[Vergleich] Der Metalbattle - Strat gegen Explorer

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die Explorer, unbestritten eine der Vorreiterin im Bereich der Heavy-Gitarren, und eine Strat, das Gerät was wohl die E-Gitarre schlechthin darstellt, sollen sich heute gegenüberstehen. Ich will versuchen diese beiden recht unterschiedlichen Gitarren miteinander zu vergleichen, besonders weil sie häufig im Bereich härterer Musik (von Rock aufwärts) eingesetzt werden. So unterschiedlich diese Gitarren nämlich sind, so auffällig ist, dass viele Rockbands eine dieser Gitarren bevorzugen. Bestes Beispiel für Stratmetal ist wohl Ironmaiden, die Explorer soll auch stellvertretend für andere Heavygitarren stehen, aber Metallica und Konsorten sprechen ja für sich.

In diesem Vergleich soll es nicht so sehr um die zwei Gitarren gehen, also als einzelne Instrumente, sondern als Vertreter einer Gruppe. Deshalb werde ich auf einzelne Dinge wie Verarbeitung, Farbe oder kleiner Unterschiede der Mechanik nicht eingehen.



Verwendete Gitarren:


Gibson Explorer 76' Ebony

Eine Gibson Explorer von 1994 mit den werksmäßigen Pickups, keine besonderen Umbauten, außer Plastikkappen für die Pickups, um den EMG-Look zu bekommen und die angerosteten Polepieces zu überdecken.


Fender American Stratocaster Standard with scalloped Maple-Neck

Hier handelt es sich um eine American Standard Strat, an der aber einige Umbauten vorgenommen wurden. Wie oben schon gelesen, wurde der Hals komplett gescalloped und an der Stegposition arbeitet ein OBL-Hotrailhumbucker im Singlecoilformat, eine Variante die an vielen Heavystrats zu finden ist.



Vergleich:


Aussehen:


Wie eine Stratocaster und eine Explorer aussehen, sollte eigentlich bekannt sein, wenn nicht, sind im Anhang Bilder zu finden. Die Explorer wirkt größer und mächtiger. Durch die blitzartige Form wirkt das Design angriffslustiger und agressiver. Wer also posen möchte findet hier eine sehr guter Basis. Natürlich kann man mit einer Strat auch gewissen Eindruck schinden, einfach durch die zeitlos wunderbare Form.


Bespielbarkeit:

Die Explorer ist sehr gut bespielbar. Wenn die Saitenlage gut eingestellt ist gleiten die Finger nur so über die Bünde. Wer sich wegen der sperrigen Form Sorgen um die Handlichkeit macht, wird überrascht sein, denn die Gitarre ist recht ergonomisch. Auf der hinteren Flosse/Zacke kann man den Unterarm der Schlaghand ablegen und so besonders im Liveeinsatz ein bisschen Entlastung bekommen. Die Erreichbarkeit der oberen Bünde ist ebenfalls gut, obwohl meiner Meinung nach Bauformbedingt nicht so gut, wie z.B. bei einer SG. Der Hals der Explorer ist meiner Meinung nach eine gute Mischung, d.h. nicht zu dünn, aber auch kein Baseballschläger.
Die Strat bietet je nach Bauart verschiedene Halsprofile, bei denen jeder das finden sollte, was ihm am besten liegt. Auf meiner Strat ist ein C-Profil, mit dem ich sehr gut zurecht komme. Der Hals ist etwas dünner als der der Explorer und nicht so massiv. Die Bespielbarkeit in den unteren Bünden ist gut, aber ich fühle mich bei der Gibson doch etwas wohler in diesem Bereich. Geschmackssache!
Jetzt was zum gescallopten Hals, ala Malmsteem. Bei dieser Gitarre sind alle Bünde gescalloped und am Anfang hat es ein bisschen gedauert sich daran zu gewöhnen. Je nach Saitenstärke kann ein bisschen Druck zu viel schon bei einem Akkord zu ziemlich schiefen Tönen führen, dafür ist das Solospiel deutlich einfacher, besonders bei Bendings und Vibrato-Techniken. Bei dickeren Saiten benötigt man dann etwas mehr Kraft in den Fingern für solche Spielereien, läuft aber bei Akkorden nicht Gefahr ständig daneben zu liegen. Insgesamt ist diese Modifikation recht hilfreich, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Empfehlenswert vor allem für Solisten.


DAS WICHTIGSTE

Der Klang:

Der Klang ist wohl immer der wichtigste Punkt bei einem Review, denn der sollte stimmen, wenn man sich für eine neue Gitarre entscheidet. Problematisch ist sowas immer, denn es geht um den persönlichen Geschmack. Das was ich für zu dunkel halte, halten andere für "Endlich was zum Bassisten wegblasen Sound" und so weiter.
Deshalb nur kurz ein paar Worte dazu, den Rest sollte sich jeder aus den Soundsampels schließen.

Explorer:
Klar eine Gitarre mit Humbuckern und nem kräftigen Mahagonibody hat schon von Natur aus einen mächtigen Sound. Dies Explorer enttäuscht da nicht. Mit einer Mischung aus Les Paul typischem Druck und Wums und der Durchsetzungskraft einer SG ist sie die Metalallzweckwaffe. Dieser Spagat fordert auch seinen Tribut. Weder den mulmigen tiefen Sound eines Les Paul Neckhumbuckers, noch den sägenden SG Bridgehumbucker Sound bekommt sie 100% imitiert, aber das wäre auch zu viel verlangt. Hier gilt die Regel der goldenen Mitte.

Strat:
Die Stratocaster definiert sich ja seither mit einem sehr drahtigen Sound. Der geht auch durch den Pickuptausch nicht verloren, wir aber deutlich härter, als mit dem Standard-SC. Wer nicht auf Nu-Metal und ballernde Double-Base-Parts fixiert ist, kann mit der Strat hervorragenden Heavy-Metal-Sound hervorzaubern, wie es Iron Maiden schon seit jeher tut. Wer auch mal was anderes als hartes Zeug spielen will, ist ebenso gut bedient, ein Stückchen besser als mit der Explorer, die besonders im Clean- und leichtem Crunchbereich meiner Meinung nach der Strat den Vortritt lassen muss.


Soundsamples kommen auch bald. Muss die noch irgendwie ins Netz bekommen.
Wer Interesse hat per Mail anfragen!

Gruß
E.
 
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