We Feed The World | Gentechnik, Überfluss, Armut

von oldboy, 06.08.08.

  1. oldboy

    oldboy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.08   #1
    Leben im Überfluss und Armut in der Welt!

    "Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet."

    Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung

    Gentechnik in der Landwirtschaft

    "Wir sollten uns damit anfreunden, dass es eigentlich keine Lebensmittel mehr gibt, die gentechnisch frei sind."

    Karl Otrok, Produktionsdirektor Pioneer Rumänien



    ... um nur mal 2 Punkte zu nennen, mit denen sich die Doku "We feed the world" (ZDF 05.08.08) auseinandersetzte.

    Eine sehr komplexe und beklemmende Aufarbeitung der Nahrungsmittelproblematik.

    Finale: Ein völlig weltfremder Nestle Chef, der die Meinung vertrat, Wasser dürfte als Grundrecht nicht verschenkt werden, sondern muss über einen Marktpreis gehandelt werden, damit jedem bewusst wird, um welch kostbares Gut es sich hier handelt (Ausnahmeregelungen für Dürregebiete natürlich inbegriffen). Nestle ist der größte Abfüller von Trinkwasser weltweit.

    Website zur Doku mit Fakten und Inhalten
     
  2. Mogadischu

    Mogadischu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.08   #2
    Recht hat er, der Mann. Ohne Erdöl wird die Menschheit schon irgendwie klar kommen aber ohne Wasser wirds eng.
    Wasser ist nun mal eine wertvolle Ressource und wird mit wachsender Weltbevölkerung immer knapper und noch wertvoller. Wenn ich dann z.B. sehe, wie die Chinesen grad damit umgehen, um ihre Olympia-Parks grün zu halten, wird mir ein wenig schwarz vor Augen.
     
  3. oldboy

    oldboy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.08   #3
    ^^ hast recht, in der Sahel Zone sollten die das Blumen giessen man auch sein lassen und statt dessen Nestle Wasser kaufen, um es zu trinken. Es ging um ungerechte Verteilung der Nahrungsressourcen (die Chinesen haben anscheinend genug Wasser......) und um das berühmt/berüchtigte "alles hat eben seinen Preis, den kann nur nicht jeder zahlen. Dumm gelaufen!".
     
  4. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.08   #4
    Finde ich auch. Da kann man zwar wunderbar hineininterpretieren, das er als Wasserabfüller groß Kase machen will. Und das wird er nicht nur wollen sondern auch tun. Aber ohne da etwas hineinzuinterpretieen ist es richtig was er gesagt hat.

    Wasser ist bei uns ja auch nicht kostenlos.
     
  5. Steve

    Steve Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #5
    Entweder habe ich diesen Nestel-Chef falsch verstanden oder ihr habt es.

    Meinem Einruck nach will er Wasser zum Produkt auf einem freien Markt machen, also die Wasserversorgung, die bisher in staatlicher Hand ist, privatisieren.
    Natürlich sagt er das nicht direkt aber sobald das Wasser einen Marktwert bekommt bestimmt der Markt seinen Preis. Dies kann nur geschehen wenn die Wasserversorgung in privater Hand, z.B. Nestle gehört.

    Ich finde das ganz schön pervers, denn Wasser ist so immens wichtig als Grundnahrungsmittel das dies z.B. fatale Folgen für Afrika hätte.
    Nehmen wir an Nestle kauft vom Staat Mali das Recht über die Wasserquellen im Land zu verfügen. Dann könnte dieser Konzern der ja nach Maximierung des Gewinns strebt den Preis des Wassers bestimmen.
    Wenn die Wasserquellen hingegen dem Staat gehören, der zu mindestens größtenteils nicht nach Gewinnmaximierung strebt, dient das Wasser zu Versorgung der Bevölkerung und nicht als Gegenstand um Gewinn zu machen.
     
  6. oldboy

    oldboy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #6
    ^^ zum einen das und vor allem vor dem Hintergrund, dass Menschen natürliche Wasserressourcen abgeklemmt werden, um das Wasser ausschliesslich Sojabauern o. ä. zur Verfügung zu stellen, die ihre Plantagen und das Wasser dann mit Maschinengewehren bewachen lassen, da kommt mir der Gedanke, dass der Weg zum nächsten Supermarkt ja nicht weit ist und dort Nestle Wasser in Hülle und Fülle steht, ein wenig bedenklich vor. Aber Nestle schafft dadurch Arbeitsplätze, da spielt Kollateralschaden nur eine begrenzte Rolle. Gut, die Wegnahme natürlicher Ressourcen und die zur Verfügungstellung an Betriebe ist dabei meist staatlich geregelt, es scheint sich da um eine langfristige "Pest oder Cholera" Entscheidung zu handeln, wem man die Kontrolle über Grundnahrungsmittel anvertraut.

    Ich meine jetzt mal nicht D-Land ;).
     
  7. Bassist-sucht

    Bassist-sucht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #7
    Ich dachte er will Ausnahmeregelungen für Dürregebiete?

    Prinzipiell muss man dem Menschen Recht geben, Wasser sollte einen Preis haben, damit wir seinen Wert erkennen

    Aber:
    Wasser darf keinen Preis haben, da damit die Ungerechtigkeit auf dieser Welt nur noch gestärkt würde.
     
  8. oldboy

    oldboy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #8
    Er ging aber überhaupt nicht darauf ein, wie so etwas aussehen soll oder kann.

    Wenn Trinkwasser grundsätzlich und ausschliesslich über privat zu haben ist und grundsätzlich einen Marktwert hat (worst case), dann könnte es von "Sahel Zone bekommt Wasser geschenkt" bis "Na gut, wir bieten Wasser dann dort eben günstiger an" alles bedeuten (Sahel Zone als Beispiel, wurde im Film nicht explizit erwähnt.)

    ed.: Der Monolog des Nestle Chefs erschliesst sich wahrscheinlich nur dann, wenn man die Doku gesehen hat und im Zusammenhang bewertet.
     
  9. Bassist-sucht

    Bassist-sucht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #9
    Leider glaube ich, dass Wasser sehr wohl einen Preis bekommen wird.
    Alles was knapp wird, bekommt einen Preis. Es gab auch mal Zeiten, da konnte man hier bei uns vor der Haustür so viel Kohle ausbuddeln, dass man sie gar nicht verheizen könnte.

    Mit Wasser wird das zumindest in einigen Gebieten der Welt genau so aussehen. Nich morgen oder in ein paar Jahren, aber es wird so kommen.
     
  10. walking gills

    walking gills Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #10
    Obwohl ich es etwas schade finde, dass der Film hier im Thread auf den Nestle-Typen reduziert wird -ist dort schließlich nur ein Randthema-, muss ich auch kurz was dazu sagen.
    Ich habe ihn leider nicht mehr im Kopf, da es schon ne ganze Weile her ist, als ich den Film gesehen habe, aber ich hatte danach den Eindruck, dass seine Aussagen ganz schön aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Hier klingt er zwar immer noch nicht sympathisch, aber seine Argumentation ist durchaus nachvollziehbar.

    Dass Unmengen an Wasser für den Fleischhunger der Welt verschwendet werden, ist z.B. definitiv ein ungelöstes Problem.
     
  11. oldboy

    oldboy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #11
    Stimmt, in der Tat schade, da der Film sehr viele Facetten des Themas Nahrungsmittel aufgreift, aber wir sind ja erst bei Post #10 :D.
     
  12. Sticks

    Sticks Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 08.08.08   #12
    Ihr Fazit u.a.:
    Aus und mehr: http://www.evb.ch/p25002713.html
     
  13. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #13
    man kann ja immer beruhigter in die zukunft blicken ...... :rolleyes:
     
  14. gorgi

    gorgi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.08   #14
    Das der Westen im Überfluss lebt ist wohl bekannt, allerdings verstehe ich die Leute nicht die dann schreien "Gibt denen doch was wir übrig haben"
    Denn genau das wird schon seit Jahren praktiziert und zerstört die Lebensgrundlage vieler Afrikaner, da beispielsweise die europäischen Nahrungsmittel mittlerweile, durch viele Subventionen, billiger sind als die heimischen Produkte.
    Aber in Afrika gibts auch einen Markt und in dem ist seitdem kein Platz für einheimische Landwirte, die ihre Produktion herunterschrauben müssen und denen immer weniger Geld Es ist schon richtig mit Nahrungsmitteln auszuhelfen, aber das müsste anders geregelt werden, entweder man erhöht deren Preis, oder überlässt die Waren den einheimischen Händlern.
     
  15. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.08   #15
    Ich muss Gorgi hier voll zustimmen.

    Wenn man einige reden hört hat man das Gefühl, dass Wohlstand ein riesengroßer Topf ist aus dem man sich etwas herausnehmen kann und der Westen der dumme große Junge der den armen dritten Welt Ländern den Reichtum wegnimmt.

    Dass das vielleicht auch mit Infrastruktur und funktionierender Wirtschaft zu tun hat scheint da eher eine weniger populäre Meinung zu sein.


    Was meint ihr wie gut es Afrika in 10 Jahren gehen könnte, wenn die ihre Diamanten und sonstigen Bodenschätze in die Ausbildung ihrer Kinder und in medizinische Versorgung stecken würden, anstatt sich mit diesem Geld Werkzeuge zu kaufen um sich gegenseitig abzuschlachten?
    Klar ist das nicht so einfach wie es sich anhört, aber vielleicht wäre das ein besserer Ansatzpunk als wieder über den bösen Westen zu schimpfen.
     
  16. Cadfael

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    Erstellt: 09.08.08   #16
    Zumindest bei den Älteren hier werden sofort die Glöcken leuten, wenn sie das Wort "PCB" hören. Dieses hochgefährliche Gift ist mittlerweile verboten. Trotzdem findet man selbst in der Antarktis überall noch PCB-Rückstände (von bewohnten Gegenden ganz zu schweigen).
    Obwohl man bereits in den 30er Jahren von den schlimmen Auswirkungen von PCB wusste, wurde es erst viele Jahrzehnte später verboten.

    Warum ich das erzähle?
    Weil genau die Firma die PCB herstellte und die schlimmen Folgen Jahrzehnte lang vertuschte jetzt der größte Saatguthersteller mit genmanipulierten Pflanzen ist: Monsanto http://de.wikipedia.org/wiki/Monsanto

    Die Älteren werden sich an den Film "Soylent Green" erinnern: http://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_2022…_die_überleben_wollen
    Monsanto wird eines Tages diese Firma sein ...

    Gruß
    Andreas