Ungehört (Rede und Antwort)

von sekiteleven, 02.04.16.

  1. sekiteleven

    sekiteleven Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.16   #1
    Hallo an alle,

    in diesem Forum bin ich neu angemeldet. Sehe mich aber mehr als Lyriker. Habe folgenden Song Text geschrieben.

    1. Strophe:
    Sie zeigen auf dich mit dem nackten Finger,
    bevor sie kehren vor der eig'nen Tür.
    Dort wird der Berg von Dreck nur nicht geringer,
    verliert sich lediglich aus dem Visier.

    Refrain:
    Der and're soll für ihre Taten büßen,
    weil der ganz leicht zu ihrem Opfer wird.
    Diese Kanonen, mit denen sie schießen
    bleiben von ihnen selber ungehört,
    bleiben von ihnen selber ungehort.

    2. Strophe
    Der and're ist für sie der wahre Böse,
    und es reißt schnell der Faden der Geduld.
    An ihrem laut aufbrausenden Getöse
    geben sie nur dem anderen die Schuld.

    Refrain:
    Der and're soll für ihre Taten büßen,
    weil der ganz leicht zu ihrem Opfer wird.
    Diese Kanonen, mit denen sie schießen
    bleiben von ihnen selber ungehört,
    bleiben von ihnen selber ungehort.

    Bridge (Sprechgesang):
    Rede und Antwort bin ich dir nicht schuldig
    und gehe ich fort und warte nicht geduldig
    ist es nur von Nöten vor meinem Gewissen
    dieses zu vertreten und fort geh'n zu müssen.

    Es ist meine Wahl und nicht dein Entscheiden.
    Nicht alles egal, ich mag nur nicht mehr leiden.
    Und so geh' ich fort und bin nicht mehr geduldig,
    doch Rede und Antwort bin ich dir nicht schuldig.

    Refrain:
    Der and're soll für ihre Taten büßen,
    weil der ganz leicht zu ihrem Opfer wird.
    Diese Kanonen, mit denen sie schießen
    bleiben von ihnen selber ungehört,
    bleiben von ihnen selber ungehort.

    ---

    Der Teil mit dem Sprechgesang könnte von einer anderen Stimme übernommen werden. Es ist sozusagen die Person, die irgendwann aus dem Geschehen ausbricht.
     
  2. MamaMuuht

    MamaMuuht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #2
    @sekiteleven

    Ja, also eigentlich wollte ich deinen Text nur mal ein wenig aufhübschen. :-)
    Dann riss es mich allerdings mit und es ist irgendwie was Anderes geworden. Sorry.
    Ich poste ihn aber dann doch mal, damit du exemparisch siehst, wie ich Songtexte entwickle. Auch aus Vorlagen. Oder auch mit anderen zusammen.
    Das ist jetzt innerhalb einer Stunde entstanden. Deswegen wirkt er noch etwas unrund. Titel wäre erstmal Arbeitstitel.
    Zu deinem Text: Die Idee gefällt mir gut! Ich sehe allerdings viele Baustellen.
    Da sind zum einen einige Reime, die gezwungen wirken. Der Rhythmus der Zeilen ist für mich nicht ganz klar erkennbar.
    Und für mich zündet der Refrain leider nicht.
    Der Sprechgesangsteil ist ebenfalls eine gute Idee! Auch hier wirken die Reime auf mich leider etwas gezwungen..

    Viele Grüße

    die Mama Muuht

    Nicht mal ein Puzzleteil

    Du zeigst auf sie mit deinem Finger,
    du kehrst niemals vor deiner Tür.
    Du wartest nur auf den Heilsbringer,
    du kannst ja selbst nie was dafür.

    Die Fremden soll'n für alles büßen
    weil sie den faulen Frieden stör'n.
    Statt sie wie Menschen zu begrüßen
    willst du Kriegsopfer neu verstör'n.

    Schuld sind immer die An'dren,
    denn was du nicht weiß, macht dich ja nicht heiß.
    Schuld sind immer die An'dren,
    denn Bunt sein ist Scheiß, du denkst in Schwarz- Weiß.
    Schuld sind immer die An'dren,
    weil Einfach ist geil, dann bleibt die Welt heil,
    Schuld sind immer die An'dren,
    du bist nicht mal ein Puzzleteil.

    Nicht mal ein Puzzleteil.


    Die An'dren sind für dich die Bösen,
    sie strapazier'n nur die Geduld.
    Probleme kann man doch nur lösen
    mit starker Hand, Obrigkeitskult.

    Du hättest gerne einen Führer
    der dich erlöst von all dem Dreck.
    So einen Volksempfindenspürer
    der dir den Arsch und Speichel leckt.

    Schuld sind immer die An'dren,
    denn was du nicht weiß, macht dich ja nicht heiß.
    Schuld sind immer die An'dren,
    denn Bunt sein ist Scheiß, du denkst in Schwarz- Weiß.
    Schuld sind immer die An'dren,
    weil Einfach ist geil, dann bleibt die Welt heil,
    Schuld sind immer die An'dren,
    du bist nicht mal ein Puzzleteil.

    Nicht mal ein Puzzleteil.



    Du hast die Wahl und kannst entscheiden,
    ob du dich selbst entscheiden kannst.
    Ansonsten wirst du wieder leiden
    weil du Dämonen niemals bannst
    .

    Schuld sind immer die An'dren,
    denn was du nicht weiß, macht dich ja nicht heiß.
    Schuld sind immer die An'dren,
    denn Bunt sein ist Scheiß, du denkst in Schwarz- Weiß.
    Schuld sind immer die An'dren,
    weil Einfach ist geil, dann bleibt die Welt heil,
    Schuld sind immer die An'dren,
    du bist nicht mal ein Puzzleteil.

    Nicht mal ein Puzzleteil.
     
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  3. sekiteleven

    sekiteleven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #3
    Hallo MamaMuuth,

    tatsächlich ist es etwas anderes geworden, dennoch irgendwie gut geschrieben. Es geht an meiner Idee - oder besser dem Thema, das ich rüber bringen ein wenig vorbei. Ich wollte eben eher eine persönliche Sicht schildern und keine politischen Ambitionen aufzeigen.

    Es geht bei meinem Text eher um um Mobbing. Im gesungenen Teil auf den Täter bezogen, so nach dem Motto: Die Hände in Unschuld zu waschen. Im Sprechgesang soll dann das Opfer aufstehen um sich endlich zu wehren. Und ja! - Ein gewisser Trotz ist gewollt.

    Bei deinem Text scheint das wieder politisch motiviert - z. B. mit solchen Wörtern wie Führer.

    Das erstmal zum Inhalt. Jetzt zur Struktur (meines Originals).

    Woran erkennt man, dass ein Reim erzwungen wirkt? Ich habe da ehrlich gesagt keine Ahnung. Und zum Rhythmus: Würde eine Hörprobe helfen? Schließlich habe ich den Entwurf einer Melodie schon gemacht. Allerdings glaube ich, dass mein Gesang das nicht hergibt.
     
  4. MamaMuuht

    MamaMuuht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #4
    Zwei kleine Beispiele:

    Sie zeigen auf dich mit dem nackten Finger,
    bevor sie kehren vor der eig'nen Tür.

    Du würdest vermutlich eher sagen : "Bevor sie vor der eig' nen Tür kehren" Oder?
    So , wie du es formulierst klingt es dem Reimwort geschuldet.

    Der " Böse- Getöse " Reim. Getöse ist ein Wort, das nicht sehr gebräuchlich ist. Hier wirkt es auf mich so, als wenn du unbedingt einen Reim auf Böse suchst. Muss gar nicht so sein, wirkt aber so.
    Na ja, und der Refrain erschließt sich mir trotz deiner Erklärung noch nicht ganz. Muss auch nicht sein, dann muss er mich aber wenigstens packen! So das ich irgendwie fasziniert bin.
    Der Hörer eines Songtextes hat ja weder Zusatzinformationen noch besonders viel Zeit um sich den Text zu erschließen. Oder zumindest sich halt packen zu lassen....
    Vielleicht hörst du dir mal " Düster bist du schön" von Tex an. Ich weiß bis heute nicht wirklich worum es im Text geht. Aber er packt mich halt...

    P.S. Wie lange schreibst du denn schon?
     
  5. sekiteleven

    sekiteleven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #5
    Hab ich mir mal angehört, aber eine Textinterpretation mache ich jetzt nicht. Sonst schweifen wir vom Thema ab.

    Okay, die Reime scheinen erzwungen - ist nicht nur dem Reim, sondern auch der Metrik geschuldet. Soll ja auch nicht nur ein Gedicht, sondern auch ein Songtext werden. Das Wort Getöse klingt zwar komisch, passt aber meines Erachtens in den Zusammenhang.

    Zu meinem Refrain noch eine Erklärung:
    Damit ist die klassische Projektion gemeint. Der andere verhält sich falsch, nicht ich. Das eigene Fehlverhalten wird dabei übersehen.

    Oder ist es der Sprechgeasang, der irritiert?
    Ich lasse zwar auch unterschiedliche Interpretationen zu, doch hier sei meine:
    Ein Perspektivwechsel. Das gemobbte Opfer beginnt sich zu wehren. Raus aus der Situation. Einer der Täter ruft noch hinterher: "Komm doch zurück, das war doch nur ein Spaß. Wo willst du denn hin?" Der Sprechgesang wäre die Antwort. einige auch heute eher belächeln würde.
     
  6. MamaMuuht

    MamaMuuht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #6
    @sektieleven

    Ja, sind ja alles auch nur Gedanken von mir.Bin dann mal gespannt, wie das ganze dann mit Musik klingt.
    Vielleicht gewinnt der Text ja auch dadurch.

    Das wäre halt mein Anliegen, das der Text eben nicht so wirkt, als sei er dem Reim oder der Metrik geschuldet. Und darin besteht aus meiner Sicht eben auch die Kunst.
    Deswegen fragte ich ja, wie lange du schon textest.
    Ich schreibe halt schon über 35 Jahre Songtexte, da ist dann vieles schon automatisiert. Und ich schreibe auch nebenberuflich, das heißt also ich bin ständig im Training.
    Denn auch Texten kann und muss man trainieren....
     
  7. sekiteleven

    sekiteleven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #7
    Ich schreibe bisher eigentlich nur Gedichte (seit 18 Jahren), aber nicht regelmäßig. Hielt und halte auch ein paar davon für ganz gut. Aber in erster Linie schreibe ich für mich - das heißt dass ich mich bisher nicht sehr intensiv befasst habe. Andererseits kann ich meine Lyrics kaum verbessern, wenn mir nicht auch Schwächen aufgezeigt werden. Daher bin ich auch hier für die Kritik dankbar.

    Aber wie kann man nicht erzwungene Reime machen? Ich meine, dass sich etwas reimt ist im gewöhnlichen Sprachgebrauch ja eher selten, was im Umkehrschluss wohl heißt dass da jeder Reim auffällt - würde da nicht auch beinahe jeder Reim auch erzwungen wirken?
     
  8. Jongleur

    Jongleur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #8
    Hallo sekiteleven,

    Du schreibst Gedichte? Kann ich mir gut vorstellen. Formal sind deine Zeilen hauptsächlich vierhebig jambisch geordnet. Ein paar Zeilen weichen metrisch ab. Aber das ist bei Musiktexten kein sonderliches Problem. Kommt ja auf die Musik an.

    Mein Problem ist ein anderes. Dein Text mag stimmig sein, aber er ist verbal zu einseitig orchestriert.
    Ich würde mal sagen: Für mich thematisch und verbal viel zu monoton. Ich vermute ab der dritten Zeile bereits zu wissen, worum es geht... und täusche mich leider nicht. Du behauptest Sachen, ohne sie bildlich vorzuführen. Tätest du es, würde deine Meinung vielleicht nur noch durchschimmern, wären meine Sinne mit verwirrendem, pulsierendem LEBEN, statt mit klaren Meinungen beschäftigt.

    Nach meiner Erfahrung mögen viele Komponisten bildhafte Texte, wo die Meinungen nur durchschimmern. Sie lassen sich selten von einer vordergründigen Moral inspirieren. Details wie zwitschernde Vögel, Fussballchöre, Regen auf Fensterscheiben, nächtliche, lastende Stille usw. inspirieren sie oft mehr als die Bennennung des Bösen. Komponisten wollen ihren Song selber orchestrieren. Das Schlagzeug soll vielleicht treiben, die Streicherfläche hingegen sich ausbreiten, das Triangle soll etwas Romantik in die Szene bringen usw.

    So gesehen - anhand deines emotionalen Textes - kreative Schwerstarbeit dort, wo ursprünglich Leichtigkeit und Abwechslung die Wunschvorstellung des Komponisten oder des Zuhörers war. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Meine Empfehlung: Sollte dich DIESES Thema besonders interessieren, schreib weitere Entwürfe, in denen du atmosphärischer das Mobbing, den Mobber oder den Gemoppten illustrierst. Je konzentrierter dir das gelingt, umso sicherer steigen aus deinem Inneren Frakmente auf, die ein Komponist vermutlich sehr zu schätzen weiß.

    Ansonsten: Auch ich denke, dass man Reime nicht erzwingen kann. Ich verstehe Mama deshalb so: "Getöse" klingt nicht unbedingt nach menschlichen Hass und Gehässigkeit, sondern eher nach Geräuschen von Gegenständen. Er wollte dich vermutlich animieren, ein treffenderes Wort zu finden. Kann ich nachvollziehen, muss ich aber nicht.

    Findest du in dieser Kritik Inspiration? Oder turnt sie dich ab? DAS will ich nämlich nicht erreichen! :-)

    Gruss

    P.S. Ich lese gerade, dass du Projektion illustrieren willst. Aber indem beide Seiten projezieren?
    Warum irritierst du stattdessen beispielsweise nicht mit einer Szene, in der die Projektion scheitert?
     
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  9. Ben zen Berg

    Ben zen Berg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #9
    Das ist kein Aufstehen, um sich zu wehren, sondern um weg zu laufen.

    Das empfinde ich auch so, mir fehlt ein Spannungsbogen. Mir fehlt eine deutlich erkennbare Position. In den ersten beiden Strophen benennst Du nur die Gruppe "sie", bevor Du dann endlich zum "ich & du" wechselst.

    Ein sehr schöne Ode eines melanchonischen Lebensbeführworter an einen melachonischen Skeptiker, welche nicht mit dem Status eines Liebesliedes dekoriert wird. :)
     
  10. sekiteleven

    sekiteleven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #10
    @Ben zen Berg:

    Okay: Aufstehen um wegzulaufen. Das gebe ich auch zu. Vielleicht sollte ich das nochmal überarbeiten. Würde es beim Spannungsbogen helfen, schon im Refrain auf das ich und du zu wechseln?

    @Jongleur:

    Ich habe hier kein Problem mit der Kritik. Es sind auch einige für mich persönlich brauchbare Ansätze dabei.

    Die Monotonie ist mir bisher tatsächlich noch nicht mal aufgefallen - aber jetzt wo du es sagst... Den Tipp der Bildhaften Texte find ich auch gut. Das mit der Projektion war allerdings anders gemeint. Projektion hat eben unterschiedliche Bedeutungen - ich wollte (nur am Rande) auf Projektion als Abwehrmechanismus (s. Anna Freud) eingehen.
     
  11. Ben zen Berg

    Ben zen Berg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #11
    Warum wechselst Du nicht einfach das Sie gegen ein Ihr in den ersten beiden Strophen? Deine Hörer können dann entscheiden, ob sie sich angesprochen fühlen oder mit dir jemanden ansprechen wollen.
     
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  12. Jongleur

    Jongleur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.16   #12
    Hallo Ben,

    Ich weiß gar nicht, ob mir ein Spannungsbogen fehlt... Is ja schon ziemlich krass artikuliert.

    Es ist wohl eher die Erzählperspektive. Aus dem Off erzählt mir jemand, was "sie" sagen. Was interessiert mich denn dieser Sprecher? Nach 2/3 erscheint plötzlich ein Hauptdarsteller, das Lyrische Ich. Mit dem hab ich NUN auch nix mehr am Hut.

    Alles kommt mir vor wie ein Theaterstück von Beckett, wo der Hauptdarsteller erst kurz vor Schluss erscheint. Das alles wirkt unpersönlich und überemotional zugleich, eben intellektuell inszeniert. Ich frage mich, mit welcher Attitüde soll ein Pop-Sänger das singen?

    Eine Theatermusik könnte ich mir eher vorstellen. Aber nicht emotional illustrierend, sondern als eine weitere intellektuelle Ebene. So ist das mit den Eindrücken. Nun ist der Text bei mir plötzlich zum Theatersongtext aufgestiegen! :D das Theater verachtet sowieso alle authentischen Songs. ;-)
     
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  13. x-Riff

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    Erstellt: 05.04.16   #13
    Hi sekiteleven,
    zu Deinem songtext ist ja schon eine Menge geschrieben worden - was schon mal ein gutes Zeichen ist: offensichtlich beschäftigt viele Dein Text.
    Ich beschränke mich jetzt mal auf zwei Dinge:

    1. Ich habe nicht gemerkt, dass es um Mobbing geht.
    Das heißt zweierlei: Zum einen, dass nicht bei allen ankommt, worum es geht. Zum zweiten, dass Du überlegen kannst, wie wichtig Dir ist, ob genau das Thema erkannt werden soll. In dem Fall solltest Du Dir Gedanken machen, wie Du das Thema klarer beschreiben kannst.

    2. Für mich ist das, was die gemobbte Person macht, keine Gegenwehr.
    Sie zieht eine Grenze. Das ist schon mal gut und sehr wichtig. Sie sagt, dass sie dafür nicht mehr zur Verfügung steht und dass das nicht begründungspflichtig ist. Auch das ist gut und wichtig. Letztlich geht sie aber und damit haben die Mobbenden ihr Ziel oder eines ihrer Ziele erreicht. Gegenwehr sieht für mich noch mal anders aus und geht bis hin zur Bestrafung der Mobbenden.

    Wenn ich das recht mitbekommen habe, stehe ich mit dieser Auffassung auch nicht allein. Insofern könntest Du Dir überlegen, ob es dennoch das beschreibt, was Du beschreiben willst oder den Text Richtung Gegenwehr verändern.

    Herzliche Grüße

    x-Riff
     
  14. absoluterfreak

    absoluterfreak Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.16   #14
    Huhu, ich will dann auch mal.

    'Rede und Antwort bin ich dir nicht schuldig
    und gehe ich fort und warte nicht geduldig
    ist es nur von Nöten vor meinem Gewissen
    dieses zu vertreten und fort geh'n zu müssen.'

    Diesen Absatz finde ich generell irgendwie holperig. Es steht da wie ein einziger Satz und funktioniert für mich grammatikalisch dann nicht richtig. Außerdem ist es ein bisschen doppelt gemoppelt mit dem 'gehe ich fort' (...dann ist es von Nöten...) 'fortgehn zu müssen'

    Auch die Wendung mit den schießenden Kanonen, die ungehört bleiben finde ich irgendwie komisch. Vielleicht kleinlich, aber wenn man selbst mit einer Kanone schießt, dann würde man sie zunächst mal sehen, bevor es ums hören geht. Ich würde es vielleicht umändern a la 'von den Kanonen, mit denen sie schießen bleiben sie selbst unberührt'.

    Erst dachte ich, es geht nur um eine Person, die ihre eigenen Fehler nicht einsieht. Ab der Bridge war dann mein erster Eindruck, dass der Erzähler sich umbringt. Wegen dem 'Nicht alles egal, ich mag nur nicht mehr leiden. Und so geh' ich fort' Aber ich hab eh so ein Talent, Texte anders zu verstehen als die meisten Menschen :D

    Insgesamt finde ich das ganze als Liedtext ein Bisschen hakelig, ein Bisschen zu sachlich. Ich kann mir dazu nur schwer eine Melodie vorstellen. Als Rap würde es vllt ganz gut funktionieren...
     
  15. sekiteleven

    sekiteleven Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.16   #15
    erst einmal danke für deine Antworten.

    @absoluterfreak:

    Von mir persönlich waren die Kantonen als ungehört wichtiger: Eine Kanone, wenn man sie sieht, tut ja nicht weh. Aber eben doch der Knall wenn man (ohne Hörschutz) daneben steht. Der Teil mit "Rede und Antwort..." war ja als Rap (hatte oben Sprechgesang geschrieben) gedacht.

    @x-Riff:

    ich habe schon verstanden, dass das Mobbing nicht deutlich genug ist. Insbesondere die Gegenwehr, statt ein Wegrennen. Werde ich auch in der Überarbeitung berücksichtigen.
     
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