Was findet ihr an Fussball oder Formel 1

von affenmann, 08.04.08.

  1. affenmann

    affenmann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.08   #1
    Hi
    Ich glaube ich mache mir nun einen ganzen Haufen Feinde, aber los gehts :D

    Ich finde es total seltsam, wie man nur in seiner Freizeit anderen Leuten beim Fussballspielen etc. zusehen kann, man spricht von "seinem Verein" und sagt sachen wie "wir steigen auf".
    Gerade dieses "wir" gerede finde ich sehr beunruhigend, "ihr" seid es nicht, die aufsteigen, ihr seht lediglich anderen dabei zu.

    Ich finde das wirklich mehr als abstrakt 22 Millionären dabei zuzusehen, wie sie ein Stück Kuhhaut durch die Gegend treten.
    Ich spiele im übrigen selbst gerne Fussball, aber die Faszination des dabei-zusehens geht gänzlich an mir vorbei.

    Ich mach dieses Thema nicht auf, um euch ans Bein zu pissen, ich will lediglich sehen, was da die Faszination ausmachet.

    Bis dann
    Jan
     
  2. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.08   #2
    Ich nehme an du bist was man im weitesten Sinne als Musiker bezeichnet....ergo solltest du auch auf Konzerte gehn.

    Warum gehst du also auf Konzerte ?:)
     
  3. Nashrakh

    Nashrakh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.08   #3
    Wegen der Musik wahrscheinlich^^

    Aber sagt man da: Wir bringen ein neues Album raus? Wir steigen in den Charts auf? Nein, wie beim Fußball, die Band/Mannschaft macht das, nicht man selbst - man selbst ist nur "der 12te Mann..." :D;)

    Naja, diese Faszination Fußball ist schon irgendwie... außergewöhnlich. Dass soviele Leute darauf abfahren, erwachsene Männer beim Treten eines Balles zuzusehen (am geilsten sind natürlich die, die noch nie selbst nen Ball gekickt haben, aber die größten Fußballmacker sind...^^)

    Fußball spielen ist zwar toll, aber anderen zuzuschauen ist irgendwie... langweilig, irgendwie. Finde ich.
     
  4. Jiko

    Jiko Ex-Mod Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 09.04.08   #4
    "Was findet ihr an Fussball oder Formel 1"
    Was hat das Thema bisher mit Formel 1 zu tun? :D
    Also Fußball geht echt voll an mir vorbei - ich habe zwangsweise bei der WM zwei Spiele gesehen, das dürfte es dann aber auch schon gewesen sein, außer diversen Ausschnitten oder im Hintergrund laufend. Auch spiele ich ungern Fußball oder andere Ballspiele, aber nagut, wem's Spaß macht, der soll es gerne tun. ;) Ich mache ja auch Sachen, die andere Leute absolut nicht ausstehen können (lesen z.B. :D)

    Formel 1 und sonstiger Motorsport gefällt mir dagegen recht gut (Formel 1 fällt da etwas zurück - die Dinger sehen mir zu wenig nach "normalem" Auto aus, außerdem ist insbesondere in neuerer Zeit irgendwie die Action weg, Runden zählen und rechnen und möglichst keine Fehler machen) - DTM oder so finde ich da spannender. :rolleyes:
     
  5. Axel S.

    Axel S. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.08   #5
    Nix !!
    Ich mach lieber selber aktiv was.
    Statt vor der Glotze zu hocken und hinterher zu sagen: "Wir haben gewonnen".

    (Hab nix dagegen, wenn einer selber Fußball spielt)
    Aber das Affentheater in Radio und Fernsehen geht mir tierisch auf den Seiher.
     
  6. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.08   #6
    Ich war früher aktiver Fußballfan... das ganze hat sich in den letzten zwei Jahren verlaufen. Der ganze Sport ist mir zu agressiv geworden, dieses "Gegeneinander" zwischen verschiedenen Fans geht mir auch gänzlich ab. "Ahaha, ihr habt dieses Wochenende schon wieder verloren!" Ja und?

    Den favorisierten Verein betrachte ich noch weiterhin, zzt stehts sogar ganz gut, aber Meisterschaft oder Abstieg wären mir beides ziemlich egal, da ist es mir wichtiger dass ich mein eigenes Leben im Griff habe :D
     
  7. affenmann

    affenmann Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.04.08   #7
    Ich hab mir fast gadacht, dass das Jemand fragt, aber ich denke dass der Vergleich gar nicht so hinkt,
    wenn ich aber zu einem Konzert gehe, dann schaue ich, wie andere Leute etwas tun, an dem ich selber Freude habe, zu einem Fussballspiel geht man ja nicht, weil man mal schaun möchte, wie andere spielen, sondern eben aufgrund des Gemeinschaftsgefühls, welches ein Verein seinen Fans vermittelt.

    Es ist ja völlig egal über welchen Sport man diskutiert, Fussball oder Formel 1 lassen sich austauschen, aber eben diese beiden sind die bei uns mit Abstand beliebtesten, Formel 1 find ich aber noch ein bisschen schrecklicher :o


    Was ich auch schrecklich finde ist dieser "Fussballpatriotismus", zur Zeit der WM hingen überall Detschlandfahnen, Leute haben gesagt "Wir werden Weltmeister", dabei saßen sie nur zu Hause und haben Bier getrunken, ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie Jemand dann auch noch stolz darauf sein kann, wenn die "eigene" Mannschaft gewinnt, man hat doch nichts dazu beigetragen.
     
  8. Aint.Love.Grand

    Aint.Love.Grand Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.08   #8
    Hab selbst keinen Lieblingsverein, sprech deshalb auch nich davon das wir irgendetwas gewinnen oder wir aufsteigen. Ich guck aber Fußball allein schon wegen comunio total gerne. :D

    Was Formel 1 angeht!*gäääähn* Absolut langweilig, hab mein letztes Rennen vor 5 oder 6 Jahren gesehen...
     
  9. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.04.08   #9
    Na ja - ich bin jetzt auch nicht der typische Fan oder so - war ich noch nie.

    Der adäquate Vergleich zwischen Fußball-Lieblingsmannschaf-Fan und Musik wäre da halt die Lieblingsband.

    Die vergöttert man, fiebert jedem neuen Album und Konzert entgegen, wenn die Streß haben, hat man Trauer, wenn die Erfolge haben, freut einen das etc. etc. - kurz: die sind einem ans Herz gewachsen.

    Natürlich macht man nicht bei deren Musik mit - die Identifikation und Anteilnahme entsteht durch die Beschäftigung mit denen und dem Fansein von denen.

    Wie gesagt: ich bin da auch nicht so auf dieser Schiene und finde das ab einer bestimmten Intensität auch weder besonders toll noch gesund. Aber meine Güte: es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel in seiner Freizeit Falschparker aufzuschreiben und die bei der Polizei zu melden.

    Fußball schaue ich mitunter sehr gerne. Da ich mal selbst lange gespielt habe, kann ich mit dem Geschehen da unten was anfangen und eine Lieblingsmannschaft habe ich auch (das ist natürlich die Beste aller Mannschaften, auch wenn sie selten auf dem ersten Platz steht). Ich finde es spannend.

    Mit Formel 1 oder Ski-Abfahrtslauf oder so kann ich dagegen so viel anfangen wie mit Wasserballett oder Synchronschwimmen: rein gar nix.

    Ach so, Affenmann: wenn es Dich interessiert, was Leute daran so spannend finden, dann geh einfach mal in ein paar der bestehenden threads der Sportarten und lies Dich ein bißchen ein.
     
  10. pitsieben

    pitsieben Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.08   #10
    Tja...was finde ich an Fußball?

    An meiner Wand hängt eine Urkunde, die meinem Opa zur 50-jährigen Mitgliedschaft beim BVB verliehen wurde. Die ist von 1977.

    Wenn man so aufwächst, dann ist es quasi ein genetisches Programm, welches einem, ohne das man eigentlich so ganz genau weiß warum, um zwei Uhr Samstags in Stadionnähe ein Pils in die Hand drückt, Blödsinn reden und roboterhaft die Dauerkarte aus dem ausgeleierten Pattenfach zücken läßt, um sich zum Tempel der Glückseligkeit Zutritt zu verschaffen.
    Stehplatz Süd...versteht sich. Da weiß sowieso niemand, wo und wer genau er (sie) nun ist...und warum...und überhaupt...egal.

    Rennen sind nur lustig, wenn man selbst fährt oder zumindest vor Ort ist. Das ist sicher richtig.

    Gruß, P.
     
  11. Localgroover

    Localgroover Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.08   #11
    Yo - schöne Fragestellung :D

    Selber komme ich aus einer ziemlich musikalischen Familie und mache jeden Tag (ausser mal im Urlaub od. bei Krankheit) Musik. Das ist wahrscheinlich anerzogen und ohne fehlt mir was. Auch wenn's nur 'ne halbe Stunde ist bringt mit das schon bessere Laune... und wenn die Laune eh gut ist wird sie noch besser.

    Nun zum Punkt - Mein Sohn schafft es nicht auch nur eine simple Melodio sauber zu pfeifen oder zu summen... er hat sich dem Fussball verschrieben. Er spielt in der B-Jugend in einem Dorfverein und ist Werder Bremen Fan. In einem Raum, welchen ich als Musikzimmer nutze stehen Gitarren, ein Bass, ein E-Piano, diverse Percussion etc. etc. und er kann ran wann immer er möchte. Aber er mag nicht. Dass macht mich manchmal ziemlich fertig - habe ihn aber noch nie genötigt sondern ermuntere ihn ab und zu mal sich 'ne Trommel zu schnappen und mit mir zu jammen. Meisstens hat er dann nach ein paar Minuten kein' Bock mehr... es ist ihm zu langweilig. Glaube auch nicht, dass es an mir liegt... anderen Menschen macht es Spass mit mir zu jammen... auch seine Mutter ist musikalisch und spielt seit Jahren Gitarre und Klavier.

    Dafür bin ich dann fast jeden Sonntag auf irgendeinem Fussballplatz und schaue mir das gebolze an... und unterstütze ihn und die Mannschaft... obwohl ich viel lieber ausschlafen würde und 'nen netten Mittagsjam hinlegen würde.

    lg
     
  12. logout

    logout Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.08   #12
    Ist es denn besser 5 Millionaeren auf einer Buehne zuzusehen, wie sie an Holz, Plastik oder Metall rumfingern? Was ich sagen will: Polemik hilft beim Erkenntnisprozess erstmal nicht weiter...

    Um auf die Frage zurückzukommen: Die grundlegende Fasszination an einem Fussballspiel ist, man weiss vorher nicht wie's ausgeht...kann eine unheimliche Spannung erzeugen.
    Warst du schon mal in einem Stadion? Versuchs mal! Du waerst nicht der Erste, der danach weiss, wieso man sich Fussballspiele ansieht. Ich kann dir sicher einen Club aus deiner Umgebung empfehlen :)
     
  13. affenmann

    affenmann Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.08   #13
    Du hast schon recht, die Polemik hilft da wenig weiter, deswegen habe ich in meinem Post auch erst argumentiert und bin dann polemisch geworden.

    Ich war sogar mal in einem Stadion, das ist allerdings schon einige Jahre her und ich bin mehr aus Gruppenzwang dahin geschliffen worden, es hat mir gut gefallen, die Stimmung bei einem Fussballspiel ist atemberaubend, mit einem guten Konzert durchaus vergleichbar, aber es wird durch eben diese Identifikation hervorgerufen.

    Würde ich auf einem Konzert meiner Lieblingsband sein (im Sommer ists soweit, Maiden beim Graspop) dann entläd sich dort die ganze Freude, die diese Band in meine musikalische Entwicklung gebracht hat, aber im Gegensatz zum Fussball mag ich die Musik der Band.

    Beim Fussball ist man Fan aufgrund patriotischer Neigungen, nur dieser Patriotismus geht nicht richtung dem eigenen Land, sondern eben diesem Verein.
    Bei der Musik mag man halt die Musik gerne (Ich höre z.B. die neuen Maiden sachen nicht, da sie einfach nicht mehr das in sich tragen, was ich an dieser Band so zu schätzen gelernt habe).
    Man hält nicht zu der Band, die Beziehung zwischen Band und hörer ist deutlich einseitiger als Verein-Fan.
    Ich hoffe es ist klar, was ich sagen wollte, klingt etwas wirr :)
     
  14. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.08   #14
    Was vielleicht damit zu begründen ist...das viele dieser Vereine viel älter sind als man selbst...Die meisten hier sind mit diesem Vereine quasi "aufgewachsen". Hinzu kommt natürlich noch (zumindest bei den meisten) die regionale Nähe. Sport ist eben anders wie die Musik ein Wettkampf. Das das Fanverhalten da dann doch noch etwas anders ist... ist ja wohl klar. Aber obwohl...auch bei Songcontests ergreift das Publikum doch Partei. Meist werden dann Bands unterstützt die man irgendwie kennt oder aus der eigenen Region kommen.
     
  15. typ

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    Erstellt: 18.04.08   #15
    außerdem, wenn du das mit dem "vereinspatriotismus" ansprichst. stehst du nich auch zu maiden oder sonstwem wenn du mit irgendwem über musik sprichst und trägst du nich auch vll. ein maiden shirt um zu zeigen dass du die band geil findest, oder aus welchen gründen auch immer? also, ich kenn mehr leute die mit nem bandshirt rumlaufen als welche die mit nem trikot zur schule kommen.
     
  16. affenmann

    affenmann Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.08   #16
    hm genau das habe ich versucht zu erklären.
    Ich stehe nicht zu Maiden, sondern zu ihrer Musik.
    Den Fussball eines Vereins ist für dessen Fans völlig irellevant.
    Selbst wenn der Verein richtig scheisse spielt, halten die Fans zu ihm, bei Musik sieht das anders aus, da mag ich die Band alleine für ihre musikalische Leistung, wie gesagt, ich höre die neuen Maiden sachen nicht, obwohl Maiden drauf steht.
     
  17. typ

    typ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.08   #17
    naja, aber ich finde nich, dass es den fans egal is wie der verein spielt, vll. könnte man nur sagen dass sie loyaler sind, einen verein wechselt man halt nich einfach wenn sie mal nicht so gut spielen. und ich finde, das hat nichts irgendwie mit "blinder" nachfolge oder so zu tun. vll. isses bei den "ultras" so, dass ihnen der fußball scheißegal ist, aber ein echter fußballfan will von seiner mannschaft auch guten fußball sehen, so weit dies möglich ist, weil es ja auch immer darauf ankommt, wie viel geld der verein hat um gute spieler zu verpflichten.
     
  18. logout

    logout Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.04.08   #18
    Ich wuerde eher sagen man geht aus Gewohnheit hin. Und natuerlich aus Geselligkeit. In der Fankneipe zB gemuetlich beim Bier. Fussballfans sind oft ironisch, sie frotzeln gerne. Das macht Spass. Aber wichtiger ist, dass man die Geschicke eines Vereins sehr lange verfolgt. Wenn man sich ein Fussballspiel "seines Vereins" ansieht, vergisst man die Welt drumherum, genauso wie beim Musizieren.

    Man taucht quasi in eine parallele Welt ein, verdraengt die Alltagssorgen, blaest das Gehirn durch. Schreien im Stadion (was ich nicht mache) hilft Aggressionen und Stress abzubauen. Wenn man sich gut im Fussball auskennt. kann man "Spiele lesen". Das ist als ob du die Genialitaet einer Rhythmusgitarre erkennst, waehrend andere nur auf das Solo oder den Gesang hoeren. Zum Fussball gehen hat durchaus was Therapeutisches.
     
  19. KingConci

    KingConci Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.08   #19
    Ui, interessanter thread.

    die Frage ist schwer zu beantworten. bei mir was es zumindest so:

    Mein Vater (selber Fan eines anderen Vereins) hat mich mit 9 Jahren (1995) zum ersten mal mit zu Union genommen. Ich war nicht das erste mal beim Fußball, aber das erste mal bei meiner bis heute größten Liebe. Damals stand ich inmitten der wogenden Menge, all die Fahnen, die lauten Gesänge, die Tröten, das ganze Feeling. Irgendwann fiel das erste Tor für uns (es war noch dazu ein auswärtsspiel) und ich hab vor schreck angefangen zu heulen (Deswegen kann ich heute noch sagen: Sergeij Barbarez war einer der wenigen Menschen die mich zum heulen gebracht haben), beim zweiten tor (marko rehmer) fand ichs schon nicht mehr so erschreckend, beim dritten tor (goran markov) hab ich lautstark mitgejubelt. als mir mein vater dann zu weihnachten noch diesen wundershcönen rot-weißen schal schenkte war es um mich geschehen. seit damals bin ich diesem kleinen verlieretrupp treu geblieben, war shcon X-hundertste male in unserem Heimstadion, dem Stadion An der Alten Försterei, hab hier gehofft, gebangt, gelacht, getrauert, gefeiert, geschimpft, mich gelangweilt (Oberligasaison...), gefeixt, gejubelt (Aufstieg in die zweite Bundesliga, Einzug ins DFB-Pokal-Finale), geweint (zwei abstiege im zeitraum von knapp über einem jahr...), gehöhnt, verhöhnt worden, hab mich verliebt (ach die süße fanshopverkäuferin), bin total ausgerastet oder war ganz in ich gekehrt. Kurzum, ich hab sämtliche Menschlichen Emotionen hier erlebt. Bei mir hängt so viel am Verein, meine Freizeitplanung richtet sich nach den Spielen, das Booking meiner Band, sogar meine Liebesbeziehungen. Es gibt für mich wenig wichtigeres als der 1.FC Union Berlin. Und was das wichtigste ist: Er war zuerst da. Lange bevor ich mich für Mädels interessiert habe. Lange bevor ich zum ersten mal Musik bewußt gehört habe. Noch viel länger bevor ich zum ersten mal eine Gitarre in die Hand genommen habe. Lange bevor ich mich für politik interessiert habe. alles das was mich ausmacht, kam erst nach dem verein.

    Heutzutage besuche ich nicht nur möglichst so viele SPiele wie möglich (Heim- und auswärts), ich stehe auch aktiv in der Fankurve und leiste meinen beitrag die mannschaft zu supporten. Noch dazu spiele ich in der Fanliga FreizeitFußball. Mit meinen Leuten haben wir auch schon ein benefizkonzert zugunsten der F-Jugend von Union auf die Beine gestellt und von dem erlös neue trikots etc gekauft. Wir haben eine Patenshaft für die F2-Jugen (4-6 Jahre) und begleiten diese zu turnieren und spielen sowie zum training. Noch dazu bin ich helfende Hand wenn der Verien mal wieder ehrenamt braucht. Bei Union läuft alles sehr familiär ab.
    Für mich gibt der Verein, das Stadion, Das Umfeld einfach eine perfekte Zweitfamilie ab. Hier sind ein Haufen Menschen mit Idealen unterwegs, ein Haufen Leute die das alles ohne Eigenutz tuin, sondern dem wohl des Vereines gegenüber. Ein Verein der auch so wichtig für dne Kiez, für das Stadionumfeld ist. Die Heimspiele machen die Gegend zu was besonderem, der Verein ist auch fest im Bewußtsein der Köpenicker verwurzelt. Ähnlich wie in Hamburg mit St.Pauli.

    Soviel, ich kann diene Frage aber immenroch nicht beantworten. Denn das warum, das weiß keiner. Entweder es packt einem, oder halt nicht. Für mich ist es einfach Gänsehaut wenn kurz vorm einlaufen der mannschaften unsere Vereinshymne ertönt. Für mich ist es Gänsehaut wenn wir in der nachspielzeit den Ausgleich oder das Siegtor schießen. Für mich bedeutet Union einfach-> Liebe. So wird es noch tausenden anderer Menschen in Deutschland gehen die alle ein ähnliches Verhältnis zum Verein haben. das lässt sich rational nicht erklären, das ist pure Emotion.

    Und zu der Frage nach dem "wir": Jeder Stadionbesucher hat das Recht zu sagen "wir", den durch seinen Beitrag, und sei es nur das Eintrittsgeld, trägt er dazu bei die Mannschaft zu unterstützen. Wenn ich im Stadion stehe und die Mannschaft anfeuere, wenn ich vorm Spiel den Schnee vom Feld wegschippe damit das Spiel überhaupt stattfinden kann (05. Februar 2001, am Tag drauf gewannen wir vor ausverkauften Haus gegen Gladbach im Elfmeterschießen udn zogen als Regionalligist ins DFB-Pokalfinale und später in den UEFA-Cup ein), wenn ich nach verlorenen Spielen mit "unseren" Jungs am Zaun abklatsche, dann weiß ich ich bin ein Teil davon.

    Denn niemand anders als die Fans haben das recht "wir" zu sagen. All die Leute die seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten zu den Spielen fahren, sie alle bleiben immer treu. sie alle jubeln und leiden mit aufstieg und fall des vereins. Spieler hingegen kommen und gehen, sie spielen ein zwei jahre für uns (meist um sich für größere clubs zu empfehlen) und gehen dann wieder. aber bei uns ist das totale identifikation. deswegen sagen wir "wir" wenn "§wir" gewonnen haben. und deswegen ist das auch berechtigt.

    hoffe du hast jetzt einen kleinen einblick in das seelenleben eines fans. ansonsten kann ich dir nur das wunderbare Buch: "Fever Pitch" von Nick Hornby empfehlen. Es gibt kein besseres Buch welches diese unerklärliche Liebe zu einem Fußballclub besser beschreibt als dieses, keines was liebevoller und ehrlicher in das thema einführt. selbst meine mutter die fußball hasst, liebt das buch.

    achso: formel 1 ist für mich kein sport und andere sportarten wie eishockey oder handball find ich toll, aber sie rufen bei mir nicht annähernd die gleichen emotionen hervor wie der fußball. wobei man dazu sagen muss, auch ein fußballspiel zwischen zwei anderen mannschaften ist für mich nicht mal annähernd so berührend wie eines mit unionbeteiligung.
     
  20. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.04.08   #20
    ganz ganz wunderbar beschrieben !