Westerngitarre für Anfänger bis 600€

Einen Tip vielleicht, neben dem "Immer" Tip Anspielen: Befass dich mal etwas mit Hölzern. Deinem Eingangspost meine ich zu entnehmen, dass Du das bislang nicht getan hast. Massive Decke würde ich z.B. immer anraten. Dann gibt es beim Deckenholz erhebliche Unterschiede zwischen Fichte - Zeder - Mahagoni. Auch das Korpusholz kommt unterschiedlich daher. Mahagoni (man muß mehr um den Ton kämpfen) finde ich idR. holziger und wärmer als Palisander, welches aber oft schön strahlt, Ahorn kling oft recht hell, aber dafür auch knackig.

Sei mir nicht böse. Aber das sind wieder so Allgemeinplätze, die insbesondere einem Anfänger nichts bringen.

Was heisst denn bei Mahagoni, dass man um den "Ton kämpfen" muss? Und sie ist "holziger und wärmer" als Palisander..... .
Hast Du schon 'mal eine Decke aus Palisander gesehen?

Sprichst Du jetzt von den Zargen, die aber bekanntermassen weniger Einfluss auf den Klang haben als uns die Industrie weismachen will?

Was Du hier schreibst, hat vielleicht im absoluten High End Bereich eine gewisse Bedeutung, aber doch nicht in den Gefilden, über die wir hier sprechen.
Da ist eine Gitarre viel mehr ein "Gesamtkunstwerk" und es kommt in allererster Linie darauf an, wie gut oder wie schlecht sie gebaut ist.

Recht hast Du allerdings in der Tat bei der erstaunlichen Vorliebe gerade von Anfängern für Dreads. Komischerweise war es immer schon so.
Ein Grund dafür ist sicherlich, dass vor Jahren die Auswahl an Westerngitarren allgemein sehr eingeschränkt war. Im "normalen" lokalen Musikgeschäft - lange vor Online Shops und auch Großanbietern - hingen vielleicht 25 A - Gitarren herum. Davon waren 22 Konzertgitarren und 3 Western, allesamt Dreadnoughts.

Aus diesem Grund hatten wir alle damals ausschließlich Dreads. Man bekam schlicht kaum etwas anderes.

Heute glaube ich,dass der Anfänger, der in erster Linie eine "sichere Bank" will, nach wie vor zur Dread tendiert, weil das nunmal nach wie vor die mit Abstand bekannteste Form ist, obwohl die Auswahl heutzutage unverglichlich höher ist!

Da kannst Du in so einem Forum wie diesem hundertmal raten, das zu überdenken - weil eine Dread eigentlich die mit Abstand ungeeignetste Bauform für einen Anfänger ist -, es wird nichts bringen.

Und auch ich mache es eigentlich nur noch aus Reflex.....
 
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Interessant ist der Wunsch nach einer Dread bei Anfängern. Liegt das an der imposanten Größe? Ging mir beim Einstieg in die ak. Steelstring-Welt zwar auch so, fing dann mit ner Cort MR 730 an, feines Teil. Aber zumeist habe ich heute kleinere Modelle auf dem Knie, picke halt lieber als zu strummen.

Die Entscheidung für eine Dread ist wahrscheinlich irrational. Ich habe als Kind ein bisschen Klassikgitarre gelernt, aber irgendwie hat es nicht gut geklappt. Und seitdem habe ich immer vorgehabt wieder zu lernen. Sozusagen fliehe ich von Klassik und richte mich auf Jazz oder so etwas. Mal gucken.

Außerdem sind die Dreadnought coole Gitarren und haben dieses Jahr seine 100er Geburtstag. ;)

Sei mir nicht böse. Aber das sind wieder so Allgemeinplätze, die insbesondere einem Anfänger nichts bringen.

Was heisst denn bei Mahagoni, dass man um den "Ton kämpfen" muss? Und sie ist "holziger und wärmer" als Palisander..... .
Hast Du schon 'mal eine Decke aus Palisander gesehen?

Sprichst Du jetzt von den Zargen, die aber bekanntermassen weniger Einfluss auf den Klang haben als uns die Industrie weismachen will?

Was Du hier schreibst, hat vielleicht im absoluten High End Bereich eine gewisse Bedeutung, aber doch nicht in den Gefilden, über die wir hier sprechen.

Ohne zu wollen mich in die Diskussion einzumischen, sehe ich wie Du. Es gibt viel zu viel Theorie und Details, die ein Anfänger Stufe 0 nicht kapieren kann. Ich habe gelernt, dass man einfach anfangen muss und die Fehler, die jeder macht, auch selber machen.

Also, ich bin dankbar für jeden Ratschlag. Es ist nicht falsch, solche Kenntnisse im Kopf halten um irgendwann darauf achten zu können. Aber Schritt für Schritt.

Danke noch mal. :)
 
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Ich scramble mal eben die Originalzitate, um die Argumentation zu strukturieren

Hast Du schon 'mal eine Decke aus Palisander gesehen?

Ja, so etwas hat K.-Yairi mal in den 1970ern, 80ern gebaut. Fand ich aber nicht so doll, weder optisch noch klanglich.

Da ist eine Gitarre viel mehr ein "Gesamtkunstwerk" und es kommt in allererster Linie darauf an, wie gut oder wie schlecht sie gebaut ist.

Das gilt immer, aber es gibt trotzdem Unterschiede zwischen den Hölzern bei sonst baugleichen Instrumenten. Was man natürlich nicht sagen kann, ist, dass eine xyz mit Fichte/Mahagoni "besser"/"transparenter"/bli-bla-blu ist als eine abc mit Zeder/Palisander. Das wäre Quatsch.


Sprichst Du jetzt von den Zargen, die aber bekanntermassen weniger Einfluss auf den Klang haben als uns die Industrie weismachen will?

Woher weißt Du (Nachtrag, besser: Woran machst Du fest), wieviel Klangeinfluss uns die Industrie weismachen möchte? Ich meine in der Werbung mehr Hinweise auf Decken, goldene Mechaniken, coole Maserungen und handgeklöppelte Abalone-Einlagen zu finden. Bei Martin, Guild u.a. ist bzw. war das Angebot gut strukturiert: Sonst gleiche Instrumente mit verschiedenen Korpushölzern, da kann man das ganz gut testen.l

Was Du hier schreibst, hat vielleicht im absoluten High End Bereich eine gewisse Bedeutung, aber doch nicht in den Gefilden, über die wir hier sprechen.

Wir reden hier von 600 Tacken. Für 200-250€ mehr NEUpreis gibt es bspw. bei Hanika einen ganzen "Baukasten" mit verschiedenen massiven Decken- und Korpushölzern für Nylonstrings bei sonst gleicher Grundkonstruktion. Da kann man die Unterschiede auch sehr gut testen. (Bei Steelstrings wollte ich jetzt keine Preislisten durchflöhen, falls einem Martin oder Guild zu teuer sind.) Das ist nicht absolut HiEnd, sondern eine recht normale Preisregion.
 
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Das mit dem "Gesamtkunstwerk war auch eher in Richtung auf die Auswahl einer Gitarre gedacht.

Wenn Du eine Gitarre für 3 bis 4.000 € suchst, sind Fragen wie Mahagoni oder Palisander sicherlich interessant. In diesem Preisbereich sollte man auch feine Unterschiede wahrnehmen können, zumindest im Idealfall.

Ob man diese feinen bis signifikanten Unterschiede bei einer "vollmassiven" Recording King für 400 € hören kann, da bin ich mir nicht sicher.

Bei einer Anfängergitarre kommt es entscheidend darauf an, dass sie gut klingt und sich gut spielen lässt.
Ob der Sound jetzt "mahagonisch" oder "palisandrig" ausfällt, ist eigentlich egal.

Später wird wahrscheinhlich sowieso der Wunsch nach einer besseren Gitarre aufkeimen, bei der man sich dann in die oder die Richtung orientieren kann.

So hört man ja immer wieder, dass z.B. für Blues eher Mahagoni vorteilhaft sei.

Und obwohl ich diese Erfahrung sogar bei meine letzten beiden Gitarren selbst machen konnte, Lakewood (Palisander) letztlich Blues ungeeignet, Larrivee (Mahagonie) "Bluesmaschine", würde ich das nicht verallgemeinern, da einfach viel zu viele Parameter den Klang einer Gitarre beeinflussen.

Da ja hier eine Cort im Gespräch ist, scheint es ja in der Tat in Richtung Western zu gehen. Da sind Beispiele für Hanika - Gitarren eher am falschen Platze, insbesondere da Konzert - Gitarren sowieso eine völlig andere Welt sind, von der ich zugegegbenermaßen keine Ahnung habe, da ich Konzert - Gitarren noch nie mochte.

Ich habe selbst 'mal eine Cort MR 740 (?) oder so gehabt. Eine gute Gitarre, allerdings ohne besondere Stärken, allerdings auch ohne besondere Schwächen. Zum Lernen auf jeden Fall genau richtig (abgesehen von der Form ;)......
 
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Finde das mit Cort wenig falsch machen kann und das es ein guter Anfang ist. Denn wichtig ist vor allem, das man anfängt (kenne etliche Leute die hachso-gerne Gitarre spielen möchten, aber immer nur davon reden und wenn man Hilfe anbietet, kommen nur irgendwelche Ausreden :tongue:) und das möglichst nicht auf irgendeinem Lidl-Brett. Wenn man dabei bleibt, werden es irgendwann mit Sicherheit noch mehr Gitarren werden. ;)
Ob Korpus und Zargen in der Klasse aus Sperrholz welcher Art auch immer sind, halte ich für marginal. Denke, das eine massive Decke und ordentliche Verabreitung wichtigere Kriterien sind. Und klanglich fand ich die Cort bislang auch okay. Hatte sogar mal eine vollmassive Parkwood für 400 Tacken in der Hand, die richtig Klasse klang. Daneben hing eine baugleiche, die dagegen deutlich abgefallen ist. War für mich wieder ein Hinweis darauf, das man genau die Gitarre nehmen soll, die man gespielt und die einem gefallen hat :)
Wie mein Vorschreiber bemerkt hat, wird man bei massiven Hölzer in höheren Preisklasse schon einen Unterschied feststellen können. Aber da wir uns dort nicht bewegen, spielt das doch hier keine Rolle :D
 
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Mit der Cort kann man eigentlich fast nichts falsch machen. Für wenig Geld bekommt man eine Gitarre von der Stange, die durch modernste Maschinentechnik gut gebaut ist. Klar ist sie nicht die spezielle persönliche Klangschale des Universums aber man kann damit Musik machen. Die verwendeten Materialien sind ok und der Klang auch. Spätestens wenn man gut genug spielen kann, kommen die Wünsche nach etwas mehr Persönlichkeit. Dann kann man immer noch loszuckeln und eine Martin oder sonst was zu Kaufen. Fakt ist dann aber, das man dann schon gut genug spielen kann um sich an dem Quäntchen mehr auch wirklich Erfreuen kann.

Das einzige was ich jedem Anfänger raten kann, ist ruhig mal den Gitarrenbauer aufzusuchen und sich die Gitarre einstellen zu lassen. Die Saitenlage ist oft Verbesserungsfähig und macht einfach mehr Spass beim Spielen.
 
Rockschreiner
  • Gelöscht von peter55
  • Grund: Verkaufsangebot

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