Utopie - zu kurz, zu einfach?

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Peh
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Utopie

Strophe
Stress und Krieg, Hunger und Leiden,
manchmal kotzt es mich an
und ich spür's in mir kochen, Wut und Verzweiflung,
dass ich daran nichts ändern kann.

Refrain
Und ich träume mich fort von diesem düsteren Ort,
der mir manchmal einfach nicht gefällt,
in eine Zukunft, in der's allen gut geht,
in eine bessere Welt,

Brücke
doch das ist Utopie,
denn das schaffen wir nie.

Strophe
Der Mensch ist gesegnet mit Herz und Verstand,
doch leider setzt er sie häufig nicht ein,
denn dann wär vieles anders - stell dir nur vor,
wie schön könnte es tatsächlich sein...

Brücke
...doch das ist Träumerei
aber wie schön könnte es sein.

Strophe
Krankheit und Trauer, Hunger und Leiden,
manchmal kotzt es mich an,
dass manche büßen, was andere entscheiden,
und dass ich daran nichts ändern kann.

Refrain
Ich träume mich fort in eine bessere Welt,
wo Liebe und Frieden regier'n,
wo es wirklich allen gut geht und keine Schüsse fallen
und niemand muss hungern oder frier'n.

Brücke
Doch das ist Utopie,
denn das schaffen wir nie.

Ja, es ist Träumerei,
aber wie schön könnte es sein.

Doch das schaffen wir nie,
es ist und bleibt Utopie.

P.W. 31.01.2014

Hintergrund zu meinem Song: Allgemeiner und besonderer Weltschmerz.
 
Eigenschaft
 
Also so rein formal ließe sich da noch etwas verbessern. Es existiert kein eindeutiges Reimschema. Es müssen ja auch nicht zwangsläufig Reime drin sein. Aber die Erste Strophe eines Gedichtes legt in der Regel das Reimschema fest. Die Erste so wie die Zweite besteht aus einem Kreuzreim in V. 2 u 4. V. 1 u 3 stehen als Waisen. Das ist in der Zweiten Strophe auch so. So weit so gut. In Strophe drei kommen dann aber aufeinmal zwei Kreuzreime vor. V. 1 u 3 und V. 2 u 4. Streng genommen macht man so etwas nicht. Also besser allen Strophen das gleiche Reimschema verpassen, sonst wirkt es unausgegoren.
Mit der "Brücke" ist es das gleiche. Formal unterscheiden sie sich.
Ein guter Text ensteht nicht über Nacht. Das kann, wenn es wirklich anspruchsvolle und in jeder Hinsicht stimmige Werke werden sollen, manchmal Wochen dauern. Oder auch länger. Ich weiß ja nicht wie lange du bisher daran gesessen hast. Anspruchsvolle Texter schleifen manchmal Jahrelang irgendwelche Textfragmente mit sich herum, bis sie diese Sinnvoll irgendwo einbauen können.
 
Verzweiflung und Nichtstun
ist ein glückliches Paar:
es ist so schön zu hoffen
und alles bleibt wie es war

Hi Peh,
zu kurz, zu einfach? Das kommt darauf an, was der song bewirken soll. In seiner jetzigen Form sehe ich ihn mit einer wehmütig-seichten Musik untersetzt, die den Weltschmerz sanft umschmeichelt, während der Text den Zwiespalt zwischen dem empfundenen Weltschmerz, die sich als Empörung verkleidet, und dem Nichtstun als selbstberuhigende Phrase aufdeckt.
Dabei finde ich positiv, dass eben nicht mit erhobenem Zeigefinger eine moralinsaure Tinktur verabreicht wird, bei der aus immer hochstehender Position der "normale" Mensch gezüchtigt wird, der das Spiel natürlich schon kennt, kurz in sich geht und dann so weitermacht wie bisher.

Eine andere Variante wäre die von Lennons "imagine", der ohne solche Umschweife die Utopie als solche darstellt und die Hoffnung darin setzt, dass wir alle diese Sehnsucht haben, aber aus Schwäche und Bequemlichkeit dieser Sehnsucht nur mangelhaft folgen - die Erinnerung, das Aufdecken dieser Sehnsucht kann dann ein Beitrag dazu sein, dass wir uns dessen bewußt werden - was man daraus macht, bleibt offen. Die Musik trägt die positive Sehnsucht ins Ohr.

Zurück zum Text und meiner Interpretation und meinem Bild der Umsetzung: willst Du diesen Zwiespalt darstellen, so finde ich die Einfachheit und Schlichtheit des Textes wirkungsvoll, da es darum geht, diesen Zwiespalt direkt verständlich zu machen und über die Schlichtheit der Sprache die Schlichtheit der damit verbundenen Gedanken, Phrasen etc. auszudrücken.
Dabei denke ich schon, dass man an dem Text noch arbeiten könnte:
Und ich träume mich fort von diesem düsteren Ort,
der mir manchmal einfach nicht gefällt,
manchmal ist eine Abschwächung, einfach nicht ebenso. Das könnte deutlicher und klarer ausfallen, meiner Meinung nach.

x-Riff
 
Ganz vielen Dank Euch beiden, Nihil21 und X-Riff. Eure Erklärungen haben mir grad total die Augen geöffnet... die formale Seite vernachlässige ich so häufig bei Texten, weil ich zunächst Wert auf das "Gefühl" lege, das ich im Lied ausdrücken möchte.

X-Riff, Du hast voll erkannt, was da los ist, so rein gefühlsmäßig. Das "manchmal" mag ich auch nicht (genauso wenig wie eigentlich), aber "oft" kam mir in dem Moment, als ich das geschrieben habe, übertrieben vor und ich überlege gerade, ob ich da nicht ein "heute" oder "jetzt" oder irgendwas anderes einsetzen kann, was den Moment besser beschreibt als das vage "manchmal".

Über die mangelnde Deutlichkeit bzw. die Ungenauigkeit in meiner Ausdrucksweise werde ich mir übrigens gerade durch einen Kurs in Kommunikationstraining klar. Bei mir steckt da Unsicherheit dahinter und sicherlich auch ein nicht-festlegen-wollen. Ich find's total klasse, wie das in einem Text durchschimmert und weil ich mich verbessern (und persönlich weiterentiwckeln) möchte, bin ich sehr dankbar für Eure Ratschläge.
 
sehr schöner text, inhalt und aussage

genau SO geht's mir:

für eine gute welt ist nur eines vonnöten:
eltern, die von anfang an ALLES GUTE und DAS BESTE

JEDERZEIT

für ihre kinder tun

sie IMMER
gut und gleich (!!!)
behandeln

GEDULD, AUFMERKSAMKEIT, VOLLER RESPEKT, FREUNDLICHKEIT, GÜTE, VERSTÄNDNIS, TROST, BESTE VERSORGUNG, GEMEINSAME NATURNÃHE, TRÄUMEREI....

wie sollte da unzufriedenheit aufkommen?
never ever

aber stimmt:
ist ja utopie

nein!!!
wird praktiziert hier und da

schade, dass es kein ansteckender virus ist :rolleyes:

- - - Aktualisiert - - -

" manchmal " finde ich ok
weil wir nicht durchgehend wegwollen

peter maffay: "manchmal geh' ich durch die straßen ohne ziel,
" weiß ich nicht mehr, was ich will..."

aber sollte die silbenzahl, der worttakt nicht stimmig sein
dann sollte man nach synonymen, also anderen worten mit derselben bedeutung, schauen

...klar aber kann man auch bewusst z. b. poetisch formulieren
...oder hart.....oder herzlich.....optimistisch.....pessimistisch.....

auch interessant: metaphern verwenden, also ein bildliches gleichnis
das "damoklesschwert" als beispiel

und wer singt nun diese songs?
 
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