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Was läuft da bei der "neuen" GroKo?

von hotlick, 17.03.18.

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  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 03.07.18   #81
    Das glaube ich auch... SPD, Linke und Grüne haben nun mal zZt keine Mehrheit - trotzdem macht eine Mehrheit in der CDU seit Jahren rigoros eine Politik, die eher zu einer rot/rot/grünen denn zu einer konservativen Politik passt. Noch hält die CDU zusammen, weil manche glauben, dass man sich einfach nicht leisten kann, Frau Merkel daran zu erinnern, dass sie eben nicht Chefin einer rot/rot/grünen Regierung ist. In Europa hat sie schon gar keine Mehrheit und durch ihre mMn nicht in der EU begründeten moralischen Grundlinien hat sie den Brexit-Fans in UK zu einer knappen, aber entscheidenden Mehrheit verholfen. Eigentlich kann sie froh sein, wenn Seehofer sie ein bisschen zurück auf die eigentliche konservative Linie zwingt. Die Idee, die CSU in der Regierung durch FDP oder gar die Grünen zu ersetzen ist doch eine brandgefährliche Schnapsidee, die die CDU leicht in die Gefilde katapultieren kann, wo die SPD zZt herumdümpelt... und die Gefahr in sich birgt, dass die AfD 30% kriegt. Wollen wir das?

    es sind nicht nur "ein paar", die nicht in der Lage sind, die Ressourcen der Gebiete, in denen sie zZt leben so zu nutzen, dass sie ihre Bevölkerung halbwegs ernähren könnten.

    Hier mal ein Video, das ziemlich anschaulich die Mengenverhältnisse aufzeigt:



    Dringend geboten wäre eine Abkehr von dem angeblichen Gottesauftrag "wachset und vermehret euch", der irgendwie nicht mehr so funktioniert wie vor ein paar tausend Jahren, als er in die Bibel geschrieben wurde.
     
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 03.07.18   #82
    Wir wissen, wie wohlstand und möglichst lebenswertes leben entsteht, nämlich durch abkehr von aberglauben und hinwendung zu wissenschaft, technk, verbunden mit sinnvoll organisierter arbeit. Dabei gibt es ständig etwas zu optimieren, ideale sind unerreichbar, aber sorgenarm ein uns zugemessenes alter zu erreichen, ist schon ein erfolg.
    Leider gelingt es nicht, dieses modell zu exportieren, und so kommen armut, aberglaube und bildungsmangel zu uns, zukunft ungewiss, da sich eben diese ungehemmt vermehren.
    Auch wenn wir kreuzfahrtschiffe pendeln ließen, um Afrikaner ungefährdet nach Europa zu bringen, würden wir nichts ändern.
     
  3. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #83
    So drastisch hatte ich das gar nicht gemeint. :)

    Es ist ja nicht nur die AfD oder Deutschland. In mehreren EU-Ländern bestimmt das Flüchtlings-Thema nicht nur die Presse sondern ganze Wahlen.

    Ich hatte gedacht, du meintest Mehrheit auf Deutschland bezogen. Aber du meintest die Anzahl, der Länder, innerhalb der EU, richtig !?

    Deutschlands Alleingang (wenn man`s so nennen will) sieht vielleicht auf den ersten Blick unklug aus. Aber Deutschland ist eben nicht Italien, Ungarn, Frankreich oder Österreich.

    Deutschland ist von der Einwohnerzahl her ziemlich groß. Es ist von der Fläche her ziemlich groß und es ist finanziell gesehen nicht arm. Und deshalb macht Deutschland eben Dinge anders als Andere.

    btw : Ich kann diesbezüglich aboslut keine Vorhersagen treffen aber ich halte es für möglich, dass der grenzenlose (im wahrsten Sinne des Wortes :D) Humanismus nicht dauerhaft aufrecht zu erhalten ist weil...... ja, da kommt er wieder mit der Afd um die Ecke....... die Wahlergebnisse das langfristig vielleicht (!) nicht hergeben werden.

    Inzwischen finde das Thema wieder etwas spannender weil es jetzt nicht mehr nur um Nazi ja/nein geht, sondern um langfristige Ideen. Eben weil das Flüchtlingsthema dauerhaft bestehen wird. Und nebenbei denke ich ganz persönlich, dass gemeinsam deutlich mehr geht als alleine - Stichwort : Protektionismus.

    Aber da trennen wir uns wohl. Du meinst, gemeinsam heißt, dass Deutschland sich der Politik der Nachbarländer anschließt. Ich meine lediglich, dass eine gemeinsame Linie hilfreich wäre. Aber gemeinsamen Protektionismus halte ich für nicht zielführend.
     
  4. Haensi

    Haensi Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.07.18   #84
    Bravo! :great:

    Es wird ja immer davon geredet, dass man die Ursachen dieser Migrationswelle verhindern soll. Tut man das? Natürlich nicht. Im Prinzip sind wir nicht weiter als zu Beginn der (1.) industriellen Revolution.
    Einen Unterschied gibt es: das Elend ist halt nicht mehr direkt vor unserer Haustüre, sondern ein paar tausend Kilometer weg. Wenn man es dann mal sieht, ist man entsetzt und betroffen - und macht am nächsten Tag weiter, wie bisher. Die Lebensverhältnisse in einigen Ländern, auf deren kosten wir unseren Wohlstand aufgebaut haben, spottet jeder Beschreibung und ist noch schlimmer als z. B. in Großbritannien um 1850.

    Solange es auch keinem - jedenfalls die, die das Sagen haben, auch nicht wirklich interessiert, wie wir mit unserem Planeten umgehen, wird sich nichts ändern. Das Zerstören der Umwelt ist mehr oder weniger nur ein "Kavaliersdelikt". Das muss sich dringend ändern.
     
  5. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #85
    Ach, ob du nun für das neueste Telefon 500€ mehr ausgibst, weil in den afrkanischen Minen Mindestlohn nach Ver.Di Standart gezahlt wird, oder ob du von der Kohle die Fllüchtlinge alimentierst die aus Afrika abhauen........ kommt dann irgendwie auf`s Selbe raus.

    Los bist du die Kohle so oder so :D :D :D
     
  6. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 03.07.18   #86
    Ja, das ist mMn sehr wichtig. Wir sollten nicht vergessen, das noch vor wenigen hundert Jahren in Deutschland fürchterliche Hungersnöte grassierten und dass nur Technik und Chemie dazu geführt haben, dass wir heute hier nicht mehr hungern, sondern sogar Lebensmittel exportieren.

    Schön, dass wir mittlerweile nicht hungern müssen und dabei auch noch schonender mit der Umwelt umgehen können, ich bezweifle allerdings ob Afrika und Asien schon so weit sind und ich bin auch am zweifeln, indem man den Menschen ein BGE aus Deutschland zugesteht... mein in #81 verlinktes Video zeigt anschaulich, dass es zu viele sind. Vielleicht sollte man eine Zeit lang Glyphosat & Co in Afrika tolerieren - zumindest so lange es hilft, die Menschen zu ernähren.

    Ich fände auch, dass man durchaus ein paar Milliarden mehr in Technologien wie Kernfusion stecken sollte...

     
  7. Haensi

    Haensi Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.07.18   #87
    Diese Wischi-Waschi-ich-will-es-allen-Recht-machen-Haltung trägt auch eher zur Politikverdrossenheit bei, als klare Kante. Liest man mittlerweile Parteiprogramme, muss man öfter auf die erste Seite sehen, um sich zu vergewissern, welche Partei das eigentlich ist.
    Die SPD wird immer rechter, die CDU immer linker, den Grünen glaubt man mittlerweile auch nichts mehr, was die FDP will, weiß sie anscheinend selbst nicht ganz genau. Den Linken geht es eher um Ideologie als um Lösungen.

    Dieser "Kompromiss" jetzt ist auch wieder eine Valiumtablette. Bin mal gespannt, wie lange deren zweifelhafte Wirkung anhält. Andere wichtige Themen wie soziale Gerechtigkeit, Altersarmut, Überalterung generell, Umweltzerstörung, Arbeitsmarkt der Zukunft, usw. werden nicht wirklich angegangen.
    Man zündet lieber Nebelkerzen und Blendraketen und wurstelt sich irgendwie durch.
    Das Geschleppe von "großer" Koalitition (die es gerade so über 50% schafft) zur nächsten werden die Wähler nicht mehr allzu lange mitmachen.
     
  8. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #88
    Das sind die Kernpfeiler der Aufklärung, die sind im Neoliberalismus, der sich inzwischen zunehmend in Richtung Nationalismus bewegt, längst zu unerwünschtem Beiwerk verkommen.

    Ich glaube nicht, dass wir dieses Modell exportieren wollen, unser Lebensstil verlangt schließlich die Sklaverei in ihrer modernen Form über Niedriglohnarbeit in Entwicklungsländern.
    Die Frage ist, ob wir die Folgekosten unseres Handelns nicht ernsthafter einpreisen müssten. Das wären näherungsweise die Kosten für Naturzerstörung und Umweltverschmutzung genauso wie die von sozialen Verwerfungen.
    Das würde unmittelbar unser Konsumverhalten über die Preise beeinflussen.
    Warum müssen eigentlich Waffenhersteller nicht für jedes exportierte Produkt in einen Fond einzahlen, der z.B. in Krisenregionen für Friedenspolitik, meinetwegen auch Friedenstruppen und zur Vernichtung von Altwaffen genutzt wird?
     
  9. andiu

    andiu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #89
    Naja, weils damit nicht aufhört? Wie mit den EU-Agrarüberschüssen welche billig nach Afrika geworfen werden und dort die lokalen Märkte und Erwerbsmöglichkeiten der Bevölkerung rund um größere Städte kaputtmachen?

    Aber das sind ja jetzt keine GroKo Themen.
    Der Kompromiss ist ein fauler. Seehofer hat von seiner Fraktion und den Heimatverbliebenen ^^ einen auf den Deckel bekommen. Jetzt besteht der Kompromiss darin, möglichst viele andere Länder die sich einen Dreck um unsere Innenpolitik scheren, auf die Seite zu ziehen. Wird nicht funktionieren, darum gehts aber auch nicht: Man hat sein Gesicht gewahrt und nebenbei das Klima der Politik vergiftet.
     
  10. Haensi

    Haensi Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.07.18   #90
    Beim Innen-Heimat-Horsti würde ich eher sagen, er hat sich blamiert. Markige Wort und dann doch wieder ein Rückzieher vom Rückzieher. Was glaubt man dem Wendehals eigentlich noch?
    Der dreht sich schneller in eine andere Richtung, als der Wind selbst. :rolleyes:

    Sein "Parteifreund" Söder würde ihm wohl am liebsten in den Hintern treten. Die absolute Mehrheit in Bayern dürfte dahin sein. Hoffentlich merken die Wähler, dass die CSU nur eine polternde Lachnummer ist.

    Ist allerdings fraglich, wie lange der Burgfrieden zwischen Merkel und Seehofer hält. Nicht allzu lange befürchte ich.

    Dann ist auf alle Fälle einer der beiden weg. Mal sehen wer.

    Dazu ein äußerst interessanter Artikel in der SZ:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/...-in-zukunft-zusammenarbeiten-wollen-1.4037766

    Was irgendwie clever, aber auch gleichzeitig fies ist: man lies den anderen "Partner" SPD außen vor, kann ihm aber, wenn es nix wird, den Schwarzen Peter zuschieben.
    Die SPD ist so oder so der Verlierer.
    Das Verhältnis in dieser Koalition ist ja schon angespannt genug, das wird kaum besser werden. Ist ohnehin fraglich ob, das überhaupt 4 Jahre halten kann.
     
  11. Jackpot

    Jackpot Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #91
    An dieser Stelle möchte ich dann doch einmal festhalten, dass das Problem nicht darin besteht, dass es zu viele Ne Bürger in Drittwelt-Ländern gibt.
     
  12. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 03.07.18   #92
    das sehe ich auch so...


    ob sie allerdings deswegen dann SPD, Grüne oder Linke wählen, wage ich zu bezweifeln :(

    Die CSU-Wähler in Bayern haben gelernt, dass die CSU in einer großen Koalition nichts zu sagen hat, deswegen vermute ich, dass sie sich den Aufwand sparen, am Wahlsonntag ins Wahllokal zu pilgern, oder was viel schlimmer ist, dass sie AFD wählen.
    Einzig die Chinesen haben es in den letzten 100 Jahren geschafft, das Problem der Überbevölkerung in der 3. Welt etwas besser in den Griff zu kriegen. Ihre Methoden dazu sind allerdings nicht gerade schön.
     
  13. Jackpot

    Jackpot Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #93
    ... ist ein Ausdruck, der den Geiz der Wohlhabenden verschleiern soll.
    Dass Problem ist nicht, dass es diese Menschen gibt. Das Problem ist, dass diese Menschen kaum bzw. keine Teilhabe am Wohlstand haben.
     
  14. Oktaktan

    Oktaktan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #94
    Im Prinzip richtig. Im Detail funktionierte das aber über die eigenen Nachbarn.
    Privilegien, Garagen/Bungalowbauplätze, Westreisen, Karriere, bevorzugte Zuteilung japanischer Fernsehgeräte und PkW usw.
    Spitzelsysteme funktionieren von unten, wichtig ist lediglich, dem Judas sein Honorar zu geben.
    Keiner mußte in der DDR, aber die meisten haben mitgemacht.
    1989 schnell das Gewissen entdeckt und aus der SED augetreten. Ich bekomme heute noch das kotz....
    Es benötigt immer zwei, einer der es macht und einen, der es mit sich machen läßt.
    Heute haben wir die gleiche Situation.
    Statt "Diktatur des Proletariaes" in der DDR (haben oder wurden die diktiert :igitt: ) nennt man es heute Terrorbekämpung etc.
    Neuer Wein in alten bunten Schläuchen.
     
  15. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.07.18   #95
    Nein.

    Die Ressourcen ihrer Gebiete landen hier und zwar zu Bedingungen, die dort Elend produzieren und ihnen nicht das nötigste zum Leben lassen, außer den dortigen Eliten, die dafür einen Teil vom Kuchen abbekommen, damit sie für die westlichen Länder, die multinationalen Konzerne und die Weltmarktbörse die Türen der Länder öffnen oder offen halten.

    Das hat mit der Kolonialzeit begonnen und ist - mit anderen Mitteln, aber ähnlichen Wirkungen - beim börsennotierten Welthandel, der Globalisierung und den Finanzmärkten gelandet. Regenwald und natürliche Ressourcen werden von hier aus vernichtet, elementare Lebensmittel wie Wasser (Nestle) werden von hier aufgekauft, Saatgut sowie Dünger und Landmaschienen etc. werden von hier aus exportiert und kontrolliert und zum größten Teil den Kleinbauern aufgezwungen. Dumpingpreise und niedrige Sozial-, Lebens-, Arbeits- und Umweltstandards werden von hier aus in die dortigen Länder gebracht, weil die Fabriken und die Konzerne, die sie errichten und die Warenbedingungen, die von hier aus diktiert werden, solche Verhältnisse herstellen - so lange, wie von dort oder von hier aus nichts dagegen gesetzt wird. Jeder sorge halt für sich, sagt der Mächtige dem Schwachen.

    Der Reichtum wird hier angehäuft in immer exorbitanterem Maß und weiß nicht mehr, wohin in seiner Vermehrungswut und läßt eine Blase nach der anderen entstehen und sucht nach ständig neuen Anlage- und Spekulationsmöglichkeiten.

    Es hat schon mehrere grüne (Landwirtschaft) und blaue (Fischerei) Revolutionen gegeben, mit dem Ergebnis, dass die produzierten Mengen an Erzeugnissen und Lebensmitteln enorm angestiegen sind.
    Mit welchem Ergebnis?
    Eben leider nicht, dass die Menschen dort mehr zu essen haben und sich bessere Verhältnisse schaffen können. Sondern mit dem Ergebnis, dass Weltvermögen und Weltreichtum noch ungleicher verteilt sind.

    Das wirkliche Problem liegt nicht dort, sondern hier
    - mitten in den entwickelten Ländern, den Metropolen, den Sitzen der Weltonzerne und Finanzbörsen.
    Es sind nicht die Menschen dort, die zu unfähig sind, mit ihren Ressourcen vernünftig umzugehen.
    Ich wünschte manchmal, man würde nur eine Woche gezwungen sein, dort unter den dortigen Verhältnissen als normaler Mensch leben zu müssen - es wäre viel getan.

    Das ist sehr pointiert, ich weiß. Aber es ist wahr.
    Ich weiß auch, dass es nicht nur diese Entwicklung (die des Reichtums, der Kontrolle der Konzerne, der globalen Investitionen und des return of invest) gibt - es gibt auch die Entwicklung, dass es tatsächlich weniger absolute Armut, weniger Hunger und mehr Bildung gibt. Und ich weiß auch, dass es nicht nur Licht und Schatten, sondern viel dazwischen gibt. Und dass es komplizierter und komplexer ist als wie oben skizziert. Und dass es Möglichkeiten der Änderung und Entwicklung gibt.

    Aber die Hauptursache für die Armut dort ist der Reichtum hier.
    Und die Lösung liegt nicht darin, einfach immer mehr zu produzieren. Das hat man schon ein paar mal durch ohne dass sich die Verteilung des Reichtums und damit der Einfluß auf die Entwicklung gebessert hätte - im Gegenteil: er hat sich verschlechtert.
    Und die Lösung liegt auch nicht darin, dass die ganze Welt den Lebensstil der Industrieländer übernehmen.

    Wolle ich mal gesagt haben - gerade im Zusammenhang mit Festung Europa.

    x-Riff
     
  16. zwetsche

    zwetsche Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #96
    Eigentlich könnte die SPD aus der Sache Gewinn ziehen. Den Peinlichkeitspreis hat jetzt die Union. Das Problem ist nur, dass die SPD Anhänger vielleicht gar nicht so begeistert sind, wenn sich die SPD den Transitzentren verwährt. Die SPD hat da das selbe Problem wie die CDU. Ihre Wähler wandern nach rechts ab.

    So richtig kann den Zeitpunkt dieser Affaire ja keiner verstehen, da die Situation eine viel entspanntere als 2015 ist (kann sich natürlich schnell ändern). Momentan stellt sich hinsichtlich der Asylpolitik vornehmlich die Frage, wie die Gekommenen zu integrieren sind, vorausgesetzt, sie haben ein Bleiberecht.

    Niemand kann das wollen. Ich glaube kaum, dass die AfD auch nur ansatzweise an einer Bekämpfung der Fluchtursachen interessiert ist, denen geht es doch nur um Abschottung und die himmeln die ungarische Lösung an. So einen Zynismus sollte man nicht mitgehen, natürlich muss Menschen auch in Zukunft geholfen werden, es muss auch weiter die Möglichkeit geben, Flüchtlingen zu helfen und im Notfall auch aufzunehmen

    Trotzdem muss die Regierung gegenüber den anderen Europäern viel härter und cleverer agieren. Ich finde es naiv, dass Merkel und Co offenbar immer noch glauben, mit moralischen Appellen statt mit Druckmitteln agieren zu können. Hätten sie das 2015 begriffen, statt die Welle mit dem undifferenzierten "Refugees are welcome" erst so richtig in Gang zu bringen, wäre es mE. schon seinerzeit zu einer Lösung gekommen. Solange Deutschland aber als gelobtes Land gilt, werden weder die Ströme wirtschaftlich motivierter Migration aufhören, noch sich die Europäer bewegen.
    Zudem ist es einfach kein Zukunftsmodell, die Lösung über den Sozialstaat zu suchen, anstatt vor Ort zu helfen. Das verkraftet unsere Gesellschaft nur schlecht, wie man doch in den letzten Jahren gesehen hat. Und das hat auch Gründe: So muss die Hilfe für Flüchtlinge begrenzt sein und sollte mit dem Ende der Fluchtursache grds. enden, es sei denn, derjenige hat sich (z.B. auf dem Arbeitsmarkt) bewiesen und einen anderen Bleibegrund geschaffen). Die Lösung, dass ein anerkannter Flüchtling nach 3 Jahren automatisch bleiben kann, finde ich nicht gut, da sie nichts verlangt. Das kann man Menschen, die nach Jahrzenhntelanger Arbeit in ALG II oder Altersarmut fallen, nicht vermitteln. Ebensowenig, dass deren Rentenalter stetig angehoben wird, während sich viele Migranten im Sozialstaat einrichten und den Tag im Park oder Freibad verbringen. Und sorry - das passiert und ist eben nicht nur ein Klischee. Fördern und fordern ist das einzige zukunftsfähige Modell.
     
  17. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 03.07.18   #97
    Dort hat man andere erfahrungen: bis ins 19.jh. seeräuberei und veschleppung von Nordafrika her, wo die sklavenmärkte blühten, jetzt seit jahrzehnten die ganze westküste voll von afrikanischen, illegalen "kleinhändlern", den "marocchini", während von der Adria her die "albanesi" ihre brutalen raubzüge unternehmen.
    Das wörtchen "Wir" lädt alle lasten auf aller schultern, in hierarchisch organisierten gesellschaften ist die profit- und lastenverteilung sehr unterschiedlich.
    Ich weiß nicht, was meine bank mit meinem geld macht, vlelleicht unterstütze ich immobilien-spekulation, waffenhandel und ausbeutung, ohne es zu wissen und zu billigen.
    Vielleicht gäbe es in Afrika und Indien bis heute keine eisenbahnen und krankenhäuser, es scheint schon schwierig zu sein, sie ohne fremde hilfe zu erhalten.
    Entwicklung vollzieht sich ungleichmäßig, und von Afrika gingen weder entdeckungen aus, noch erfindungen, was vielerlei gründe hat, so klimatische und geografische.
     
  18. Damon_Knight

    Damon_Knight Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #98
    Die Trennlinie zwischen "Links" und "Rechts" interessiert den Normalbürger heutzutage meiner Meinung nach nicht mehr. Er hat gewisse Ängste und Bedürfnisse, und ob die nun klassisch rechter oder linker Politik entsprechen, ist ihm total egal. Deshalb tue ich mich schwer damit, zu konstatieren, ob es eine "linke" oder eine "rechte" Mehrheit in der Bevölkerung Deutschlands oder der EU gibt. Die Fronten sind da sehr verschwommen. Ich nenne nur das Beispiel der Hamburger Elbchaussee, wo die Bewohner gerne Altklamotten für Flüchtlinge spenden, aber ein Asylwohnheim um Gottes Willen nicht bei sich im Viertel haben wollen. Dass beide Attitudes in Individuen existierten, begegnet mir jeden Tag, nur kapieren Politiker das irgendwie nicht und denken in Zielgruppen als homogenen Blöcken. Kommentatoren regen sich dann darüber auf, dass ein großer Teil der Grünen-Wähler doch gar nicht "links" sei, als ob das eine mit dem anderen nicht vereinbar sei. Dazu kann ich nur sagen: Widersprüche sind zt erfunden und zt haben die Leute keinerlei Problem damit, sie in ihrer politischen Auffassung miteinander leben zu lassen.

    Es spielt keine Rolle, ob die Flüchtlinge faktisch ein "Problem" sind oder nicht, oder ob die AfD nur eine Minderheit abbildet, diese Themen sind faktisch nicht greifbar und Menschen, die sich Sorgen machen, mit Fakten leider auch nicht davon abzubringen. Leider haben die letzten drei Jahre gezeigt, dass Deutschland so seine Mühen hat, "es zu schaffen" (auch wenn ich der Meinung bin, dass wir das finanziell und integrativ schaffen könnten). Was ich Seehofer zugute halte, ist dass er das Problem als eines, das sich nicht von allein verzieht, erkannt hat, und es der CDU nicht weiter durchgehen lassen wollte, dass sie das einfach aussitzen, bis es von allein verschwindet. Immerhin hat er Merkel dazu gebracht, mit Hochdruck an einer europäischen Lösung zu arbeiten.
     
  19. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #99
    Richtig.
    Daran ist die SPD Führung aber selber Schuld und die Basis dahinter eigentlich auch, schließlich unterstütze die Scholz und Nahles. Beides zudem keine unbekannten Gesichter, die aber auch niemals klare Kante gezeigt haben.



    Dem würden die etablierten Parteien dann ja nur Folge leisten, mit ihrem Angebot der politischen "Mitte". Auf der anderen Seite schimpfen die Wähler dann über die Beliebigkeit, weil, je nach Anforderungen der Tagespolitik, linke wie konservative Positionen in kürzester Zeit über den Haufen geworfen werden.

    Das Flüchtlingsthema wurde von allen Seiten massiv unterschätzt. Daran zeigte sich auch die direkte Kluft der Regierung und Opposition gegenüber den Bürgern, weil die sich absolut keine Gedanken über die wirklichen Folgen in den jeweiligen Schichten gemacht haben, nicht begreifen wollten,
    dass man damit auch einen (weiteren) Keil in die Gesellschaft treibt.
     
  20. Haensi

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    Erstellt: 04.07.18   #100
    Auch wenn Politiker vor der Wahl medienwirksam durch Städte laufen und sich mit Bürgern "treffen", sind sie doch meilenweit von diesen entfernt. Wie für einen Normalbürger ein normaler Tag abläuft bekommen die gar nicht mit, wie sollen sie dann dessen Ängste und Sorgen wahrnehmen?