Welcher Bodenbelag ?

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visionman
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Hallo liebes Forum,

Welcher Bodenbelag eignet sich besonders gut? Aber erstmal Schildere ich meine Situation
biggrin.png

Ich habe ein 22 m2 großes Studio, vollgestellt mit Möbeln, Mixern, Geräten u.s.w.
Da es auf dem Dachboden ist, ist das Zimmer kein "Rechteck" sondern hat 2 schräge Wände (normal Tapeziert) , die anderen 2 Wände sind gerade und mit Holzlatten versehen.
Mein Boden besteht aus Laminat, wobei ich gehört habe, dass es sich (nach Parkett) Akustisch am besten verhält.
Das Zimmer an sich hat für meinen Geschmack einen viel zu langen Nachhall (vermutlich wegen dem Laminat/Holzwände/Möbel), deshalb ich an 3 Wänden (Links,Rechts,Hinter) den Monitoren, Noppenschaum angebracht habe.
Ich habe die Akustik soweit im Griff bekommen, doch der Sound streut meiner Meinung nach noch ein bisschen im Raum.

Mein Plan ist es nun einen Teppichboden zu verlegen, um das lästige Noppenzeugs entfernen zu können und damit sich der Sound gleichmäßiger im Raum verteilt.

Ist es von der Akustik her Sinnvoll so zu verfahren?
Was muss ich beachten bzw. was haltet Ihr davon ?

Vielen Dank im voraus
Gruß
smile.png
 
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Hi visionman,

willst du in dem Raum nur abmischen oder auch aufnehmen?

Von der Teppich-Idee halte ich - erst mal - nicht viel. Ich versuch mal, das Pferd von vorn aufzuzäumen. Ich hab in deinem anderen Thread gesehen, dass du tiefer in das Thema einsteigen willst. Also werde ich nicht jeden Fachausdruck erklären - das ist im Netz schon oft genug verständlich beschrieben und lässt sich bei Bedarf leicht finden.

Eine gute Akustik hat viele Facetten. Du sprichst die Nachhallzeit an, auf die ich näher eingehen möchte. Dabei gibt es grob unterteilt 3 Aspekte zu beachten:
- die Anfangszeitlücke die das Ohr (bzw. Hirn) braucht, um zwischen Direkt- und Diffusschall unterscheiden zu können, sonst kommt im Hirn nur Soundbrei an
- eine angemessen kurze Nachhallzeit (ganz totgedämpft ist auch nicht gut)
- wichtiger als #2: Eine über die Frequenz konstante Nachhallzeit

Kleine und mittlere Räume haben generell Probleme im Bassbereich. (Denn Mittel- und v.a. Hochton sind leicht in den Griff zu bekommen.) "Probleme" heißt konkret: Stark unterschiedliche Wahrnehmung an verschiedenen Punkten im Raum, verschwommener Bass durch viele Reflektionen, zu lange Nachhallzeit im Tiefton - sowohl absolut als auch proportional.
Hier ist erst mal Absorption im Bassbereich angesagt. Poröse Absorber benötigen viel Platz, da ihre nennenswerte Wirkung erst bei einer Stärke von λ/4 einsetzt. 80 Hz haben eine Wellenlänge von 428.75 cm, d.h. ein poröser Absorber muss 108 cm dick sein, um bei 80 Hz zu wirken.
(Jetzt kannst du dir ausrechnen, wie gut eine Bassfalle von der Stange, als Beispiel diese Hofa Basstrap, in der hauptsächlich relevanten Ebene - nämlich der Horizontalen - wirkt... oder eben auch nicht.)

Es gibt noch weitere Konzepte zur Bass-Absorption wie z.B. Helmholtzresonatoren oder Lochplattenabsorber, die aber nicht so breitbandig wirken wie poröse Absorber. Deshalb müssen sie frequenzmäßig auf den Raum abgestimmt werden und adressieren dabei nur Probleme in einem speziellen Frequenzbereich. Hier empfehle ich definitiv Eigenlektüre, denn man muss verstehen was man tut (oder viel Geld in die Hand nehmen), sonst können Kleinigkeiten wieder alles zunichte machen. Diese Link-Liste ist ein guter Anfang: https://www.musiker-board.de/raumakustik-rec/39036-raum-daemmen-links.html

Noppenschaum hilft leider nicht gegen Bassprobleme. Die Dinger sind meist aus Polyurethan. Ein Zoll davon hat schon bei 125 Hz nur noch einen Absorptionsgrad von 0,13. (Quelle)

Sind Probleme im Bassbereich gelöst, sind damit oft auch schon viele im Mittel- und Hochtonbereich verschwunden. Das hat zum einen damit zu tun, dass sich Frequenzen auch gegenseitig beeinflussen - zum anderen kommt das daher, dass die getroffenen Maßnahmen auch im Mittel- und Hochton wirken. Z.B. ein poröser Absorber dämpft ja nicht nur im Bassbereich.

Sollte dann tatsächlich noch Raumbehandlung in mittleren und höheren Frequenzen notwendig sein, ist das schnell und einfach erledigt. Hier kann zum Beispiel tatsächlich (halbwegs dicker) Noppenschaum zum Einsatz kommen.

An der Stelle wird auch das Thema Diffusion interessant. Eine Streuung des Schalls verlängert dessen Laufzeit bis zum Eintreffen am Abhörplatz, was der Anfangszeitlücke zugute kommt. Außerdem ist die Restschallenergie (also der Pegel des Nachhalls) geringer. Zum Thema wo der Schall absorbiert und wo diffundiert werden soll, empfehle ich dir, schau dir mal das LEDE Prinzip an. Betrachte dabei auch die Kritik an diesem Prinzip, wo es Nachteile hat, und auch mögliche Abhilfe und Alternativen.

Weitere konkrete Fragen kannst du natürlich gerne stellen!

Dass du die Probleme und die Verbesserungen nach anbringen des Noppenschaums mit den Ohren wahrnimmst, ist eine gute Sache! Doch ist das Hirn hier gerne sehr trügerisch - und nicht nur psychoakustische, sondern handfeste Fakten sprechen dagegen, sich rein auf die Ohren zu verlassen. Wenn du das Thema halbwegs ernsthaft angehen willst, empfehle ich dir unbedingt den Kauf eines günstigen Messmikros. Kostenpunkt 40-50 Euro, Software und Anleitungen dazu gibts gratis im Netz. Ich selbst nutze Room EQ Wizard.

Frohes schaffen wünsch ich dir!

MfG, livebox
 
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wie hast du denn festgestellt, dass du die akustik im griff hast? hast du deinen raum schon ausgemessen?
 
Zuletzt bearbeitet:
das wäre auch meine erste Frage an Dich gewesen.....;)

man kann es auch nicht verallgemeinern das ein Teppichboden nicht ins Studio soll.
Ich selber habe einen Teppichboden in meinem Studio verlegt(nicht zu verwechseln mit einem Teppich!!) und komme bestens damit aus ,dem Klang ist es also zuträglich.
Das kommt aber wie gesagt ganz individuell auf die jeweilige Raumsituation an.

Mein Rat an Dich:
-alles was schon vermeintlich zur Raumakustik beiträgt entfernen
-Messmikro und Software besorgen
-Raum ausmessen
und erst dann maßnahmen ergreifen

grundsätzlich kann man da sagen,das mit Bassabsorbern zu beginnen ist
es kann sein das du damit schon einen ausreichend guten Klang erzielst ohne groß noch weitere absorber zu bauen.
bassabsorber bedienen ja auch die mitten und höhen(wenn ich das mal so sagen darf)

aber weitere maßnahmen wären nach der Messung angesagt

vg,didi
 
Boden am besten schallhart.

Noppenschaum ab und durch bessere Maßnahmen ersetzen, wie didi7 schon geschrieben hat.

- - - Aktualisiert - - -

Die Dinger sind meist aus Polyurethan. Ein Zoll davon hat schon bei 125 Hz nur noch einen Absorptionsgrad von 0,13.

Was aber nicht am Material liegt, das ist für Mitten schon sehr gut und für Bässe noch geeignet, sondern an der geringern Dicke.
Faustregel: alle Frequenzen deren Wellenlänge größer ist als die 8 fache Dicke werden fast gar nicht gedämpft. Alles größer als die 4 fache Dicke noch deutlich weniger als 99% aber schon ein wenig.
 
Boden am besten schallhart.

Noppenschaum ab und durch bessere Maßnahmen ersetzen, wie didi7 schon geschrieben hat.

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Was aber nicht am Material liegt, das ist für Mitten schon sehr gut und für Bässe noch geeignet, sondern an der geringern Dicke.
Faustregel: alle Frequenzen deren Wellenlänge größer ist als die 8 fache Dicke werden fast gar nicht gedämpft. Alles größer als die 4 fache Dicke noch deutlich weniger als 99% aber schon ein wenig.

So isses!
 

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