Wie entsteht geld?

von EDE-WOLF, 30.07.08.

  1. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 30.07.08   #1
    Die frage mag satirisch klingen aber nach 2 lustigen filmchen auf youtube eröffnen sich mir als nicht VWLer einige "systematische" fragen....

    video 1:
    http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
    video 2:
    http://www.youtube.com/watch?v=Obs7KCFO7bM

    beide sind vereinfacht, eventuell auch polemisch und sachlich nicht korrekt.... nur inwiefern?

    Was ich mich frage: Wie entsteht Geld? ich meine NICHT wie entsteht WERT sondern wie entsteht GELD!

    Dazu eben aus dem ersten video das beispiel:

    Wenn jemand für eine Kreditvergabe Zinsen verlangt muss, damit das system irgendwie ausgleichbar ist ja hinterher mehr GELD da sein...
    wir leben nunmal in nem geschlossenen system, wo zwar gerade finanzprobleme "verlegt" werden können in die dritte welt usw. wo sie erstmal nicht auffallen, oder wo sich der staat unauffällig verschulden kann ohne dass es dem bürger auffällt nichts desto trotz ist es irgendwo doch ein geschlossenes system in dem GELD ENTSTEHEN muss....

    Klar: Geld wird gedruckt...
    von wem?
    in unserem falle wohl von der EZB....

    wie geht das von statten?
    wenn die EZB geld druckt, geht eine Band hin und leiht sich das zu leitzinskonditionen, die zinsen/rückzahlung geht wieder in den "sack" der EZB...

    Hantiert die EZB da tatsächlich mit "Leeren Massen"? Also mit Gelddruck ohne gegenwert?

    und um nochmal auf meine frage des "ausgeglichenen systems" zurückzukommen:
    Durckt die EZB tatsächlich so viel geld nach, wie in ihrem einflussbereich als zinsen von allen Banken/Firmen gefordert wurde?!

    denn wenn dem nicht so ist, kommt unterm strich sowa wie 1=0 raus... das system geht nicht auf...

    was erklärt warum es sich so rasant entwickelt und irgendwann dann großteils aus luftblasen besteht (siehe japan, siehe USA)

    ... ich bin kein VWLer... wie läuft das?


    Und Bitte EINFACH und nicht geschwafelt! Auf den Punkt bitte!

    Danke ;)
     
  2. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 31.07.08   #2
    Ich dachte als nicht VWLer wüsstest Du, wenn irgendjemand auf der Welt z.B. einen 1,-€ mehr hat, dann hat irgendeiner/irgendwas 1,-€ weniger. ;)

    Ggf. sollten wir über die Geldmenge anfangen zu diskutieren...........:(


    Topo :cool:
     
  3. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.08   #3
    Ich bin kein Volkswirtschaftler, deswegen kann ich kaum eine druckreife Erklärung liefern, allerdings sehe ich den Knackpunkt in folgendem Zusammenhang:

    Die Menge an Wert ist nur auf einen festen Wert begrenzt, wenn wir davon ausgehen dass die einzige Resource Rohstoff ist. Das ist aber zu kurz gegriffen.
    Wofür wird man bezahlt wenn man zu Arbeit geht? Für die Arbeitszeit, in der man Werte schafft. Und dabei hat man nicht einmal einen Klumpen Erz mitgebracht, sondern höchstens ein Pausenbrot.
    Vielleicht programmiert man nur Software, oder man macht Musik. Alles keine sachlich vorhanden Gegenstände, aber trotzdem ist es etwas wert.

    Man hat also Werte geschaffen, nur mit seiner Arbeitszeit, seinen Visionen und seinen Ideen. Es werden also immer mehr Werte. Ok, es ging ja explizit um Geld und nicht um Werte - aber imo kann man das nicht trennen. Geld ist doch nur eine Art virtuelle Abbildung der vorhandenen Werte, ein Verwaltungssystem dass die Handhabung und den Handel der Werte erlaubt. Also sollte im Idealfall immer so viel Geld im Umlauf sein wie es Werte gibt. Und da sehe ich die Aufgabe der Zentralbanken, die regulieren wie viel mehr Geld es geben muss. Gibt man zuviel Geld in den Kreislauf und es gibt keine Deckung durch Wert, dann haben wir eine Inflation, andersherum umgekehrt.

    Was sollen also Zinsen? Wenn ich jemand Geld leihe kann er damit Werte schaffen, fügt dem Pool also etwas hinzu. Ich will ja auch was davon haben, also sind die Zinsen mein Anteil an der Wertschöpfung. Und wenn sich die Zinsen etwa an den Leitzinsen orientieren sollte das etwa auch dem real vorhandenen Wertezuwachs entsprechen - wenn die Zentralbanken ihren Job gut machen.

    Ok, das ist sicher alles viel viel komplizierter, aber das ist mein laienhaftes Verständnis davon.
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 31.07.08   #4
    "Geld ist in seinen wirkungen und gesetzmäßigkeiten so schön wie rosen. Eigentum hält die welt in gang und ist immer moralisch. Das eigentum wird immer dort gefunden, wo die arbeit, die weisheit und die tugend gewesen sind - in den nationen, in den klassen und den individuen." (Ralph Waldo Emerson 1803-1883).

    Vorangegangen war eine mehrjährige wirtschaftskrise, unter der der wohlbestallte autor sichtlich nicht gelitten hat.
    Endlich weiß ich, warum geld und eigentum einen bogen um mich gemacht haben: an arbeit hatte es nicht gemangelt, an weisheit, sich überall anzupassen wohl, und tugend ist bei mir eher negativ besetzt.
    Sklavenhandel, völkermord und piraterie waren und sind moralisch und tugendhaft, verkürz(t)en manches qualvolle dasein, und im himmel ist/war noch platz. Manche US-amerikanische tugend ist bis heute ein exportschlager.
     
  5. uwgestein

    uwgestein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.08   #5
    Das ist eine sehr komplexe Fragestellung und das ist eigentlich nicht in ein paar Sätzen erklärt und ich möchte ja auch nichts falsches schreiben:

    mein Verständnis ist so.

    Zunächst einmal müssen wir das Wort Geld etwas genauer definieren. Nach welchem Geld ist gefragt? Es gibt da nämlich eine genaue Unterscheidung M1/M2/M3

    M1 ist das tatsächliche Bargeld und die kurzfristigen Einlagen (quasi das, was ich in der Tasche hab)
    M2 ist M1 plus mittelfristige Einlagen (Tasche plus Spareinlagen)
    M3 ist M2 plus die langfristigen Einlagen (...plus langfristig angelegtes Kapital)

    Durch diese Unterscheidung ist klar, dass M3 ein viel, viel größeres Volumen hat als M1. Zum Beispiel betrug 1999 der Bargeldumlauf in Euroland rund 330 Milliarden Euro, die tatsächliche Geldmenge belief sich dagegen auf die stolze 4.500 Milliarden Euro, war also ca. 13,6 mal höher. Da man davon ausgehen kann, dass nicht alles Geld (M3) zu gleichen Zeit "abgehoben" wird, müssen die Banken nur einen Teil (ca. 5%) des Buchgeldes tatsächlich vorrätig haben. Das ist die sogenannte Mindestreserve.
    Was passiert, wenn zur gleichen Zeit, alle Kunden einer Bank ihr komplettes Vermögen abheben, kann man sich vorstellen.

    Wird also jetzt nach M1 gefragt ist wäre die Antwort: Das Geld wird gedruckt. Allerdings wird nur soviel gedruckt, wie verschwindet, sonst kommt es zur Inflation (Geldwertverlust). Das wäre aber jetzt ein anderes Thems. Bei der Frage nach z. B. M3 ist die Antwort nicht ganz so einfach.

    Die einfachste Aussage wäre: Geld entsteht durch die Vergabe von Krediten. Wenn man sich vorstellt, dass das Geldangebot zunächst ein Monopolangebot der Zentralbank (EBZ) ist und
    durch die sog. multiple Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken
    ergänzt wird, die kurz gesagt daraus resultiert, daß bei Banken geliehenes Geld
    wieder bei Banken eingelegt wird und somit als Einlage zur erneuter
    Kreditvergabe herangezogen werden kann, ist es recht einfach zu Verstehen wie Geld entsteht.

    Ich hoffe das war verständlich genug. Es ist ein sehr sehr kompliziertes Thema. Aber beim googel sollten einige gute Antworten zu finden sein.

    Gruß
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.07.08   #6
    Das komplizierte an Geld, ist zum einen, dass es mehrere Funktionen erfüllt und zum anderen, dass es einerseits mit Wert zusammenhängt, andererseits nicht.

    Die eine wesentliche Funktion von Geld ist die als Zahlungs- oder Tauschmittel.
    Geld dient nur dazu, dass Waren und Dienstleistungen einfacher den Besitzer wechseln können.

    Am Anfang gab es den einfachen Tauschhandel. Kuh gegen drei Schafe, ein Schaf gegen vier Körbe.
    Problem1: es will nicht jeder, der ein Schaf verkaufen will, vier Körbe haben
    Problem2: dauern ein Schaf rumzuschleppen macht einen in der Birne blöd und ist aufwändig
    Problem3: da man immer Dinge gleichen Wertes tauschen will und bestimmte Dinge wie Kühe oder Häuser nicht teilen kann, muss man immer einen oder mehrere finden, mit denen man zusammen den Wert hinbekommt - auch das ist mühsam und aufwändig und eher ätzend

    Also suchte man nach Alternativen. Historisch waren Goldstücke, seltene Perlen oder Muscheln etc. verbreitet - diese hatten für sich selbst (das Material) Wert. Dann kamen Münzen auf - deren Gültigkeit hing von dem Verbreitungs- bzw. dem Herrschaftsgebiet ab. Aber auch da entsprach der Wert des Materials in etwa dem, was draufgeprägt war.

    Dann kamen irgendwann Wechsel auf. Ein Wechsel ist ein Schuldversprechen. Damit das auch ernst genommen wird, muss es Sanktionen geben, wenn jemand seinen Wechsel nicht wieder bezahlt. Das bedingt ein Rechtssystem. Das Rechts- bzw. Staatssystem war schon bei der Münze wichtig.

    Schließlich kam man drauf, dass wenn das mit den Wechseln funktioniert, man ja auch Papiergeld drucken kann. Wenn halt nur jemand (der Staat) garantiert, dass man gegen Geld wieder Gold bekommen kann. Das Papiergeld war der Repräsentant des Wertes - und eine Art Berechtigungsschein, das im Bedarfsfall auch wieder einlösen zu können.

    Deshalb waren bis zu der Bretton Woods Konferenz (wenn ich mich recht erinne Anfang des vorigen Jahrhunderts) die ausgegebenen Papiermengen noch mit den Goldreserven gedeckt.
    Danach nicht mehr.

    Letztlich ist das für das Geld als reines Tauschmittel auch egal. Wichtig ist, dass es keiner selbst herstellen kann (außer der Staat) und dass es alle akzepieren.

    Nun kommt die Sache mit dem Wert.
    Ich glaube, ich hatte das auch mal in einem anderen thread von Dir am Wickel - insofern mache ich es kurz.

    Menschliche Arbeitskraft in Verbindung mit den anderen Produktionsfaktoren schafft Werte. Sowas drückt sich beispielsweise in einem gestiegenen Bruttosozialprodukt aus. Dass ein Bruttosozialprodukt steigt, ist der Normalfall.

    Ich habe also wirtschaftliche betrachtet eine Investition in Geld (nennen wir es G), womit ich mir Arbeit und andere Produktionsfaktoren kaufe und was dann danach rauskommt hat einen höheren Wert (nennen wir es G´). G´ minus G wäre der Profit.

    Jetzt ist der Clou nun folgender: Nimm an, dass jemand auf diese Weise 1 Mio investiert und 200.000 € Profit macht, dann hat er eine Profitrate von 20%. Wenn der nun nicht selbst die 1 Mio hat, dann leiht er sich von anderen Geld aus. Die wollen aber auch einen Teil des Wertzuwachses haben.
    Und genau das ist die Grundlage vom Zins.

    Wenn das Leihen von Geld (=Zins) so teuer wäre, dass für den Investor nix mehr übrig bliebe, würde er sich halt kein Geld leihen. Wenn derjenige, welcher Geld verleiht, keine Verzinsung bekäme dafür, dass er es hergibt, würde er kein Geld verleihen.
    Zwischen diesen beiden Marken spielt sich alles ab.

    Die EZB legt den Zins fest, zu dem sich die Banken von ihm Geld borgen können. Dadurch beeinflußt er indirekt die Zinsen, die die Bank nimmt bzw. gewährt - da die halt noch mal was draufschlagen, denn der Bänker will ja nun auch einen dicken Bauch haben oder zumindest ein paar Peanuts.

    Im Prinzip ist es das.
    Ist das Geld nur Tauschmittel - also wenn Du 50 € für ne Hose ausgibst - ist das Geld auch nur 50 € wert und generiert keine Zinsen.
    Wenn Du aber jemand 50 € leihst, der es investiert, damit mehr dabei rauskommt, gibt er Dir Zinsen, damit Du ihm das Geld gibst. Diese Zinsen bedeuten dann einen Abzug von dem geschaffenen Wertzuwachs durch die Investition, also vom Profit. In diesem Verhältnis ist Geld kein Tauschmittel mehr, sondern Kapital.


    Was an den Filmchen schief ist, dass Zins keine Entwertung ist, sondern einfach der Preis zu dem man sich Geld leiht. Und das auf der Grundlage eines realen Wachstums wirklicher Güter. Und auf der Grundlage von Investitionen. Die eigentlich spannende Beziehung ist nur die zwischen Zins und Pofit.
    Die Einmischung der Staatsbanken mit der Festlegung der Leitzinsen ist der Versuch, Inflation und Deflation ein bißchen beeinflussen zu können.
    Dahinter steckt aber keine fiese Macht, die den Leuten über die Zinsen das Geld aus der Tasche zieht. Das macht der Staat ganz legal über die Steuern.


    x-Riff
     
  7. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 31.07.08   #7
    Richtig... es ist einigermaßen lächerlich, sich über ein paar Prozent Zinsen der Banken zu mockieren, während der Staat erheblich unverschämter am Geldfluss abzockt... das macht (weil sowohl die Lohn- ais auch die Ausgabenseite abgezockt wird) mittlerweile fast 50% aus.
     
  8. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 01.08.08   #8
    ehh ja darum gehts in meiner frage?!

    @matthias... sorry aber das ging völlig ander frage vorbei es ging nicht um werte sondern um geld und ja das kann man in gewisser hinsicht trennen... siehe riff...
     
  9. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 01.08.08   #9
    danke zunächst mal! n paar sachen sind noch nicht klar!

    Das Bruttosozialprodukt wird ja als "Geldmenge" angegeben XXX Euro
    Wie errechnet es sich?

    klar... :)


    auch klar...

    auch noch klar

    auch noch klar...

    auch wenn mir die terminologie im letzten satz etwas unklar ist glaube ich auch das nachvollzogen zu haben


    nee ab jetzt nicht mehr klar....

    denn meine frage ist nicht beantwortet:

    ob ich nun einen preis dafür zahle mir geld zu leihen ist nicht die frage... die frage ist: woher kommt das "mehr" was ich zurückzahlen muss...
    ist klar... von jemandem der mir den umsatz gebracht hat, den ich durch m eine investition mache....

    aber woher hatte dieser man das geld?... ich mein die kette kann man immer weiter führen es ändert nichts an der frage:


    nehmen wir mal dieses beispiel aus "wie funktioniert geld"

    10 meneschen haben jeweils 10€ und einer verleiht 5 von seinen 10€ und will dafür 6 wieder haben....

    egal was jetzt passiert, egal was produziert investiert verschoben oder sonstwas wird... es bleibt dabei: damit das system wieder ausgeglichen ist (also jeder schuldenfrei ist) MUSS irgendwo 1euro in form von Hartgeld (nehmen wir buchgeld aus der betrachtung mal raus ums anschaulicher zu lassen)

    dieser 1 physikalisch in formeiner münze nötige euro ist aber nicht da....



    @johannes du postest off-topic.... und wo warst du heut eigentlich hätte gerne mal hallo gesagt :D
     
  10. armyclonk

    armyclonk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #10
    ok, 10 menschen haben 10€.
    angenommen, einer von ihnen ist ausgebildeter bäcker. um brote zu backen braucht er ne menge zeug (mehl, schüßeln, wasser, hefe... was weiß ich, bin kein bäcker :D), das insgesamt 15€ kostet. er hat aber nur 10€.
    er geht also zu einem der anderen 9. der hat schon seine arbeitsmaterialien und kann auf 5€ verzichten. da er aber kein heiliger ist verleiht er sein geld nur, wenn er 6€ zurückbekommt.
    der bäcker ist einverstanden, der deal steht. er kauft sich seine materialien und legt los. 20 brote sind das ergebniss. da die menschen essen müssen sind sie schnell verkauft, für je 1€. der bäcker gibt die 6€ an seinen gläuberiger zurück und hat selber noch 14€.
    und da von den 10 leuten im idealfall jeder nen job hat wandert das geld von einem zum anderen und die waren, die sie herstellen wandern von einem zum anderen.
    und auch der wirt vom gasthaus ist teil dieses kreislaufes. er stellt zwar eigentlich nichts her, aber er bietet seinen platz und seinen service als "ware" an.
    genau wie die stadtwache, die zwar nichts fassbares produziert, aber für ein bisschen mehr sicherheitsgefühl der anderen sorgt, indem er wache steht/geht und dabei das risiko eingeht, dass er vielleicht mal körperlicher gewalt ausgesetzt ist.
     
  11. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.08   #11
    Hi EDE, nun kommen wir zum letzten Knoten.

    Rekapitulation:
    Die Investition von 10.000 € schafft (wenn alles klappt) einen zusätzlichen Wert von sage 2.000 € (wir bleiben bei unseren zwei Prozent).
    Dass er dann von diesen 2.000 € neu geschaffenem Wert sage 1.000 € dem abgibt, von dem er sich Geld geliehen hat und das er nun mit Zins zurückzahlt, ist gar nicht mehr Dein Problem.

    Deine Frage ist: wenn alles aufgeht, müssen doch, wenn es einen neuen Wert von 2.000 € gibt, auch irgendwo 2.000 € in Geld auftauchen, damit die Sache stimmt.
    Das stimmt nur, wenn man voraussetzt, dass hinter jedem Geldschein ein Wert gleichen Maßes steht.

    Das stimmt aber nicht mehr - siehe meine Anmerkung zu Bretton Woods.

    Das ist auch gar nicht nötig.
    Denn Geld als Tauschmittel kann ein Vielfaches an Waren in Bewegung bringen - deshalb braucht es für die reine Tauschfunktion gar kein "neues" Geld.l

    Beispiel:
    Ich habe einen 10 € - Schein. Damit kaufe ich an einem Tag x drei Bier. (Erster in Gang gesetzter Wert = 10 €)
    Der Wirt kauft bezahlt mit unter anderem meinem eingenommen Schein einen Lieferanten, von mir aus Brezeln. (Zweiter in Gang gesetzter Wert = 10 €).
    Der Brezelverkäufer zahlt mit diesem 10 € - Schein einen Teil seiner Miete. (Dritter in Gang gesetzter Wert = 10 €)
    Der Hausbesitzer bezahlt mit diesem eingenommenen 10 € - Schein einen Teil seiner Tankrechnung. (Vierter in Gang gesetzter Wert = 10 €)

    Das läßt sich nun beliebig fortführen und es ist prinzipiell egal, ob das an einem Tag passiert oder an mehreren.
    Wichtig ist, dass ein und derselbe 10 € - Schein in der Lage ist, Warenbewegungen zu ermögichen in einem Vielfachen seines eigenen Wertes. Weil das natürlich interessant ist und es sowas wie VWL gibt, gibt es dazu auch einen Begriff und eine Formel. Der Begriff heiißt Umschlaggeschwindigkeit des Geldes. Und die Formel der notwendig umlaufenden Geldmenge - oder anders herum: was eine vorhandene Geldmenge an Wert vermitteln kann ist das Produkt aus Gesamthöhe der Geldmenge mal den Umschlägen in einer bestimmten Zeitperiode.

    Weil es nun aber weder für den Wertzuwachs (gestiegenes Bruttoinlandsprodukt oder ähnlich Bruttosozialprodukt) noch für die Vermittlung der Waren eine exakt gleiche Menge Geldes braucht - deshalb kommt es, dass beides stattfinden kann, ohne dass irgendwo jemand sitzt, der den Wertzuwachs mißt und dann einem anderen zuruft: Druck mal schnell 1 Mio neue EURO-Scheine - das Bruttosozialprodukt ist wieder gestiegen ...

    x-Riff
     
  12. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 01.08.08   #12
    Ich habe zZt leider sowohl im Job als auch privat viel zu viel zu tun. Ich war kurz im Workshop, wollte den aber auch nicht stören...

    on topic:


    Die Lösung für Dein "Paradoxon" ist doch sehr einfach: Der eine Euro entsteht durch Arbeit. Geld(wert) entsteht prinzipiell durch das finden von (Boden)Schätzen oder durch Arbeit.

    Wenn ich also von meinem Ausgangsgeld in Deinem Beispiel einem Bauern welches leihe, damit dieser einen Pflug kaufen kann, wird er erheblich mehr produzieren und kann normalerweise mit Leichtigkeit meine Zins- und Tilgungsforderung bezahlen.

    Es wird ja nicht nur eine feststehende Geldmenge hin- und hergeschoben, sondern es werden ständig neue Werte produziert, und natürlich auch welche verbraucht.
     
  13. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 01.08.08   #13
    aber in dem ganzen prozess wird kein neues GELD produziert und was du als zinsen zahlst ist GELD nicht "wert"....

    zu riff antworte ich später... danke auf jeden fall schonmal...
     
  14. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.08   #14
    Neues Geld braucht nicht produziert zu werden, da der neu entstandene Wert auch ohne neues Geld getauscht werden kann und weil die Geldmenge nicht der Wertmenge entsprechen muss.
     
  15. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 01.08.08   #15
    aber das kann man doch nicht na belieben fortsetzen?!
     
  16. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Nein - ein verantwortungsvoller Staat kann, soll und muss mehr Banknoten drucken, wenn die Summe der "gefundenen" und "geschaffenen" Werte steigt (Deflation). Allzugerne drucken Regierungen aber leider Geld, ohne dass dies einer Steigerung der Werte entspräche...

    Naja, darüber kann man streiten. Wenn mir das Leihen von Geld zu teuer ist, dann leihe ich keines. Der Verleiher von Gld muss seinen Tretbooten... und noch mal, wenn ich ca 5% Zinsen p.a. bezahle ist das lächerlich gegenüber ca. 50% Steuern & Abgaben.
     
  17. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 03.08.08   #17
    Richtig, das ist mein problem!

    Also gibt es eine stelle an der Geld erfunden wird, das es nicht gibt...
    Wer macht das und mit welchem "recht"? denn ICH persönlich habe zunächst mal nichts davon...

    Hä?! ja na und?! also das wirkte jetzt irgendwie banal... oder ich habs nicht verstanden...


    heißt aber: das system geht nicht auf.... wenn man es mal versuchen würde...

    oder adners gesagt: deshalb ist es möglich, dass theoretisch eine ganze VWL leergekauft werden kann, nämlich wenn bspw. ein staat anfängt banknoten zu kaufen...

    gabs da nicht mal gerüchte mit china und dollar?
     
  18. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.08.08   #18
    Hi EDE,

    das was Du banal nennst - und als Vorgang ist er ja wirklich recht einfach - bedeutet einfach nur, dass die Realwirtschaft und die Finanzwirtschaft nicht deckungsgleich sind und auch nicht sein zu brauchen.

    Deshalb kann Deine Rechngung: für jeden neu geschaffenen Wert muss es einen neuen EURO geben, nicht auf gehen. Es muss auch gar keine solche Rechnung geben.
    Was man sagen kann, ist dass es zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Wirtschaft eine Menge an Werten gibt, die sich in einer bestimmten Geldmenge ausdrücken läßt. Es muss aber diese Geldmenge in EURO nicht geben. Letztlich ist aber auch diese Menge an Werten insofern fiktiv, als es auf Annahmen beruht. Nämlich auf der Annahme, dass die Waren, wenn man sie zu einem bestimmten Zeitpunkt verkaufen würde, sie einen bestimmten Marktwert hätten - also dass Ihr Wert auch realisiert werden könnte. Das ist letztlich eine Fiktion, die so lange funktioniert, wie die Annahme geteilt wird.

    Das siehst Du dann an den Aktienmärkten und dem was letztlich mit den Hypotheken auf die Immobilien in den USA passierte. Die wurden lange Zeit akzeptiert und fungierten als eine Möglichkeit, für neue Kredite als Sicherheit zu operieren.
    Solange das alle akzeptieren und so lange der Markt das hergibt, funktioniert das.
    Wenn es Anzeichen gibt, dass diese Immobilien am Markt diesen Wert nicht mehr realisieren können, müssen die Sicherheiten korrigiert werden - was letztlich in Bezug auf die vorher verbuchten Sicherheiten und der in der Folge ausgegebenen Kredite bedeutet, dass Ihr Wert nun sinkt. Das negative ist, dass der Wert tatsächlich sinkt (bzw. auf den gesunkenen Marktwert reduziert wird). Das positive ist, dass eben keiner hingeht, und in dem Maße EURO-Scheine vernichten muss. Eben weil Real- und Finanzwirtschaft zu einem großen Teil entkoppelt sind.

    Ein weiteres Beispiel sind Aktien. Du kaufst Aktien und damit übernimmst Du Anteilsscheine eines Unternehmens. Dieser Anteilsschein repräsentiert zum einen einen bestimmten Wert - der beispielsweise in Produktionsanlagen besteht. Dieser Anteilsschein repräsentiert aber vor allem auch eine bestimmte Erwartung: dass sich nämlich dieses Unternehmen in recht kurzer Zeit positiv entwickeln wird, weshalb zum einen deren Gewinne steigen, was sich in gestiegenen Dividenden auf diese Aktie (G zu G´ = hoher Anteil am geschaffenen Wert = Profit) ausdrücken wird. Zum anderen werden diese Aktien begehrt, was direkt deren Wert steigert.

    Ob das so passiert - das kann zum Zeitpunkt des Kaufs keiner sagen.
    Wichtig ist, dass so ein Run auf die Aktien mit Folge einer Aktiensteigerung, die nichts anderes ist als eine Wertsteigerung der Aktie, passieren kann, ohne dass real die Werte der Realwirtschaft - in unserem Beispiel die Produktionsanlagen erweitert wurden oder gestiegen sind.

    Auch diese Bewegungen müssen nicht synchronisiert werden mit der Schaffung neuer EURO-Scheine. Das ist völlig unnötig.