Vollröhrentopteil selbst zusammenbauen

von Warwikinger, 03.08.08.

  1. Warwikinger

    Warwikinger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.08   #1
    Liebe Musik und bassfreunde,
    Ich bin seit mehreren jahren bassist und brauche dringend einen neuen Verstärker der bühnen und proberaumtauglich ist und am besten mit vollröhre. Ich habe gehört man könnte sowas selbst zusammenbauen und ich würde mich mal gerne darüber informieren ansonsten bräuchte ich einen guten Verstärker, auch dazu sind tipps gerne gesehen!
    Vielen dank schon im vorraus
    Max
     
  2. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 03.08.08   #2
    Wenn es Dir nichts ausmacht, mit mehreren 100 Volt zu experimentieren, die in einem Röhrenamp kursieren und Du Dein mögliches frühes Ableben dabei als Kollateralschaden in Kauf nimmst, ist das todsicher möglich.

    Fertig kaufen ist mit Sicherheit die gesündere Perspektive. Sofern Du der Community verrätst, was Du so spielen willst und wie dick Deine Brieftasche gefüllt ist, wird man Dir sicher mit Modelltipps helfen können.
     
  3. elkulk

    elkulk Bass-Mod & HCA Bass/Elektronik Moderator HCA

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    Erstellt: 03.08.08   #3
    Hallo Max,

    willkommen hier im Musikerboard.
    Natürlich kann "man" einen Vollröhrenverstärker für den Bass selbst bauen.
    Die Voraussetzungen, außer der von Hans_3 genannten Fähigkeit und Bereitschaft, mit lebensgefährlichen Spannungen an offenen Geräten umzugehen, sind jedoch wesentlich umfangreicher als bei "painting by numbers". ;)

    Wenn Du Dich mit viel Zeit und Geduld der Materie Audio-Elektrotechnik annähern willst, probier Dich vllt zunächst mal an einem Bausatz für ein Bodeneffektgerät.
    Da bist Du mit Spannungen von 9V auf der sicheren Seite und kannst einen ersten, kleinen und noch sehr oberflächlichen Eindruck davon gewinnen, was es bedeuten würde, den Bau eines Vollröhren-Bassverstärker durchzuführen, was zig-fach komplexer ist.
    Wenn Du von Audio-Elektronik bisher keine Ahnung hast, würde ich mit so einem Vorhaben nicht vor einer intensiven Einarbeitungszeit von 1-3 Jahren beginnen. Und mit "intensiv" ist hier nicht gemeint, alle paar Tage mal so ein bisschen was löten ...
    - Bist Du bereit, so viel Zeit und Energie aufzubringen?
     
  4. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 03.08.08   #4
    Hallo Max,

    leider muss ich den anderen da zustimmen.

    Beim Eigenbau - gerade eines Röhrenamps - besteht Lebensgefahr!!!
    Und nicht nur während des Baus, sondern auch danach beim Spielen.

    Röhrenamps sind ja viel schwerer als gleich starke Transistoramps. Das liegt auch an den verwendeten Traffos und Elkos. Und die können bei Röhrenamps tödliche Ladungen enthalten (selbst nach dem Ausschalten).

    Ich rate daher dringend vom Bau ab. Man sollte nach dem Bau so einen Amp auch von einem Elektromeister abnehmen lassen um sicher zu gehen, dass man nirgends einen Fehler eingebaut hat.

    In der Gitarrenecke findest Du einiges zum Thema Verstärkerbau von OneStone. Fachlich ist da alles super! "Wir" bemängeln lediglich, dass er machmal die Gefahren nicht genug würdigt.

    Im übrigen ist der Eigenbau nicht unbedingt billiger als ein fertiger Amp! Werden die Amps in großen Mengen hergestellt kosten die Teile nun mal weniger als in Selbstbau-Bausätzen. Du wirst z.B. nirgendwo einen Bausatz finden, der preislich mit dem Fame 300 Vollröhrentopteil mithalten kann.

    Gruß
    Andreas
     
  5. the_seeker

    the_seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.08   #5
    Hallo Max,

    ich würde gerne einfach mal von meinen Erfahrungen auf dem Gebiet DIY berichten.
    Ich habe ein Tubeamp aus der Zeitung G&B nachgebaut. Das Teil hat 15Wat Leistung.

    Zuerst will ich Dir auch sagen, dass es gefährlich ist. Die Elkos haben so um 300 Volt
    und wenn es knallt, dann knallt es richtig. Es ist kein Piksen - es ist tödlich.

    Ich habe elektrotechnische Ausbildung und Berufserfahrung hinter mir, ansonsten hätte ich das nie angepackt.

    Beim Bauen hatte ich schon Spass. Als Spass bezeichne ich jetzt paar Wochen Arbeit,
    Basteln, Kampf mit dem Rauschen, Sägearbeiten, Foren durchsuchen etc.

    Der Amp ist jetzt fertig und ich betrachte das Ding als ein Spass-Projekt.

    DIY heißt nicht immer billiger. Guten Amp zu bauen kann sehr schnell teuerer werden,
    als ein zu kaufen. Vor allem, wenn das Ding auf die Bühne soll.

    Nach meiner Meinung lohnt es sich einen Amp zu bauen, wenn man Spass am Löten hat,
    viel Zeit hat und Beschäftigung braucht.

    Wenn man ein Instrument spielen will - ins Geschäft gehen - kaufen.

    Gruß
     
  6. Norbert

    Norbert HCA Bass Amps/Elektronik HCA

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    Erstellt: 04.08.08   #6
    Hallo Max,

    jetzt will ich mich auch zu Wort melden.
    Auch ich muß mich den Vorrednern anschließen.
    Einen Baßamp selbst zu bauen ist wirklich anspruchsvoll.

    Zu allererst mußt Du Dir über Deine Fähigkeiten oder des H. Elektromeisters im Klaren sein.
    Bitte nicht falsch verstehen: Die Leute verstehen meistens Ihr Handwerk hervorragend, richtig Gut wirds aber erst, wenn der Herr die entsprechende Erfahrung mit Röhrentechnik hat UND das Gehör dazu - Röhrentechnik erfaßt man nicht nur mit dem Meßgerät.

    Ein Meßgerätepark und auch schon die gut isolierten Meßkabel und Prüfspitzen (vergiß Hirschmann-Klemmen bei über 500V) sind oberste Pflicht.

    Wenn Du Dir auch klar drüber bist, daß auch der mechanische Teil eines solchen Projekts viel Arbeit macht, kannst Du Dir mal Gedanken über die wichtigen Teile machen: Trafos, (Netz und AT) und Stromversorgung. Wenn Du hier sparst, sparst Du am falschen Ende und bist mit einer Billig-Kiste von der Stange besser dran.
    Warum kosten hochwertige Trafos so viel???

    Wenn Du die Überlegungen im Vorfeld angestellt hast, kannst den preislichen Rahmen abstecken - und dann kommt der mechanische Teil.

    Falls Du die Zeit dazu hast, beglückwünsche ich Dich!!!!!

    Ich weiß wovon ich rede, ich kenne mich mit Röhrentechnik aus, seit 35 Jahren (!), habe und repariere Röhrenradios, Musikeramps im Freundeskreis, habe also nicht nur die theoretischen Grundlagen intus. Daß mit natürlich mein Ing-Studium damals noch mit Spezialvorlesungen über Röhrentechnik dabei auch geholfen haben (und die realen Bastelobjekte) sowie das gute Gehör, auch mal Arbeitspunkte und Unsauberkeiten per Gehör zu lokalisieren muß man als Gesamtpakte sehen.

    Übrigens: vom Schaltplan zum fertigen Amp ist ein weiter Weg: da gibts so nette kleine Tücken, wie z.B. den Ausgangstrafo richtig anschließen (bei B/AB-Endstufen) nicht daß Du aus der Gegen-eine Mitkopplung bekommst....

    Kleiner Tip: probiere es erstmal mit einem kleinen Amp der 2 - 4x EL 84 Klasse

    Bin gespannt wie Deine Entscheidung ausgeht.




    Norbert
     
  7. jtable

    jtable HCA Vintage Bassamps HCA

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    Erstellt: 05.08.08   #7
    Hi Max!

    Wilkommen in der Runde!

    Zum Thema Selbstbau ist ja schon alles gepostet, ich füge dem nur noch an, das ich nach 25 Jahren Erfahrung mit Röhrenamps die Röhrenwechsel in meinen Amps auch immer noch einem Techniker meines Vertrauens überlasse - auch wenn ich beruflich ursprünglich aus der Sparte "Elektro" komme.
    Und mein Mini-Projekt (Fender Champ aus der TAD-Bausatzkiste) war trotz "Malen-nach-Zahlen-Bauanleitungs-Bausatz" noch kompliziert genug!!

    Aber die käuflichen Alternativen sind ja zahlreich, der Fame 300 wurde schon genannt, mir fallen da noch die "Koch"-Amps und alte Fender Bassmans (70, 100 und 135) ein - alles gebraucht ganz gut zu bekommen, auch schon unterhalb von 700 - 800 Euro.
    Alte Ampegs ("V4" oder "V2") gehen in der e-Bucht auch schon mal für weniger Kohle weg, aber da sind die Röhren auch teurer. "Geheimtip" sind alte "Music Man"-Amps (HD65, 75, 130,150), die klingen klasse und sind schon mal im guten Zustand unter 500, -Euro zu haben. Aber: keine Vollröhrenamps, da die Vorstufe auf Transistor-Basis läuft - wiegen dafür auch 15 Kilo weniger :D

    Alte Marshalls kosten den "Kult"-Preis, ein guter und funktionierender 100er "Super Bass" ist mir unter 800, -Euro lange nicht mehr begegnet!!
    Das gleiche gilt für "Hiwatt", obwohl ich meine Großmutter für einen 200er Hiwatt versetzen würde - das ist ein Berserker unter den Bassamps:eek:

    "London City"; "Sound City" und "Stramp" gehören in die Klasse der (leider) unbekannt gewordenen Amps der 70er - unverdient, die klingen wirklich gut!!
    "Echolette"; "Dynacord" und "Solton" sind ohne verfügbaren "Haus und Hof-Techniker" nicht benutzbar, zudem eher im Sound eingeschränkt.

    Leistungsmäßig kommst Du mit allem so ab 70 Watt an einer oder mehreren guten Box/en klar, beachte aber bitte die Impedanz er Speaker.
    Röhrenamps hassen es, wenn ihre Mindestimpedanz (meistens 4 Ohm) unterschritten wird, und quittieren dies gerne mit sterbenden Ausgangsübertragern!!!!

    Rechne bei JEDEM gebrauchtem Röhrenamp mal 150,- Euro für einen Röhrenwechsel der Endröhren drauf, dann bist Du auf der sicheren Seite - in 70% aller Fälle braucht´s den zwar nicht, aber sicher ist sicher.

    Ich spiele selbst seit Jahren einen alten Ampeg SVT sowie zwei Music Man-Tops und möchte auf den Röhrenton auch nicht mehr verzichten!!
    Falls Du aktuell ein Röhren-Topteil suchst, schick mir doch mal eine PN, ich hätte da vielleicht was für Dich!

    In der Hoffnung, Dir etwas weitergeholfen zu haben, grüßt mit´m Tieftönergruß aus Dortmund

    J.T.
     
  8. d'Averc

    d'Averc Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 05.08.08   #8
  9. Norbert

    Norbert HCA Bass Amps/Elektronik HCA

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    Erstellt: 07.08.08   #9
    @J.T.

    also daß Dynacord und Echolette nicht ohne fähigen tech betrieben werden können, das möchte ich so nicht im Raum stehen lassen.
    Gerade die Dynacord und Echolette (als noch zahmer ausgelegte Amps) sind es, die auch nach 30J seltenst Ärger machen und daß nach 30J die C's erneuerungsbedürftig sind ist ja normal.
    Da ich in der glücklichen Lage bin, selbst zu repariere weiß ich schon wovon ich spreche.

    Solton, da muß man wirkich selbst Hand anlegen, aber nach ein paar professionellen Änderungen habe ich auch meinen BV 60 stabil bekommen (irgendwo mußte ja auch schon damals der günstigere Preis herkommen).
    Echolette und Dynacord Röhrengeräte sehe ich auf Augenhöhe mit Fender, Hiwatt, Sound-City, Orange usw.
    Allerdings- zur Ehrenrettung- sei gesagt, daß es auch heute noch verflixt "böse" Konstruktionen gibt!!!

    Norbert
     
  10. jtable

    jtable HCA Vintage Bassamps HCA

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    Erstellt: 07.08.08   #10
    @ Norbert: AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHH, ein "Zigarrenkisten"-Fan, rettet mich:eek::eek:

    Scherz beiseite, Du hast ja auch recht, der BS40 war wirklich ganz schick, aber einige 70er Konstruktionen, die versuchten, aus einem Paar EL 34 mit brutal hohen Spannungen 80 Watt zu "quetschen" (ich meine, mich an einen "B200" von Dynacord erinnern zu können, der locker 600 Volt auf die armen Kölbchen losknallte!!) sind mit HEUTIGEM Röhrenmaterial m.A.n. unmodifiziert nicht betriebssicher - basta!!
    Das ging mit alten Mullards oder Siemens, aber die Qualität ist perdu!!

    Und dem Vergleich mit Hiwatt oder Orange - mit Verlaub - dem konnte und kann von der Wertigkeit der Bauteile und der Stabilität der ganzen Konstruktion her nun leider wirklich KEIN süddeutscher Amp standhalten!!! (Nicht mal "Diezel"!!!)
    Gut ... ein Marshall und viele Fenders eigentlich auch nicht:rolleyes:

    Für den Preis waren die Echolettes und Dynacords auch alles korrekte Geräte, ein Hiwatt war einfach mehr als doppelt so teuer - und gespart werden musste schon in den 70ern!
    Die Liga wäre m.a.n. eher so bei Stramp und London City zu sehen - alles gute Amps, keine Frage, nur ohne Techniker an der Hand, der sinnvolle Pflege und Modifikation durchführt, nix für den alltäglichen Gebrauch.
    Wer die Amps kennt, der märzt deren Schwächen aus, und hat billig was Amtliches auf der Box, aber dann braucht´s schon mehr als Grundkenntnisse des Elektro-Bastelns!

    Allerdings: nachdem ich mal einen der 90er Jahre "Trace Elliot"-Röhrenamps "seziert" habe ("Toleranzen in den Bauteilen? Wozu, bis zum Garantieende hält´s!"), möchte ich neuere Konstruktionen a la "Fame" oder "Traynor" dahingehend nicht sooo genau analysieren!

    Dann lieber den Muffelton aus ´ner wackeligen "Zigarrenkiste" (Herrgott, hier im tiefen Westen wurden die halt nur von Tanzmuckern mit Höfners und flatwound-Saiten gespielt - gerne auch mit den 18er "Goodmanns"-Boxen - UUUUUUMMMMPFFF:screwy:)

    Was ... ich und Hassliebe gegen bayrische Qualitätsprodukte??
    JAHAA, mein (fast) erster Amp war ein BS40 - Friede seinem Übertrager!:hail:

    Frickeln wir gemeinschaftlich an den Dingern rum, Norbert, Du an Amps aus Bayern, ich an den kalifornischen, Hauptsache, die charakterstarken Röhrensounds bleiben der Nachwelt erhalten!!!
    Alles andere ist eh nur Geschmack und persönliche Philosophie!

    Mit "rotglühenden Bäckchen" frisch von der Probe

    J.T.

    P.S.: Hat jemand Interesse an einem frisch geserviceten "London City DEA 130" ??
    Dann bitte PN an mich.
     
  11. zoso-82

    zoso-82 Guest

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    Erstellt: 09.12.08   #11
    Hallo

    Interessiere mich für deinen London City dea 130 , schreibe mir doch einfach (mel-and-stefan@gmx.de) am besten mit Fotos von dem guten Stück (inkl. Innenleben) falls es denn noch zu haben ist, wieviel möchtest du denn dafür haben ?
    Beste Grüße
     
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