Was bedeutet das hier: ' in den Noten?

  • Ersteller Tastendilettant
  • Erstellt am
T
Tastendilettant
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
14.10.12
Registriert
24.02.06
Beiträge
1.039
Kekse
1.021
Hallo,

ich bin in einem Stück von Yann Tiersen auf ein Zeichen gestoßen, das mir so gar nichts sagt. Es handelt sich um ein einfaches Anführungszeichen: '

Es ist mehrmals oberhalb des Violinschlüssels notiert, meistens etwa gegen Einde eines Taktes. Kann mir jemand sagen, was ich damit machen soll? :confused:
 
Eigenschaft
 
ich werd hier mal mein Halbwissen kund tun:
Ich kenne das Zeichen aus dem Flötenunterricht in der Schule. Dort bedeutet es, dass an dieser Stelle geatmet werden kann. WAs das mit Klavier oder Keyboard zu tun hat kann ich nicht sagen.

PS. bitte schlagt mich nicht wenns falsch ist, aber ich bin mir eigentlich relativ sicher, auch wenns schon über drei Jahre her ist
 
Freaq schrieb:
Dort bedeutet es, dass an dieser Stelle geatmet werden kann

genau das bedeutet das auch sonst. Also als Klavierspieler darfst du an diesen Stellen ne ganz kurze Pause machen und dann mit neuem Schwung weiter machen. Wenn du mit einem Akkordeon oder Flöte oder dergleichen atmest machst du ja auch eine kurze Pause.

Als Klavierspieler hast du zusätzlich das Recht an jeder Stelle im Lied zu atmen.

Edit: @Tastendilettant: Spielst du zufällig grad a bissle Amélie?
 
Danke erstmal.

Wenn du mit einem Akkordeon oder Flöte oder dergleichen atmest machst du ja auch eine kurze Pause.

Mit 'nem Akkordeon? Wo bläst man denn da rein? ;)

Als Klavierspieler hast du zusätzlich das Recht an jeder Stelle im Lied zu atmen.

Klavier spielen ist eben der pure Luxus. ;)

Edit: @Tastendilettant: Spielst du zufällig grad a bissle Amélie?

A jo, so a bissle.
 
Bei nem Akkordeon hat man einen sogenannten Balg. Da muss man ned reinblasen aber mit dem linken Arm drücken bzw. ziehen, dadürch saugt der Balg Luft an/ stößt sie aus. Wenn man jetzt von drücken in ziehen (oder umgekehrt) übergeht nennt man das einen Balgwechsel, dafür braucht man etwas Zeit. Da wird aber dann ein anderes Zeichen verwendet.
 
Allgemein könnte man auch sagen, das Semikolon ist ein Komma in Notenschrift.

Was machst du, wenn du beim Lesen zu einem Komma kommst? Du artikulierst auf das Komma hin. Die Pause an sich ist nicht besonders wichtig, aber die Stimme geht vorm Komma hoch, betont die letzte Silbe und setzt tiefer und leiser wieder an. So ungefähr, probiere es selbst aus. Genauso spielst du um das Semikolon herum. Es ist kein Höhepunkt aber eine kleine Spitze.
 
Auch klavierspieler sollten zwischendurch atmen und keinen ungegliederten tonbrei von sich geben, d.h. sie müssen phrasieren. Das vermerken komponisten mit bögen, aber wehe, wenn in urtextausgaben nichts dasteht, da werden Bachs werke zu bandwürmern.
 
Guendola, ist das Deine Interpretation dieses Zeichens (das übrigens in diesem Fall kein Semikolon, sonder ein Komma ist) oder behandelt man es "offiziell" so? Das klingt durchaus plausibel und deckt sich eigentlich auch mit der Originalaufnahme auf CD.
 
Okay. Was macht das dann in einem Stück, das nur (jedenfalls meines Wissens) fürs Klavier komponiert wurde?
 
Wenn der klavierspieler vielleicht nicht zu atmen braucht :), manche musik verlangt danach, gegliedert zu werden oder für einen augenblick innezuhalten.
Wer mit sängern arbeitet (ich vermeide das übliche, abwertende "begleiten", denn gewöhnlich ist der "begleiter" der "führer"), wird sich dessen bewusst.
Es gehört auch zur vortragskunst, etwa eine ungewöhnliche harmonierückung oder einen dynamischen höhepunkt vorzubereiten, das pedel zu lüften und ein winziges atempäuschen einzulegen. Das kann man von sängern lernen. Und wenn ein komponist es wünscht und seinen interpreten nicht traut, schreibt er ein atemzeichen auch in eine klavierstimme. Ob man es von der letzten note abzwackt oder das metrum für einen augenblick aussetzt wie bei einer fermate, ist ermessensfrage. Interpretieren heißt ja auch "deuten".
Ich habe gerade bei einem tastenspaziergang gesehen, dass Liszt in seiner "Rigoletto-paraphrase" eine fermate über den taktstrich setzt, womit er sicherlich nicht den bau einer sommervilla meint (ist mal wieder theaterjargon, wenn ein sänger von einem meist hohen ton nicht wieder runterkommt).
 
Günter Sch.;2590685 schrieb:
Auch klavierspieler sollten zwischendurch atmen .....


In der Tat, sonst fallen sie vom Hocker....:D

(sorry, nix für ungut für diesen unqualifizierten Beitrag...duckundweg)
 
Hallo,

ich bin in einem Stück von Yann Tiersen auf ein Zeichen gestoßen, das mir so gar nichts sagt. Es handelt sich um ein einfaches Anführungszeichen: '

Es ist mehrmals oberhalb des Violinschlüssels notiert, meistens etwa gegen Einde eines Taktes. Kann mir jemand sagen, was ich damit machen soll? :confused:


Hier handelt es sich tatsächlich um das "Atemzeichen".
Beim Musizieren fällt das nur auf, wenn man beispielsweise mit einem Chor übt und ihn begleitet. Da kommt an dieser Stelle immer diese, für ungeübte, seltsame Ruhe.

Gruß

HyT
 
Deswegen wird beim Chorgesang normalerweise nicht auf diese Atemzeichen geachtet, sondern jeder atmet dann, wenn es ihm passt. Dadurch atmen alle an verschiedenen Stellen und es kommt zu keinen Ausfällen, da jede Stimme ja mehrfach besetzt ist.
 
Das nennt man "chorisch atmen", wenn man längere legato-strecken überwinden will, will man prägnante gliederung, auf das wort gerichtete diktion, müssen alle gleichzeitig atmen.
Ich verlangte von sängern immer, ob soli oder chor, die kommas im text mitzusingen. Aber auch da gibt es ausnahmen, und wenn text und musik nicht übereinstimmen? : berüchtigtes beispiel "so steht auch mir der sinn in - - - - die große, weite welt!"
So etwas kommt öfter vor als man denkt, und viele denken sich halt nichts dabei.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben