Vokalmikrofon für tiefe Bariton-Stimme

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MirkoM
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Hallo in die Runde,

ich lese in den letzte Tagen ganz viele Forenbeiträge und Testberichte über Gesangsmikrofone.
Das ist für mich alles noch ziemliches Neuland, da ich erst seit ca. einem Jahr Jazzgesangsunterricht habe.

Jetzt wollte ich mir aber doch so langsam ein eigenes Mikro zulegen. Ich weiß, dass ich selbst austesten muss, was zu meiner Stimme passt - nur angesichts der Masse an so vielen Mikrofonen wollte ich doch mal nachhören, ob ihr mir vielleicht ein paar Tips geben könnt, welche Mikros ich überhaupt in die Auswahl zum Austesten nehmen soll?

Folgendes kann ich sagen:

- es soll stilistisch für Jazz, Blues und später auch gerne Soul sein (also kein Hard Rock, kein Metal, kein Rap, kein Schranz :) )
- es soll für den Live-Gebrauch sein (hauptsächlich Duo, Combo, mittelgroße Band)
- ich bin tiefer Bariton, habe generell eine sehr volle, tiefe, runde und bisweilen laute Stimme - brauche also nicht zwangsweise ein Mikro was die Tiefen boostet sondern eher Brillanz und Höhen unterstreicht - noch mehr Tiefen und Bässe und ich klinge wie Benjamin Blümchen ;-)


Hat dazu jemand eine Idee, was ich vll austesten sollte?
Bin dankbar für alle Anregungen :)

Beste Grüße,

Mirko
 
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Mit einem wirklich guten Mikro kommt man immer weiter. Ich würde mal das Audio Technica ae 5400 probieren, wenn du nicht darauf aus bist, in die Billigschublade zu greifen.
 
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Was gibt den das Budget her?

Wie du bereits richtig erwähnt hast, gibt es zahlreiche Mikros die da in Frage kommen.

Die Klassiker sind hier sicher Shure Beta58 oder auch Beta87 oder Sennheiser 945 oder 965.
Einfach mal antesten und hören welches deine Stimme am neutralsten rüberbringt - hier lohnt sich
der Gang zum nächsten Fachhändler auf alle Fälle mal. Oder ein Ausflug zum Thomann
 
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Mikrofone für bestimmte Stilrichtungen gibt es nicht. Es muss zu deiner Stimme passen.
Tendenziell würde ich sagen eher ein Kondensatormikrofon, weil das in der vergleichbaren Preisklasse feiner zeichnet als ein dynamisches.

Wenn ich Verkäufer wäre, dann würde ich dir bei einem Budget von knapp unterhalb 200 Euro ein SM86 auf den Tisch legen:


Und wenn du noch einen Hunderter drauflegen kannst das Beta87:

Shure Beta 87A Kondensator Vocalmikrofon


Hab ich erst vor zwei Wochen wieder bei einem Jazz-Konzert gedacht: "Was für geile Mikros :)".
Die beiden Sängerinnen mit dem dem SM86 bzw. Beta87 waren einfach sehr viel besser und deutlicher zu hören als die anderen beiden mit den dynamischen Beyerdynamic TGirgendwas und Shure SM58.​
 
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Erstmal vielen Dank euch für die schnellen und fachkundigen Antworten :)
Ich werde auf jeden Fall die Mikros antesten und mal schauen, wie sie reagieren (zumindest die bis ca. 300 € - mehr gibt das Budget erstmal nicht her, aber da sollte sich doch wohl auch schon was finden lassen).

Von dem was ich im Internet nachlesen konnte reizen mich auf jeden Fall die genannten Shures und das 945 Sennheiser.

Ich bin nur immer noch nicht so ganz auf dem Wissensstand bzgl. dynamisch oder Kondensatormikrofon.....

Die einen sagen, dass Kondensatormikros leichter koppeln, wesentlich empfindlicher sind und besser erst bei Profis eingesetzt werden sollten, weil sie so fein zeichnen, dass man jede kleinste Unreinheit, jeden Atemschnapper einfach alles hört - auch das was zum Beispiel vom Schlagzeug kommt, wenn man als Sänger zu dicht dran steht.....
Dann lese ich dass Kondensatormikrofone inzwischen gar nicht mehr so leicht koppeln (zumindest nicht leichter als dynamische), auch robust sein können und man auch als noch-nicht-Profi damit wunderbar klar kommt.........

Mhm - ich kann mir schon vorstellen, dass es für Jazz vll gar nicht mal so unflott ist, weil es ja gerade da sehr nuancenreich und stimmfarbig sein soll und natürlich möchte man als Sänger auch, dass all die vielen kleinen Nuancen durchkommen......aber trotzdem bin ich da unsicher.

Sollte man (vorausgesetzt dass es super zur Stimme passt) ein Kondensatormikro kaufen auch wenn man kein Profi ist (und kein Tontechniker in der Nähe ist sondern man alles selbst einstellt)?
 
Die einen sagen, dass Kondensatormikros leichter koppeln, wesentlich empfindlicher sind und besser erst bei Profis eingesetzt werden sollten
nein - das stimmt nicht
Und wenn z.B. Phil Collins über das Beta87 singt*, dann heißt das noch lange nicht dass du das nicht auch benutzen kannst :)

Ich würde dir auf jeden Fall zu einem (Vokal-Handheld-)Kondensatormikrofon raten.

...weil es ja gerade da sehr nuancenreich und stimmfarbig sein soll...
genau aus diesem Grund :)


*wobei Phil öfters mal auch ein anderes, dynamisches benutzt hat (z.B. das Beyerdynamic M88TG).
 
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Natürlich kannst Du auch ein Kondensatormikro nehmen. Das mit dem Koppeln etc. sind Latrinenparolen aus der Zeit der ersten lauten Rockbühnen, die sich hartnäckig halten. Inzwischen sind einige Jahrzehnte vergangenen. Das von mir empfohlene Audio Technica AE 5400 wird von Metallica live verwendet! Dass die mehr Details wiedergeben ist für Dich als Anfänger sogar vorteilhaft. Wie sollst Du etwas korrigieren, wenn Du es gar nicht hörst! Ein gutes Mikro unterstützt Deine Performance.
 
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Das von mir empfohlene Audio Technica AE 5400
sicherlich ebenfalls ein tolles Mikro :great:
Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass fremde Tontechniker sehr häufig die Nase rümpfen wenn nicht "Shure" draufsteht und dann nicht richtig damit umgehen können. Obwohl das natürlich unbegründet ist.
Und ich persönlich bin ein absoluter Fan vom Shure Beta87. Das ist für mich ein mindestens ebensolcher Klassiker wie das SM58 - nur eben zwei Schubladen besser und immer noch im bezahlbaren Bereich.
 
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Das Beta 87 ist auch ein tolles Arbeitstier, keine Frage! Wer damit nich zurecht kommt, sollte den Mund halten ;)
 
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OK ich werde auf jeden Fall die Kondensatormikros ins Auge fassen - das Audio Technica teste ich gerne aus, allerdings werde ich mir das wohl wegen des Preises momentan nicht leisten können (trotzdem bin ich neugierig drauf).

Das Beta 87 gibt es in A und C - macht das einen großen Unterschied? Superniere oder Niere - spielt das hauptsächlich ne Rolle wegen des Feedbackverhaltens oder macht sich das auch vom Gesangssound bemerkbar?
 
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Die Niere fasst einen etwas weiteren Bereich, dadurch kommt deine Stimme auch dann noch kräftiger wenn du das Mikrofon etwas weiter weg hälst - d.h. der sog. "Nahbesprechungseeffekt" (betonte Bässe) wirkt auch noch mit etwas mehr Abstand.
Die Superniere arbeitet in einem engeren Bereich und blendet dadurch die Nebengeräusche besser aus. Wenn du z.B. neben den Bläsern, neben dem Gitarrenamp oder dicht neben einem anderen Sänger stehst wäre es besser, eine Superniere zu haben. Bei vergleichbaren Mikrofonen ist auch das Feedbackverhalten der Superniere etwas besser.
 
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Hallo, MirkoM,

...aus eigener Erfahrung, bin selbst Baß, ein weiteres pro für das Shure SM86 ebenso wie für das Beta 87, ich bin mit beiden schon sehr gut klargekommen. Mein eigener Favorit ist allerdings das Neumann KMS105, was für meine Stimme hervorragend paßt, aber über der von Dir gewünschten Preisklasse liegt. Auch das Beyerdynamic TG V96 wäre so ein Fall... dagegen noch in der "200-plus-Klasse" das Beyerdynamic TG V56, auch das könnte für Dich passen.

Ein Außenseitertip, sollte es Dir über den Weg laufen: Electrovoice RE510. Ich habe den Vorgänger, das RE500, und mag das genauso gerne wie das KMS105.
Aber wie gesagt - unbedingt selbst probieren ;)

Viele Grüße
Klaus
 
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Danke euch vielmals!!!
Ich hab mir das jetzt alles mal zusammen geschrieben um eine Übersicht zu haben, und werde demnächst mal austesten welches Mikro zu mir passt.
Sollte das "Traum-Mikro" doch den finanziellen Rahmen sprengen, muss ich vll umdenken und länger sparen...
 
Ein paar meiner Favoriten (Sennheiser e945, Audio Technica AE 5400) waren schon dabei, als Ergänzung werfe ich noch das recht neue Beyerdynamic TG V70d in die Waagschale - das klingt recht ausgewogen und hat wunderschön silbrige Höhen. Falls Du die Möglichkeit hast, teste es mal an. Auch HEIL PR-20 und PR-22 sind sehr gut.

Ich habe vor ein paar Wochen mit einer befreundeten Sängerin einen Mikrovergleichstest gemacht und war erstaunt, wie unterschiedlich Mikros mit ein- und derselben Stimme klingen können. Bei ihr z.B. klang das Shure Beta 87a gar nicht gut - hat ihren Grundtonbereich verschluckt, sie klang damit "dünn" (wie sie in natura und über die meisten anderen Mikros einfach nicht klingt). Bei ihr ist es am Ende das AE 5400 geworden, kostete 259 EUR, soweit ich weiss. Früher noch über 300 Tacken.

Gruß,
Jo
 
Sind dann doch 359 Euronen für das AE 5400.
 
Das Beta 87 gibt es in A und C - macht das einen großen Unterschied? Superniere oder Niere - spielt das hauptsächlich ne Rolle wegen des Feedbackverhaltens oder macht sich das auch vom Gesangssound bemerkbar?

Servus,

auch der Sound wird "verdreht". Je stärker gerichtet wird desto mehr tauchen klangliche Nachteile auf ... die man wieder versucht auszumerzen. Im diesem speziellen Falle ist das A (Superniere) etwas crisper. Das mag für manche Stimmen passen. Aber generell sit die C Version weicher.

Deshalb gilt auch hier: ausprobieren.

Beste Grüße
 
@jo: es hat den Grundtonbereich verschluckt?? das klingt böse....

@Astronautenkost: danke, dass war auch der Preis den ich entdeckt hatte - schade eigentlich, dachte schon es lässt sich ein schnäppchen schießen ;-)

@JürgenSchwörer: dankeschön! ja, was dem Einen hilft hat dann irgendwo anders seine Nachteile.....etwas "crisper" wäre mir ja sogar ganz lieb :) das würde meine stimmlichen Nachteile etwas kaschieren. Ich muss es austesten und werde jeden Tag den ich hier neue Tipps und Antworten lese neugieriger :-D
 
Naja, es klang mit dem Beta 87 halt (bei ihr) sehr crisp und eher dünn. Interessanterweise nutzt eine meiner Libelingssängerinnen (Sarah Bettens von ehem. K's Choice) genau dieses Mikro, und die klingt damit toll. Was auch für viele andere gilt und daher soviel heisst wie "unbedingt selbst ausprobieren!"

Gruß,
Jo
 
Du hattest weiter oben die Heil Modelle aufgelistet. Ich würde behaupten, dass das PR35 ziemlich passen könnte, gegen ob ist es auch eher "offen" im Klang. Budgetmässig müsste da noch etwas gespart werden.
 
Bin hier über einen Thread gefallen wo es um ein Neumann KMS 105 ging, dass wegen Feuchtigkeit durchs Singen den Geist aufgegeben hat.... https://www.musiker-board.de/threads/neumann-kms-105.186612/

ok - mir ist das momentan wirklich zu teuer - aber um was es mir geht - sollte man dann besser die ganzen mikros mit diesen schaumstoff-popp-schutz-wind-schutz-überziehern benutzen? ist das genrell angebracht um das innenleben zu schützen und länger am leben zu halten? oder sind die meisten mikros normalerweise schon so gebaut, dass das nicht mehr nötig ist?!

...nur, dass ich mir bei Bedarf wenn ich ein Mikro kaufe, direkt diesen Schaumstoffschutz mitkaufe (auch wenn mich das immer an diese 80er und 90er Jahre Fernsehmoderatoren erinnert :) )
 

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