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Videoüberwachung, Verwendung von Überwachungsvideos

von Johannes Hofmann, 26.12.16.

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  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 26.12.16   #1
    Da machen sich 5 oder 6 gelangweilte Jugendliche in Berlin einen Spaß daraus, einen Obdachlosen anzuzünden... ein paar Wochen früher tritt ebenfalls in Berlin ein frustrierter Suffkopp eine Junge Frau eine Treppe hinunter so dass sie sich den Arm und beinahe den Hals bricht. All das wurde von teuren Überwachungskameras aufgezeichnet und von unseren Weihnachtsmarktattentäter gibt es ebenfalls Videos, wie er sich der spätere Terrorist in seine Ausbildungsstätte schleicht.

    Bei all diesen Videodokumenten scheint Justiz und Ermittlungsbehörden aber in erster Linie zu interessieren, dass um Himmelswillen keine Persönlichkeitsrechte von Gewaltverbrechern verletzt werden. Erst nach Wochen erfolgloser Fahndung, wurde das Video des "U-Bahn Treters" veröffentlicht, was dann auch schnell zur Ergreifung des Täters führte. Jetzt, bei den durchgeknallten Kiddies wird wieder vornehmlich darüber debattiert, ob man die Videos veröffentlichen darf... "das war doch ein Streich von ein paar vermutlich betrunkenen Jugendlichen... kann man riskieren, deren Gesichter zu zeigen und dadurch vielleicht deren Weg in ein geordnetes Leben zu behindern?"

    Im Fall Anis Amri war es wohl der der Grüne Hamburger Justizsenator Till Steffen, der eine unmittelbare Fahndung nach dem Weihnachtsmarktattentäter in Web-Medien blockiert hat.

    Warum steht in unserer Gesellschaft das Persöhnlichkeitsrecht von brandgefährlichen Gewaltverbrechern so himmelhoch über dem Recht der Bevölkerung auf Ergreifung und Verurteilung der Täter?
     
  2. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 26.12.16   #2
    MMn sollte ein RICHTER darüber entscheiden, ob das Video "eindeutig" ein Beleg für die Täterschaft ist.
    Hat der Richter das entschieden, können Videostandbilder der Täter zu Fahndungszwecken gezeigt werden.

    PROBLEM ist aber, dass das Netz nichts vergisst ...
    In Deutschland hat man aber nach Verbüßung einer Haftstrafe seine Tat "gesühnt" (auch, wenn das weitere, schwierige Fragen aufwirft!!!). Sind die Bilder aber einmal draußen, werden sie die (verabscheuungswürdigen) Taten der Täter auch nach der Haft "öffentlich" verfolgen ...

    Auch das hat ein Richter zu bedenken ...

    EDIT: Jemanden an Heigiabend oder in der Heiligen Nacht zu quälen ist in der Tat das Allerletzte!
    Ich weiß (leider am eigenen Leib), wovon ich schreibe ...
    Die Täter haben von mir auch keinen Funken Sympathie ...
     
  3. shadok

    shadok Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.16   #3
    Zeigen diese Videos u.U. Wahrheiten, die nicht gezeigt werden sollen? Diese Videos können durchaus manipulativ eingesetzt werden. Die Wirksamkeit von Kameraüberwachung in Bezug auf Verbrechensprävention halte ich für nur in geringem Maße gegeben. Es gibt faktisch eine Klientel, die sich davon nicht schrecken läßt. Die Verantwortlichen wissen das.
     
  4. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 26.12.16   #4
    Wenn ich Johannes richtig verstanden habe, geht es nicht primär um Videoüberwachung pro/contra, sondern um den Einsatz von vorhandenem Video-Beweismaterial in der Verbrechensbekämpfung. Das sind zwei Paar Schuhe ...
     
  5. Mr. Bongo

    Mr. Bongo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.16   #5
    Spätestens, sobald jemand eine Tat begeht, die kein Vergehen mehr darstellt sondern ein Verbrechen, muss mMn alles genutzt werden dürfen und sollen, das den Ermittlungen helfen kann.

    Kontostand, Internet-Aktivität, Vorlieben und so Krams fallen da natürlich in den seltensten Fällen drunter, und sind in jedem Fall Dinge, die in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben. Videos, Bilder, ggf Fluchtfahrzeug können aber sehr wichtig werden, gerade in der heutigen Zeit, wo sich solche Informationen rasend schnell in der gesamten Welt verbreiten können. Das kann man doch nicht einfach unter den Tisch fallen lassen.
    Jemand prügelt einen oder mehrere Menschen ins Koma, verursacht Langzeitschäden oder macht gleich jemanden ganz platt. Steht da wirklich noch das "Persönlichkeitsrecht" durch solche Bildaufnahmen über dem Schutz möglicher weiterer Opfer auf der Flucht?
     
  6. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 26.12.16   #6
    Um es auf den Punkt zu bringen ...
    Jemand, der einem Obdachlosen in er Weihnachtsnacht Gewalt antut (oder seiner Habe), den verachte ich zutiefst und ist in meinen Augen ein wiederliches Schwein ...

    Trotzdem hat mMn ein Richter zu prüfen, was man an die Öffentlichkeit gibt und was nicht ...
    WIR müssen uns um Opfer kümmern - der Staat mit seinen Organen um die Täter. Nach ernsthafter Abwägung kann sich der Staat auch an uns wenden. Aber das muss ein Richter festlegen.
     
  7. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 26.12.16   #7
    Jeder, der heute in einen Media-Markt geht, weiß, dass es dort Videoüberwachung gibt und nimmt das in Kauf.
    Auch Straftäter wissen um die Kameras auf Bahnhöfen und im öffentlichen Raum. Sie wissen aber auch, dass die Anwendung unserer Gesetze in der Praxis eher lasch ist, so dass es für sie kaum keine Abschreckung bedeutet. Selbst eine Gefängnisstrafe wird eher als Reha-Aufenthalt mit zahlreichen "Weiterbildungsmöglichkeiten" empfunden.

    Täter- statt Opferschutz. So kommen anfangs verpixelte Bilder oder viel zu spät herausgegebene Fahndungen in der Bevölkerung an.
    Wir haben zwar eine starke Wirtschaft - aber einen schwachen Staat.
     
  8. shadok

    shadok Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.16   #8
    Zum Glück nicht immer. Im aktuellen Fall aus Berlin haben die Behörden recht schnell Fotos/Video veröffentlicht. Die vermutlichen Täter, in bester Laune, kommentiere ich mal nicht. Wenn Prävention schon nicht funktioniert, dann ist's vielleicht für die Aufklärung hilfreich.
     
  9. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 26.12.16   #9
    @robbert
    Wie oft warst Du schon im Knast? Am besten mit Gefangenen, die mehr als 10 Jahre absitzen müssen???

    Da ich vor 20-30 Jahren in Geldern wohnte, habe ich sowohl bei "Bibelgruppen" im Knast als auch mit meiner Band minimale Einblicke gewinnen können. Alle Dokus auf ZDFinfo und Phoeni bestätigen meine Erfahrung von damals. Das ist weder Reha, noch Kindergeburtstag, noch Vergnügen für die Inhaftierten.

    Diese hirnlosen Idioten, die am Heiligabend einen hilfebedürftigen Menschen angriffen gehören vermutlich eh nicht zu den "normalen Insassen", sondern stammen vielleicht aus Mittelschicht aufwärts. Die schrecken wir auch nicht mit Chain-Gang ab ...

    Unsere Gesellschaft scheint mir weit schwächer als der Staat selbst ...
    Zum Glück gab es einen Passanten, der dem Opfer sofort half! Wie auch einer der Verletzen vom letzen Montag zu den Rettern gehörte. SOLCHE Menschen gibt es viel zu selten! Statt dessen stehen zuviele tatenlos daneben und schreien nach dem starken Staat ...
    In Köln heißt das: "Arsch hu, Zäng ussenander!" (Courage zeigen und das Maul aufmachen / helfen.)

    EDIT...
    Am liebsten hätte ich jetzt das "T-Online" Bild der sieben Verdächtigten angehängt!
    Da es aber vielleicht "ewig" hier stehen würde, tue ich es nicht ...
    Für mich aber "nur" sieben durchschnittliche, unendlich dumme junge Menschen. Zum Glück hat "Gott" an Heiligabend schützend seine Hand über sie gehalten, so dass sie keinen vollendeten Mord an Heiligabend begangen ...

    Die Berliner Polizei wird die Bilder im Link wohl löschen ...
    https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.545643.php
     
  10. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 26.12.16   #10
    schon richtig.... solche Fälle sollte schon ein Richter entscheiden wie wohl ich da trotzdem einige Dinge nicht verstehen will... Die Gewaltenteilung ist eine heilige Kuh, die ich nicht anzutasten gedenke.

    1. Das Video der Kiddies, die den Obdachlosen angezündet haben, habe ich vorhin im TV gesehen... da hat's also mal geklappt... das war schnell. Warum hat das aber im Fall des U-Bahn-Treters Wochen gedauert? Währe ich Richter und hätte das Video vorgelegt bekommen, dann hätte ich 30 Sekunden gebraucht um zu entscheiden, dass der Schutz der Gesellschaft vor so einem *** Selbstzensur *** höher wiegt, als seine vermaledeiten Persönlichkeitsrechte.

    2. Im Fall Anis Amri war es kein Richter sondern der Hamburger Justizsenator Till Steffen, der meinte, die Persönlichkeitsrechte des Verbrechers wiegen höher als das Interesse der Gesellschaft an einer effizienten Flächenfahndung. Till Steffen ist als Justizsenator und nicht etwa der Judikative zugehörig, sondern der ist erst mal Politiker und dann als Senator Mitglied der Exekutive. Ich wundere mich, warum niemand seinen Rücktritt fordert. ​
     
  11. Shubidu

    Shubidu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.16   #11
    Hm...ich finde es auch gut, wenn solche Vids mit erkennbaren Personen gleich veröffentlicht werden, keine Frage, das schreckt sicherlich auch ab.
    Warum hier oder dort das länger dauerte, weiss ich auch nicht und man kann da nur spekulieren und damit fast....eben fast in Stammtischgebrabbel landen.
    Es sind halt nur Spekulationen und ruckzuck wird wieder eigene politische Meinung damit vermischt. Ich wäre da schon aufmerksam, aber auch vorsichtiger mit
    Mutmassungen und Zeigefinger.
     
  12. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 26.12.16   #12
    jedenfalls finde ich schon mal richtig, dass wg eines Mordversuches ermittelt wird und nicht wg fahrlässiger Körperverletzung oder was immer ihre Anwälte daraus konstruieren werden... aber auch dazu ist es gut, dass es ein Video gibt...

    Und dass die Bilder jetzt so schnell da sind, hat vermutlich mit der Wut der Gesellschaft über die Bummelei bei dem U-Bahn-Treter zu tun.
     
  13. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 26.12.16   #13
    @Johannes Hofmann

    1. Richter sind frei in ihrer Entscheidung ...
    Daher kann Richter A völlig anders entscheiden als Richter B ...
    Staatsanwälte haben sich in der Tat nach der Politk zu richten! Wird zu oft vergessen. Richter aber nicht ...

    2. Für mich ist das auch kein "Jugendstreich" oder "fahrlässige Körperverletzung". Vermutlich ist es aber auch kein "versuchter Mord", sondern zuerst eine unsäglich verdammenswerte Tat fehlgeleiteter Jugendlicher. Möge ein Richter darüber entscheiden, wie man die "billigend in Kauf genommene Tötung eines Schutzbedürftigen" wertet ...

    3. Ich bin TOTAL gegen das zeigen von Videos!
    Standbilder der mutmaßlichen Täter zur Fahndung heiße ich ausdrücklich gut! Aber das Video darf mMn nicht gezeigt (nur vor Gericht) werden ...
     
  14. El Ted

    El Ted Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.16   #14
    Hierin liegt mE ein Risiko. Mit der sofortigen (ggf. kategorischen) Freigabe jedweder Überwachungs Videos, kann sich ein "wütender" Teil der Gesellschaft schnell in einen "Lynchmob" verwandeln.
     
  15. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 26.12.16   #15
    Ja, schon klar... das heißt: 60 Sozialstunden oder 2 Wochenenden Freizeitarrest für den Haupttäter, 25 Stunden für den Rest... und dann hoffen wir mal alle, dass sie's nicht wieder tun... :prost:

    Warum? Weil sonst die Bevölkerung mitkriegt, wie brutal solche Täter sind und am Ende an den Stammtischen die Einführung der Prügelstrafe fordert ? ;)

    Ja, und was ist daran schuld? Die Dummheit der Stammtisch-Bürger oder die Tatsache, dass zu viele jugendliche Gewalttäter grinsend mit Victory-Pose aus der Hauptverhandlung laufen?
     
  16. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 27.12.16   #16
    1. Nein; vermutlich sind hier Haftstrafen angebracht.
    Wichtiger ist aber eine Verhaltenstherapie, die mMn nicht im heimatlichen Umfeld stattfinden sollte.

    2. MMn haben Videos keinen "erzieherischen Wert" ...
    Die Leute die solche Taten ablehen werden auch so angeekelt sein, für die anderen ist es "ein spannendes Ereignis". Wir haben schon genug Probleme mit Leuten, die Unfallretter behindern und nur ereignisgeil sind ...
     
  17. saxof

    saxof Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.12.16   #17
    Es gibt da so einen "blöden" Grundsatz - dem Täter muss die Tat erstmal nachgewiesen werden - solange gilt die Unschuldsvermutung.

    Einer der Pfeiler unserers Rechtssystems!

    Desweiteren bedingt die totale Videoüberwachung und Veröffentlichung des Materials auch eine datenschutzrechtliche Komponente.

    An anderer Stelle hast Du @Johannes Hofmann das Recht auf freie Meinungsäusserung strikt verteidigt. Wenn ich dich da richtig verstanden habe,
    dürfen wir auch "Rechten" ihr Recht auf Meinungsäusserung nicht beschneiden, solange sie sich im Rahmen der Gesetze halten.
    Ob uns das gefällt oder nicht.

    Ist im Falle des Datenschutzes sicher nicht weniger wichtig und richtig.

    Das Grundgesetz gilt für ALLE ungeachtet Herkunft, Deutscher oder "Flüchtling", Christ oder Moslem, Hetero oder Homo, Schwarz oder Weiß.

    Für die Abwägung der Rechte gegen-/untereinander haben wir Gerichte, die müssen das regeln. Keine Demo auf den Strassen, keine Poliitker, kein Musikerforum.
    Gerichte! Ich finde, das ist gut so.
     
  18. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 27.12.16   #18
    Ja, ein Bootcamp... aber ich denke halt nicht, dass man derart entgleistes soziales Verhalten korrigieren kann, wenn man sie zur Belohnung zum Delphine streicheln nach Florida fliegt.

    klar, aber sie helfen 1. die Täter zu schnappen und 2. die immer wieder in den Prozessen mit Aussagen der Kumpels untermauerten Behauptungen zu widerlegen: "Ja das Opfer ist selbst schuld... der hat immer wieder seinen Kopf gegen meinen Schuh geschlagen...". In dubio pro reo wird dann aus einem Mord(versuch) eine läppische Körperverletzung... Ist eine Kamera zugegen gewesen, dann kriegen Täter wie Spyridon L. und Serkan A. halbwegs das, was sie verdienen...

    Mal abgesehen... eine Videoaufzeichnung ist neutral und kann sehr wohl einen Täter auch entlasten. Aber idR ist es eben so, dass eine Gruppe von 5, 6 Tätern jemanden (halb) tot schlagen und mangels anderer Tatzeugen sich dann gegenseitig vor Gericht entlasten.
    --- Beiträge zusammengefasst, 27.12.16 ---
    Btw: Alle 7 Täter, die den Obdachlosen verbrennen wollten, sind identifiziert und gefasst.
     
  19. saxof

    saxof Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.12.16   #19
    Natürlich, darum bin ich auch nicht gegen die Videoüberwachung an sich. Nur sollte das nicht sofort ohne weitere Recherche veröffentlicht werden. Das muss mMn (und wird wie es den Anschein hat) gut abgwogen werden. Sonst könnte schnell Lynchjustiz entstehen.
    Für einem Rechtsbruch (U-Bahn Treter oder Terroranschlag) sollte mMn kein Rechtsbruch der Staatsorgane z.B. durch Verstösse gegen den Datenschutz oder der Unschuldsvermutung begangen werden.
    Auch hier müssen schlicht und einfach Gesetze beachtet und danach gehandelt werden.

    Wer hier Ausnahmen fordert, weil es ja um einen (zu diesem Zeitpunkt) möglichen Täter handeln könnte ist auf ganz dünnem Eis.
     
  20. andiu

    andiu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.12.16   #20
    Also, was mit dem Amri los war, weiß ich nicht. Zunächst wurde ja wohl nur die Aufenthaltsbescheinigung gefunden, später dann die Fingerabdrücke im Fahrerhaus einwandfrei identifiziert und dem Amri zugeordnet. Damit hat man eine hinreichend gute Beweisgrundlage für eine Fahndung - die Dokumente allein reichen nicht aus, höchstens für einen "Zeugenaufruf". WANN der Senator dann die Fahndung mit Bild frei gegeben hat weiß ich auch nicht und habe ich HIER auch nicht gelesen, also bitte Butter bei die Fische und keine Links ohne Inhalt, das sind ja alles nur sekundäre Reaktionen von Politikern ....

    Bei den jugendlichen Gewalttätern an Weihnachten war es wohl ziemlich einfach, anhand der Kleidung und den persönlichen Erscheinungsmerkmalen die versuchte Tat den Tätern zuzuordnen. Nachdem die Polizei die Männer nicht ihrer üblichen Klientel zuordnen konnte war der Fahndungsaufruf meines Erachtens korrekt und auch ausreichend schnell erfolgt. Wenn man den Burschen die Tat nachweisen kann kommen die nicht mit Deplphinstreicheln und Sozialstunden davon ...

    Anders als in den USA, wo jeder Baumpinkler, Landstreicher, Freier zur falschen Zeit oder am falschen Ort usw. gleich im Internet steht (mit oder ohne Verurteilung) halte ich es durchaus für korrekt erst einmal andere Fahndungswege zu beschreiten bevor man an die Öffentlichkeit geht WENN man nicht hinreichend sicher kein kann, dass die gesuchte Person irgendwas mit der vorgeworfenen Tat zu tun hat - die Folgen in einem anderen Fall (unschuldig...) wären verheerend.