welches mikro?

von lila_baumhaus, 01.08.04.

  1. lila_baumhaus

    lila_baumhaus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.04   #1
    hallo :)
    da es so viel verschieden mikros gibt, bin ich im moment etwas verwirrt und suche deshalb fachkundige beratung! ich singe vorzugsweise jazz und soul, bin mezzo-sopran und würde das mikro hauptsächlich in einer band verwenden. zu teuer darf es natürlich auch nicht sein. falls mir jemand einen tipp geben kann, wäre mir das wirklich eine große hilfe!
    grüße... lila
     
  2. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 01.08.04   #2
    Hi Lila,

    als Tipp:

    Shure SM 86

    oder auch als Handfunke:

    Shure SLX-2/86
     
  3. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 02.08.04   #3
    Danke Artcore - so ähnlich wollte ich es auch schreiben :-)

    @ Lila....: Es ist immer schwer ein Mikro zu empfehlen,w enn man die Stimme nicht kennt. Aber wenn Du Jazz/Soul sings, dann kommt es eher auf eine klare, detailgetreue Stimme an - also würde ich erst mal ein Kondensator-Mikro empfehlen.

    Und das von Artcore erwähnte SM86 wäre da ein Tip. Nach oben ging es dann mit dem SM87 bzw. Beta 87 weiter.

    Es geht aber nichts über "selber testen".

    Viel Erfolg bei der Entscheidung.
     
  4. lila_baumhaus

    lila_baumhaus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.04   #4
    vielen dank für die hilfe! ich werde einfach mal testen gehen.
    blöde frage: was bedeuten denn diese ganzen kürzels vor bzw. nach der mikro-nummer (SM, A, AE usw.)? gibt es da irgendwo eine art "wörterbuch" für menschen, die keine ahnung haben ;)? danke nochmal...
    lg. lila
     
  5. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 02.08.04   #5
    Ich glaube nicht dass es da einen (händlerübergreifendes) "Wörterbuch" gibt.

    Es sind generell erst mal Namen ... Du fragst Dich ja auch nicht, warum der Golf Golf heisst - oder?

    Im Falle von Shure heisst SM - nein nicht "Shure Microphone" - sondern "Studio Microphone". Diese ursrüngliche Namensgebung ist inzwischen etwsa hinfällig, da die SM Mikros eher auf der Bühne zu finden sind und unsere Studiomikrofone KSM... heissen (ohne allerdings eine spezielle Abkürzung zu sein).

    Gruß
     
  6. engineer

    engineer HCA Recording HCA

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    Erstellt: 02.08.04   #6
    Die Entscheidung "Studio<->Bühne " ist sowieos nicht eindeutig zu treffen, wenn man mal davon absieht, daß gewisse empfindsame Mebranen es kaum mögen werden, wenn sie umhergeschleudert werden. Daher sind derartige Einstufungen nicht unbedingt aussagefähig.

    Man könnte lediglich einige grundlegende Dinge diesbezüglich sagen: Für Bühne sollte es bei Gesang ein Nieren- oder Hypernierenmikro sein. Qualitätsmerkmael sind hierbei eine intelligente Lagerung der Kapsel, Griffgeräusch- und Poppunterdrückung. Da es dafür aber kein Gescheites Mass gibt, hilft nur Ausprobieren. :rolleyes:

    Was den Klang der Stimme angeht, so muss dieser für Livebeschallung anders aufgearbeitet werden, als z.B. für CDs. Auch ist es wichtig zu verstehen, daß "live" gesungene Mikros sehr nah besungen werden. Damit wirkt technisch ein Nahbesprechungseffekt (je nach Auslegung positiv oder negativ) der je nach Wunsch kompensiert- oder genutzt werden kann/muss. Um einen Näheeindruck zu erhöhen, verfügen viele Gesangsmikros über eine Höhenanhebung, bzw. anders herum über eine Bassabsenkung, um die sich einstellende Bassüberhöhung aufgrund des obigen nahen Einsprechens zu reduzieren. Rapper stopfen sich demgegenüber das Mikro dann absichlich tief in den Mund, um trotz der "bass roll off" doch wieder tief zu klingen. Der Mischpultmann erkennt diese Absicht, und schaltet einen zusätzlichen EQ ein, um dem Rapper jeglichen Bass zu nehmen und die Anlage, sowie die Ohren der Zuschauer vor allzuviel Gerumpel zu schützen. Ganz generell wird der Klang eines jeden Mikros am Pult per EQ zurechtgebogen, weshalb die Grundkennlinien zunächst nicht so entscheidend sind.

    Wichtiger ist da schon die Präzision der Oberwellenabbildung, die sich besonders beim "s" bemerkbar macht. Mit den Explosivlauten B,P,T und den Zischlauten "s" und "sch" kann man ein Mikro recht gut auf Klang testen. Da gibt es fatale Abweichungen! Es gibt aber noch mehr zu bedenken:

    Musiker halten oft unbeabsichtigt die bei Nieren sehr wichtigen seitlichen Öffnungen zu, was einmal den Klang versaut (aus Sicht der Rapper allerdings "verbessert") und weiter auch die Rückkopplungsneigung erhöht. Auch in dieser Eigenschaft, die u.a. mit der Rückwärtsdämpfung, also der Unempfindlichkeit gegen Schall von hinten zusammenhängt- unterscheiden sich die einzelnen Mikros stark.

    Zudem wird bei Bühnengesang primär die Mundstimme erfasst. Direkte Kopf und Bauchanteile fehlen oder klingen verfremdet, da sie von der Seite ins Mikro gelangen und dieses dafür unempfindicher ist und anders klingt. Damit klingt die Stimme mitunter im Mikro komplett anders, als dann, wenn die Sängerin vor einem stünde. Diese "innere Klangkonstellation" des Mikros ist NICHT durch Equalizer zu ändern!

    Wie man sieht, gibt es viel zu probieren. Unter anderem muss man beim Gesang lernen, das Mikro dynamisch einzusetzen, was heute kaum einer mehr kann. An verschiedenen Stellen des Mundes tritt der Schall verschieden aus- hohe Frequenzen z.B. direkter nach vorne und Hartgaumenreflexionen leicht nach unten. Es hängt auch ein wenig von der Halsstellung und sogar den Zähnen ab, was wo genau rauskommt. Daher ist es oft von Vorteil das Mikro leicht von der Seite einzusingen, von oben oder von unten. Dies kann man auch je nach Passage ändern. Auch der Abstand zum Mund ändert den Klang- besonders, wenn ein Kompressor die Lautstärke nachregelt.

    Im Gesangsforum wurde dazu kürzlich ein Seminar angeboten.
     
  7. lila_baumhaus

    lila_baumhaus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.04   #7
    danke für die ausfürhlichen erklärungen!
    was muss ich beim testen beachten? auf was muss ich/der verkäufer die anlage einstellen, damit ich einen unverfälschten klang erhalte? könnte doch sein, dass der dann irgendwas einstellt, um mich von einem mikro zu überzeugen, das unter normalen umständen dann total unpassend ist!?
    würdet ihr kondensatormikros mal ganz grundsätzlich für jazz empfeheln? die machen die stimme doch eher klarer, oder?
    auf jeden fall ist das alles verdammt kompliziert... hm.
    probe derzeit mit einem shure beta58, habe aber keine vergleiche... wieso genau ist das beta58 denn eher ungeeignet für frauenstimmen?
    so...dann werde ich mich mal weiter durch diese ganzen fachwörter im netz kämpfen, um wenigstens ein bisschen hintergrundwissen vorweisen zu können dann beim testen ;).
    danke nochmal!
    flora
     
  8. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 06.08.04   #8
    Hallo Flora,

    wer sagt denn, dass das Beta58 ungeeignet für Frauenstimmen sei?

    Generell lösen Kondensator-Mikrofone eben im Hochtonbereich detailgetreuer auf wie dynamische. Weil nun Frauen eher eine hohe Stimme haben nutzt man gerne Kondensator-Mikros dafür. Auf der anderen Seite kann das gnaz schnell nach "hinten losgehen". Dass eben die Hohen Frequenzen zu spitz klingen.
    Eine Pauschalisierung gibt es einfach nicht!

    Das Beta58 ist schon ein richtig gutes Teil. Wenn Du meinst, dass die Höhen in Deiner Stimme zu undifferneziert sind (was mich etwas verwundern würde, da das Beta58 eine recht gute diferenzierung der Höhen hat), dann kommst Du definitiv nur mit einem Kondensatormikro weiter.

    Beim testen sollte der EQ beim Mischpult linear eingestellt sein. Achte darauf, dass alle Freqeunzen gut da sind. Mikrofone, die starke Bass und Höhenanhebung haben klingen erst mal klasse (das ist ja auch die Einstellung, die man gerne zuhause an der Stereoanlage beim Musik hören macht). Allerdings sind dann die Mitten zu gering und Du wirst im "Band-Mix" nicht mehr durchkommen.

    Test auch mal das "handling noise". Werfe das Mikro von einer Hand in die andere ... wenn dann starke Geräusche zu hören sind könnte das Live Probleme verursachen (oder singst Du nur, wennn das Mikro auf dem Stativ steckt?). Wackle am Stecker - ist das zu hören?


    Viel Erfolg beim Testen.
     
  9. TieflandMufflon

    TieflandMufflon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.04   #9
    ok, wenn hier schonmal wer is der ahnung hat:

    ich mach die vocals von nder rock/metal band

    ich verleg den schwerpunkt gerade auf metal, also ziemlich harte musik

    dazu muss ich natürlich vernünftig schreien...

    jetzt mein problem, ich muss ein mikrofon haben, welches:

    1. hohes gekreische gut umsetzen kann
    2. mitteltonkreischen sehr gut umsetzen kann
    3. tiefes grollendes bass gegrunze (ich nenns mal so) sehr gut umsetzen kann
    4. robust ist
    5. keine rückkopplung zulässt
    6.auch ein singen mit normaler männlicher stimme zulässt, weil wir auch clean gesungene parts in der musik haben

    wenn sie da was perfektes haben...

    danke...wenn ncih...schade, weil ich dann wohl noch länger such...
     
  10. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 06.08.04   #10
    Ich würde sagen: Shure Beta 58 oder Audix OM 5,6 oder 7!
     
  11. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 09.08.04   #11
    Yepp - Beta 58 erfüllt alle Kriterien.

    Gruß
     
  12. TieflandMufflon

    TieflandMufflon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.04   #12
    danke, gruss zurück...
     
  13. lila_baumhaus

    lila_baumhaus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.04   #13
    halli hallo!
    so, hab jetzt das shure sm 86 und bin begeistert. echt, das dinf ist super. passt viel ebsser zu meiner stimme als das beta 58. klinge jetzt irgendwie "seidig" ; ).
    vielen dank für die vielen ratschläge!
    liebe grüße. flora
     
  14. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 20.08.04   #14
    Ja dann Herzlichen Glückwunsch und viel Spass damit.
     
  15. Astronautenkost

    Astronautenkost HCA Mikrofone HCA

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    Erstellt: 20.08.04   #15
    Dann wünsche ich viel Spaß damit!
     
  16. engineer

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    Erstellt: 20.08.04   #16
    Glückwunsch auch an JS vom Shurevertrieb, der ein Mikro verkauft hat. :D
    Dort knallen jetzt die Sektkorken :great:
     
  17. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 07.09.04   #17
    Moment:
    1. bin ich nicht vom Vertrieb
    2. VERKAUFE ich keine Mikrofone - ich berate nur

    ... und Sekt bei der Arbeit??? Hör mal' :-)


    Gruß
     
  18. engineer

    engineer HCA Recording HCA

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    Erstellt: 07.09.04   #18
    Naja, indirekt wirkt eine gute Beratung ja sehr wohl verkaufsfördernd. Ist ja aber auch nichts Schlechtes daran. :cool:
     
  19. Scherthan

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    Erstellt: 15.07.05   #19
    Genau deswegen lassen wir uns ja auch gelegentlich hier blicken.

    Auf dieser Plattform habt Ihr die Chance, direkt vom Hersteller Antworten zu bekommen.

    Gerade im Bereich Mikrofone und Funktechnik tauchen häufig Threads auf, wo wir als Mitarbeiter des Herstellers uns einfach mal hier und da zu Wort melden müssen. Besonders dann, wenn gefährliches Halbwissen und Mythen verbreitet werden ...

    Bei uns gibt es während der Arbeit auch nur Selters. Grüße nach Heilbronn.

    Stephan
     
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