Vielseitigster Marshall Amp: 6100LM vs 2266VM

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Jobold

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Hi!

Entschuldigung für meine neuerliche Frage, aber hierzu finde ich online nichts was mir bei der Entschuldigung helfen könnte:
Ich habe bereits ein 2266VM Topteil und liebe die Sounds vor allem beim JTM45 Channel, aber der extreme Volume Sprung beim Umschalten auf den High Gain Channel und die gemeinsamen Settings stören mich doch.
Nun habe ich vom 6100LM gehört, dass dieser sehr vielseitig ist und gut klingt von Clean bis High Gain. Hat jemand damit Erfahrung oder idealerweise mit beiden Amps gemacht?

Vielen Dank schon mal!
 

Erfahrung mit beiden Amps habe ich nicht, nur mit dem 6100LM, den habe ich selbst (und was nun kommt, ist unter dem Vorbehalt "der Schreiber ist eigentlich Bassist und nur Hobby-Nebenbei-Gitarrist" zu lesen):

Ja, der 6100LM ist sehr vielseitig. Drei Kanäle, pro Kanal eine eigene Klangregelung, regelbarer Einschleifweg, drei Leistungsstufen - das ist nicht Marshall*-typisch (JVM410H mal ausgenommen). Der kann sogar richtig clean... Ich habe meinen im Jahr 1996 bekommen, damals war das sensationell.
Manchmal kommt Kritik von den "eingefleischten Marshall*-Fans" (vor allem 1959- und JTM45-Spieler), dass er nicht hundertprozentig nach Marshall* klingt - da mag was dran sein, weil er eben so vielseitig ist. Aber auch wirklich gute Gitarristen aus meinem Bekanntenkreis, die einen anderen Marshall* spielen und da wohl Vergleiche ziehen können, finden den 6100LM "echt gut". Das ist vermutlich eine Frage des persönlichen Hörens und Geschmacks.
Da der 6100LM schon etwas älter und nicht gerade ein Marshall*-Topseller auf dem Gebrauchtmarkt ist, bekommt man ihn öfter mal zu einem recht angenehmen Preis.
Mein (erwartbarer) Tipp: Ausprobieren, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ob er Dir gefällt, kannst nur Du entscheiden.
 
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Mir persönlich gefällt der ursprüngliche 6100 mit EL34 Endstufenröhren besser, weil er den urigeren, rotzigen Marshallsound bietet. Vielseitig sind alle drei Varianten des 6100ers, aber er ist eben auch ein höchst komplexes Gerät, wenn mal was repariert werden muß. Insbesondere das MIDI Interface zickt gerne und es gibt keinen Ersatz mehr...

domg
 
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Insbesondere das MIDI Interface zickt gerne und es gibt keinen Ersatz mehr...
Das hatte ich vergessen zu erwähnen - vielen Dank an @der onk
Ist mir nicht in den Sinn gekommen, da ich mit MIDI nix am Hut hab...
 
Als der Amp 1992 auf den Markt kam, war die Kanalumschaltung per MIDI (inklusive Mapping, wohlgemerkt!) natürlich höchst innovativ. Marshall wollte einfach zum Firmenjubiläum einen echten Kracher raus bringen, was der Amp objektiv betrachtet auch war. Hat sich aber trotzdem nicht zum Topseller entwickelt... 😒
 
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Der 6100 wurde IMO vom JVM gebührend beerbt, bzw. wurde auch da darauf geachtet, dass man dort von JTM bis Hotrod JCM800, alles ohne große Kompromisse finden kann.
Ich habe nie verstanden warum Marshall den VM und auch den Jubilee zwar umschaltbar gemacht haben, die aber als "2-Kanaler" nicht wirklich nutzbar sind....
 
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Der 6100 ist ein feines Teil, wenn er funktioniert. Leider hat der eine etwas suboptimale Spannungsversorgung für die Midi und Kontrollelektronik und es wenn da mal der Fehlerteufel reingefahren ist, ist es fast unmöglich das zu reparieren, einfach weil die entsprechenden Teile nicht mehr verfügbar sind.
Es gibt das .bin file der Umschaltung zwar im Netz zu finden, aber das Problem ist eher einen passenden IC zu finden. Man kann zwar einen AT28C64 statt des 27C64 verbauen, aber dann braucht man auch einen entsprechenden Brenner um den EPROM zu brennen und das ist was, das inzwischen ein weiterer Punkt ist der die Reparatur erschwert.
Wenn jemand einen Marshall mit vielen und guten Sounds sucht, der sollte einfach zum JVM greifen, hier würd ich den 410er bevorzugen da der 205 ohn den OD1 auskommen muss und der OD2 einfach way too much Gain hat. Reichen weniger Kanäle gibts zig Möglichkeiten, wie zB den Victory Sheriff (JTM45 und JCM800), Friedman Runt, Friedman Plexi, Realtone Eddie, etc., da kann man sich nach Herzenslust durchtesten.
 
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  • #8
Oh danke für die zahlreichen Antworten! Wenn die so anfällig für Fehler sind sehe ich mich mal doch lieber nach einem gebrauchten JVM 410 um. Klingen die clean auch gut?
 
Ich weiß, deine Frage @Jobold bezog sich auf Marshall-Amps, aber wenn du den 6100 in Betracht gezogen hast, dir das Gerät etwas anfällig erscheint (was es IMO nicht ist, nur schwierig zu reparieren...), und nicht Unsummen ausgeben willst, würde ich mir vielleicht auch mal einen Peavey JSX anschauen. Diesen Amp hat sich Satriani bauen lassen, als er vom 6100 zu Peavey gewechselt ist. 3 Kanäle, sternenklarer Clean-Channel, den man erst ab ohrenbetäubenden Lautstärken zum crunchen bringt, aktive Klangregelung in 2 Kanälen, Headroom ohne Ende.
Habe selbst fünf Jahre als freundliche Dauerleihgabe den 6100 gespielt, danach mir dann den JSX gekauft. Klares Upgrade -für mich jedenfalls. Genervt hat mich am 6100, dass der Clean Channel im Vergleich zu den Zerrkanälen recht leise war und fast am Anschlag gefahren werden musste, im Bandgefüge war das nicht cool. Und wir waren wirklich nicht so laut unterwegs damals.
Dazu ist der Ultra-Kanal auch etwas scooped imo, 90er Style eben, mag nicht jeder.
Aber ansonsten ist der 6100 ein solider Amp, der bei einem Kollegen sogar etliche Male ohne Case im Gig-Einsatz war und bis auf einen Röhrenwechsel in 20 Jahren keine technische Wartung brauchte.
 
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  • #10
... sehe ich mich mal doch lieber nach einem gebrauchten JVM 410 um. Klingen die clean auch gut?

Jep.
Der einzige Marshall, der (meiner Meinung nach) von clean bis ultraverzerrt alles gut kann.
Dieser Amp ist wie viele andere Geschmacksache. Der hat auch so seine Eigenheiten, die man mögen muss.
Musst ihn halt mal antesten.
 
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  • #11
Der gute Olli von Session nutz den JVM mit ganz ohne Grund für sämtliche Gitarren Präsentationen.
 
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  • #12
vielleicht auch mal einen Peavey JSX anschauen
Danke! Der ist mir tatsächlich noch nie untergekommen! Muss ich mir mal näher ansehen ;)
Ich liebe den Cleanen Marshall Sound mit den spritzigen Höhen und ein bisschen "hair", kann das der Peavey auch? Glasklar clean brauch ich nicht unbedingt, dafür hab ich einen Fender Hot Rod Deluxe IV :)
 
  • #13
Der gute Olli von Session nutz den JVM mit ganz ohne Grund für sämtliche Gitarren Präsentationen.
Nur dass Olli und sein Team es leider bis heute nicht schaffen, das Teil mal gescheit abzunehmen in den Videos ;)

Klar bekommt man bei Olli schon einigermaßen mit, wie der JVM so klingt und was der alles kann. Ich habe den Amp hier ja selber und der klingt m.M.n. viiiiel besser als in den Session-Videos.
 
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  • #14
Abseits vom Olli, sollte man vielleicht noch erwähnen, dass man für den JVM wenn man ihn und seine Möglichkeiten voll ausreizen will, man sich am besten direkt einen vernünftigen MIDI Controller mit dazu holen sollte. Wenn man nicht gerade zu Hause ein 1010 oder whatever rumliegen hat, dann sollte man das auf alle Fälle in der Anschaffung noch mit einrechnen
 
  • #15
Der JSX hat schon eine kuriose Geschichte bzw. viel „Pech“ gehabt. Der zeitnahe Wechsel von Satriani zum Chickenfoot (wieder Marshall) Sound und wohl auch Ungemach beim Peavey Aushängeschild Eddie Van Halen, bescherte dem Amp (Namen) eine nur kurze Lebenszeit. Der XXX II entspricht aber dem JSX weitgehend. Bestimmt kein schlechter Amp!

@Luparo , Olli ist (auch nicht ohne Grund) ein polarisierender Charakter. Der JVM ist halt inzwischen auch so etwas wie „Industriestandard“. Den kennen viel Gitarristen, er ist vielseitig und dabei trotzdem gut. IMO schon vernünftige Gründe alle Gitarren grundsätzlich über dieses Amp-Modell vorzuführen, um das alles besser beurteilbar zu machen.
 
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  • #16
Hey,
insgesamt muss man sagen, dass die JVMs "Schönklinger" sind.
Das ist nicht negativ gemeint...und führte dazu, dass auch ich damals meine Gitarren-Vorführ-Videos über nen Combo der Baureihe aufnahm.
Die Techniker haben es tatsächlich geschafft die legendärsten Sounds des Herstellers in einen Amp zu packen...und zwar so wie die besten Aufnahmen dieser klingen. Fast schon könnte man von "analog Modeling" sprechen, denn die alten Modelle die die Vorbilder der Kanäle sind, sind meist kantiger, roher und garstiger als deren JVM Sounds. Aber das ist ja immer noch ein (nachvollziehbarer!) Trend der von neueren Entwicklungen wie H&K Black Spirit, Blug Amp und Co sowie den ganzen Digitalen Modellern konsequent fortgeführt wird. JCM 800, Plexis und Co sind oft genug schwer einzustellen und handeln...mit den JVMs bekommst du deren Sounds direkt spielbar und etwas "aufpoliert" serviert...das hat schon was.
Oft zu beobachten ist deswegen, dass JVM User sich viele "rohe" Sounds in Form von Pedalen zurück in ihr Rig...was auf Grund sehr gut funktionierender Einschleifmöglichkeiten und guter Verarbeitung von Preamp Pedals in den Clean Kanälen super funktioniert.

Gruß,
Bernie
 
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  • #17
@InTune
Haste recht, stimmt. Zwar kein optimaler Sound, aber seit Ewigkeiten immer diesen Amp und ab irgendwann auch fast immer diese Bogner Box dazu.
Lieber so mit diesem mäßigen Sound und eine gute Vergleichbarkeit bei allem, was damit getestet wird, anstatt wie viele andere das machen, die gerne das Setup wechseln und so eine Vergleichbarkeit schwer machen.
So, das war's jetzt mit Abweichen des Themas. ;)

@Jobold
Wenn es dir um so eine Vielfalt wie beim JVM410H geht, kannst auch mal den JVM410HJS checken, falls es sich irgendwie beim Umschauen auf dem Gebrauchtmarkt ergibt (den gibt's leider nicht mehr neu).
Im Grunde der gleiche Amp wie der "H", nur insgesamt etwas entschärfter, vielleicht ein wenig offener/dynamischer und hat anstatt Reverb ein Noisegate pro Kanal (hier und da noch weitere Unterschiede).
Der Clean-Kanal des HJS geht auch eher in Richtung 6100 (war wohl der Wunsch von Satriani).
 
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  • #18
Ich habe mal einen JVM 205 und vor kurzem einen 6100LM gespielt: den JVM hätte ich sofort mitgenommen (es ging aber um das Cab). Der 6100LM hat mir zu krasse unterschiede in den Modesnpro Kanal gehabt und teilweise krasse Nebengeräusche gemacht. Und irgendwie klang er nicht nach Marshall. Den habe ich echt ausführlich getestet. Beim JVM war das PlugnPlay und ich war glücklich.
Warum habe ich bloß noch keinen? :ugly:
 
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  • #19
Ich liebe den Cleanen Marshall Sound mit den spritzigen Höhen und ein bisschen "hair", kann das der Peavey auch?
Der 6100LM klingt im Clean-Kanal schön warm und tatsächlich clean für einen Marshall, zudem hat er einen Mid-Shift Button in dem Kanal an Board, der den Sound nochmal-ja nun, eben mittiger und durchsetzungsfähiger macht. Dagegen ist..
... genau das Ding vom JSX. Der frisst halt wirklich jedes Pedal, Satriani hat meines Wissens daher im Grunde nur den Clean-Channel genutzt. Ich mag das Neutrale des JSX, es gibt aber natürlich auch Gitarristen, die dem Amp daher einen eigenen Charakter absprechen und ihn etwas steril nennen. Er reagiert dafür extrem sensibel auf verschiedene Gitarren und Boxen, "färbt" also nicht. Unterschiede zwischen verschiedenen Gitarren, Boxen und Pedalen, Pickups usw. sind also sehr gut zu hören. Geschmackssache, mir gefällt das genau so.
 
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  • #20
Ich habe den 6100 LM jahrelang auf kleinen und großen Bühnen gespielt. Durch seine vielseitigen Einstellmöglichkeiten kommt man mit dem überall klar. Wichtig dabei ist die richtige Box, ich hatte die stinknormale 1960 mit den Celestion G12-75, beste Kombi. 3 Marshalls in einem bekommt man sonst nirgends.
Ich hatte nie Probleme damit, auch mit dem von mir teilweise genutzten Midi nicht.
Jedenfalls ist das der Marshall mit dem besten clean Ton, für Marshall jedenfalls.
JVM hatten wir auch einige versucht, der kann vieles, aber irgendwie nix so richtig, m.M.
 

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