1. + + + Hinweis der Moderation + + +
    Dieser Bereich ist bis auf Weiteres geschlossen, da eine Diskussion nicht in der erforderlichen geordneten Form stattfindet und die Betreuung des SUB, wirtschaftlich sinnvoll, nicht zu leisten ist. Bitte führt die Diskussion in einem auf Politik ausgerichteten Forum. Im Musiker-Board werden politische Beiträge an anderen Stellen strikt durch die Moderation entfernt.

Was läuft da bei der "neuen" GroKo?

von hotlick, 17.03.18.

Sponsored by
Gravity Stands
  1. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.16
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    3.469
    Ort:
    Bei Dresden
    Zustimmungen:
    1.987
    Kekse:
    10.472
    Erstellt: 08.04.18   #41
    Man darf das nicht nur aus Sicht der Produktion sehen. Viele Produkte sind inzwischen dafür ausgelegt vernetzt zu sein. Die Heizungsanlage kann man von ferne bedienen, Smart-home und der ganze scheiß.
    Streamingdienste. Firmen die Produktunterstützung (SPS-Programmanpassung,firmwareupdate usw.) von Ferne aus anbieten.
    Nur wenn die Verbraucher kein zuverlässiges und hinreichend schnelles Internet haben kauft es auch keiner.
    Vor einigen Jahren schon wurde bei einem Lehrgang eines großen Herstellers für Kesselanlagen und Heizungsthermen stolz die Bedienung über das Smartphone vorgestellt...finde ich albern aber manch einer braucht es halt oder meint es zu brauchen.
    Wie schnell nun schnell sein muss ist da eher die Frage. Ich bin ja der Ansicht das DSL 6000 reicht um die üblichen Bedürfnisse abzudecken.
    Aber halt flächendeckend. 2013 habe ich im Rahmen der Immobiliensuche immer auch geschaut wie es mit dem INternet aussieht....es war schon fast erschreckend dünn.
    Klar LTE ging fast überall. Aber 30GB pro Monat sind doch ein schlechter Witz.
    --- Beiträge zusammengefasst, 08.04.18, Datum Originalbeitrag: 08.04.18 ---
    da ist man doch schon auf einem guten Weg.
    Das Problem ist halt, das bei der Fokussierung auf neue Technik die Grundlagen vergessen werden. Wenn ich mir so überlege für was für ein Mist wir in der Schule den Taschenrechner nehmen mussten weil wir sonst zu lange bebraucht hätten.
    Und das ist schon über 10 Jahre her.
    Wer kann denn heute noch schriftl. rechnen? Etwas mal schnell im Kopf überschlagen?
     
  2. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    04.10.05
    Zuletzt hier:
    7.10.19
    Beiträge:
    1.449
    Zustimmungen:
    1.089
    Kekse:
    15.589
    Erstellt: 08.04.18   #42
    .....und genau deshalb meint Kasper, dass XXL-Interner nicht primärste Priorität sein sollte. Es ist nice to have, aber die Wichtigkeit mit der es propagiert wird beißt sich eben mit dem Umstand, dass man es überwiegend für so einen Nipes braucht, wie du genannt hast.

    Zuindest habe ich Kasper so verstanden.
     
  3. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.16
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    3.469
    Ort:
    Bei Dresden
    Zustimmungen:
    1.987
    Kekse:
    10.472
    Erstellt: 08.04.18   #43
    Noch ist ja garnicht geklärt was mit XXL überhaupt gemeint ist.
    Und nochmal...Produkte die man nicht anwenden kann weil die Grundvoraussetzung nicht passt kauft "keiner". Produkte die keiner kauft bringen auch Firmen nichts die diese Herstellen könnten.
    Wenn es keine Große Nachfrage gibt, braucht man auch nicht weiter in die Richtung forschen/entwickeln. Bzw. lohnt es sich erst wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
    Wenn es dann soweit ist hängt man in der Entwicklung hinterher.
    Aber von Gigabit brauchen man hier nicht zu diskutieren. Ich finde aber das der flächendeckende stabile Zugang zu hinreichend schnellem Internet heute schon wichtig ist.
    Ich habe zu Hause leider gar keins, und bekomme nen Anfall wenn ich ein Lernbuch für die Gitarre kaufe und statt ner scheiß CD ist ein Download Code drin. Man kauft sich neue Software für den PC -> Download-Code.
    Mir persönlich geht diese virtuelle Welt und permanente Vernetzung ja auf den Sack. Ich streame nicht, ich kauf meine Musik auf CD.Ich schaue die filme dann wenn sie im TV kommen oder verpasse sie halt.
    Aber ich muss mich halt damit abfinden das sich der Erde weiter dreht.

    Nachtrag:
    Ein Arbeitskollege ist vor 2 Jahren oder so in Dresden,Stadtgebiet in eine Wohnung in einem neu gebauten Haus gezogen. Es gab KEINE freien Anschlüsse für Internet mehr. Weil die Telekom keine freien Ports oder wie sich das nennt mehr hatte.
    Das ist in einer Stadt schon eine Schwache Nummer.
     
  4. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    04.10.05
    Zuletzt hier:
    7.10.19
    Beiträge:
    1.449
    Zustimmungen:
    1.089
    Kekse:
    15.589
    Erstellt: 08.04.18   #44
    Ja, eben. Und damit diese Profukte gekauft werden braucht an I-Net in super. Und nur deshalb soll es (nach Meinung einiger) etabliert werden. Und deshalb trifft dieses vorhaben eben nicht auf breite Zustimmung.
     
  5. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.16
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    3.469
    Ort:
    Bei Dresden
    Zustimmungen:
    1.987
    Kekse:
    10.472
    Erstellt: 08.04.18   #45
    Aber genau DA liegt doch auch die Bedeutung für die Wirtschaft. Die Frage war ja unter anderem wo der wirtschaftliche Nutzen liegt von dem immer gesprochen wird. Das wäre einer.
    Ob das aus gesellschaftlicher Sicht einen Mehrwert bringt steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber da wird ja sonst auch nicht gefragt.
     
  6. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    04.10.05
    Zuletzt hier:
    7.10.19
    Beiträge:
    1.449
    Zustimmungen:
    1.089
    Kekse:
    15.589
    Erstellt: 08.04.18   #46
    Ah, okay. Ja, jetzt habe ich verstanden wie`s gemeint war. :)
     
  7. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.16
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    3.469
    Ort:
    Bei Dresden
    Zustimmungen:
    1.987
    Kekse:
    10.472
    Erstellt: 08.04.18   #47
    Gut dann sind ja jetzt alle Klarheiten beseitigt....so nächstes Thema bitte.:)
     
  8. CaptainFuture

    CaptainFuture Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.03.09
    Zuletzt hier:
    13.12.19
    Beiträge:
    403
    Zustimmungen:
    92
    Kekse:
    341
    Erstellt: 08.04.18   #48
    Daher nutzen Firmen heutzutage auch oft Geräte zum mieten. Vielleicht am Ende teurer, dafür in der Umsetzung einfacher.

    Was ja aber nicht besser dadurch wird, wenn Kinder ihre eigenen Geräte mithaben sollen.


    Sehe ich ganz genau so. Leider hinkt man völlig lethargisch hinterher...
     
  9. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.16
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    3.469
    Ort:
    Bei Dresden
    Zustimmungen:
    1.987
    Kekse:
    10.472
    Erstellt: 08.04.18   #49
    Und Mietgeräte sind bei der Steuer von Interesse...
     
  10. Kasper666

    Kasper666 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.03.09
    Zuletzt hier:
    13.12.19
    Beiträge:
    1.057
    Ort:
    Paderborn
    Zustimmungen:
    2.184
    Kekse:
    32.444
    Erstellt: 09.04.18   #50
    Da sind wir uns einig, insbesondere beim Stichwort "flächendeckend".

    Also, wenn ich per App vom Büro aus meinem "Smarthome" den Befehl gebe, die Rolläden runterzulassen oder die Temperatur um 2° nach oben zu fahren, dann können dafür eigentlich keine nennenswerten Datenmengen nötig sein ...

    Klar: Bei DSL 6000 kann es schon ruckelig werden, wenn alle User eines Netflix-Accounts gleichzeitig streamen. Aber von einem steigenden Bedarf an Streaming-Diensten allein wird unsere Wirtschaft vermutlich nicht wachsen können.

    Um da einfach nochmal auf (m)einen Punkt zu kommen: Ich habe absolut nix gegen die schnellstmögliche, flächendeckende Internetverbindung, dito bzgl. Mobilfunk.

    Nur finde ich den Hype darum übertrieben, es wird halt momentan von nicht wenigen als das alleinige Kriterium dargestellt, das über Wohl und Wehe des Wirtschaftsstandorts Deutschland entscheidet. Und wenn ich den Eindruck habe, dass das – ohne Beispiele benennen zu können – von Politikern offenbar unreflektiert nachgebetet wird, fühle ich mich schon etwas verschaukelt ...

    ... weil es für mein Empfinden von den wahren Brennpunkten und Versäumnissen ablenkt – und die drehen sich alle um das Thema Bildung. Und die bekommt man auch nicht damit in den Griff, dass man den Kids frühstmöglich Tablets in die Hand drückt; davon ausgehend, dass die dann automatisch ganz viele neue webbasierte Services und Apps erfinden, die uns technologisch durch die Decke schießen lässt.

    Erinnert mich an Schröders (darf man den Mann überhaupt noch zitieren ...?) Worte zum Thema "Umbau zur Dienstleistungsgesellschaft" (so ein Schlagwort Ende der 90er): "Die Deutschen werden nicht davon leben können, sich gegenseitig die Haare zu schneiden". Übertragen auf die Hypes der Gegenwart hieße das: Wir werden auch nicht allein davon leben können, Apps zu programmieren und uns gegenseitig zu verkaufen. Es hat auch nicht jeder das Zeug zum game developer und es wird auch nicht jeder von seinem Youtube-Channel leben können.

    Wie gesagt, für mich riechen diese Schritte eher danach: Man geht davon aus, dass sich aus dem Sumpf der tumb konsumierenden Masse schon immer irgendwie eine Elite erheben wird, die uns technologisch über Wasser hält. Der Rest muss halt den Konsum am Laufen halten. Und dazu kann man ja bekanntlich nicht früh genug erziehen.


    Noch eine Anekdote dazu: In der ZEIT vom Wochenende ist ein Interview mit der neuen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, da heißt es:

    ZEIT: Sollte jedes Kind programmieren lernen?
    Karliczek: Ja, ich halte das für sinnvoll. Jeder muss verstehen, wie Algorithmen diese Welt verändern.

    Das erinnerte mich an die frühen 80er. Damals starteten an allen Schule (zumidnest den Gymnasien ...) BASIC-Kurse und den Eltern wurde erklärt: "In wenigen Jahren hat jeder Haushalt einen Homecomputer – nur kann man mit dem nichts anfangen, wenn man sich keine Programme zu seiner Nutzung schreiben kann. Wer jetzt kein BASIC lernt, wird den Anschlass an eine neue Epoche verpassen". Na gut, man musste nicht selbst Programme erdenken, man konnte auch "einfach" seitenweise Skripte aus der "64er" abtippen (erinnert sich wer?) ...

    All das hatte sich bald erledigt, weil natürlich schnell Software angeboten wurde, die man selbst in der Qualität kaum hätte "selbst programmieren" können. Die Einschätzung, der Haushalt würde sich individuelle Programme (z.B. zur "Haushaltsverwaltung" ...) schreiben, hatte sich erledigt.

    Natürlich war und ist so etwas der Einstieg zum "coden" – aber es ist damals wie heute doch ein behämmerter Anspruch, möglichst alle Kids sollten programmieren lernen ... Die Hard- und Software der Zukunft wird ja noch viel intuitiver (Sprachsteuerung) zu bedienen sein, das muss niemand mehr "lernen" oder sich selbst erfinden.

    Was die Kids unbedingt brauchen: Vermittlung von Medienkompetenz. Damit ihnen bewusst wird, was sie da tun, was mit Daten geschieht, wie sie manipuliert und missbraucht werden können. Dazu muss ich aber nicht programmieren können. Und so etwas muss auch nicht zwangsläufig der Informatik-Lehrer vermitteln, ganz im Gegenteil. Das gehört in den Bereich Gesellschaftslehre, sicher auch mit Querverweisen zu Politik, Wirtschaftslehre und Deutsch.

    Ich würde in der Gestaltung der Zukunft unseres Landes jedenfalls lieber in den Händen von umfassend, nachhaltig, humanistisch, traditionell ausgebildeten Kinder sehen und nicht in denen, die frühstmöglich auf's "Wischen" gepolt werden.
     
  11. Marschjus

    Marschjus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.16
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    3.469
    Ort:
    Bei Dresden
    Zustimmungen:
    1.987
    Kekse:
    10.472
    Erstellt: 09.04.18   #51
    Das Problem ist halt das hinter den ganzen Algorithmen und Programmcodes sehr viel Mathemathik steckt. Das kann und muss nicht jeder können.
    Es fordert ja auch niemand das jeder der ein Auto fährt in der Lage sein sollte einen Motor instandzusetzen. Die meisten sind ja schon damit überfordert den Fahrtrichtungsanzeiger gemäß seiner angedachten Funktion zu nutzen.

    Mit Q-Basic haben wir auch "programmiert"..war schon ganz amüsant. Aber es bracht keinen Mehrwert. Alles was ich damit programmieren konnte war eher reine Beschäftigungstherapie.

    An sich finde ich sollte die Internetgeschichte nicht vergessen werden und es ist perspektivisch auch ein wichtiges Thema, auch für die Wirtschaft. Aber ich stimme dir zu das es nicht ganz oben auf der Liste stehen sollte.
    Da gibt es dringenderes was man anpacken muss. Aber die dringenderen Sachen sind halt unter anderem soz. Themen und da möchte sich wohl niemand die Finger dran verbrennen.
     
  12. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    09.04.08
    Beiträge:
    4.090
    Zustimmungen:
    1.983
    Kekse:
    17.992
    Erstellt: 09.04.18   #52
    Mich als nicht bei der Zeit registrierten Menschen würde ja mal interessieren, was Frau Karliczek auf die Frage geantwortet hat oder hätte, ob sie denn selbst programmieren kann. Ich vermute allerdings, dass diese Frage nicht gestellt wurde...

    Parallele: Was muss der Mensch können, um Autofahren zu können? Was musste oder sollte er vor 70 Jahren können, und was heute? Ein Blick aufs Bordwerkzeug spricht vermutlich Bände - sogar das Wissen darum, wie ein Reifen gewechselt wird, ist bzw. wird zunehmend überflüssig; hinzu kommt, dass die Elektronik vieles, was als fahrerisches Können wichtig sein konnte, ersetzt.

    Ich sehe nicht, wer - von ProgrammiererInnen u.Ä. abgesehen - irgendwelchen beruflichen Anforderungen nicht gerecht wird, weil die Programmierkenntnisse fehlen. Das mit der von @Kasper666 angesprochenen Medienkompetenz ist eine andere Baustelle,die auch ich für sehr wichtig halte - wie auch das Wissen der AutofahrerInnen darüber, welche gesellschaftlichen Folgen der Transport mit fossiler Energie nach sich zieht. Wobei ich das wohl eher in GK ansiedeln würde als die Medienkompetenz :gruebel:
     
  13. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    02.12.03
    Zuletzt hier:
    7.11.18
    Beiträge:
    17.518
    Ort:
    Wetzlar
    Zustimmungen:
    311
    Kekse:
    35.782
    Erstellt: 11.04.18   #53
    Hätten damals nicht nur die "Geeks" den Informatikunterricht (bzw. die AG besucht), wären die Berufschancen einiger meiner ehemaligen Mitschüler (Jahrgang 1972) etwas entspannter, aber das würde ich auch nicht überbewerten.

    Als ITler (12 Jahre Entwicklung, danach Projekt Management) habe ich nun auch schon in einige Firmen schauen können und recht verschiedene IT-Typen kennenlernen dürfen. Da sind die "Männer der ersten und zweiten Stunde", die Technik und Techniken beherrschen, die man heute nicht mehr beigebracht bekommt aber die noch an ganz viel Stellen verwendet wird (mein Lieblingsbeispiel ist COBOL, im Grunde tot, wird wohl aber hier und da noch verwendet und Kundige können damit recht gut Geld verdienen).

    Medienkompetenz wäre bitter notwendig, mein Vertrauen in die Schulen ist da aber nicht wirklich hoch (wobei ich das an der Medienkompetenz meines Umfeldes, das erstaunlicherweise voller LehrerInnen ist, festmache). Es ist auch schwer, weil sich Paradigmen sehr schnell verändern und trotz Versuche vom Gesetzgeber (DSGVO) bestimmte Entwicklungen nicht mehr zurückdrehen lassen: wir werden nicht mehr Herr über die eigenen Daten, das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Für junge Menschen (eigentlich für alle) bleibt heute die Option sich ganz heraus zu halten oder das Spiel mitzuspielen. Man sollte sich auch darüber im klaren sein, dass Vieles was heute noch anonym ist, in Zukunft identifizierbar ist (Gesichtserkennung auch bei unterschiedlichem Alter; Texterkennung in dem Sinne von "der Text ist von Lennynero geschrieben"). Von da aus kann man den Kids eigentlich nur mitgeben: verhalte dich Online immer so, dass du es deiner Mutter zeigen kannst!
     
  14. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    09.01.06
    Zuletzt hier:
    13.12.19
    Beiträge:
    13.902
    Zustimmungen:
    4.117
    Kekse:
    69.431
    Erstellt: 11.04.18   #54
    Man sollte unterscheiden:
    a) Medienkompetenz heißt, grundsätzlich mit Medien umgehen zu können.
    Darunter zählen so ganz grundlegende Sachen wie zwischen Information/Fakt und Meinung/Wertung unterscheiden zu können.
    b) Da soziale Medien eine grundlegende Bedeutung bekommen haben, gilt es auch hier ein Grundwissen im Umgang zu erwerben.
    c) Eher fachspezifisch, also im Sinne von: könnte man einen Leistungskurs draus machen oder eine gut angeleitete AG würde ich Programmieren und ähnliches bewerten wollen.

    a) und b) gehören in den Grundlagenbereich, weil man in einer ausdifferenzierten Informations- und Mediengesellschaft einfach wissen muss, wie man sich darin bewegt, wie man sich Informationen beschafft, wie man recherchiert, auch wie shitstorms funktionieren, was mit Daten passieren kann, wenn man sie in Umflauf bringt, welche Aussagekraft ein Photo hat etc.

    Schon alleine da tut man sich enorm schwer, weil die Sache mit Information und Meinung etc. traditionell in den Deutschunterricht gehört, und zwar im Bereich Umgang mit Texten (wenn ich da richtig liege - ich bin da aber schon ein bißchen aus dem eigenen Erleben raus). Das ist aber für die ganze Welt der sozialen Medien viel zu wenig und gibt auch die normale Ausbildung einer/s Deutschlehrenden nicht her. Will man es richtig machen, wäre das eher ein Thema für fächerübergreifenden Unterricht, weil sowas auch den Geschichtsunterricht berührt, wenn man es gut anstellt auch den Kunstunterricht und sowas wie Sozialkunde allemal. Mit so Sachen tut sich das System Schule generell schwer - und dann muss alles in einen Fächerkanon sowie einen verbindlichen Unterrichtsplan mit Unterrichtseinheiten (Rahmenplan nennt sich das glaube ich) gegossen und entsprechend runtergebrochen und didaktisch aufbereitet werden muss. Und das in allen Ländern. Und später wird das dann, wenn man Glück hat, Bestandteil der Lehrkraftausbildung.

    Gehen tut alles - ich will damit nur andeuten, dass manche Tanker eben lange brauchen, um den Kurs zu wechseln. Und dass man infolgedessen eigentlich sehr vorausschauend an solche Dinge herangehen müßte, um nicht allzuviel Zeit zu verlieren.

    Davon sind wir ziemlich weit entfernt.

    x-Riff

    x-Riff
     
  15. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    09.04.08
    Beiträge:
    4.090
    Zustimmungen:
    1.983
    Kekse:
    17.992
    Erstellt: 02.05.18   #55
    Nette Entdeckung: Nach einer Umfrage vom Februar finden/fanden 53% die Koalitionsvereinbarung der GroKo "eher gut". Genauer gesagt: 53% der Anhänger der Grünen(!). Im Schnitt aller Befragten waren es nur 45%... (klick)
     
  16. hotlick

    hotlick Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.11.11
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    270
    Ort:
    Köln
    Zustimmungen:
    1.198
    Kekse:
    10.796
    Erstellt: 29.06.18   #56
    .... ebenso erschreckend "nett" sind die 63% SPD-Anhänger, die laut dieser Statistik zur Bewertung der Koalitionsverhandlungen diese für "eher gut" hielten. Wie mag das wohl heute angesichts des Affen-Aufstands Seehofers und seiner CSU aussehen? ..... jetzt wissen wir, womit Seehofer nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in hohem Maße zufrieden war:



    .... schwer vorstellbar, dass das Theater, was wir jetzt erleben (der ominöse Asyl-Masterplan inkl. Machtkampf mit Merkel) in der CSU-Zentrale und im Kontext mit dem CSU-internen Söder-Deal um den Posten des bayrischen Ministerpräsidenten nicht schon von langer Hand vorbereitet war!?

    Angesichts der erpresserischen Unverschämtheiten, die diesen Disput prägen, die Koalition gefährden und der letztlich auch noch bei dem ohnehin desolaten Zustand der EU einen Zusammenbruch der EU einleiten könnte, ist es mir wirklich ein Rätsel, wie es die SPD-Fraktion fertig bringt, sich nach wochenlanger Debatte derart unauffällig dazu kritisch zu äußern. Es ist schließlich nicht nur Merkel, die von Seehofer erpresst wird - im Grunde werden die ganzen Wähler erpresst. Welche Statistik würde bezüglich der Koalitionsverhandlungen wohl heute heraus kommen? .... Koalitionsverhandlungen, die schließlich dazu führten, dass Seehofer das Innenministerium bekam?

    Ich würde ein Auseinanderbrechen der CDU/CSU Union begrüßen - es würde für klare Verhältnisse innerhalb der politischen Rechten sorgen, und die CSU würde den Status der Extrawurst verlieren, mit der sie sich andauernd in den parlamentarischen Vordergrund stellt - so, als wäre sie (derzeit mit ca. 6,8 % bundesweit) die mächtigste Partei Deutschlands. (wenn man dafür allein die Medien-Präsenz zugrunde legt)
     
  17. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    09.04.08
    Beiträge:
    4.090
    Zustimmungen:
    1.983
    Kekse:
    17.992
    Erstellt: 29.06.18   #57
    Ich gehe davon aus, dass sich im Konrad-Adenauer-Haus ein paar sehr verschwiegene Personen mit dieser Perspektive beschäftigen, und ich kann mir auch gut vorstellen, dass das, was aus der SPD in die Öffentlichkeit dringt, nicht die ganze Wahrheit ist.

    Wie auch immer - die schon seit etwa 2008 als wirtschaftliche wahrgenommene Krise hat in den letzten Jahren die politische Ebene erreicht und macht sich dort nicht nur halblinks, sondern auch halbrechts bemerkbar, wo mann zunehmend bemüht ist, genau wie rechtsaussen die gesellschaftliche Dimension dieser Krise zu verdrängen. Es kommen interessante Zeiten auf uns zu, allerdings wahrscheinlich keine angenehmen,
     
  18. hotlick

    hotlick Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.11.11
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    270
    Ort:
    Köln
    Zustimmungen:
    1.198
    Kekse:
    10.796
    Erstellt: 29.06.18   #58
    Das befürchte ich auch.
    Die SPD hat Schiss vor Neuwahlen - schon aus dem Grund, weil sie noch gar nicht damit angefangen hat, sozialdemokratischen Boden wieder finden zu wollen (dazu gehört die noch ausstehende Erkenntnis, dass sie diesen schon lange verloren haben); die Basis hat sich wie schon so oft, über den Tisch ziehen lassen, während die Partei-Kader (insbesondere der Seeheimer Kreis) im Grunde nicht nur dieselben geblieben sind, sie darüber hinaus auch noch in der selbst gebauten Zwickmühle (Koalition) sitzen und die Koalitionsvereinbarungen inklusive Seehofer als Innenminister mit entschieden haben. (das war der Preis für die vermeintlich vielen Ministerposten für die SPD) ..... dabei war es voraussehbar, dass von Seehofer nie und nimmer konstruktive Politik zu erwarten war.

    Außer Sarah Wagenknecht und Lafontaine sehe ich derzeit niemanden links bis halb links, der zur Erkenntnis gekommen ist, dass es ein linkes Bündnis geben MUSS - mit der SPD und mit den Grünen - leider hat Sarah Wagenknecht auch bei der Linken diesbezüglich keinen erkennbaren Rückhalt, der SPD mangelt es ohnehin an der Erkenntnis, viel zu weit nach rechts abgeglitten zu sein, und bei den Grünen herrschen die so genannten "Realos", die "links" ebenso für überflüssig halten, wie sie die links orientierten so genannten "Fundis" unter den Grünen untergraben - auf ähnliche Weise, wie der Seeheimer Kreis bei der SPD.

    Das gesamte politische Spektrum, das sich selbst als "Mitte" bezeichnet, ist seit Jahren auf rechtskonservativem Kurs - insbesondere in wirtschaftlichem Kontext - sie blinken links und biegen schlussendlich rechts ab. Sie schaffen den Boden für den Aufwind der Rechtsradikalen, weil sie kein klares und glaubhaftes Gegengewicht anstreben und statt dessen zu Mogelpackungen mutiert sind, auf die die breite Bevölkerung auch noch rein fällt. Das wird wahrscheinlich jämmerlich in die Hose gehen. Und das schlimmste ist, dass es heute noch nicht mal so etwas wie eine außerparlamentarische Opposition mit klaren sozialen und somit linken Forderungen gibt.

    Sie lassen es allesamt zu, dass ein Seehofer wie auch Söder, Dobrindt & Co. permanent behaupten, "die Bevölkerung" würde explizit verlangen, dass an den Grenzen Flüchtlinge abgewiesen werden müssten und somit "geltendes Recht" umgesetzt werden müsse. Das ist eine ähnlich Behauptung wie die Parole "Wir sind das Volk" der Pegiden. Die CSU stellt die Situation fortlaufend so dar, als hätte die gesamte Bevölkerung ausgeprägte Ängste vor Flüchtlingen und dies wäre "der Bevölkerung" wichtiger als ein angestrebter Zusammenhalt der EU. Seit nun mehr Jahren ist die CSU mit dieser und ähnlicher Rhetorik tagtäglich in den Nachrichten und in den Talkshows - geradezu gebetsmühlenartig hämmern sie ihre rechte Propaganda in die Köpfe der Zuschauer - wie evangelikale Priester bei Massenveranstaltungen in den USA - wie programmiert den immer gleichen Loop.

    Vor allem für die jüngeren und die folgenden Generationen muss man sich ernsthaft Sorgen machen; deren Zukunft möchte ich nicht erleben.
     
  19. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    09.04.08
    Beiträge:
    4.090
    Zustimmungen:
    1.983
    Kekse:
    17.992
    Erstellt: 29.06.18   #59
    Hier werden Sie geholfen. Der Haken ist halt, dass nicht mal ein Befürworter eines solchen Bündnisses, wie Du es bist, davon etwas weiss...:rolleyes:
     
  20. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

    Im Board seit:
    27.11.06
    Zuletzt hier:
    14.12.19
    Beiträge:
    12.943
    Ort:
    Linker Niederrhein
    Zustimmungen:
    3.182
    Kekse:
    115.723
    Erstellt: 01.07.18   #60
    Sonntag 19:04 Uhr...
    Noch hat Seehofer sich nicht geäußert...

    Aber was machen wir, wenn Seehofer zurücktritt und Dobrinth neuer Innenminister wird?
    Warten auf die Flüchtlings-Maut?