US-Offizier verweigert Einsatz im Irak

von DanTheMan, 11.02.07.

  1. DanTheMan

    DanTheMan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #1
  2. new-kid-jan

    new-kid-jan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #2
    hallo
    ist ne 2-schneidige sache.
    soldaten muessen funktionieren und befehle befolgen. das gehoert zum system.
    von hoeheren dienstgraden wird aber auch erwartet, dass sie denken.

    in meinen augen ist der rang dieses soldaten aber zu gering, um eine solche entscheidung zu treffen. der hat die hacken zusammen zu knallen und jawohl zu bruellen. wenn er sowas nicht will, haette er wohl besser sozialarbeiter werden sollen.

    wenn generale sowas machen, kommt dem eine andere bedeutung zu. dann ist es aber meist schon fast ne revolution.

    ob ich meine, dass die amis den bush wegfegen sollen? das ist ein anderes thema
     
  3. DanTheMan

    DanTheMan Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #3
    Allerdings wurde ihm gesagt das es im Irak Massenvernichtungswaffen gibt und hat dann unterschrieben
     
  4. Frostbalken

    Frostbalken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #4
    Im Grunde genommen hat Watada Recht, der Krieg ist illegal und eine Schande für die heutige Zeit.
    Sein Problem wird nur sein, daß das Gericht darüber nicht urteilen wird und es nichts bedeutet, wenn ER ihn als illegal befindet.
    Er ist Soldat und hat Befehle zu befolgen, auch wenn sie ihm nicht gefallen, das wußte er auch vorher und hätte nicht unterschreiben sollen, wenn er damit evtl. ein Problem bekommen sollte, ganz gleich, welchen Rang er bekleidet.
    Die USA hat schließlich eine Berufsarmee und keinen Wehrdienst, um den man nicht herumkommt. Er hätte wissen müssen, worauf er sich einlässt und hat sich schließlich freiwillig verpflichtet.
    So funktioniert dieses System, Einwände darf man erst nach dem Ausführen von Befehlen einbringen ohne Befehlsverweigerung zu begehen.

    Allerdings spielt es auch keine Rolle, ob man ihm gesagt hat, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen.
    Die haben andere Nationen auch (inklusive der USA, deren Präsidnt keinen Deut zurechnungsfähiger als Saddam Hussein ist), was aber keine Berechtigung ist, einen Krieg zu beginnen. Erst recht nicht gegen eine Nation, die zufällig ein wirtschaftlich lukratives Ziel ist, im Gegensatz zu anderen Nationen, die es nicht sind, aber dennoch solche Waffen haben.
    Komischerweise war Watada das scheinbar egal oder sogar recht.

    Andererseits gehört schon einiges dazu, sich tatsächlich zu weigern und die Verurteilung in Kauf zu nehmen, den Mut sollte man schon respektieren.
    Evtl. könnte es ihm helfen, daß die USA sehr Medien- und Publicity geprägt sind und er so Rückendeckung bekommen könnte indem es eine öffentliche Diskussion aufwirft, bzw. das ja schon geschehen ist. Es wäre ja auch positiv für die US amerikanische Gesellschaft einen solchen Standpunkt von einem Offizier zu erleben und nicht nur von meistens Aussenstehenden.

    Aber ob das für ein Urteil zu seinen Gunsten reicht, wage ich zu bezweifeln, obwohl es wünschenswert wäre.
     
  5. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #5
    "Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass unser Oberbefehlshaber unser Vertrauen in ihn verrät. Ich war schockiert zu lesen, welches Maß an Täuschung die Regierung Bush nutzte, um den Krieg zu beginnen. Mir wurde es peinlich, eine Uniform zu tragen."

    Dann soll er die Uniform an den Nagel hängen. Wo kommen wir denn da hin? Soldaten und Polizisten müssen gehorchen. Nichtmal Vier-Sterne-Generäle kritisieren den Irak-Krieg an sich, sondern nur die gefahrene Taktik und das dürfen sie in dem Rang auch.
     
  6. M3Tal-Spaten

    M3Tal-Spaten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #6
    Wenn er das zu machen hat is er kein Soldat und auch kein Mensch mehr. Was wenn jemand den Befehl bekommt ein irakisches dorf mitsamt aller einwohner plattzumachen? Dann is er meiner Meinung nach und nach Meinung der Genfer Konvention dazu verpflichtet den Befehl zu verweigern. Vor allem wenn für Freiheit, Demokratie usw. in den Krieg zieht.
    Nur weil jemand ein Soldat is muss er nicht jedem Befehl Folge leisten.

    Natürlich müssen sie grundsätzlich gehorchen, aber, wie bereits erwähnt, in Einzelfällen gehört es auch zu ihrer Pflicht bestimmte Sachen nicht zu machen.
     
  7. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #7
    Erinnere ich mich schlecht oder hatten wir nicht vor kurzem einen ähnlichen Fall wo ein Berufssoldat der BW, Offizier wenn ich mich recht erinnere, nicht nach Afgahnistan wollte aufgrund unseres GG und seinen damit verbundenen Gewissenskonflikten?! Wurde der nicht sogar degradiert/suspendiert bis dann die Öffentlichkeit darauf Aufmerksam wurde?
    Als Ami hat man da schlechtere Karten, Genfer konvention jein (Irakkrieg = Angriffskrieg), intern. Gerichthof nein, Wehrpflicht nein..
     
  8. Harlequin

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    Erstellt: 11.02.07   #8
    Den Fall, den du dort oben schilderst, ist jedoch ein anderer. Das ist ein Fall, der durch die Genfer Konventionen und wohl auch durch die Hager Landkriegsordnung abgedeckt wird. Zivilisten bzw. Personen sind Nicht-Kombatanten und dürfen nicht angegriffen werden. Das es aber immer mal wieder zu Fehlentscheidungen kommt und Zivilisten ums Leben kommen ist klar, es muss oftmals in sekundenbruchteilen eine Entscheidung getroffen werden. Bevor da ein Punkt gegen kommt: Damit meine ich nicht die Soldaten, die "raubend und brandschatzend" durch die Städte ziehen und Zivilisten ausrauben, vergewaltigen, ermorden etc., was auch im Irak vorkommt. Solche Fälle sind eigentlich durch diese Ordnung verboten und werden demzufolge logischerweise auch geahndet.

    Das anzweifeln der Gründe eines Krieges ist glaube ich in den meisten Ordnungen und Abkommen nicht als "Verwegierungsgrund" angegeben, bin mir da aber nicht sicher. Ich meine, dass irgendwo was zum Thema Angriffskrieg stand, bin mir da aber nicht sicher. Da steht auf jeden Fall was im Völkerrecht. Leider finde ich meine Auszüge aus der Hager Landkriegsordnung nicht, vielleicht kann ich dann noch was zu schreiben.
     
  9. Frostbalken

    Frostbalken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #9
    Das sind zwei völlig unterschiedliche Ausgangssituationen, die man nicht vergleichen kann.
    Was du beschreibst, ist ein direkter Befehl zur Auslöschung eines Dorfes, das heißt einer Gemeinschaft, die größtenteils aus Nicht-Kombatanten besteht und nicht in Kriegshandlungen hineingezogen werden dürfen, wie Harlequin schon erklärte.
    Die Genfer Konvention schützt einen im Falle der Verweigerung solcher Fälle, bzw. verlangt es sogar, Gott sei Dank.

    Jedoch ist es etwas anderes, seinen Befehl in einen Krieg geschickt zu werden zu verweigern, da das kein direkter Befehl zu tötlichen und Nicht-Kombatanten gefährdenden Handlungen ist. Die Genfer Konvention hat in diesem Fall keine Wirkung.
    Da der Irakkrieg von vornherein als Angriffskrieg galt, sollte auch klar sein, das die Genfer Konvention für die angreifende Partei nur bedingt gilt, vor allem bei einer Berufsarmee, in der keine Pflicht zum allgemeinen Dienst besteht.
    Sie soll Menschen schützen, die in der Kriegssituation schutzlos und unfreiwillig verstrickt sind, bzw. auch gefangen genommen, ausgebeutet und misshandelt werden.
    Sie befinden sich also bereits im Krieg, dieser Offizier aber nicht.
    Für ihn gilt also die Gerichtsbarkeit des US-Militär.

    Hier kann es kein Verweigerungsgrund sein, den Krieg ideologisch zu hinterfragen (obwohl es menschlich absolut korrekt ist ihn anzuzweifeln) und sich dennoch zum Dienst in dieser Armee zu verpflichten, zumindest regelt die Genfer Konvention diesen Fall nicht.
     
  10. ars ultima

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    Erstellt: 11.02.07   #10
    Kann er denn einfach die Uniform an den Nagel hängen? Oder andersherum gefragt: Kommt ein Polizist vier Jahre ins Gefängnis, nur weil er sich weigert, an einem Einsatz teilzunehmen? Meine ich jetzt gar nicht so polemisch, wie es den Anschein hat. Diese Gedanken sind mir nur als erstes gekommen, als ich von dem Fall gehört habe. Klar hätte er sich da vorher drüber im Klaren sein sollen, als er sich hat verpflichten lassen. Aber ich finde es irgendwie sehr krass, dass ihm eine Strafe droht, die über Rausschmiss/unehrenhafte Entlassung hinaus geht. Oder habe ich da was falsch verstanden? Wie ist da eigentlich die Rechtslage in Deutschland?
     
  11. Harlequin

    Harlequin Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.02.07   #11
    Mal ein paar andere Beispiele:

    "Ein niederländisches Militärgericht hat am 29. Dez. einen Soldaten zu zwei Monaten Haft verurteilt, weil der 24-Jährige einen Einsatz in Afghanistan verweigert hatte. Das Gericht in Arnheim blieb damit unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die vier Monate Gefängnis geforderte hatte, wie die Nachrichtenagentur ANP meldete. Der Mann aus der Stadt Warffum hatte demnach im Februar 2006 den Einsatz zunächst verweigert und erst eingelenkt, nachdem er erfahren hatte, dass ihm deswegen Haft droht. Seine Vorgesetzten befanden jedoch, dass der Sinneswandel zu spät kam. Die niederländische Armee beteiligt sich derzeit mit rund 1.700 Soldaten am Einsatz der Internationalen Schutztruppe ISAF in der südafghanischen Unruheprovinz Urusgan."
    Chronik des Krieges in Afghanistan (Friedensratschlag)


    "Eine lagebedingte Gewissensfreiheit des Soldaten nach Leipziger Art gefährdet die Bündnisfähigkeit und Sicherheit Deutschlands."

    "Nun kann der einzelne Offizier immer noch sagen: Mit mir nicht. Dann aber muss er die Entlassung betreiben oder auch einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen. Allerdings ist es nicht an ihm, bei jedem einzelnen Befehl zu entscheiden, ob er ihn im Lichte seiner je individuellen Interpretation von Politik und Völkerrecht ausführen möchte oder nicht. Tut er es doch, muss er völlig zu Recht Nachteile und Bestrafung hinnehmen.
    Konkret: Ein Major, der aus Gewissensgründen auf keinen Fall dazu beitragen will, den Krieg der Amerikaner im Irak zu unterstützen, muss die Bundeswehr verlassen. Indirekt unterstützt die Nato-Armee Bundeswehr im Auftrag des Bundestages in vielerlei Hinsicht die US-Streitkräfte im Irak. Allein der Einsatz deutscher Soldaten auf dem Balkan trägt dazu bei, dass die USA mehr Truppen an den Tigris schicken können.
    Ein Offizier, der diese Zusammenhänge ignoriert, gleichzeitig aber sein Gewissen zum Maßstab der Welt macht und Offizier bleiben will, ist in jedem Fall falsch am Platz. Und ein Gericht, das ihn in dieser Haltung bestärkt, hat, sehr vorsichtig gesagt, sein Urteil nicht unter Abwägung aller wichtigen Umstände gefällt."

    Pressestimmen zum Fall Pfaff, 24.06.2005 (Friedensratschlag)


    "Ein Major weigerte sich im April 2003, den Befehl seines Vorgesetzten auszuführen, an der weiteren Entwicklung eines militärischen Software-Programms mitzuwirken. Zur Begründung führte er an, er könne es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, Befehle zu befolgen, die geeignet seien, Kriegshandlungen im IRAK zu unterstützen. Dabei machte er geltend, sein Vorgesetzter habe vor Befehlserteilung ihm gegenüber ausdrücklich nicht ausschließen können, dass mit der Arbeit an dem Projekt eine Beteiligung der Bundeswehr an dem von ihm als völkerrechtswidrig angesehenen Krieg gegen den IRAK unterstützt werde. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass Bundeswehrangehörige in Kuweit stationiert würden, deutsche Soldaten an AWACS-Flügen beteiligt seien, US-Liegenschaften in Deutschland bewachten und dass Überflug- und Landerechte für die im IRAK operierenden Streitkräfte der USA gewährt würden. Er hielt dies für verfassungs- und völkerrechtswidrige Unterstützungsleistungen.

    Das Truppendienstgericht setzte den Soldaten wegen eines Dienstvergehens in den Dienstgrad eines Hauptmanns herab. Hiergegen hat der Soldat Berufung eingelegt und beantragt, ihn freizusprechen. Der Wehrdisziplinaranwalt hat ebenfalls Berufung eingelegt und beantragt, den Soldaten aus dem Dienstverhältnis zu entfernen. "

    Major Pfaff im Recht, 22.06.2005 (Friedensratschlag)


    Ansonsten fällt mir ein, dass es vor wenigen Jahren einen Israelischen Wehrpflichtigen gab, der bei der "Musterung" verweigerte aufgrund Gewissensgründen bezüglich der Art und derZiele der israelischen Armee. Er wurde daraufhin zu 2 Jahren Haft verurteilt.


    Das Thema ist auf jeden Fall recht bristant, ob Soldaten wegen Gewissenskonflikten bezüglich der Kriegsziele eines Krieges den Befehl verweigern dürfen. Wäre das rechtlich legitimiert, dann wäre das gewissermaßen - im Extremfall - ein Freischein, um an keinerleich militärischen Kampfhandlungen teilnehmen zu müssen.
     
  12. TRommelman

    TRommelman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #12
    Grundsätzlich bin ich ja dafür dass man seine Meinung vertritt. Aber in diesen Falle seh ich das etwas anders. Er ist Soldat und hat sich somit der Befehlsgewalt zu fügen. Dadurch dass er nicht im Irak ist, werden vielleicht Soldaten sterben denen er hätte helfen können.

    Gegen den Krieg kann er jetzt auch nichts mehr tun, aber er kann helfen dass er nicht noch schlimmer wird.
     
  13. Hellfire

    Hellfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #13
    Manche hier klingen als stünde das Dasein als Soldat über dem Menschen der unter der Uniform steckt. Befehl und Gehorsam sind notwendig für die Funktion einer Armee.. aber nicht uneingeschränkt. Ich kann mich nicht entsinnen, dass der Irak-Krieg nach internationalem Recht anerkannt ist. Und ich denke, dieser Mann hat sich dazu entschlossen, die Uniform eventuell an den Nagel hängen zu müssen. Und er geht auch bewusst das Risiko ein, rechtliche Konsequenzen zu tragen. Im Gegensatz zu patriotisch-fanatischen Marines, die es für ihren dämlichen Befehl sogar in Kauf nehmen, POWs zu foltern oder Familien zu erschießen. Als Offizier trägst du Verantwortung für die Taten deiner Unterstellten, egal ob als Oberleutnant oder als General. Und entsprechend sollte man auch das Recht haben, zu entscheiden, für was man in den Kampf zieht. Politiker wie Bush können sich hinter ihr Rednerpult stellen und für ihren Schwachsinn werben.. denn solche Leute haben nie den Tod vor Augen. Das Argument, Berufssoldaten hätten die Wahl ist absolut hinfällig. Wird jemand Soldat, wird er dies offiziell um für Frieden, Recht und Freiheit seines Landes, dessen Bündnispartnern und meinetwegen sämtlichen Unterdrückten auf der Welt einzutreten. Welche persönlichen Intentionen da gewisse andere Freaks noch haben mögen lasse ich mal außen vor. Also warum soll jemand, der wie ich beispielsweise diesen Eid abgelegt hat, gegen selbigen handeln? Es ist besser auszusteigen bevor man Scheiße gebaut hat, als es nachher den Rest seines Lebens zu bereuhen. Dieser Mann wird vielleicht von manchem als Feigling bezeichnet werden.. vielleicht sogar ne Zeit ins Gefängnis wandern. Aber er kann reinen Gewissens weiterleben ohne das Blut Unschuldiger an seinen Händen kleben zu haben.
     
  14. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #14
    Es ist einfach die Stütze des demokratischen Staates, dass dieser Staat von seinen Dienern verteidigt wird. Was dabei als "Verteidigung" gilt, definieren die gewählten Volksvertreter. Natürlich ist es legitim und auch rechtlich einwandfrei, Handlungen, die gegen internationales Recht verstoßen, abzulehnen. Darunter fällt aber keine grundsätzliche Verweigerung eines Einsatzes im Irak, auch wenn der Irakkrieg ansich gegen die Regeln der internationalen Gemeinschaft verstoßen hat.
    Wer sich für den Dienst am Staate entschieden hat, muss dem Staat dann auch dienen. Das ist das System. Die Konsequenzen einer Befehlsverweigerung waren dem Mann wohl auch bewusst als er sich hat verpflichten lassen, gerade als Offizier.

    /edit: In Deutschland gilt übrigens mW das so genannte "Besondere Gewaltverhältnis" (so hieß es früher, mittlerweile gibt es wohl einen anderen Begriff). Das drückt im Grunde das aus, was ich hier geschrieben habe, nämlich dass Staatsdiener besondere Pflichten haben und dadurch sogar ihr eigentlich grundrechtlich festgeschriebenes Recht auf freie Meinungsäußerung zT eingeschränkt ist. Ich als Zivi zB bin ja Wehrdienstersatzleistender und falle somit auch noch drunter. Ich darf zB nicht demonstrieren.
     
  15. C_Dachs

    C_Dachs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #15
    So eine Pfeife! :-/
     
  16. _superhero_

    _superhero_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.07   #16
    "Mindestens 8000 US-Soldaten sind seit Beginn des Irak-Krieges im Frühjahr 2003 weltweit von ihren Einheiten geflohen, berichtete kürzlich die Zeitung "USA Today". Das Fachmagazin "Air Force Times" schreibt gar von 40.000 desertierten GIs seit dem Jahr 2000."

    :great:
     
  17. Günter Sch.

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    Erstellt: 11.02.07   #17
    Es ist immer das alte lied: der soldat wird unter sonderrecht gestellt, hat zu gehorchen, riskiert im einsatz täglich sein leben, aber wenn etwas schiefgeht, ist er an allem schuld, er hätte doch im bruchteil einer sekunde entscheiden können/müssen, was rechtens war und ist, hätte sich notfalls, das völkerrecht und die Genfer Konvention im hinterkopf, einem befehl widersetzen müssen, denn höhere ränge stehlen sich aus jeder verantwortung, wenn etwas später ruchbar wird.
    Ich habe zwei armeen gründlicher kennengelernt als mir lieb war, zwei weitere mit etwas mehr abstand, die bilder glichen sich, nur die färbung war verschieden. Aber solange keine anderen konfliktlösungen gefunden, krieg und kriegsgeschrei profitträchtig sind - - - - - - -werden sie gebraucht und werden menschen als soldaten missbraucht.
    Zivilcourage im militärischen? Wünschenswert, aber ein widerspruch in sich selbst, immer eine schwierige gratwanderung. Wie ein verweigerer oder deserteur später angesehn und behandelt wird, hängt vom ausgang eines krieges ab, ob held oder verbrecher liegt in der betrachtungsweise wie freiheitskämpfer oder terrorist, und wer nur einfach mensch sein will, wird von beiden seiten mit misstrauen betrachtet und gerät zwischen die fronten.
     
  18. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.07   #18

    Ich glaub es geht los...
    Man mag ja vom George halten was man will, aber DAS is ja wohl absoluter Schwachsinn.
    Und das weißt Du auch.

    Zumal gerade so Leute die immer lauthals über Bush meckern, doch sonst auch immer groß beschwören, dasser ja eh nur ne Marionette der Lobbyisten ist.
    Also was spielt seine Zurechnungsfähigkeit da überhaupt für ne Rolle?

    ...

    @Thema
    Er ist Soldat.
    Da weiß man vorher, das man Befehle (die heißen nich umsonst so) zu befolgen hat.
    Und das da auch ma welche bei sind die einem nich passen, weiß man auch vorher.

    Dann hätte er nicht unterschreiben sollen.
    Er hats aber getan -> Arschkarte gezogen.
     
  19. Frostbalken

    Frostbalken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.07   #19
    Zugegeben, das war wirklich etwas überspitzt formuliert, im Kern aber auch nicht gänzlich daneben. Damit meinte ich ja nicht, daß Bush Massenvernichtungswaffen einsetzen würde oder diktatorische Züge annehmen könnte.

    Was aber seine Zurechnungsfähigkeit im Sinne von wohl überlegten politischen Entscheidungen (vor allem rechtmäßige) und Äußerungen, betrifft, finde ich schon das das hier eine Rolle spielt.
    Schließlich hat der Offizier seine Entscheidung teils auch damit begründet, er sei von seinem Staatsoberhaupt getäuscht worden was den Krieg und seine Ursprünge belangt, bzw. dieser wäre von Bush illegal in die Wege geleitet worden.

    Selbst wenn Bush nur eine Marionette der Lobbyisten wäre/ist, würde das für seine Zurechnungsfähigkeit durchaus eine Rolle spielen, da so die Transparenz der Entscheidungsfindung enorm verwischt wird.

    Interessant dabei ist auch, daß das Auswirkungen auf das typische Soldat>>>Befehl>>>Gehorsam Prinzip hat.
    Ein Soldat muss natürlich Befehle befolgen, da er dem Staat dient und ihn schützen soll.
    Dazu ist er rechtlich und durch den Eid gewissermaßen auch ideologisch verpflichtet.

    Andererseits ist der Staat ebenfalls zu selbigem verpflichtet, das darf man nicht vergessen.
    Einen Angriffskrieg, der keiner rechtlichen Grundlage entspricht und demnach aus anderen Gründen als dem Schutz dient, widerspricht dem absolut und gefährdet die eigenen Soldaten grundlos.
    Der Staat hat also selbst einen Auftrag verweigert, nämlich den Schutz seiner Bürger und seiner Soldaten, sowie die anderer Nationen.

    Ein guter Offizier hinterfragt so einen Krieg und schreit nicht einfach "Jawohl, ab geht´s!". Auch wenn er rechtlich verpflichtet ist, ist ein Soldat auch nur ein Mensch, der sein Leben und das anderer nicht einfach grundlos riskieren darf, sondern schützen muss, notfalls auch vor unzurechenbaren, nicht transparenten und nicht rechtmäßigen Entscheidungen des Staates.
    Zum Glück sind Soldaten keine Maschinen, zumindest nicht alle.
    Was passiert, wenn sie es doch sind, oder einfach nur dumm, kann man ja unter anderem in dem Post von Hellfire nachlesen.

    Der Staat hat eben das verlangt, aber er hat das Gesetz in Sachen Verweigerung klar auf seiner Seite und damit herrscht hier ein unausgewogenes Kräfteverhältnis zu seinen Gunsten, der Soldat kann also aus seiner Sicht nur zwischen zwei Übeln wählen:
    Krieg, obwohl nicht vertretbar oder Verweigerung und Strafe (die sichere unehrenhafte Entlassung + evtl. Gefängnis).

    Entschließt man sich nun dazu, den Befehl zu verweigern, muss man eben die Konsequenzen tragen, das ist natürlich unumgänglich. Die Umstände, wie es zu diesem Befehl/Krieg kam spielen vor Gericht keine Rolle.
     
  20. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.07   #20
    Darauf können wa uns (im Großen und Ganzen) einigen :D