Wer kann helfen bei dem Texten eines düsteren Depri-Songs?

von Souljacker, 24.01.17.

  1. Souljacker

    Souljacker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.01.17   #1
    Hallo!

    Ich brauche Hilfe! :D
    Bereits seit Monaten trage ich eine Lied-Idee mit mir herum, die ich einfach nicht zu einem Abschluss bringen kann.
    Die ersten beiden Strophen stehen und die Hälfte des Refrains auch. Danach bin ich nicht mehr weitergekommen. Mir fehlt der letzte Kick um den Song weiter zu spinnen. Vielleicht könntet ihr mich da etwas unterstützen. Ich würde mich über Anregungen freuen.

    Der Song ziemlich...ZIEMLICH düster! Also Obacht. :p
    Er handelt von einem Typen, der mit Selbstzweifeln kämpft und daher quasi Beziehungsunfähig ist. Wenn er dann doch mal eine potentielle Partnerin findet, versucht er in seine verquere Sichtweise hineinzuziehen, um sie zu entwerten, sie von ihm abhängig zu machen und sein eigenes Ego an ihr zu befriedigen. Das Lied soll "Swamp Thing" heißen. Wo kann es textlich noch hingehen? Fallen euch irgendwelche abgedrehten, lustigen Metaphern ein, um etwas Fürchterliches zu beschreiben? Ist das Thema vielleicht nicht für einen 3 Minuten-Depri-Popsong geeignet?

    Hier ne vorläufige Hörprobe:
    https://www.dropbox.com/s/2pqw6r49uzwhmot/SwampThing.mp3?dl=0

    Behind every flowery word I speak
    Hides a terrible lovecraftian monstrosity
    With it´s quivering tentacles wrapped around your ankles
    It pulls you down...

    ...through the creepiest crevices of my septic brain
    I will wait in the dark at the end of the drain
    There´s just me to cling on to
    And then there is nothingness

    Some people have a heart
    I have a swamp
    And you got stuck inside it



    Übersetzung:
    Hinter jedem rosigen Wort das sich spreche
    Versteckt sich ein grauenerregendes, lovecraft-mäßiges Monster
    Mit seinen zitternden Tentakeln die sich um deine Knöchel wickeln
    Zieht es dich runter...

    ...durch die gruseligsten Spalten meines fauligen Gehirns
    Ich werde in der Dunkelheit warten, am Ende des Bachs, den du heruntergehst (das Wortspiel lässt sich nicht so gut ins Deutsche übersetzen)
    Dort kannst du dich nur an mir festhalten
    Ansonsten gibt es dort nur nichts

    Manche Leute haben ein Herz
    Ich hab einen Sumpf
    Und du bist darin stecken geblieben

    Gruß
    Daniel
     
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  2. Rake5000

    Rake5000 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.17   #2
    Die Idee finde ich spitze und einige richtig starke Zeilen hast du da am Start.

    Sowas düsteres kommt bei meinen Texten eigentlich auch fast immer raus, von daher hätte ich durchaus Lust, Ideen beizusteuern. Leider hab ich die nächsten Tage wohl wenig Gelegenheit dafür, aber ich beobachte mal, was sich hier so tut. Vielleicht kann ich ja noch etwas beitragen, wenn ich wieder etwas mehr Luft und Muße hab.

    Bleib auf jeden Fall dran! :great:
     
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  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.01.17   #3
    Hi souljacker,
    flasht mich auch gerade ... so düstere texte mache ich normalerweise nicht, aber zufälligerweise habe ich seit einiger Zeit Lovecraft wiederentdeckt und zwar als hörbücher (gibt´s etliche auf youtube).

    Deine Sprache paßt auf jeden Fall hervorragend und für mich ist auch der Anschluss an den lovecraftschen Mythenkreis spürbar und gelungen, Deine Stimme finde ich auch sehr gelungen dafür ... kann zwar momentan mit den von dir angesprochenen, witzigen Metaphern wenig anfangen (willst Du damit dem düsteren Schrecken etwas entgegensetzen oder ihn steigern?) ... und würde eher in lovecraftschen Sinne weitermachen ... also mit der Schilderung, dass das Wesen (im Wesen des Lyrischen Ich) das arm Mädchen vollends verschlingt, verdaut etc. als dritter Strophe ...

    ... und nun müßte noch im lovecraftschen Sinne erstens eine Steigerung des Grauens kommen und zweitens eine grauenhafte, teilvorhersehbare Wendung, ein "twist" am Ende ...

    Die Steigerung würde ich über die Schilderung des Verdauens / Eingehen des Opfers sowie eingebaute Perspektivwechsel machen ... Perspektivwechsel 1 wäre aus Sicht des Mädchens, das zunächst erschrecktes, sich wehrendes Opfer ist, aber zunehmend gelähmt wird bis es schließlich selbst diese grauenhafte Vereinigung will und herbeisehnt (zumindest ein Teil von ihr), Perspektivwechsel zwei ist das gespaltene Lyrische Ich, dessen menschlicher, okkupierter Teil hilflos mit ansehen muss, was mit dem Mädchen passiert ...

    Die grauenhafte Wendung kann realisiert werden durch:
    a) das Mädchen wird nach erfolgreicher Okkupation durch das grauenhafte Wesen zu dessen Handlangerin und muss hilflos miterleben, wie es ihm seinerseits neue Opfer zuführt;
    b) wir als Hörer erfahren am Ende, wodurch das arme Mädchen zur Beute des grauenhaften Wesens wurde: es hörte nämlich genau diesen song und verfiel der Stimme und Suggestionskraft der Musik, mußte wie hypnotisiert den song immer wieder hören und geriet dabei unrettbar in die Fänge des schrecklichen Wesens: wir als Hörer erfahren als Offenbahrung, dass wir die nächsten Opfer sind und können nichts dagegen tun ...

    Zeit, das gerade sprachlich umzusetzen habe ich nicht, mich würde momentan eher interessieren, ob diese Gednken und möglichen Entwicklungen für Dich passen - möglicherweise ist ja auch dadurch ein Ansatzpunkt entstanden, selbst weiter zu schreiben ...

    Ich merke gerade, dass ich als Setting habe: ein Lyrisches Ich, das gespalten ist in ein menschliches Wesen, das von einem grauenhaften Wesen okkupiert wurde sowie das arme Mädchen, dann den/die Zuhörer ... es geht natürlich auch so: ein grauenhaftes Wesen, ein armes Mädchen, die Zuhörer ...
    Und es gibt natürlich noch einen anderen twist: das angeblich arme Mädchen ist in wirklichkeit ein noch viel grauenhafteres Monster als das grauenhafte Wesen und verschlingt dieses am Ende mit Genuss, verwandelt sich wieder in ein armes Mädchen und begibt sich erneut auf die Jagd ...

    herzliche grüße

    x-Riff
     
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  4. Rake5000

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    Erstellt: 25.01.17   #4
    Wow, @x-Riff, so sieht es wohl aus, wenn jemand von einem Songtext inspiriert wurde :great:
     
  5. Souljacker

    Souljacker Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.17   #5
    Oha!
    Vielen Dank fürs Reinlesen...vor allem an @x-Riff wegen der Ideen. :)

    Eigentlich habe ich nie geplant, der Lovecraft-Mythologie treu zu bleiben. Auch deshalb nicht, weil ich nie eine Geschichte vom Hans-Peter (dafür steht doch H.P., oder?) gelesen habe.
    Ursprünglich hatte ich das Bild im Kopf von einem Plakat eines 50er-Jahre-B-Movies. Eine knapp bekleidete Dame wird am Bein von einem Tentakel-Monster in die Untiefen des Meeres hinein gerissen. Darum habe ich den Rest des Liedes gebastelt. Was hat noch Tentakel? Cthulhu! Außerdem hab ich die Song-Demo unter dem Namen "Anime Porn" abgespeichert. :D

    Wie gesagt, ich wollte mich eigentlich nicht so auf Lovecraft fokussieren, aber deine Ideen haben mich auch auf ne Idee gebracht.
    Ist es in seinen Horror-Romanen nicht so, dass die Protagonisten immer Wahnsinniger werden, je mehr Einsicht sie in eine Sache bekommen? Sowas könnte man vielleicht irgendwie in das Lied mit einarbeiten. Die Frau wird immer verrückter, da sie den Sänger besser kennen lernt, bzw. immer mehr mit ihm zusammenwächst. Sie verschmilzt mit ihm vollständig und gibt sich selbst auf. Hmmm...ziemlich kranker Mist. Eigentlich schreibe ich nicht so pessimistische, ausweglose Texte. Was ist los mit mir? :D

    LG
    Daniel
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.01.17   #6
    Hi,
    man muss nicht speziell den H.P.Lovecraft-Mythenkreis anzapfen - der Kerl hat halt nur eine unglaubliche Gabe, eine Sogwirkung herzustellen - und die hat damit zu tun, dass er immer Andeutungen macht, man also eine Vorahnung bekommt, die aber unscharf ist und die sich im Laufe der Erzählung, wo meistens der Protagonist immer mehr abdriftet, die Leser aber dabei mitreißt ...

    Es geht mir eher um diese Sogwirkung, die sozusagen mit einer dosierten Entfaltung der Wahrheit (oder Phantasie) einher geht - die Katze wird halt nicht direkt aus dem Sack gelassen ... So ein Sog entsteht auch, wenn man verschiedene Perspektiven aufbaut, aus dem heraus die Geschichte erzählt wird ... da paßt das schon total gut, was Du da am Wickel hast. Bei Lovecraft ist halt typisch ein Twist am Ende, wodurch die Schreckensscala noch mal eine Schraube weitergedreht wird ... das ist halt dieser Twist (der in den genialen, schwarzen Kurzgeschichten/krimis von Roald Dahl auch immer vorkommt), den ich meinte.

    Übrigens:
    Howard Phillips Lovecraft
    http://www.hplovecraft.de/

    x-Riff
     
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  7. pullepups

    pullepups Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.17   #7
    Du hast `ne echt tolle Stimmfarbe :-)
     
  8. MichaelHero

    MichaelHero Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.03.17   #8
    Hmmm...vielleicht:

    "My hypnotic words wil make you sacrifice yourself into the depths of my gorging throat"

    ...ich kenne nur "From Beyond" von HPL - die Schwingungen dort bringen die Figuren ja "quasi freiwliig" um den Verstand 8-)=
     
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