Wichtige Frage an Studenten (Studiumswahl)

von LimboJimbo, 15.04.07.

  1. LimboJimbo

    LimboJimbo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.07   #1
    Also ich hab mich lange gefragt ob es Sinn macht diesen Thread zu eröffnen, aber ich hab ein recht großes Problem bezüglich meiner beruflichen und auch persönlichen Zukunft. Ich weiss dass es ein längerer Text wird und auch nicht einfach zu beantworten aber wenn ich irgendwann in diesem Forum für ein Sich-Zeit-Nehmen und eine ernstgemeinte Antwort dankbar war/wäre dann in diesem Zusammenhang.

    Ich habe nach der Schule nun bald meinen Zivildienst beendet (in einer integrativen KiTa) und da ich schpn von mir behaupten würde jemand zu sein der recht wissbegierig ist und gerne in komplexen Zusammenhängen denkt und arbeitet (soweit ich das bisher erlebt hab - ich bin jetzt 20 übrigens) hab ich eigentlich schon recht früh ein Studium ins Auge gefasst.
    Als LKs in der Schule hatte ich Englisch und Deutsch und kam in beiden auch super zurecht ( in 13.2. 13 bzw. 14 Punkte).

    Auch wenn das jetzt nach einem Sprachschwerpunkt klingt, ich bin vielseitig interessiert und finde eigentlich die allermeisten Sachen interessant, aber vor allem halt gesellschaftswissenschaftliche Themen, der sprachliche Bereich (aber hier vor allem eher modern ausgelegt, also Rhetorik, Sprachforschung, Kommunikationsmodelle etc. ich bin jetzt nicht sooo der Germanistik-Typ auch wenn mir Interpretieren durchaus auch liegt).
    Nun bin ich an einem Punkt angelangt an dem ich festgestellt habe, dass ich eigentlich nur relativ wenige Sachen weiss die ich mir GAR nicht vorstellen kann aber sehr viele die mich interessieren.
    Was nicht in Frage kommt sind sehr Mathematik-lastige Fächer. Ich war früher mal durchaus nicht schlecht in Mathe anfangs aber mir hat leider der einzige Lehrer mit dem ich in meiner Schullaufbahn wirklich Pech hatte in der 8ten und 9ten meine Mathegrundlagen so dermaßen versuat dass ich mich ab da immer eher durch Mathe gequält hab, zudem - ich habe eine gewisse Aversion dagegen entwickelt, auch wenn es für Viele sicher zu recht ein tolles Gebiet sein mag.
    Zudem muss ich sagen dass ich eine gewisse Abneigung gegen BWL habe... Also das ist nicht diese naive Bloß-kein-Kapitalismus-Einstellung, aber in dieser Reinkultur ist es einfach nicht das was ich mir so vorstelle. Notgedrungen würde ich es aber auch in Kauf nehmen.

    Meine ersten Pläne gingen in die Richtung Journalist zu werden, weil mir das freie Schrfeiben sehr liegt und ich so vielseitig arbeiten kann, was mir auch wichtig ist, ebenso wie Kontakt mit Menschen und kein reiner Bürojob.

    Aber die äußerst schwierigen Grundbedingungen für diesen Beruf haben mich dann doch etwas nachdenklich gemacht so dass ich bei einer Berufsberatung auf die Idee gebracht wurde es doch mal mit der im vergleich zu Journalistik oder auch Publizistik weiter gefassten Kommunikationswissenschaft zu probieren.
    Dieses Fach interessiert mich nach wie vor aber ich interessiere mich im Moment auch sehr für Soziologie.
    Ich hab leider eine gewisse Affinität zu eher brotlosen Interessen, aber mir ist es immer wichtiger gewesen das zu tun was einen glücklich macht und nicht reich.

    Diese Einstellung kommt vllt. auch daher dass ich in einer relativ wohlhabenden Familie großgeworden bin und ich sehe materiellen Reichtum als angenehm aber im Vergleich zu einer Erfüllung im beruf doch eher nebensächlich an solange man nun nicht am Hungertuch nagt.

    Und nun meine vllt. etwas abstrus wirkende Frage:

    Kann mir hier jemand einen Denkanstoß geben was ich tun könnte oder welches Fach ich mir auch nochmal näher angucken könnte ?

    Als Zusatzinfos noch:
    Mein Abischnitt ist 1,7, LKs wie erwähnt Deutsch und Englisch

    Meine Lieblingsfächer waren Philo, Erdkunde, Musik, Englisch, Deutsch

    Geschi und WiPo gehörten aus Langeweilegründen nicht zu meinen Lieblingsfächern liegen mir aber vom Können her auch sehr.

    Meine Hobbies sind Musik (Gitarrist und Hören natürlich), Computer generell, Lesen und klingt evtl. komisch aber Ich bin sehr gerne mit Menschen in Kontakt, lernen gerne neue Menschen kennen, ich würde mich schon als recht redegewandt einstufen, ich rede gerne, viel und diskutiere für mein Leben gern leidenschaftlich und auch gerne kontrovers.

    Einen Traumberuf in dem Sinne hab ich nicht, mir ist es wichtig dass ich meine Fähigkeiten, die auch größtenteils meinen Vorlieben entsprechen einsetzen kann und mich im Studium in einem Bereich weiterbilden kann der mich interessiert.

    Ich sollte vllt. noch erwähnen dass ich einen Studienbeginn zum Wintersemester 2007 anstrebe.

    Ich möchte hier schonmal ausdrücklich bedanken wenn sich jemand die Mühe gemacht diesen wahrscheinlich ziemlich befremdlich wirkenden Text durchgelesen und noch viel mehr wenn jemand etwas dazu zu sagen hat. Sollte irgendetwas Relevantes aus dem Text nicht hervorgehen, jede Frage ist willkommen, weil auch Fragen helfen mir auf eine gewisse Weise. (Alles zu beschreiben hätte den Rahmen endgültig gesprengt).

    Also vielen Dank und ich bin gespannt auf eure Antworten, das Thema beschäftigt mich im Moment sehr!
     
  2. TRommelman

    TRommelman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.07   #2
    Lehrer?

    Mein Traum wär ja die Hälfte der Woche Werken und Sport in einer Grundschule zu unterrichten und die andere Hälfte geb ich Schlagzeugunterricht. Und Abends dann immer ne Mucke.

    Das wär ein Leben.:D
     
  3. Cynic

    Cynic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.07   #3
    Wenn du Mathe nicht magst würde ich alle Fächer in Richtung Soziologie abschreiben (also Dipl-Sozi, oder Magister Sozi/ErziehungsWiss)...da ist Statistik der Teil des Grundstudiums der schon vielen das Genick gebrochen hat. Gilt allerdings nicht für Lehrer.

    Edit: Das mit dem Mathe-nicht-mögen schließt imo einen großen Teil der Naturwissenschaften aus (weil du ja sagtest du könntest dir Vieles als Studium vorstellen), weil da meist zumindest die Statistik als Fach bemüht wird.
     
  4. LesPaulES

    LesPaulES Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.07   #4
    Hi
    Tja, was studieren, ich kann mich noch sehr gut an die Fragen erinnern... wäre das evtl was für Dich? http://www.fb3.uni-siegen.de/?seite=3&sub=16 Unsere Sängerin hat gerade damit angefangen, deshalb kann ich Dir noch keine genaueren Informationen bieten.
    Oder was ganz Anderes. Du kannst die Ausbildung zum Heilpraktiker machen und den Psychotherapeuten als Zusatzausbildung. Hat den Vorteil, dass Du einen vielseitigen Beruf mit garantierter Abwechslung hast.

    VieleGrüße

    LesPaulEs
     
  5. LimboJimbo

    LimboJimbo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.07   #5
    Also ich bin nun kein vollkommener Mathe-Analphabtiker, ich denke wenn es sich auf einen Fachbereich beschränkt in den man sich dann halt richtig reinarbeiten muss dann denke ich schon dass das zu machen ist...

    An Lehrer hab ich auch schonmal gedacht, allerdings denke ich ist das ein Job den man aus Berufung machen sollte, ich kenne soviele Negativbeispiele von unmotivierten Lehrern...

    Dieser Literatur/Medien/Kultur-Studiengang wirkt auf jeden fall schonmal interessant, hab ich noch nie vorher von gehört, werd ich mir mal genauer anschauen.

    Vielen Dank schonmal an Alle ! :great:
     
  6. TheKing

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    Erstellt: 15.04.07   #6
    Dem muss ich voll zustimmen. Ich studiere im Hauptfach Erziehungswissenschaft und im Nebenfach Mathe. Statistik ist ein wesentlicher Teil des EW-Studiums (ebenso Soziologie, Psychologie,...), man kommt daran nicht vorbei... allerdings würde ich behaupten, dass man mit dem nötigen Fleiß (welcher für ein Studium einfach essentiell ist) auch das packen kann und wird. Mathe in Reinkultur... nunja, wem's einigermaßen liegt... aber auch hier ist jedem Nicht-Genie eine gesunde Protion Fleiß geraten.

    Hast du schonmal darüber nachgedacht, neben den Kommunikationswissenschaften die Medienwissenschaftem in Betracht zu ziehen?
    Du sagt, du würdest dich als redegewandt einschätzen... Rechtswissenschaften sind zwar recht trocken zum Studieren, aber redegewandte Menschen werden in diesem Metier sicher recht "erfolgreich" arbeiten können.
    Oder Sprachwissenschaften... es muss ja nicht Germanistik oder Anglistik sein. Der neue Markt liegt in Fernost, und früher oder später werden verstärkt Leute mit fundiert ausgeprägten fernöstlichen Sprachkenntnissen benötigt...

    My two cents :)

    Greets, Ced
     
  7. Pyriander

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    Erstellt: 15.04.07   #7
    Angewandte Kulturwissenschaften ??
     
  8. m~Daniel

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    Erstellt: 16.04.07   #8
    Noch eine kleine Anmerkung (als Maschinenbauer im 2. Semester :D)

    Das Mathe aus der Schule hat aber wirklich NICHTS mit dem Kram zu tun was du in der Uni machst - ich würde mich also nicht an solchen Details stören lassen
     
  9. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.07   #9
    ja, eine frage hätte ich....was ist denn dein berufswunsch?

    wahrscheinlich kann ich die frage selber beantworten - du hast keine ahnung. du kennst deine talente und deine schwächen, aber weiter präzisieren kannst du es nicht. kenn ich..;)

    eine gefahr gibt es, beim studium um des studiums willen. du stehst nach deinem abschluss genau so da, wie du es heute tust. ich habe, zum beispiel, anglistik und germanistik studiert und mache jetzt noch eine ausbildung, weil ich wirklich keinen plan hatte, was ich mit dem studium eigentlich machen wollte. ich habe auch soziologie angefangen, aber nie beendet...

    das ist die zweite gefahr, ohne konkretes ziel fällt einem auch der weg dahin schwer. die weisst sicher, das die abbrecher-quote grade in den geisteswissenschaften am höchsten ist.

    aber genug der warnungen.

    versuch doch mal was ganz anderes. die DJS in München bietet sehr interessante duale Studiengänge zum Redakteur. Du lernst und arbeitest gleichzeitig in einer redaktion um praxiserfahrnung zu sammeln. Mit deiner Abi-Note kommst du da auch gut rein.

    http://www.djs-online.de/index.html

    In Hamburg ist das pendant die Henri Nannen Schule, wie die in München sehr renomiert. Leider auch schweineteuer.

    http://www.journalistenschule.de/


    viele Unis bieten auch journalismus-studiengänge, leider meist sehr überlaufen und mit hohem NC und langer warteliste. Als alternative gibt es dann so sachen wie technikjournalismus an fachhochschulen. google da mal nach.


    ein rat, guck erstmal was du machen willst. du wohnst sicher noch zuhause, das ist die richtige zeit für praktika. ich würde mir nich zu große sorgen um das alter machen, lieber schon etwas praxiserfahrung und dafür ein jahr mehr auf dem buckel.
    grade in zeitungsredaktionen geht es ganz anders zu, als man glaubt. so viel schreibt man da teilweise nicht, man telefoniert eigentlich mehr...schau es dir doch erstmal an.
     
  10. Löwe

    Löwe Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.04.07   #10
    Philosophie.. Erdkunde.. Englisch.. Deutsch..

    Da fällt mir im Moment nur eines zu ein:

    Auslandskorrespondent.. oder Journalismus in ähnlicher Richtung

    Vielleicht wäre so etwas für Dich interessant, vorausgesetzt Du besitzt eine große Reisebereitschaft.


    Gruß - Löwe :)
     
  11. LimboJimbo

    LimboJimbo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.07   #11
    Ja, zuallererst einmal vielen dank nochmal für die vielen Antworten!

    Die Schiene Journalismus im Allgemeinen oder auch Auslandskorrespondenz im Speziellen kam mir auch früh in den Sinn, aber bisher hat mich die Perspektive immer doch etwas abgeschreckt, ich bin oft noch am Hadern ob ich mich tatsächlich in dieses Abenteuer stürzen sollte...

    Zu den Journalistenschulen: Ist eine super Sache, wobei es extrem schwer ist an die Plätze heranzukommen, man lese sich nur einmal das Bewerbungsverfahren der Henri-Nannen-Schule gründlich durch...

    Nur 60 Bewerber (von sicherlich tausenden, ich hörte mal es gäbe nur 150 Stellen an Journalistenschulen in ganz Deutschland) werden überhaupt eingeladen, und selbst von dieser sicherlich schon eindrucksvollen Auswahl bekommt nur ein Drittel die Chance die Schule zu besuchen. Also stellt dieser Weg für mich eher eine Hoffnung (Bewerben kann man sich ja mal...) als ein fester Plan dar.

    Ich hoffe halt bisher immer noch auf einer breiten Kenntnisbasis u.a. durch Studium es später vllt. einmal als Quereinsteiger in diesen beruf zu schaffen. Wie schon richtig erkannt wurde, ich bin mir meiner Stärken und Schwächen bewusst und weiss was ich gerne tue, habe hingegen wenig Ahnung welcher Beruf dem wohl am besten gerecht wird, ganz zu schweigen davon ob mein Horizont aus gemeinsamen Nenner von Fähigkeiten und Interessen überhaupt gefragt ist!


    Hat jemand Erfahrungen wie überhaupt die Chancen stehen/die Quote von Studienabgängern im medienorientierten Bereich ist in der Branche ernsthaft Fuß zu fassen ?

    Für mich klang das was ich gehört habe immer alles recht trostlos; auch wenn mir klar isrt dass viel von der Eigeninitiative abhängt: Es wirkt so als ob Absolventen der Journalistenschule (verständlicherweise ob der Exklusivität dieser Ausbildung) mit Handkuss genommen werden, während es ansonsten äußerst finster aussieht...
     
  12. Löwe

    Löwe Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.04.07   #12
    Was ich Dir empfehlen kann, was definitiv Zukunft hat und.. naja.. gegebener Maßen in etwa so mit Deinen Vorlieben übereinstimmt (Deutsch, Präsentieren, Vorträge, Philosophie) sind folgende Gebiete, die immer mehr Nachfrage und Anwendungs-/ Einsatzmöglichkeiten finden:

    - QM / QS = Qualitätsmanagement /- Sicherung
    - Arbeitsplatzvorbereitung, -Zeiterfassung bzw. REFA
    - Zertifizierung, Auditierung, Normierung


    Gruß - Löwe :)
     
  13. Cynic

    Cynic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.07   #13
    Kann man das studieren? Ich kenne das immer nur als Möglichkeit seinen Dipl-Ing oder seinen Dipl-Kaufmann einzusetzen....und gerade bei den letzten beiden Anstrichen weiß ich nicht, was da ein Studium für besondere Vorteile haben soll...
     
  14. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.07   #14
    quoten kann ich dir keine nennen. die chancen stehen relativ gut, aber, wie du schon richtig erkannt hast, es hängt fast nur von der eigeninitiative ab.

    zu den bewerbungsverfahren, sei froh...;) es gibt nichts schlimmeres, als die ganzen mädels im ersten semester, die "irgendwas mit medien" machen wollen. die verschwinden zwar alle wieder, aber die zeit reicht aus um zu nerven.

    woran hast du denn erkannt, dass du einen hang zum journalismus hast? warst du in der schülerzeitung, abizeitung, bloggst du vielleicht oder hast auch schonmal praktika-mässig in die richtung was gemacht?
    nicht alle absolventen der journalistenschulen werden mit handkuss genommen, die zeiten sind vorbei. früher hatte man in einer redaktion noch einen festen job, heute sind das alles freie mitarbeiter, und da muss erstens echt gut sein, und zweitens wieder die berühmte inititative zeigen. der klare vorteil dieser schulen ist aber, dass sie eng mit verlagen und sendern zusammenarbeiten, die leute, die daraus hervorgehen, sind sehr praxisnah und keine realitätsfremden uni-absolventen.

    meine persönliche erfahrung mit der medienbranche ist lang und tränenreich, ich bin da seit 8 jahren ein teil von. und ganz klassischer seiteneinsteiger. wobei ich kein journalist bin, sondern im printmarketing.

    mir ging das mal genau wie dir, gut in deutsch, englisch und geschichte aber keine ahnung was ich machen wollte. richtig cool hätte ich musikjournalist oder fernseh-autor gefunden, aber wie wird man das?

    ich habe dann auch nur durch zufall, bekannte und mit einem völlig sinnlosem studium der soziologie (nie abgeschlossen) irgendwie einen job ergattert, der mir spass macht.

    ich sehe dein problem ganz klar in den zielen, wer keine hat, kann die auch nicht erreichen. guck dich erstmal um, mach praktika (das magazin, bei dem ich arbeite, sucht grade einen PR-Assistenten und Redaktionspraktikaten). wenn du ziellos rumstudierst, verlierst du mehr zeit als mit einer suche vor dem studium.

    germanistik funktioniert nur bedingt, als schlussredakteuer bist du als guter linguist noch hier und da gefragt, aber wie man an focus und co gut sieht, verzichten viele publikationen auf eine solche. und sprachwissenschaften sind kein kreativer beruf.
     
  15. zion

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    Erstellt: 17.04.07   #15
    ein Wirtschaftlicher Background könnte eine Notlösung sein falls du keinen Studienplatz im Journalismus bekommen solltest, denn einerseits hast du damit die Möglichkeit immernoch quer einzusteigen, und andererseits lernst du bei bwl oder marketing fürs leben. Egal in welche Richtung du dich letztendlich entwickeln wirst. Und Mathe ist dabei kein großes Problem.
     
  16. LimboJimbo

    LimboJimbo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.07   #16
    Das kam für mich höchstens als Zweitfach in Frage, also rein darauf bauen will ich nicht, weil dafür könnte ich um ganz ehrlich zu sein nicht die nötige Motivation aufbringen - ich würde auch keinen reinen BWL/VWLer Job mchen wollen, höchstens als Zusatzqualifikation im verknüpfenden Sinne so à la Wirtschaftsingenieur nur halt im gesellschaftswissenschaftlichen oder geisteswissenschaftlichem Sinne...

    Dazu eine Frage: Es gibt ja leider fast nur noch Bachelorstudiengänge. Soweit ich weiss sind die recht komprimiert und so eine freie Fächerwahl in dem Sinne ist dann ja auch nicht ohne Weiteres möglich, inwiefern kann ich denn über haupt Kommunikationswissenschaften oder Publizistik als Bachelor studieren und nebenbei noch BWL-Grundlagen belegen ?
    Weil als Absicherung macht das sicher Sinn aber zwei volle Bachelorstudiengänge nebenher stell ich mir als kaum machbar vor und auch nacheinander: ein reines BWL-Studium, dafür kann ich mich wie erwähnt kaum erwärmen...



    Ich werde mich mal nach Praktika umschauen, scheint mir wirklich ein vernünftiger weg zu sein, zumal auch ein Freund meines Onkels (Er macht bewerbungsberatungen ziemlich erfolgreich und hat u.a. auch schon für DaimlerChrysler im bereich der Personalbetreuung gearbeitet) meinte dass heutzutage einem in erster Linie Praktika Tür und Tor öffnen und nur in zweiter Linie die Studienleistung.


    Vermutlich werde ich das erste Semester Kommunikationswissenschaft erst einmal beginnen, da die meisten Praktika ohnehin eine Vorlaufszeit von einigen Monaten haben. Da kann man dann schonmal sehen wie einem die Theorie liegt und sich für Praktika sicherlich nicht schädliche Kenntnisse aneignen.

    Motiviert bin ich an sich ja schonmal, nur etwas unsicher muss ich gestehen :o
    Ich werde mich weiter umschauen und dann mal weiterschauen.

    Hier nochmal ein Dankeschön an alle Helfer :great:
     
  17. Jimmay

    Jimmay Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.07   #17
    möchte diese aussage mal unterstreichen. ich hab ähnliche erfahrungen im abi gemacht wie du, und nach dem studium direkt ein praktikum bei nem zeitschriftenverleger bekommen, weil ich auch journalist/ evtl später auslandskorrespondent ins auge gefasst hatte.
    nach dem halben jahr praktikum fing dann man studium an, und ich wurde als stud. aushilfskraft übernommen und etwa 1 1/2 jahre bei dem laden gearbeitet, nur um festzustellen, nachdem ich mal ganz tief in mich gegangen bin, das ich das doch nicht hauptberuflich machen will.

    mach dir nichts vor: journalistische tätigkeiten heutzutage sind reine massenproduktion. es kommt nicht primär darauf an, den am besten recherchierten und formulierten artikel zu schreiben, sondern so schnell wie möglich zu produzieren, und dabei möglichst wenig scheisse zu schreiben, weil du eh kaum zeit zum recherchieren hast.

    hinzu kommt dann noch die politik. artikel, die anzeigenkunden oder in irgendeiner weise mit dem verleger verbundene firmen/ personen behandeln, müssen grundsätzlich harmlos sein und ohne ehrliche kritik auskommen. ganz zu schweigen von den ganzen als "artikel" getarnten werbekampagnen.
    wenn du ein mensch mit gewissen und rückrat bist, werden hier schon die ersten probleme auf dich zukommen.
    ganz zu schweigen davon, das du dich ständig profilieren musst. der gut gewahrte schein zählt hier um ein vielfaches mehr als das tatsächliche sein.

    schreiben, diskutieren, interpretieren, sprachen, gesellschafts- kultur- und mentalitätsforschung haben mich schon immer voll angesprochen, von daher dachte ich eigentlich, das der job für mich prädestiniert wäre, und deshalb hab ich wohl auch so lange gebraucht, um zu schnallen das es das doch nicht ist.

    gerade was die medienbranche anbelangt, muss man dafür auch die passende persönlichkeit haben. ich hab sie nicht. ich bin genügsam und absolut nicht ehrgeizig, habe keinen bock mich ständig profilieren zu müssen und will nicht mein ganzes berufsleben nur unter stress stehen.

    deswegen hab ich mich nach einem weiteren praktikum entschieden, mein studium ( was hauptsächlich auf ne redaktionelle/ journalistische tätigkeit ausgerichtet war ) drannzugeben und mir ne ausbildung als tischler zu suchen.

    schreiben tu ich immernoch, nur halt eher für mich selbst, oder als kleinen nebenverdienst hier und da.
     
  18. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.07   #18
    das nennt sich auch redaktionelle kooperation oder auch crosspromotion und ist für mich im medien-management der schönste teil der arbeit!
     
  19. LimboJimbo

    LimboJimbo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.07   #19

    Hm, da muss ich sagen dass das auch für mich ein Problem darstellen würde. Zum Einen weil ich manchmal fast schon ein bisschen treudoof-ehrlich bin und sich permanent beweisen müssen... Nun gut das war mir irgendwie bewusst, aber das war halt auch das was mich sehr nachdenklich gemacht hatte :(


    Schwierig alles, sehr schwierig leider...
     
  20. Missing$lash

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    Erstellt: 17.04.07   #20
    Also, da du sprachlich stark bist und gerne liest, könntest dus mal mit Jura versuchen.
    Klingt immer altbakcen und verstaubt, ist es aber auf keinen Fall.
    Ist halt ein hartes Studium mit hohem Lernpensum, aber es zahlt sich aus!