Die erste Antwort von
@Burkie hat es bereits auf den Punkt gebracht, was die Basswiedergabe angeht.
meinen mixes wird immer nachgesagt:
- zu laut
- zu dicht
- wenig dynamik
Meiner Meinung nach kanns in dem Genre indem du dich bewegst nicht genügend dicht sein

Von da her kann man das als Kompliment ansehen, oder aber einfach als Aussage eines Laien. Was jetzt nicht bedeutet, dass der Eindruck eines Laien falsch ist. Oft kann er es einfach nicht richtig einornden/benennen, was er hört. Was heisst das jetzt?

Ich denke wenn ein Laie von "zu wenig Dynamik" spricht, dann meint er meistens, dass es flach klingt. Was subjektiv ist. Sprich: Die Transienten sind zu wenig rausgearbeitet und Obertöne werden vermisst. Was den Mix subjektiv als Flach klingen lässt, was der Dynamik-Analizer jedoch nicht zwingend so bestätigt.
Klingt jetzt etwas widersprüchlich. Wenn man die Transienten rausarbeitet, wirds doch dynamischer? Nicht zwingend.
Gutes Beispiel sind die Drums. Wenn du dir die unbearbeitete Wellenform zB einer Snare anschaust, ist die Transiente im normalfall leiser, als paar Millisekunden nach der Transiente, wenn das Fell so richtig zu schwingen beginnt, ist meistens etwas lauter.
Wenn du mit dem Kompressor die Transiente stehen lässt (ca 20ms Attacktime), greift dieser erst nach der Transiente, genau auf das Einschwingen des Fells ein, wo die Amplitude am grössten ist. Damits laut bleibt, soll der Kompressor jedoch innhalb nullkommanix wieder öffnen. (möglichst Null Releasetime, sofern keine Knackser entstehen, ansonsten Release minimal erhöhen. bereits bei 1ms Releasetime, sollten keine Knackser mehr entstehen. Je nach Kompressor halt).
Der Kompressor nimmt also nur ein ganz kurzen Dip kurz nach der Transiente raus, und öffnet dann sofort wieder. Die Dynamik wird eingeschränkt, UND die Tranisente vom Ausschwingen abgesetzt, was sie besser hörbar macht. Das klingt subjektiv dynamischer, obwohl die Dynamik eingeschränkt wurde. (Gerne mehrere Kompressoren in Serie. Warum? Wenn ein einziger Kompressor zB 10dB runterregelt, dauerts eine ganze Weile bis der wieder vollständig öffnet, auch wenn die Releasetime kurz gewählt ist. Man muss ja tiefer in den Treshold fahren, und "erwischt" damit automatisch eine längere Dauer des Snareschlags. Zwei Kompressoren in Serie, Treshold höher angesetzt, die jeweils nur 5dB runterregeln, öffnen schneller vollständig.)
Unser Gehör macht vermutlich ziemlich das Gleiche wie der Kompressor wie oben beschrieben, wenn ein Snareschlag mit 110dB auf das Trommelfell einwirkt. Ich bin jetzt kein Fachmann was das Gehör angeht, aber ich meine gehört zu haben, dass sich bei zu hohen Pegeln der "Steigbügel" im Gehör aktiviert um das Gehör zu schützen. Welcher vermutlich halt etwa 20ms Reaktionszeit benötigt. Wenn du also massive Mixe erzeugen willst, versuch dem Gehör mit dem Kompressor vorzugaukeln, dass es sich im Pegelbereich von "Hilfe, ich muss mich selbst schützen" bewegt, auch wenn der Mix leise angehört wird, lange bevor sich das Gehör zu schützen beginnt. (Dazu solltest du deine Abhöre beim Mischen nicht zu laut eingestellt haben. Im Gegenteil, ich finde wenn ich sehr leise mische habe ich eine bessere Wahrnehmung, was das eben Beschiebene angeht. Ich kann dann klar unterscheiden ob die empfundene Lautheit auf mein Gehör, oder auf den Mix zurückzuführen ist.)
Weiters kannst du Transienten auch mit dem EQ, und/oder Verzerrungen in den oberen Mitten rausarbeiten, was die Dynamik nicht sonderlich erhöhen wird, die Transiente jedoch besser wahrgenommen werden kann.
Was mir in deinen Mixen bereits aufgefallen ist, ist der breite Gesang, was das Stereobild angeht. Das ist wohl ein Stilmittel, und Geschmacksache. Mal abgesehen davon, kann man sich auf ein solch breites Stereobild schlecht fokussieren. Der Gesang ist nicht "ortbar", da er sich automatisch unter die Gitarren mischt. Ein Laie würde dazu vermutlich auch sagen: "Zu dicht, zu flach". Was mMn aber dann mehr an der Fokussierung liegt, dass man den Gesang schlecht orten kann, und somit für den Zuhörer nicht "greifbar" ist.
Ich denk da sind Menschen sehr unterschiedlich. Ich mag Mixe die fett und massiv klingen. Kann dich daher gut verstehen. Musste jedoch schon oft die Erfahrung machen, dass viele Menschen den Fokus voll auf den Gesang legen, und "der Rest vom Mix" weitgehend unbeachtet bleibt, oder zumindest nur unterbewusst zum Gesamtbild beiträgt.
das läßt mich vermuten, daß wahrscheinlich auf keinem gerät probleme auftreten würden?
Das würde ich so nicht unterschreiben, wenn die Abhöre selbst das Problem ist. Zb mein Philips Bildschirm. Der hat Lautsprecher verbaut, da tut jeder Mix weh in den Ohren

Auf solche Abhören, sollte der Mischer keine Rücksicht nehmen, das ist die Sache des Konsumenten, sich eine halbwegs brauchbare Abhöre zu besorgen.