sich handelt. Vermutlich lohnt es sich auch gar nicht, aber ich sehe es einfach als Freizeitbeschäftigung und gleichzeitige Möglichkeit, etwas über dieses Instrument zu lernen.
    Jetzt ist die Frage, wie man bei der Restauration vorgeht. Das größte Problem ist wohl die defekte Decke. Muss diese ersetzt werden, oder kann man da mit so "flüssigem Holz" aus der Tube oder einer besonderen Spachtelmasse noch etwas retten? Dann ist wohl der Steg hinüber. Was kann man da was machen?
    Und was ist mit der Mechanik?
    Und dann wäre da noch die Sache mit dem Lack. Wie es scheint, hat sich da schon mal jemand dran zu schaffen gemacht. Soll ich den Lack komplett abschleifen, oder würde sich das vollends fatal auf den noch zu rettenden Klang auswirken? Ich muss sagen, schön sieht er nicht aus und ich hätte schon gerne was anderes.
    Was meint ihr? Ich bin für jeden Tipp dankbar.

    Viele Grüße
    -Aperture-


    IMG_9496 web-Auflösung.jpg IMG_9497 web-Auflösung.jpg IMG_9498 web-Auflösung.jpg IMG_9499 web-Auflösung.jpg
     
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  2. -Aperture-

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    Erstellt: 23.07.16   #2
    Auch auf die Gefahr hin, dass das hier keinen interessiert:
    Ich habe heute die Mechanik deinstalliert und begonnen den Lack des Korpus abzuschleifen. Morgen werde ich diesen Arbeitsschritt dann hoffentlich beenden können. Mein Plan sieht nun wie folgt aus:
    Ich werde einen neuen Steg, einen neuen Sattel, sowie neue Mechaniken und Bünde anbringen. Dazu werde ich am Montag mal bei meinem heimischen Instrumentendealer vorbeischauen. Wenn der die benötigten Teile nicht hat, kann er sie hoffentlich besorgen, ansonsten werde ich mich im Internet eindecken.
    Außerdem soll die Ukulele gebeizt und anschließend mit Klarlack behandelt werden.
     
  3. Oktober

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    Erstellt: 23.07.16   #3
    Doch, mich interessiert das schon. Kann dir nur keine Tipps geben, aber schau mir das gerne an.
     
  4. -Aperture-

    -Aperture- Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.16   #4
    Das ist schön zu hören. Sobald ich mit dem abschleifen fertig bin und die Bundstäbe entfernt habe, stelle ich auch noch mal ein Bild ein. Was mir allerdings gestern Abend noch eingefallen ist: Da ich vorhatte den Riss mit Leim auszufüllen, wird das mit dem Beizen wohl eher nichts werden, da die Beize ja nicht auf dem Leim hält. Alternativ müsste ich erst beizen und dann den Riss behandeln, aber auch hier wird man immer was sehen. Deshalb bin ich mir jetzt nicht sicher, ob ich die Ukulele doch lackieren soll, oder was anderes mache. Werde mir da mal noch Gedanken drüber machen und ggf. eine Maler- und Lackiererin zu Rate ziehen, die ich kenne.
     
  5. Raverii

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    Erstellt: 24.07.16   #5
    Zu den Holzdefekten: Fachgerecht wäre es wohl, diese mit Schnitzwerkzeug zu glätten und exakt passende Holzspäne mit Hautleim einzusetzen. Ein Geigenbauforum wäre eine gute Adresse für Fragen zu Reparaturen dieser Art. Alternativ könnte man jemanden Fragen, der Möbelrestaurierungen durchführt.
     
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  6. -Aperture-

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    Erstellt: 24.07.16   #6
    Hallo,

    mein Plan sieht vor, das so wie hier http://www.die-akustikgitarre.de/body.htm#Risse in Decke beschrieben durchzuführen, denn auch wenn das auf den Bildern nicht so aussieht, so ist der Riss doch nicht gerade und auch unterschiedlich tief. Um dort allzu viel zu beschädigen, möchte ich es lieber mit eher feinerem Holzabrieb versuchen. Das ist auch die Methode, die mir mein Vater empfohlen hat und der hat einige Ahnung von Holzbearbeitung, wenn auch nicht vom Instrumentenbau im Speziellen. Oder siehst du einen Grund, warum ich eher gröbere Partikel nehmen sollte?

    So sieht sie übrigens fertig abgeschliffen aus. Ukulele Geschliffen_webgröße.jpg
     
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  7. Raverii

    Raverii Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.16   #7
    Mit Span meinte ich eigentlich ein exakt passendes Stück Holz, das in die (bereinigte) Kerbe eingesetzt wird, nicht Späne im Sinne von Sägemehl. Also eigentlich eine Intarsien-Technik.

    Ich bin kein Holz-Profi, aber die auf der Gitarrenseite vorgeschlagene Art der Reparatur wäre für Geigen und wertvolle Möbel wohl nicht fachgerecht. Zu Gitarren / Ukulelen kann ich nichts sagen.

    Deine Uke sieht ohne Lack jedenfalls schon viel besser aus!
     
  8. -Aperture-

    -Aperture- Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.16   #8
    Also ich bin Gestern unterwegs gewesen und hab versucht an die Ersatzteile zu kommen. Leider hat die Werkstatt bei meinem hiesigen Musikladen zu gemacht, so dass ich dort keine Ersatzteile mehr bekommen konnte. Die haben ich mir dann per Internet bestellt. Der alte Meister war jedoch zufällig gerade da und hat gesagt, dass das hier Grenzwertig sei, wie der Riss jetzt am besten repariert wird. Für den Hausgebrauch sei es aber am einfachsten, wenn ich das mit Sägemehl und Leim mache und nicht noch allzu weit auffräse und damit womöglich noch mehr beschädige, weil der auch schon relativ tief ist und ich schnell durch die Decke durch sein könnte.
     
  9. rbur

    rbur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.16   #9
    Was hat er denn für einen Leim empfohlen?
     
  10. -Aperture-

    -Aperture- Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.16   #10
    Den von Titebond.
     
  11. rbur

    rbur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.16   #11
    Da gibt's irgendwie 300 Sorten ...
    den Weißleim?
     
  12. -Aperture-

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    Erstellt: 26.07.16   #12
    Ja, den "Original". Das sei zwar nicht die erste Wahl, aber er meinte dass der für meine beschränkten Möglichkeiten schon in Ordnung sei.
     
  13. rbur

    rbur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.16   #13
    ok, danke
     
  14. Corkonian

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    Erstellt: 26.07.16   #14
    Tidebond ist für sowas eigentlich die zweitbeste Wahl. Wenn man nicht mit Knochenleim arbeiten will/kann sogar die erste Wahl.
    Und ja, der "original" mit dem leicht gelblichen Ton ist dafür gut. Vor allem, weil man da relativ einfach vor dem antrocknen mit einem feuchten Lappen sauber machen kann.
    Der Riß wird wohl durch das Holz durchgehen, daher würde ich zusätzlich mit Cleats (kleinen etwa Briefmarken großen Furnierstücken) von innen den Riß stabilisieren. Dann den Riss mit einem Dremel in einer Oberfräs-Halterung sauber auffräsen und einen passend geschnittenen Streifen (was ist das? sieht aus wie Fichte...?) des Deckenholzes einleimen. Den Streifen kann man dann mit einem Daumenhobel herunterhobeln, bündig schleifen und dann das Gelump neu lackieren.

    Man kann natürlich auch den Riß auffüllen, dann aber würde ich auf jeden Fall Cleats setzen und auch ein Material nehmen, das garantiert aushärtet. Normaler Weißleim macht das nicht. Bei kleinen Rissen nehme ich hier sehr dünnflüssigen Sekundenkleber, den man auch in den Riss massieren kann. Allerdings härtet Sekundenkleber so hart aus, dass man sich einen Wolf schleift. Und der Riß ist dafür zu kapital.

    Spassig wird das Bundieren. Hierzu braucht man neben den üblichen Schleifklötzen und einem Edding auch passende Bundzangen um die Zunge des Bundes passend abzuknipsen. Plus einen rückschlagfreien Hammer mit Plastik-Schlagfläche damit man sich die Bünde nicht flach haut und einen Satz Schlüsselfeilen für die Bundenden. Wenn man noch nie bundiert hat empfehle ich auch den Einsatz einer diamantbesetzten Bundfeile mit der passenden Hohlkehle, das erspart viele, viele versaute Bundstäbchen....

    Beim wiederaufleimen des Steges darauf achten, dass auf Lack und Öl nix klebt, also vorher einrichten, anzeichnen, ankleben und dann lackieren/ölen.

    Viel Vergnügen....
     
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  15. -Aperture-

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    Erstellt: 26.07.16   #15
    Ja, scheint Fichte zu sein. Auch sieht es so aus, als sei da von unten schon eine Leiste gegen geklebt worden zu sein. Ich vermute dass das derjenige war, der auch angefangen hat an einigen Stellen zu schleifen, die Saiten entfernt hat und damit begonnen die Mechanik abzubauen.
    Könntest du mir erklären, warum es wichtig ist, etwas zum Auffüllen des Risses etwas zu nehmen, dass vollkommen aushärtet? Und warum ist es noch besser stattdessen ein neues Holzstück einzusetzen? Weil das wäre ja auch nicht so hart, wenn es eingeleimt würde. Oder wäre es sehr viel mehr Aufwand die ganze Decke auszuwechseln?
     
  16. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.16   #16
    Im "Notfall" kannst Du für Kleinkram, Späne etc., auch bei dick.biz nachsehen. Ansonsten: Bitte weitermachen...
     
  17. -Aperture-

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    Erstellt: 31.07.16   #17
    Also der Riss war doch bedeutend schlimmer, als erwartet. Am unteren Ende war das Holz regelrecht vermodert, sodass dort ein Loch in der Decke entstanden ist. Aufgrund dessen habe ich mich doch entschieden, ein passendes Holzstück zurecht zu sägen und einzuleimen. Dazu hab ich ein Stück Fichtenholz genommen, welches schon seit über 10 Jahren bei mir im Keller liegt, also gut abgelagert ist.
     
  18. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.16   #18
    Und wenn Du jetzt das ganze zusammenleimst, dann willst DU ja, dass das als ein Stueck Holz schwingt. Wenn Du da nicht Leim nimmst, der nicht mindestens glashart aushaertet, dann hast Du da einen recht haesslichen Schwingungsdaempfer drin und die Decke schwingt dann gar nicht mehr, weil der elastische Leim jeden Ton toetet....
    Ponal, z.B. haertet so gut wie gar nicht aus, der wird nur trocken und dicker.
     
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  19. -Aperture-

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    Erstellt: 02.08.16   #19
    Alles klar, das leuchtet ein. Dann war es ja wahrscheinlich doch ganz gut, dass ich ein Loch in der Decke fabriziert habe und die Leiste eingeklebt habe. Soweit ich das beurteilen kann (habe mal an den unterschiedlichsten Stellen auf die Decke geklopft, auch auf den ehemaligen Riss), ist die Schwingungsübertragung noch gut, sodass es kaum wahrnehmbare Veränderungen gibt.
     
  20. -Aperture-

    -Aperture- Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.16   #20
    Ukulele Riss.jpg Das war übrigens das Loch am unteren Ende.
     
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