Was ist das besondere an Rohrenverstärkern?

von Crate, 15.02.04.

  1. Crate

    Crate Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.04   #1
    hallo,
    ich kenn mich noch nicht so in der Materie aus. Kann jemand mal bitte erklären, was der Unterschied zwischen Röhrenverstärker und normalo-dingdabumsda ist?
    Außerdem hab ich gehört, dass Röhrenverstärker verschleißen. Wie teuer sind denn dann diese Ersatzteile? Was verschleißt da eigentlich?
    Und wie lange hält so ein Röhren-amp und unter welchen Bedingungen hält er länger?
     
  2. Jarok

    Jarok Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.04   #2
    Es gibt kein normalo-dingbumsda. Es gibt Röhrenamps, Transistoramps, Hybridamps (gemixt aus Röhre mit Transistorendstufe) und digitale Amps, die ihre Sounds digital abrufen udn nicht in irgendeiner elektrischen Schaltung entstehen lassen.

    Röhrenverstärker machen halt die Verstärkung über Elektronenröhren, an stelle von Transistoren.

    Elektronsiche Bauteile verschleißen irgendwie auf kurz oder lang. Aber ich hab z.B. auch nen 30 Jahre alten Röhrenamp der noch net gewartet werden musste. Nur die Röhren müssen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden, da die sich diese beim Betrieb langsam verbrauchen. Das gilt besonders für die Röhren der Endstufe.

    Auch Kondensatoren und Widerstände können nach Jahren des Betriebs mal ausgetauscht werden müssen, aber das ist ganz klar wesentlich seltener der Fall.
     
  3. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 16.02.04   #3
    Der wesentliche Unterschied ist ganz klar der Klang. Kein Transistoramp wird so gut klingen wie n Röhrenamp, den du in die Sättigung fährst ... Aber das ist auch der Knackpunkt an der G'schicht: Röhrenamps klingen für gewöhnlich erst ab ner gewissen Lautstärke richtig gut - und sie sind VIEL lauter als n Transistor-Amp mit vergleichbarer Wattzahl!
    Das kommt daher, dass Transistoren wie auch Röhren ab ner gewissen Last zu verzerren beginnen. Bei Transistoren klingt das aber besch*****, weswegen Transistor-Amps so gebaut sind, dass du sie nicht übersteuern kannst. Verzerrung wird dann in der Vorstufe generiert, ähnlich nem Verzerrer-Bodentreter (bloss halt eingebaut).
    Röhren dagegen fangen bei Übersteuerung an, harmonisch zu verzerren, was den typischen Röhrensound ausmacht. Heisst aber nicht, dass Röhre generell besser ist - bei geringen Lautstärken (Üben, kleiner Proberaum) ist Röhre m.M. blanker Unsinn - total übertrieben, da bei begrenzter Lautstärke n Transistor keinesfalls schlechter, evtl. sogar besser klingt.
    Und ne richtig brutale, aggressive Verzerrung ist bei Transistortechnik mitunter sogar besser zu realisieren - vgl. Dimebag's Randall Warhead-Stacks (Pantera) !
    N Zwischending sind sog. Hybridamps, wurde ja oben schon erklärt - nur ne Röhre in der Vorstufe, Endstufe ist Transistortechnik. Manche hassen die Dinger, ich liebe sie - best of both worlds, guter Klang, und absolut minimaler Wartungsaufwand.
    Denn bei nem Vollröhrenamp solltest du, je nach dem, wie viel du spielst, schon alle 1-2 Jahre die Röhren wechseln.
    Wow, mein längster Post seit langem ;) Ich hoffe, das hilft dir weiter ...
     
  4. Killigrew

    Killigrew Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.04   #4
    Ein besonderes Augenmerk ist heut zu tage auch auf die Digital AMPs zu richten, Line6 ist hier Marktführer und bietet für jeden Geldbeutel passende Modelle :) Bei den großen ist die Technik soweit vorangweschritten, dass sie wie echte Röhren AMPs klingen.
    Einen Unterschied kann man sicher höhren, aber den kann man auch zwischen zwei AMPs der selben Baureihe höhren wenn die Bautolleranzen zu hoch sind oder einer alte Röhren hat ;)
    Nebenbei fällt so ein Unterschied keinem Gast im Publikum auf da solche Feinheiten im Klangbild der Band eh untergehn :)
     
  5. Jarok

    Jarok Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.04   #5
    Naja klar, wenn man 40 Stunden in der Woche aktiv spielt mit dem Röhrenamp... Ich geh aber mal davon aus, dass man nicht mit dem Marshall-Stack zu hause übt. Also 3-4 Jahre ist schon normaler, für die Lebensdauer der Endstufenröhren...

    Ja aber in der normalo Preisklasse hört man den Unterschied doch noch kräftig. Flextone III und Vox Valvetronix sind schöne Teile, keine Frage... ich würde die auch gerne zu Hause haben, um damit rumzutesten... aber für das Geld dieser Amps hab ich locker nen gutes Röhrentop gekauft. Und die Flexibilität braucht man sowieso eher weniger.
     
  6. Xell2k

    Xell2k Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.04   #6
    wo wir grad beim thema sind.... über ne 100watt transistor endstufe z.B. vom Line6 Duoverb kriegt man schon nen amtlichen druck raus oder?
     
  7. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.02.04   #7
    Ich kenn den Duoverb jetzt nicht, aber aus meinem 100Watt Hybrid mit 2x12er Lautsprecher krieg ich schon mehr als ordentlich Druck raus ... Grad bei nem Combo mit geschlossener Rückwand macht das schon heftig Lärm und setzt sich auch im Bandgefüge noch hervorragend durch (wenn man nicht den immer wieder anzutreffenden Fehler macht und gnadenlos ALLE Mitten rausdreht). Für Sessions und Gigs reichts auch bei heftigeren Musikrichtungen locker, und bei größeren G'schichten (für die ich aber noch viiiiel üben müsst ;) ) würd ich dann eh per Mikro abnehmen und über die PA gehen ...
     
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