Wie erkenn ich richtig gutes Holz ?

von ginod, 01.04.06.

  1. ginod

    ginod Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.04.06   #1
    Hi nehmen wir mal an ich kaufe eine Gitarre bei einem Hersteller der große Qualitätsschwankungen hat bei seinen Gitarren. Nun möchte ich aber schauen, ob der Hersteller gutes Holz für die Gitarre genommen hat. Woran kann man gutes Holz erkennen (außer am Klang, da kann ja vieles mitspielen). Muss man dafür gleich Tonabnehmer abschrauben und Holzproben ans Labor schicken ? ( *lol* kleiner Scherz* )
     
  2. ragara

    ragara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.06   #2
    Tja...

    das mit dem Labor wird dir nicht weiterhelfen. Was ist überhaupt "gutes Holz"? Letztenendes ist entscheidend, dass es sich um ausreichend abgelagertes und trockenes Holz handelt. USA-, Japan-, Europa-made-Gitarren verwenden fast durchweg abgelagertes Holz, da es dort einen nachhaltigen Waldbau gibt. Nachhaltig heißt: was geholzt wird, wird auch wieder gepflanzt. Kreislauf eben und Kreislauf hat Zeit. China, Korea u.ä., die sich einen Scheiß um die Umwelt kümmern, die holzen ab, trocknen künstlich und fertig. Da zählt allein die Masse und der schnelle Umsatz.
    Am Klang allein wirst du das kaum feststellen, weil es soviel unterschiedliche Klanghölzer gibt, die sich kaum vergleichen lassen. Aber einiges kannst du doch tun, um etwas über die Holzqualität zu erfahren:

    1. Sicherstellen - durch Fragen, Gucken, mal die Plastiks abschrauben -, dass es sich um Massivholz und nicht um schichtverleimtes Material handelt. Aus mehr als 2-3 Teilen sollte der Korpus auch nicht bestehen.

    2. Vor allem das Instrument mal trocken, also ohne Amp anspielen. Ruhig mal das Ohr auf den Korpus legen und hören, wie sich der Klang unplugged verhält. Wie lange bleibt ein Ton stehen (Sustain), wie klingt das Teil unverstärkt überhaupt (dumpf, mittig, percussiv....) Wie ist das Ansprechverhalten usw.

    Probiere das mal mit den unterschiedlichsten Gitarren aus und du wirst ein Empfinden dafür bekommen, wie es um die Qualität des verwendeten Holzes bestellt ist.

    Gruß und Munterbleiben
     
  3. ginod

    ginod Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.04.06   #3
    danke dein Post hat mir sehr weiter geholfen.
     
  4. Korgun

    Korgun Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.06   #4
    Außerdem, kommt es nicht darauf an, ob das Holz nun so und so gut ist( was einfach nur total subjektiv ist) sondern einfach, dass es gut klingt. Ich würde auch mit ner Klampfe aus Pressspahn spielen, wenn ich empfinden würde, dass es gut klingt.
     
  5. ragara

    ragara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.06   #5
    sach ich ja, es kommt auf das Ohr an. Die Schönheit liegt im Auge (im Ohre) des Betrachters (Hörers)!
     
  6. ginod

    ginod Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.04.06   #6
    ja aber nehmen wir mal an die Gitarre klingt billig weil scheiss PUS drin sind. Aber man kann ja PUs aufrüsten und dann köntne sie ja gut klingen, wenn das Holz gut ist
     
  7. History

    History HCA-Gitarrengeschichte HCA

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    Erstellt: 02.04.06   #7
    wär sinnlos, der Tonabnehmer überträgt nur, was er vom Holz bekommt, normalerweise baut auch kein Hersteller gutes Holz um einen billigen PU herum.
    ..ein mieser Sänger wird durch ein Neumann ja auch nicht zum Caruso;)
    übrigens.....
    Sehr gut, der Beitrag von Ragara, ist eigentlich schon alles gesagt:great:
     
  8. Moerk

    Moerk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.06   #8
    Viel wichtiger ist es eigentlich, dass die Gitarre gut gebaut ist. Besonders wichtig ist z.B. wie gut der als mit dem Körper verbunden ist.

    Kennt jemand Danelectrogitarren? Sind aus MDF und Plastik gebaut und um die Tonabnehmer sind Lippenstifthülsen gemacht. Kosten unter 200 Euro, aber klingen einfach nur geil, wenn man damit klar kommt. Hört euch mal Billy Gibbons an...
     
  9. MAI

    MAI HCA Gitarren/Amps HCA

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    Erstellt: 02.04.06   #9
    Am Beispiel Mahagoni kann ich mal sagen, daß eng und gleichmäßig gemasertes Mahagoni gute Voraussetzungen für einen guten Klang bietet. Wichtig ist dann allerdings auch die ausreichende Trocknung und Lagerung des Holzes.
    Schau dir mal im Laden die Rückseite von hochpreisigen Gibson Les Paul ( am Besten Custom Shop Modelle ) an. Da ist das Mahagoni meist sehr dicht, gleichmäßig und engmaserig gewachsen. Bei den Classic und Standard Modellen merkt man dann schon mal, daß die Maserung recht auseinanderläuft. Jetzt kann man dadurch zwar nicht pauschal auf die Klangqualität schließen, aber es ist schon mal ein guter Hinweis auf die Qualität.
     
  10. History

    History HCA-Gitarrengeschichte HCA

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    Erstellt: 02.04.06   #10
    ja, aber nur, weil die zum größten Teil hohl sind. Wär der Body massiv aus Masonite, hörte sich das ganz anders an;)
     
  11. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.04.06   #11
    Billige PUs matschen v.a., evtl pfeifen sie schneller etc.

    Schlechtes Holz erkennt man eher an ausgeprägten Resonanzschwächen. Oder generell an Schwächen auf den hohen Bünden (am 22. nen sauberen Ton, der nicht "plink" sondern schön "plingggggg" macht, wäre ein gutes Zeichen ;)).

    Einfach ist das aber nicht.

    Dazu kommen persönliche Vorlieben. Wer schlank mag, findet einen fetten Ton scheisse......und schiebt es auf die Qualität. Dabei hat er einfach nur die falsche Gitarre erwischt. Wer auf Monstertrucks steht, findet nen Jaguar auch scheisse. Aber deswegen ist der Jaguar nicht schlecht...

    Bei PUs gilt übrigens dasselbe. Wer nen fetten HB-Sound will und auf seiner Klampfe dünne Stock-SCs in Duncan Invaders tauscht, sagt dann schnell hinterher "wow, Duncans sind aber gut". dabei ist nicht der Duncan einfach gut, sondern es ist exakt der PU mit dieser Übertragungscharakteristik, den der Betreffende für gut empfindet. Einen Duncan Vintage-SC würde er evtl. nicht als gut empfinden.

    Dann ist Wissen natürlich Ohnmacht. Wer weiss, dass die Gitarre aus Pappe ist, hört anders als der, der es nicht weiss. So manch einer war jahrelang zufrieden, aber nachdem er erfahren hat, dass seine Gitarre anders aufgebaut ist, als er dachte, klang die dann auf einmal scheisse. Völliger Unisnn, aber ein Phänomen, das auch bei Lebensmitteln auftritt. Jahrelang schmeckte der Whisky gut, aber nachdem durch die neue EU-Verordnung draufstehen muss, wenn Zuckerkulör zur Färbung drin ist, schmeckt er auf einmal nicht mehr. Obwohl das Zeug schon immer drin war und keiner es rausgeschmeckt hat........

    Naja...undsoweiter.

    Spielen, hören, entscheiden. Völlig egal, wer die Klampfe gebaut hat, was drin ist, was andere sagen.
     
  12. -Sl4vE-

    -Sl4vE- Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.06   #12
    tja.
    die psychologie spielt halt auch da (wie bei allem) eine rolle.

    und die moral von der geschicht´: gucke in das e-fach nicht! :D
     
  13. Atrowurst

    Atrowurst Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.06   #13
    Pu's hin oder her. Ich entscheide rein am unverstaerkten Klang ob mir der Sound einer Klampfe gefaellt oder nicht.
    Ist die Klampfe angestoepselt, kommen so viele soundveraendernde Faktoren dazu, dass es schwer wird den eigentlichen Sound der Gitarre auszumachen. Wenns schon verstaerkt sein muss, dann nur auf meinem Amp, Clean, alle Potis auf 12 Uhr

    Nur um die Qualitaet des Materials und der Verarbeitung zu testen braucht man imho keinen Amp. Der unverstaerkte Ton sagt da am meisten aus.
     
  14. ragara

    ragara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.06   #14
    ich verneige mich in dankbarer Demut! ;)
     
  15. RokhA

    RokhA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.06   #15
    Zitat ragara: " USA-, Japan-, Europa-made-Gitarren verwenden fast durchweg abgelagertes Holz, da es dort einen nachhaltigen Waldbau gibt. Nachhaltig heißt: was geholzt wird, wird auch wieder gepflanzt. Kreislauf eben und Kreislauf hat Zeit. China, Korea u.ä., die sich einen Scheiß um die Umwelt kümmern, die holzen ab, trocknen künstlich und fertig. Da zählt allein die Masse und der schnelle Umsatz."

    Ist ein bisschen zu pauschal. Denkst Du etwa, überall wird nur das örtlich vorkommende Holz verwendet? Falsch!

    Sowohl in Nordamerika, Europa und Asien wird (auch) Holz importiert. Da gibt es große internationale Holzbörsen , an den das Holz verkauft wird. Länger gelagertes Holz ist meistens teurer, weshalb es bei billigen Gitarren wohl weniger verwendet werden dürfte.

    Aber allein aus dem Produktionsort der Gitarre auf die Holzqualität zu schließen, ist Quatsch.
     
  16. ragara

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    Erstellt: 05.04.06   #16
    hey RokhA,

    kannst du eigentlich lesen? Wenn ja, dann tue es noch einmal.
    Hab ich irgendwo geschrieben, dass Mahagoni in Nordamerika wächst, oder dass die ausschließlich US-Hölzer verwenden? Hab ich mit einem Satz erwähnt, dass es da ein ehernes Gesetz gibt? Wenn ich das "fast" benutze, dann ist das auch so gemeint.
    Im Grunde bestätigst du doch alles, was ich schreibe.

    Was für ein Quatsch :screwy:
     
  17. tele

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    Erstellt: 05.04.06   #17
    da ist schon was dran, vor allem mahagoni wächst ja nicht in nordamerika und europa(erle, ahorn und esche schon und darum sind sie auch billiger). das wird aus mittel und südamerika importiert und viele länder dort sind ja nicht gerade für nachhaltige holzwirtschaft bekannt sondern für das genaue gegenteil.
    palisander und ebenholz, die für griffbretter verwendet werden, sind tropenhölzer, und in diesem bereich wird am aller-unnachhaltigsten gewirtschaftet. die diversen "siegel" der holzwirtschaft bezüglich "sanftem" abbau von tropenhölzern sind ja als klarer schwindel entlarvt worden.
    dessen sollte man sich als gitarrespieler schon bewusst sein.
     
  18. RokhA

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    Erstellt: 05.04.06   #18
    "Die" holzen nicht selbst ab, sondern kaufen auf internationalen Holzbörsen, dass was sie brauchen. Ich finde Deine Aussage weiterhin zu pauschal und so nicht richtig.

    Deinen Ton solltest Du auch mal überdenken. Erst falsche Behauptungen aufstellen und dann beleidigen, so gehts nicht.:screwy:
     
  19. Moore

    Moore Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.06   #19
    Wobei da schon was dran ist, die denken wirklich nur an den Profit. Auch wenn sie nicht selbst abholzen. Oder warum kosten asiatische Gitarren nix?!

    Nimm doch mal nen einfachen Vergleich. Squire <-> Fender

    Ich würde alles dafür geben, mal auf einer US Jag zu spielen. Mein Geldbeutel ließ aber nur die JAP zu. Hab an der Jaguar rumgefräst und bemerkt was die eigentlich fürn beschissenes Holz für den Korpus genommen haben. (Beim Hals wirds wohl nicht anders sein)... Naja, das Holz würde ich alles andere als "massiv" bezeichnen.

    Tipp an den Topicersteller: Auf den Preis zu achten hilft auch um die Qualität der Gitarre zu bestimmen ;)
     
  20. RokhA

    RokhA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.06   #20
    An Profit denken müssen wohl alle Gitarrenhersteller, ob nun aus Europa, Asien oder Nordamerika kommend, sonst gehen sie pleite. Mach dir da nichts vor. Niemand baut aus Edelmut Gitarren, alle wollen verkaufen.

    Die Frage des Threads war, wie man die Holzqualität eines Instruments erkennen kann.
    Ich habe dann etwas gegen die darauf hin erhobene Behauptung eines Users, am Produktionsort eines Instruments liesse sich die Holzqualität erkennen, gesagt weil die Behauptung falsch ist.

    Und Fender Japan sind nicht schlechter als US-Fender, kosten nur weniger. Schätz mal, warum Du in Europa und USA fast keine neuen Japan Fender kaufen kannst, obwohl die hier reissenden Absatz finden würden? Weil dann niemand mehr MexFender kaufen würde und auch die US-Fender deutliche Einbrüche in den Verkaufszahlen zeigen würden.

    Ich habe eine Japan Jazzmaster, die ist wirklich klasse. Was meinst du mit "beschissenes Holz"?
     
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