Verständnisfrage zu Virtuellen Analogen

von Leef, 19.11.07.

  1. Leef

    Leef Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.07   #1
    Folgendes, ich dachte immer die alten Workstations wie z.B. die M1 oder X3 hätten ebenfalls einen VA eingebaut. Als ich heute aber mal was damit machen wollte, habe ich im Programmierhandbuch des X3 gesehen daß die OSCs lediglich interne Multisounds als Quelle haben und ich nicht zwischen den klassischen Sinus, Rechteck, Sägezahn usw wählen kann geschweige denn Pulsweite etc zu ändern. Die einzigen Parameter der Art habe ich im LFO gefunden, der die Tonhöhe moduliert.

    Heißt das ich habe wirklich keinen virtuellen analogen im Korg oder hab ich ihn nur nicht gefunden? Ich wollte eigentlich ein paar Grundlagen im Sound Design lernen und mir aus Sägezahn was schrauben :(
    Klar kann man das in Software, aber ich dachte immer mein Korg X3 kanns auch :cool:
     
  2. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 20.11.07   #2
    Hi
    Jede moderne Workstation oder Synthesizer hat auch die klassischen Signalsamples wie Saegezahn Rechteck Dreieck Sinus.
    Damit kann mal wie gehabt Vintage Sounds basteln. Und es ist empfehlenswert darueber auch mal die Geraete kennenzulernen.
    Man erspart sich z.B. die Vorverzoegerung, die bei Natursamples notwendig ist.

    Die virtuell Analogen gehen noch einen Schritt weiter. Sie verfuegen ueber keine Samples, sondern der Klang wird in Echtzeit berechnet. Damit kann man tiefer in den Klang eingreifen. Ebenso sind die Filter aufwendiger modelliert und auch Cross FM Synx Modulation meist moeglich. Dazu eine feinere Abstufung der Portamenta Funktion ( Schon hier endet der Analogspass bei den meisten Romplern im Detail).

    Es sind somit Nounacen die einen VA ausmachen.
    Der einzigste(?) Synthie aus der M1 Zeit, der einen echten VA neben Samples on Board hatte (Hybrid), zudem mit Mini Moog VA-Wellenformen, war der Roland D50. Klingt auch heute noch dementsprechend geil.
     
  3. Tax-5

    Tax-5 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.07   #3
    Mit einem SY77 oder SY99 kannst du auch Samples mit FM Synthese kombinieren..
    Kannst dir denken wie fett das klingt ;)

    Aber wie mein Vorredner bereits erwähnte:
    So weit alle samplebasierten Synthies haben die Standart Wellenformen drin.. mal ein paar weinger und mal n paar mehr...

    Es gibt Synths (zb M1) die unterschiedliche Pulsbreiten eines Rechteck an Bord hat (3 oder 4 % Varianten)... beim SY77 zum Bleistift fehlt jedoch ein Sägezahn... kann aber mit einem anderen Sample durch ein solches ersetzt werden..

    Und lass dich nicht von Namen wie AWM, AWM2, HI, AI oder so täuschen.. im Prinzip ist es sowieso nur ein Sampleplayer (Rompler)
     
  4. Leef

    Leef Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.07   #4
    Danke! Ich habe mittlerweile ein paar "rohe" Multisounds ohne Effekte usw angehört. Die klingen ja furchtbar! Allein die Piano Samples *schauder*

    Ich bin schwer beeindruckt, was dort noch alles rausgeholt wird damit es halbwegs vernünftig klingt! Jedenfalls bin ich nun wieder etwas schlauer! :great:
     
  5. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 21.11.07   #5
    Hi
    Mit dem M1 hoerst du Samples aus einer Zeit (1988) in der 1 MB ROM noch mehrere hundert EUR kosteten. Der D 50 hatte gerade mal 500 k Byte ! Daher die Technik die Loop Phase ueber eine virtuelle Maschine zu realisieren.
    Der M1 hatte immerhin 4 MB ROM. Dass damit sogar Multisamples realisiert wurden ist schon erstaunlich und war eine kleine Sensation.
    Wobei der D50 auch kurze Lo Mid High Klavierattacks aufwies. Aber eben ohne Loops.
    (Andere unkritischere Wellenformen gab es auch gelooped)
    Der M1 hatte hier klar die Nase vorne.
    Wenn du Samples heute als grausam bezeichnest. Hmm .... kann ich dir nur recht geben.
    Ein Bekannter von mir spielte zu der Zeit die damalige Nr1 den DX7. Er meinte der DX 7
    Klaviersound klinge tatsaechlich fast wie solch eines. Und der hatte einen Fluegel im Wohnzimmer stehen.
    Das aktuelle Bontempi ALDI Keybaord hat sicherlich einen besseren Klaviersound als ein DX 7 oder D 50

    Man kannte damals einfach nichts besseres und machte das Beste daraus.

    Unter den 3 damaligen Top Synthesizern wuerde ich den M1 heute dennoch als den schwaechsten einstufen. Weil er eben nur ein Rompler war. Der Dx7 mit FM Synthese ganz anders gestrickt und den D50, der auch etwas FM beherrschte, wuerde ich immer noch mit Vergnuegen mit auf die Buhne nehmen.
    Erst in letzter Zeit lebt das Konzept wieder auf : VA und Rompler in einem Geraet.

    Man kann das Midikabel uebrigends auch dazu benutzen einfach mal an einen Rompler noch einen echten oder virtuell Analogen dranzuhaengen :-)
    JX3P + DX7 das klang ebenfalls fett :-)

    PWM kann man uebrigends mit Tricks (Verzerrer) auch bei einem reinen Rompler simulieren. Aber nur monophon. Wenig brauchbar. Dafuer gibt es ja aber auch PWM Samples.
     
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