Wie schreibt man mehrstimmige [E-]Gitarrensätze?

von Scorcho, 12.09.05.

  1. Scorcho

    Scorcho Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.05   #1
    Hallo zusammen,

    Habe schon etwas an diesem Thema rumgetüftelt, würd mich aber gern mit eurer Hilfe "weiterbilden" bzw. schauen ob ich die Grundsätze für mehrstimmiges Spielen verstanden habe. Ich möchte nämlich mit mehrstimmigen Gitarrensätzen experimentieren, wie sie bspw. oft bei Metalsoli verwendet werden, in denen es dann so einen richtig fetten "choralen" Ton gibt.
    Wenn ich es richtig verstanden habe funktioniert das ganze folgendermaßen:

    Ich nehme die Grundstimme (für dieses Beispiel einfach mal G Pentatonik-Dur vom Grundton bis hin zur Oktave) - das wäre dann:
    G - A - H - D - E - G
    Als zweite Stimme kommt nun die Quinte hin zu und man bleibt in der Tonleiter, also:
    D - E - G - A - H - D

    Zuerst die wichtigste Frage: Stimmt das ganze so weit? :confused: :D
    Als zweite Frage: Was kann als 3. Stimme verwendet werden bzw. was wird für gewöhnlich in dieser Stilrichtung verwendet? Tonleiter ab der Oktave? Oder ab der Quarte? (Nagut, Quarte in Pentatonik wird etwas schwer ;) )
    Oder hängt das letztendlich mit der Tonleiter/Stilrichtung zusammen? Falls dem so ist, würd ich mich freuen falls ihr Infos posten könnt wie man mehrstimmig in verschiedenen Stilrichtung spielen kann (bspw. Blues, Metal)

    Vielen Dank schonmal für eure Infos! Ich denke mal dass es hier irgendwo im Forum schon die Antwort auf meine Frage geben wird... aber ich habe sie nach längerem Suchen nicht finden können - also bitte nicht böse sein falls ich der 10. bin, der diese Frage stellt :rolleyes:
     
  2. hunter

    hunter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.05   #2
    Das ist so schon richtig ... ansonsten ist es eine Sache des Geschmacks , ob man die Hauptmelodie mit einem beliebigen Intervall nach oben oder nach unten ergänzt.

    Eine dritte Stimme kommt nur sehr selten vor (jedenfalls bei Metal) und man muß schauen ob es dann nicht zu sehr nach Akkorden klingt, in meinen Ohren klingt es manchmal nicht so gut.

    Für Metal bieten sich meißten Terzen mit MollTonleiter an...

    Als Beispiele schau Dir am besten Maiden, Metallica, Helloween an ...
     
  3. reiserso

    reiserso Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.05   #3
    Hi, ich habe mich mal etwas mit Mehrstimmigkeit befasst,eher theoretisch, weiss auch nicht genau, für welche Musikrichtung es speziell welche Regel gibt.Generelle Regeln sind:

    -Grundintervalle für Mehrstimmigkeit sind Terz und Sexte, wobei dabei eher Subterzen und Subsexten verwandt werden,(terz runter). Du kannst bei einer 2.stimme Terzen und Sexten gemeinsam verwenden, musst nicht die ganze Stimme nur Terzen oder nur Sexten verwenden.Verwendet werden meist (immer?) grosse Terzen und Sexten.,

    -Dezime (Subterz unter Oktave) soll sich gut eignen als Stimme

    -um eine Melodie markant zu gestalten, bieten sich Oktaven als Stimme an

    - Quinten und Quarten als Stimmen vermittel eher einen fernöstlichen Flair

    - Stimmen mit Spannungstönen sollten nicht auf einem betonten Taktteil liegen

    -Die Mehrstimmigkeit muss auf den betonten Taktteilen mit den Begleitakkorden übereinstimmen.

    Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen, es sind eherallgemeine Regeln, aber vielleicht kannst Du sie ja auf Deine Musikrichtung anwenden
     
  4. joergen

    joergen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.09.05   #4
    hi und ho,

    du bist eigentlich schon auf dem richtigen weg, alles weitere ist ansichtssache denke ich.

    ansichten:

    welches intervall du verdoppelst ist im grunde gleich. ich würde sogar die dissonanzen in betracht ziehen. es ist nicht verboten eine stimme in sekunden zu doppeln.

    außer im falle der oktave sollte man wohl unterscheiden zwischen realer und tonaler verdoppelung. wenn du tonal verdoppelst, verdoppelst du nur mit leitereigenen tönen, verdoppelst du real, so behälst du ein intervall bei, egal ob leiterfremde töne kommen oder nicht. eine real parallelgeführte große terz ist übrigens ein sehr einfaches beispiel für bitonalität. für ungünstig halte ich die tonale verdoppelung von quinten und quarten, da Dur und moll-Tonleitern immer eine verminderte quint mitliefern. das könnte etwas out of place sein.

    sehr häufig sieht man im jazz parallelgeführte oktaven. tonal geführte terzen und sexten sind usus. dafür, die zweite stimme bei tonaler verdoppelung einer melodiestimme darunterzupacken, spricht wohl, dass man die außenstimmen des satzes unangetastet lässt. sei dir bewusst, dass der klangstärkere anteil beim terzintervall auf dem unteren ton liegt und bei der sexte auf dem oberen.

    reale parallelgeführte stimmen sind eher klangfarben als eigenständige stimmen, von denen man eigenständige führung erwarten würde. mach dir also wegen möglichen querständen mit anderen stimmen keine platte!

    zwei oder gar dreistimmige reale parallelstimmen sind auf der gitarre ungleich schwieriger zu spielen als einstimmige melodien. wenn du über reale verdoppelung einer stimme nachdenkst, empfehle ich stark einen pitch-shift-effekt mit in betracht zu ziehen, der dir die arbeit abnimmt.

    weiter fällt mir im moment nichts ein.
     
  5. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.09.05   #5
    also,
    an sich ist es richtig. Das kannst du aber mit powerchords spielen, da die nichts anderes sind als quinte und grundton. Wenn du einen mehrstimmigen satz schreiben willst, dann denke ich mal das du mehrere eigenständige Melodien haben willst. Da sind quint parallelen nicht so angebracht. Wenn du das ernsthaft machen willst würde ich mich an deiner Stelle mal mit Kontrapunkt beschäftigen.
     
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