Vanishing Point / Tangled in dream / 2000 / CD

von Jogi`s Rockfabrik, 27.08.05.

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    Erstellt: 27.08.05   #1
    Vanishing Point - Tangled in dream
    2000

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    Da kommen aus Australien nicht nur die Kult-Hard-Rocker AC/DC, sondern auch eine Band, die Metal mit progressiven Einflüssen spielt, wobei meines Erachtens die Metal-Einflüsse klar überwiegen. Das Album aus dem Jahr 2000 heißt „Tangled in dream“ und darauf gekommen bin ich wieder, weil die Band gerade ihr aktuelles Album „Embrace the silence“ veröffentlicht hat. Aber der Reihe nach, fangen wir mit der Vorgängerscheibe an.

    Was muss man mögen, um diese Platte zu lieben??? Einen bombastischen Sound, einen neutralen Gesang von Leadgitarren untermalt, speedig angehaucht und dann wieder dichte Gitarrensounds.

    Das erste Stück „Surreal“ fängt bombastisch an und setzt sich im weiteren Verlauf speedig und melodiös fort. Weiter geht es mit „Samsara“, wobei AOR-Einflüsse unüberhörbar sind. Insbesondere in Teilen des Refrains neigt die Band immer wieder, einen Ohrwurm zu überzeugen. Dazwischen allerdings gibt es dichte Gitarrenakkorde mit stampfenden Double-Basses verstärkt. Da gibt es dann auch Ausflüge in den Nu-Metal-Sound um aber wieder ganz schnell ins konservative zurück zukehren. Nun, die Mischung macht es!!!

    „Closer apart“ passt ins Konzept, ist allerdings ein Song, der ganz schnell ins Ohr geht, ich würde sagen die Hymne of „Tangeld in dream“. Das Tempo befindet sich oberhalb vom Midtempo, das Lied ist logisch und sofort nachvollziehbar aufgebaut und macht immer wieder Spaß, anzuhören. Mein Anspieltipp, absolut!!!! Insbesondere hörenswert ist der vom Piano eingeleitete Mittelteil, der die Laune hebt und zum Abrocken einlädt.

    "Bring on the rain": Es wird nicht ruhiger, sondern nur langsamer. Nicht softer, aber stilistisch anders. Zum ersten mal sind mit Effekten versehene Cleansounds der Gitarren hörbar und es gibt unzählige Bands, die sich daran bereits versucht haben. Umso erstaunlicher, dass gerade Vanishing Point dabei bei mir im wahrsten Sinne punkten.

    Das über 8-minütige „Never walk away“ beginnt im Stile echten Metals, um dann aber gitarrenlastig stellenweise gegensätzliche Melodieläufe zu spielen. Der Gesang wandert ein bis zwei Etagen tiefer und steigert so die Spannung auf den weiteren Verlauf der Scheibe. Dies ist ohnehin ein Song, der von wunderbaren Gitarren dominiert wird, die Keyboards bilden die Sounduntermalung, sozusagen der Grundstein, auf dem das Gebäude steht.

    Nichts neues und ein wenig unpassend empfinde ich „The real you“, eine balladeske Einlage, die nicht zum bisherigen Konzept passt. Ich will nicht unbedingt behaupten, dass das schlecht ist, sondern ein wenig Langeweile kommt bei mir auf, weil ich das schon 1000de male gehört habe. Vielleicht muss man hierbei mehr Wert auf die inneren Werte legen, aber das Ding überzeugt mich nicht.

    „Two minds, one soul“ dürfte bereits am Anfang Fans von Sonata Arctica überzeugen, ansonsten kurz und knapp: Nicht schlecht, aber nichts weltbewegendes. Vorsicht: Das könnten andere durchaus ganz anders bewerten als ich. Ich lässt es ziemlich kalt, obwohl es sehr wohl knallt und rockt.

    Mit „I will awake“ wird klar, dass Vanishing Point auf diesem Album nun endgültig eine Wendung vollzogen haben. Aber, das muss man auch sagen. Es wird experimentiert, es wird stellenweise knüppelhart, leider zieht man das aber auch nicht durch. Sondern man versucht in weiten Teilen den begonnenen Stil wieder einfließen zu lassen, und das passt im gesamten nicht zueinander. Insgesamt ist Song dennoch sehr hörenswert und liegt über dem Durchschnitt.

    „Dancing with the devil“ beginnt mit einem sehr schönen einfühlsamen Piano-Intro, einem überzeugenden Gesang und die späteren weiblichen Eingaben überzeugen ebenfalls. Ohne Zweifel eine schöne Ballade.

    Hoch interessant beginnt der Song „Father (7 years)“ und versprüht einen düsteren und kalten Großstadtflair. 2. Anspieltipp von mir, denn es ist sehr überzeugender Song, der eine gewisse Vielseitigkeit der Band eröffnet. Die Tempoveränderungen und die Härteschwankungen rechtfertigen auch die Länge von über 8 Minuten. Der Song zeigt, welches Potenzial in der Band liegt.

    Der Titelsong des Albums „Tangled in dream“. Interessant dabei der Songaufbau, von einer sehr schönen, wenn auch nicht ungewöhnlichen Ballade zu einem straighten harten Rocker. Somit mein 3. Anspieltipp??? Nein, geht nicht. Bitte durchhören, denn da gibt es innerhalb eines Songs verschiedene Stile, die allesamt hier jetzt sehr gekonnt aneinander gereiht sind.

    Insgesamt also ein sehr hörenswertes Album, welches im 2. Drittel leider etwas abbaut. Sonst wäre da mehr drin gewesen, denn Vanishing Point haben ein sehr großes Potenzial. Ich empfehle die Platte jedem, der den Metal verehrt aber vor progressiven Einflüssen ansonsten eher zurück schreckt. Manch einer wird es wahrscheinlich gar nicht merken. Und wenn einer meint, die Scheibe gehört eher in die Metal-Ecke, dann könnte ich damit leben, obwohl die Platte meiner Meinung nach dafür einfach zu schade ist.


    7,5/10


    Tracklist:

    1. Surreal 6.03 min
    2. Samsara 4.15 min
    3. Closer apart 5.27 min
    4. Bring on the rain 6.33 min
    5. Never walk away 8.19 min
    6. The real you 5.28 min
    7. Two minds, one soul 4.13 min
    8. I will awake 6.05 min
    9. Dancing with the devil 4.34 min
    10. Father (7 years) 8.09 min
    11. Tangled in dream 8.45 min


    Gesamtspielzeit: 67.33 min
     
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