Wehrdienst/ Sozialdienst - warum nicht auch für Frauen ?

von Mentally-ill, 11.09.07.

  1. Mentally-ill

    Mentally-ill Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #1
    In Deutschland muss ja jeder männliche Bürger Wehr - oder Sozialdienst leisten so lange er dazu in der Lage ist.
    Warum sind die Frauen davon ausgeschlossen ?

    Als ich diese Frage meiner Politik Lehrerin stellte bekam ich die Antwort, dass Frauen die Kinder bekommen.

    Finde die Antwort darauf recht lächerlich. Deswegen wollte ich hier mal eine Diskussion starten.
     
  2. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #2
    Der Wehrdinest ist meiner Meinung nach ein Relikt aus der Zeit des kalten Krieges uns sollte als Pflichtdienst komplett abgeschafft werden, sowohl für Männer als auch für Frauen, weil er einfach ein viel zu grober Eingriff in das Privatleben der Bürger ist.
     
  3. madeye

    madeye Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #3
    dies begründet nur die länge des zivildienstes heutzutage (also 9 monate) [glaub ich zumindest ;)].
     
  4. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 11.09.07   #4
    Hm, interessantes Thema. Also eigentlich hat deine Lehrerin im entferntesten Sinne nicht so ganz unrecht, denke ich. Na ja, eigentlich stammt diese "Rollenverteilung" ja schon aus der Zeit der Jäger und Sammler oder von noch früher. Männer sind halt ausdauernder, zäher und kräftiger, einfach von Natur aus, und waren damit auch erfolgreicher in der Jagd. Frauen mussten sich ja um die Brut kümmern, konnten nicht weg aus der Höhle, weil sie stillen mussten und auch ohne Brut war es schwierig, wegen der Menstruation, der Unpässlichkeit halt, oder auch im schwangerem Zustand wäre es schwierig, nem Mammut hinterherzujagen.:D Hm, nee, das war jetzt knapp am Thema vorbei, aber:

    Männer oder männliche Angehörige anderer Tierarten führen halt auch von Natur aus Revierkämpfe durch, das ist halt typisch männlich, von Natur aus betrachtet, also genetisch bedingt oder hormonell durch das Testestoron und den Arterhaltungstrieb. Gut zu beobachten bei Hirschen, Löwen, Bären usw. da gibt es sicher viele Beispiele. Wobei es natürlich auch Tierarten gibt, bei denen das nicht so ist, die friedlich miteinander leben, oder wo die Weibchen sich bekriegen um die besseren Futterplätze oder was auch immer.

    Nun sind wir ja allerdings auch schon etwas weiter entwickelt und es melden sich ja auch schon Frauen freiwillig zum Wehrdienst, aber das sind halt Ausnahmen. Aber ich stelle mir gerade so eine monatelange Burgbelagerung im Mittelalter vor, wo dann die Frauen alle paar Stunden im Busch verschwinden, um was auch immer die damals benutzt haben zu wechseln. :D

    Na ja, ich hoffe ihr wisst was ich sagen will auch wenn ich leicht durcheinander geredet habe. Außerdem ist das ausgleichende Gerechtigkeit, wir kriegen die Kinder und die Männer beschützen halt die Gegend, in der die Kinder aufwachsen. :nix::D

    Und wenn ich eins hier im Forum gelernt habe dann das, dass ich vorsichtig mit Pauschalierungen sein muss :D, also es gibt halt solche und solche.
     
  5. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #5
    ich hätte jetzt ganz praktisch gesagt, wenn die halbe bevölkerung im krieg drauf geht, kann man als beispiel mit einem mann und zehn frauen wieder in bisschen population schaffen, wenn der mann sich etwas anstrengt. mit zehn männern und einer frau dauert das erheblich länger....
     
  6. DLGuitarman

    DLGuitarman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #6
    Naja... Also das Argument mit dem Kinder kriegen finde ich jetzt doch ein bischen sehr schwamming. Fakt ist ja nun, dass der Wehr- oder Ersatzdienst für jeden "tauglichen" Mann obligatorisch ist, während Frauen nicht "gezwungen" werden (können), mindestens ein Kind im Leben zu gebähren, vorausgesetzt natürlich, sie sind nicht unfruchtbar.

    Dem zufolge ist der Wehrdienst eine Pflicht und Belastung, während die Schwangerschaft ja (leider nur fast) immer aus freien Stücken zustande kommt. Was besondere "Privilegien" angeht, die Mütter bekommen (Urlaub von der Arbeit, Kindergeld usw.), ist das Gehalt (oder sollte ich Sold sagen :p) im Falle des Mannes nötig, da der Wehrpflichtige zu der Zeit ja zwangsläufig Unterstützung braucht. Ok, ich gebe zu, darüber kann man streiten.

    Trotzdem stimme ich mit wilbour-cobb in dem Punkt überein, dass die Wehrpflicht überholt, unnötig und eine Belastung ist. Von mir aus braucht es gar kein Militär in Deutschland zu geben. Für die innere Sicherheit ist die Polizei zuständig, und "größeren" äußeren Bedrohungen hätte Deutschland wohl auch mit Bundeswehr ohne äußere Hilfe (Nato usw.) nicht besonders viel entgegenzusetzen. Außerdem würden dann unsere Politiker gar nicht auf so dumme Ideen kommen, wie Soldaten in den Irak oder sonstwohin zu entsenden. Naja, ich bin halt irgendwo Pazifist (und ich schweife vom Thema ab) :)

    Mein Statement wäre auch: Im Zeitalter der Emanzipierung der Frauen sollte auch Gleichberechtigung für Männer bestehen, es ist nicht fair dass diese ein knappes Jahr "absitzen" müssen, während Frauen schon studieren gehen können oder Ähnliches. Außerdem wollen ja immer mehr Frauen sowieso keine Kinder mehr bekommen (ob das eine gute Entwicklung ist, sei mal dahin gestellt)...

    Edit:
    Was ich noch gelten lassen könnte, ist dass Ersatzdienstleistende unverzichtbar im sozialen Netz von Deutschland gebraucht werden. Aber auch das legitimiert nicht die Beschränkung auf Männer...

    Gruß DL.
     
  7. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 11.09.07   #7
    Na ja, damit seid ihr dann aber durch und Frauen müssen oft mind. 3 Jahre aus dem Berufsleben ausscheiden, bevor sie wieder die Möglichkeit haben arbeiten gehen zu können und dann ist es oft so, dass die Arbeitgeber niemanden mit Kleinkind haben wollen, weil die oft krank sind. Also das Argument zieht nicht. :D Und wenn wir dann im Zuge der Gleichberechtigung tatsächlich Wehr- oder Ersatzdienst leisten, wo bleibt dann da die Gleichberechtigung was das Kinderkriegen angeht? :D Natürlich kann man die Pflicht des Wehrdienstes nicht dem Kinderkriegen gleichsetzen, aber ich denke schon, dass es von der Natur so vorgesehen wurde, dass die Frauen die Kinder kriegen und die Männer das Revier verteidigen, so klischeehaft das auch klingt, aber das Kinderkriegen können wir nunmal nicht auf die Männer abwälzen. :D Natürlich können auch Frauen das Revier verteidigen, keine Frage aber ich glaube, viele würden das von der Konstitution gar nicht schaffen und da bleibt dann halt immernoch die Menstruation, ich möchte mir nicht vorstellen stundenlang im mottrigen Graben liegen zu müssen ohne wechseln zu können. :o
     
  8. MatthiasT

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    Erstellt: 11.09.07   #8
    Es zwingt ja niemanden, den Wehrdienst an der Waffe abzuleisten, es bleibt ja immer noch der Zivildienst. Und in sozielen Einrichtungen scheinen Frauen an sich ganz gut klarzukommen. Und da kann man sich unter umständen sogar um Kinder kümmern.;)

    Ich sehe da wirklich keinen Grund, Frauen nicht zu sowas zu verpflichten. Gleichberechtigung ist ja keine Einbandstraße. Das Frauen das anders sehen ist allerdings auch nachzuvollziehen. :D
     
  9. DLGuitarman

    DLGuitarman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #9
    Du hast schon irgendwo recht, und ich kann auch deine Position nachvollziehen. Aber dazu pack ich halt wieder das gleiche Argument aus: Keiner zwingt Frauen, arbeiten zu gehen. Männer werden zum Wehrdienst gezwungen. Von daher zieht mein Argument schon irgendwo. Ist eine schwieirge Sache. Ich halte es auch für eine komische Ansicht, tatsächlich eine staatlich geregelte "Kompensation" für eine bilologische Gegebnheit zu fordern, während ansonsten von Frauen ja immer absolute Gleichberechtigung gefordert wird. Frauen werden bei vielem anderen bevorteilt. So ist es zum Beispiel mehr oder weniger Fakt, dass Mädchen in der Schule bevorzugt werden, sowohl von männlichen als auch von weiblichen Lehrern. Also brauchen wir gar nicht erst damit anfangen, über Regelungen für biologisch bedingte Gegebenheiten dieser Art zu diskutieren. Es wird niemals so sein, dass z.B. Jungen in der mündlichen Note einen Standard-Bonus bekommen werden, welch ein Aufschrei würde da durch die Frauenwelt gehen. Natürlich auch zu Recht. Aber genauso berechtigt ist die Forderung der Männerwelt, endlich vom Wehrdienst freigestellt zu werden. Meiner Meinung nach. :) (Das Thema Schule als Beispiel habe ich halt gewählt, weil es mich zur Zeit (noch :p) betrifft.) Also lassen wir dieses Vorteile-gegeneinander-abwägen, wenn diese nicht wirklich vergleichbar sind. Man muss meiner Meinung nach klare Sachverhalte gerecht regeln und an sich abwägen. In dem Falle eben die Ungerechtigkeit des Wehrdienstes.

    Damit bestätigst du ja mehr oder weniger das was ich eben ausgeführt habe. Außerdem stört mich die Vormulierung "von der Natur so vorgesehen". Es ist irgendwo fast schon eine "Contradictio per se", zu behaupten, dass manche Dinge von der Natur (oder bei anderen Theman Tradition) so vorgegeben wurden, auf der anderen Seite jedoch genau diese "alteingesessenen" Zustände zu kritisieren und an anderer Stelle dagegen vorzugehen - ich meine die Emanzipation der Frauen, z.B. Beruf auch für Frauen, das war historisch gesehen lange Zeit nicht so. Versteht mich nicht falsch, ich bin beileibe kein Gegner der Emanzipation.

    Naja, ich lasse es mal hierbei bewenden, ist eigentlich nicht meine Art einen Post so zu zerpflücken, v.a. da ich weiß dass auch meine Argumentation nicht eben lupenrein ist. :)

    Aber ne interessante Diskussion ists auf jeden Fall. Gruß DL.
     
  10. Haianson

    Haianson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #10
    Es geht dabei heute wohl weniger um das Militär..Dieses hat/hätte auch ohne den "Wehrdienst" genug Rekruten. Vielmehr geht es um den Ersatzdienst ...den Zivildienst. Erst durch diesen können die meisten sozialen Dienste aufrecht erhalten werden. Das is der eigentliche Sinn und Zweck.
     
  11. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 11.09.07   #11
    Wat? :eek: Wovon sollen Frauen dann leben, von der Stütze oder abhängig vom Mann? Vielleicht möchte Frau aber arbeiten gehen und wird ausgebremst.
    Das wäre mir jetzt neu.

    Es ist ja nicht so, dass ich daran festhalte, es war lediglich eine Feststellung oder ein Erklärungsversuch, dass die Natur das so vorgesehen hat, dass männliche Artgenossen oft zu Revierkämpfen neigen und man das deswegen vermutlich so beibehält. Und ich bin auch niemand, der sich jetzt gegen eine Abschaffung der Wehrpflicht stellen würde, aber das ist ja nicht so ganz das Thema.
     
  12. DLGuitarman

    DLGuitarman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #12
    Aah... Au... peinlich. :o Ich meinte "Kinder zu kriegen" statt "arbeiten zu gehen". Ich sollte nicht in Hektik tippen... :eek: So war das jedenfalls nicht gemeint, ich bin sicher kein Verfechter der traditionellen Rollenverteilung ;)

    Diese Aussage wundert mich nicht weiter, es lohnt sich jedoch auch nicht, darüber weiter zu reden denke ich. War ja eh OT. :)

    Nichts für Ungut, Gruß DL.
     
  13. ESCAPED

    ESCAPED Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.09.07   #13
    also wenn man damit argumentiert, dass frauen ja kinder bekommen und aussetzen müssen, dann sollte man vllt auch beachten, dass frauen im durschnitt deutlich älter werden als männer. ich hab die zahlen nicht im kopf, aber es sind sicherlich 4-5 jahre.

    zurück auf die vernünftige diskussionsebene:

    ein zivi kostet den staat ne menge kohle. der sold ist nicht so hoch, vllt 500€ pro monat (bin ja selber einer von denen), das wären nur 4500€ + sonderzuschlägen vllt grademal 6000€.
    aber wenn man bedenkt, was der staat an steuereinnahmen verliert, wenn ein Studierter ein Jahr weniger arbeitet, wirds schon was mehr. nimmt man nun an, dass 3 zivis einer ausgebildeten pflegekraft "den platz besetzen" wirds nochmal mehr. steuerausfälle und arbeitslosengeld. bei so nem seminar, hat das einer mal vorgerechnet, kA was rauskam hab geschlafen, aber es war ne ordentliche summe.
    natürlich wäre ohne zivis das pflegesystem bei uns nicht zu halten, oder man müsste die beiträge zur pflegeversicherung stark erhöhen.

    auch ich wäre dafür entweder männer und frauen zum ersatzdienst oder bundeswehr anzuhalten oder niemanden, denn alles andere ist einfach ungerecht.

    gruß
     
  14. Gwizdon Cameron

    Gwizdon Cameron Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #14
    Eben nicht. Es gibt viele Beispiele für durchaus wehrtaugliche, aber nicht eingezogene junge Männer. Deren Nichteinberufung hatte auch das alternative Nichtableisten des Ersatzdienstes zufolge. Da nicht jeder gleichermaßen einberufen wird, müssen manche, andere müssen nicht - und dies ist schreiend ungerecht. So wird dies seit Jahren thematisiert und hier und da aufgegriffen, aber wie so oft passiert wenig. Die Wehrgerechtigkeit ist lange nicht mehr gegeben. Entweder alle oder keiner, die bestehende Lösung ist inakzeptabel.
    Bei allem gebührendem Respekt für die Kollegin - vermutlich ist sie eine Lehrerin mit vorzugsweise fremdlinguistisch-bio-chemischer Ausbildung und innerlich-getriebener, halbherzig gelebter emanzipativ-feministischer Neigung ihre männlichen Schüler ewiglich mit der starken Rolle der Frau zu missionieren, häufig mit einem kleinen Spaß oder witzigem Unterton serviert. Das geht mir insofern auf die Nerven, daß dies allermeist den eigentlichen Antrieb hat, daß die besagte Frau deswegen so "emanzipiert" ist, weil sie insgeheim Angst hat im Vergleich mit einem Mann wirklich als "minderwertig" abzuschneiden. Das ist irrational und, wie ich finde, dumm zugleich, weil der Männer-Frauen-Vergleich zum einen ohnehin völlig absurd und zum anderen nicht vereinbar mit dem Menschenbild einer Demokratie, in welcher Alle gleichwertig sind, ist. Dennoch fühlen sie sich gezwungen ihre Kommentare stets an passender Stelle dem desinteressiert beiwohnenden Publikum des Klassenzimmers zu unterbreiten, da Lehrerinnen sich in solchen Fällen auch als ErzieherInnen sehen und guten Einfluß auf Kinder ausüben möchten, bzw. das, was sie für "guten Einfluß" (positiv entwicklungsfördernd) halten (was sich pädagogierevisionistisch aber natürlich nicht halten lässt). Oder hört man solche goldenen Einzeiler im Lehrerzimmer. Gähn. Frauen haben das nicht nötig, es sei denn, sie halten sich offensichtlich oder unterbewußt für schwach/schwächer. Die einzig legitime Antwort auf die Frage warum nicht auch junge Frauen einen Dienst, gleich welcher Form, absolvieren müssen ist "ich weiß es nicht" und nicht "weil wir die Kinder bekommen". Zu meiner Zeit betrug der Dienst zwei Jahre, das sind zwei und ein halbes Kind und ich habe etliche Kolleginnen gehabt, die sozusagen ewige Jungfern mit ohne Kind waren ("weil Frauen die Kinder bekommen"). Eine gute LehrerIn eröffnet nach dem "ich weiß es nicht" eine Diskussion "was denkt ihr denn dazu?" und schläft innerlich bis die Pausenklingel ertönt um ein wenig Schlaf nachzuholen und enthält sich jeder Wertung. Oder, und das ist meistens der Fall, sollte sie das zur Essay-Hausaufgabe machen und unverzüglich versuchen vergeblich weiter dem Lehrplan folgen zu wollen, um vor den Zeugnissen wenigstens die Hälfte des Stoffes zu schaffen. Insbesondere, wenn es sich gerade um eine Mathematik-Stunde handelt, wo derlei vielbedeutende Diskussionen ein wenig deplaziert wirken, aber von matheaversen Schülern mittlerweile gerne eingeworfen werden... :)
     
  15. Gwizdon Cameron

    Gwizdon Cameron Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #15
    Einmal Vater, 25 Jahre lang zahlender Vater, so spricht deutsches Recht. Das ist mehr als "Gleichberechtigung was das Kinderkriegen angeht"...
     
  16. wilbour-cobb

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    Erstellt: 12.09.07   #16
    das habe ich zwar in diesem thread noch gar nicht geschrieben, aber vielleicht ist dir meine meinung zu dem thema ja noch aus anderen threads bekannt - jedenfalls stimmt sie!

    ich rate auch allen, die eingezogen werden, geht einfach nicht hin, hat bei mir wunderbar geklappt.

    trotzdem fand ich mein argument garnicht so schlecht, wenn alle im frauen im krieg fallen, wer soll dann die kinder kriegen? vielleicht gibt es ja auch noch das problem, dass einige frauen sagen werden, ihnen steht das grün nicht, der helm ruiniert die frisur und neben gewehr und handgranaten muss noch ein fön und der schminkkoffer mit in den schützengraben....

    nene, warn scherz.

    ich erinnere mal daran, dass in kriegszeiten auch frauen zwangsrekrutiert wurden um an der "heimatfront" zu kämpfen, zu arbeiten in den rüstungsfabriken eingeteilt wurden und sanitätsdienst leisten mussten.
    ich kennen die aktuellen notstands- oder kriegsgesetze nicht, aber vielleicht ist derartiges ja immer noch vorgesehen?
     
  17. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #17
    Ich wäre übrigens als Frau vorsichtig, allgemeine Benachteildigung im Beruf durch Kinderkriegen als Begründung zu nehmen, dass man keinen Wehr/Zivildienst leisten muss. Denn das würde dann ja auch andersherum gelten.

    Dann bräuchte ein Personalchef ja gar kein schlechtes Gewissen haben, wenn er eine junge Frau nicht einstellt weil diese schwanger ist (und somit ein Belastungsfall für die Firma), weil dieses Unrecht ja schon angegolten wurde.
    Ein Unrecht mit dem anderen zu begründen war noch nie besonders gut.


    Und dass das Argument der biologisch vorgesehenden Rollenverteilung gerade von einer Frau kommt, das erstaunt mich schon ein wenig...;)
     
  18. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 12.09.07   #18
    Also, dass Frauen wegen Kindern aussetzen müssen war kein Argument für das Thema hier, das war nur ne Randbemerkung, weil DL hier meinte, dass es ungerecht wäre, dass Männer 9 Monate Dienst leisten und somit ja erst später mit dem Studium anfangen können, Frauen aber viel länger ausfallen können wegen Mutterschaft. Und was nützt es, wenn ich als Greisin 4-5 Jahre länger durchhalten muss? Meinst du, das wäre ein Segen und noch dazu mit weniger Rente, weil die Mütter ja weniger arbeiten konnten. Aber das hat, glaube ich, nichts damit zu tun, warum Frauen keine Wehrlicht leisten müssen.
    Das wäre eine gute Idee. ;)
    Oder eine Mutti, die 1 bis mehr Jahre ausfällt.

    Das ist ja alles kein Argument dafür, dass Frauen auch Wehrpflicht leisten müssten. Über Sinn und Zweck der Wehrpflicht zu diskutieren ist hier nicht das Thema
    Wo sind 2 Jahre Wehrdienst gleich 2,5 Kinder? :weird: Du meinst jetzt nur die reine Tragezeit? Damit ist es aber nicht erledigt. Wohin mit dem Säugling? Manche Mütter müssen teilweise drei Jahre zu Hause bleiben, weil sie keinen Krippenplatz bekommen oder sich eine Tagesmutti nicht leisten können. Mittlerweile ist es ja aber so, dass auch Väter das Babyjahr nehmen können, was aber eher selten genutzt wird, erstens, weil es sich so eingebürgert hat, dass die Frau das macht(vorher ging es ja auch gar nicht anders) und die Männer auch nicht dazu verpflichtet werden (sieht man da vielleicht Parallelen? ;) ) oder weil die Männer oft(nicht immer) mehr verdienen.
    Das manche Frauen keine Kinder bekommen, ist ne andere Sachen, machen ja auch nicht alle Männer Wehr- oder Ersatzdienst.
    Och du armer. Wer ein Kind in die Welt setzt, muss sich natürlich auch drum kümmern, ganz klar, aber das tun Frauen auch. :D Es ist ja nicht so, dass die Väter die Kinder allein finanziell versorgen. Ich bin alleinerziehend und ich kann dir sagen, dass ich mehr in meinen Sohn "investiere" als ich vom Vater bekomme. Und angenommen, die Kinder werden beim Vater groß, muss natürlich auch die Mutter finanziell dafür aufkommen, sofern jede Seite dazu in der Lage ist. Ich find das ziemlich gleichberechtigt.
    Du hast die abgebrochenen Fingernägel vergessen. :D
    Nein, das hab ich gar nicht gesagt. Ich denke einfach, dass da immer noch die Rollenverteilung zum Tragen kommt, weil es einfach schon immer so war und von der Natur ursprünglich so vorgesehen war, was man halt auch heute noch bei verschiedenen Tierarten sehen kann. Die Männchen bekämpfen sich, kämpfen um ihr Territorium oder um die Weibchen oder was auch immer, die hat keiner dazu verdonnert, außer die Natur. Ich will damit natürlich nicht sagen, dass das bei uns immer noch so sein soll ich wäre jetzt auch niemand, der sagen würde, "aber ich bekomm doch schon die Kinder", wenn ich jetzt zum Dienst verpflichtet werden würde. Aber ich bin natürlich froh, dass ich nicht auch noch dazu verdonnert werde. :D Und ich sag natürlich auch nicht, dass die Wehrpflicht Pflicht bleiben sollte, ich versuche nur zu ergründen, warum das so ist, wonach der Threadersteller fragt.
    Das ist lediglich eine Feststellung, oder kannst du als Mann Kinder bekommen? Diese "Rollenverteilung" lässt sich nunmal nicht abschaffen. :D Das geht biologisch halt nicht.:nix:
     
  19. Merowinger

    Merowinger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #19
    Um auf die Ausgangsfrage zu kommen:

    Urspünglich war im Grundgesetz nur der Mann für den Wehrdienst zuständig. Die Frauen durften nicht an der Waffe dienen. Das wurde erst aufgrund eines (EuGH?)-Urteils geändert, nachdem einige Frauen dagegen geklagt hatten.
    Die Politik ist also nur tätig geworden, weil sie einen klaren Auftrag hierzu bekommen hatten (durch das Gericht).

    An der jetzigen Situation wird sich nichts ändern, solange nicht erneut jemand klagt.

    Wie einer der Vorredner schon sagte, ist die Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben. Es wird nur noch eingezogen, wer nichts besseres zu tun hat (Ausbildung, Studium etc.), weil es mehr als genug Rekruten gibt, die nichts (besseres) zu tun haben. Das ist natürlich trotzdem willkürlich und daher gleichheitswidrig, wenn der eine einrücken muss und der andere nicht.

    Ich bin daher gespannt, was passieren würde, wenn der erste Totalverweigerer zum BVerfG vordringt und das dann über die Wehrpflicht zu entscheiden hat. Es könnte gut sein, dass die Wehrpflicht dann weg ist, weil

    a) die Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben ist
    b) es eine geschlechtsspezifische Benachteiligung ist, dass Männer hin müssen und Frauen "nur" hindürfen aber nicht müssen.

    Soweit ich weiß, musste das VG Köln sowas schonmal entscheiden, ich weiß aber nicht, was das Ergebnis war.

    Prognose: in zehn Jahren ist die Wehrpflicht weg. Und zwar nicht, weil es so gewollt ist, sondern weil es ein entsprechendes Gerichtsurteil gibt.
     
  20. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.07   #20
    Die "Politik" ist ja bereits tätig:
    http://www.zeit.de/online/2007/34/freiwillige-wehrpflicht-spd?from=rss
    ;) :D
    Ich fürchte, das eine wird sich in solch einer Diskussion nicht vom anderen trennen lassen. :nix: