Wie sollte bei einem Musik-Wettbewerb gewählt werden?

von Phili, 23.02.05.

  1. Phili

    Phili Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.02.05   #1
    Hi, da ich aus aktuellem Anlass mit dieser Frage konfrontiert bin (https://www.musiker-board.de/vb/showpost.php?p=590190&postcount=53), würden mich eure Alternativen und Vorschläge interessieren. Was ist der fairste Weg, um die objektiv beste Band herauszufinden?
    Ist es mit einem einfachen Voting schon getan?
    Sollte man die Stimme genau zwischen einer Jury und einem Voting teilen?
    Oder ist es gar am besten, wenn nur eine Jury wählt? Kann diese unabhängig sein?
    Habt ihr vielleicht ganz andere Vorschläge?
    Vielleicht zeigt ihr mir ja noch Wege, auf die ich selbst noch gar nicht kam. Ich werde versuchen, gute Vorschläge in der Musikszene in meiner Stadt einzubringen, denn letztlich leidet unter schlechten Contests der Ruf der gesamten Musikerschaft einer Stadt.
     
  2. scabdooBA

    scabdooBA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.05   #2
    also ich finde dass man komplett ohne jury die bands bewerten sollte. die jury sind\besteht auch nur aus menschen und ein persönlicher geschmack fällt da immer mitein.

    nun ist hald die große fragewer bei so einem contest zuhört, folglich dann auch abstimmt....
    wird es über fernsehen übertragen werden natürlich all die teenies ans telefon stürmen und es wird die band gewinnen, die die bestaussehensden member hat.
    ist diese contest aber in einer beliebigen stadt und wird auch ausgeschrieben, kann man davon ausgehen, dass hauptsächlich leute kommen, die 1. an musik interesiert sind und 2. sich somit auch relativ gut mit musik auskennen..

    sind es genug leute fallen die wenigen leute, die sich nicht mit musik auskennen nicht mehr so stark ins gewicht.


    so
    das wär jetzt meine theorie.
    was ich noch sagen will ist dass meiner meinung eine band technisch noch so gut sein kann usw... aber wenn sie das publikum nicht anspricht nützt ihr das alles nichst.
    drarum finde ich die variante mit einer jury eher schlecht..
    mh vielleicht sollte die band noch incognito spielen, dass man wirlklich nur die musik betrachtet ....mh.... wobei ja die mimik usw imho auch wichtig ist...
    naja
    mal noch ne nacht darüber schlafen
    vielleivht fällt mir ja noch was besseres ein..
     
  3. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 23.02.05   #3
    Ich würde ne Jury auf eine Art fairer finden, allerdings muss oder kann sie ja nicht den Musikgeschmack der großen Masse reflektieren, aber sie wissen vielleicht, worauf es ankommt, weil sie was von Musik verstehen. Bei Votings ist es auch so eine Sache, hat ne Band viele Freunde und Bekannte, die einfach mal für sie stimmen, weil se die kennen, aber nicht unbedingt wissen, was gute Musik ausmacht, kann es auch ein verfälschtes Bild darstellen.

    Sei nicht traurig, dass es nicht geklappt hat[​IMG], die nächste Gelegenheit kommt sicher. Viele mussten erst im Untergrund umherdümpeln, bis sie dann den großen Clou gelandet haben.
     
  4. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.02.05   #4
    Das wäre natürlich ein optimales Prinzip. Leider sieht das auf kleiner Ebene halt oft anders aus.
    Dass eine Jury von sich auf andere schließt und deren Musikgeschmack zu definieren versucht, ist natürlich auch nicht optimal.
     
  5. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.02.05   #5
    Danke Antje, traurig sind wir eigentlich auch nicht so sehr. Wir sind eher schockiert und auch etwas amüsiert. Am liebsten hätten wir unter den anderen jetzigen Bands mitgespielt, alles weggerockt und danach hätten wir natürlich auch keine Chance gehabt. Aber jeder im Raum hätte in sich gefühlt, dass da etwas schief gelaufen ist und vielleicht auch etwas für die Entscheidung geschämt. Wäre sicher ein Spaß gewesen.
     
  6. Newsted

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    Erstellt: 23.02.05   #6
    Bei unserem lokalen Rockpreis gab es ähnliche Probleme, da in der ersten Runde nur die Zuschauerstimmen entschieden haben - sprich, wer die meisten zum Kommen animieren konnte, hat gewonnen. Gab ähnliche Diskussionen über den Sinn so einer Wahl, da wäre eine Jury angebrachter gewesen imo...
     
  7. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 23.02.05   #7
    Ich habe früher schon öfter mal mit einer anderen Band bei so kleinen Contests mitgemacht und was mich daran am meisten gestört hat war die Tatsache, dass nach dem Auftritt ihrer Lieblinge, alle Kiddies mit ihnen gemeinsam den Raum verlassen haben, um draußen weiter zu feiern. Da standen dann plötzlich bei der nächsten Band statt 90 nur noch 20 Personen vor der Bühne :rolleyes: .
     
  8. Bleecker Street Boogie

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    Erstellt: 23.02.05   #8
    Die einzig wahre Lösung ist, man ließe einen Computer auswerten. Technik, Arrangement, Fluss, tonale Fehlerfreiheit, halt sowas. Damit hätte man alle Emotion aus der Bewertung und das wäre eine recht faire Bewertung. Musikalische Misgeburten geistiger Umnachtung gepaart mit Unfähigkeit und optischer Unhygiene wie Lin-king Parc (Name ist dem Autor bekannt und wurde zum Schutze der Band geändert) würden nicht einmal im Vorentscheid landen, und man könnte sich solche Contests auch anschauen.

    Wiederum würde das etwa im Blues oder Soul sowas von überhaupt keinen Sinn machen, wie kaum etwas anderes.

    Die Lösung steckt wohl in der Mitte. Beim Eurovision Song Contest, könnten Automaten die Bewertung übernehmen. Große Veranstaltung, wo der Weichspüler viermal drübergezogen ist. Fände ich für mich legitim. Worum geht es denn da überhaupt? Also.

    Bei guter Musik gehe ich einfach selbst hin und schaue mir das an. Bekomme eine Gänsehaut, Heule vielleicht ein bißchen, gehe aber mit dem Gefühl nach Hause mein Geld sehr gut angelegt zu haben, so wie die 150 anderen Leute, die in den klitzekleinen Club gepasst haben auch. Mir wird durch die Qualität des Events die Entscheidung fast schon abgenommen. So einfach ist das für mich.
     
  9. Hans_3

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    Erstellt: 23.02.05   #9
    Ich habe schon öfters in Jurys gesessen. Ohne geht es nicht, das wurde ja oben schon deutlich belegt, wie das dann läuft.

    Wichtig ist, dass sich die Mischung der Jury für eine glaubhafte Außenwirkung sorgt. Also für eine entsprechend gestreute Mischung musikerfahrener Leute sorgen, z.B. aus den Bereichen

    - Jung-Musikredakteur von der örtlichen Presse (Tageszeitung/Szenemagazin)
    - Tonstudio
    - akzeptierte erfahrene Musiker außerhalb des Konkurrenzbereichs der am Wettbewrb beteiligten Bands
    - Veranstalter

    etc.

    Da muss man halt eine ganze Menge Leute gezielt ansprechen.

    Sinn macht auch der Entwurf eines Bewertungsbogens:

    Eigenständigkeit
    Spieltechnisches Vermögen
    Originalität
    Komposition
    Herausragende Solisten
    Präsentation

    So kann man dann neben der Siegerband vielleicht noch ein, zwei Preise für besondere Leistungen vergeben (sofern vorhanden). Denn es kann gut sein, dass eine eigentlich schlechte Band mit einem hoffnungsvoll talentiertem Sänger aufwartet etc.


    Es ist sehr wichtig, sowas von Anfang an auf breite Füße zu stellen. Nur so gat man die Gewähr, dass das auch in folgenden Jahren gut und immer besser laufen und sich etablieren kann.
     
  10. Swissmetaler

    Swissmetaler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.05   #10
    Oh ja da hast du recht, ging am letzten Contest hier auch genau so, bei der nächsten Band standen vieleicht 10 Personen da, nach 5min. spielen gerade mal 30 der Rest war draussen :screwy: Ist schon traurig wenn man sein bestes gibt, niemand steht da und man somit das Gefühl haben muss man würde schlecht spielen :/

    ps: Ich war Zuschauer, liest sich als ob ich da teilgenommen hätte (hab ja leider noch keine band :( )
     
  11. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.05   #11
    Find' ich voll gut.
     
  12. Dj_Ratte

    Dj_Ratte Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.02.05   #12
    ich denke nicht das man objektiv die beste band wälen kann. denn was bei dir auf platz 1 is kann bei mir auf platz sonstwas sein. naja trotzdem viel spaß
     
  13. Phili

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    Erstellt: 24.02.05   #13
    Danke :)
    Ich verlange keine Objektivität, aber möglichst objektive Kriterien und unabhängige Wähler/Jurymitglieder.
    @Hans: das klingt schon nach einem guten Konzept. Es muss natürlich gewährleistet sein, dass die Jurymitglieder ebenfalls neutral sind. Deshalb ist es auch gut, wenn sie aus verschiedenen Bereichen kommen. Ich denke, je größer die Jury ist, desto höher ist die Objektivität. Denn wenn man Pech hat, ist sowohl der Musikredakteur der örtlichen Zeitung, als auch der Profiimusiker kein großer Rockfan. Die Wahrscheinlich ist ja dann größer, dass es die anderen dafür sind.
     
  14. Hans_3

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    Erstellt: 24.02.05   #14
    1. Auf jeden Fall. Abolutes Minimum 4 Leute, viel besser 6 sollten es schon sein. Einer Jury macht es auch mehr Spaß in einer größeren Gruppe, weil es auch spannend sein kann, sich in Pausen untereinander kennenzulernen. Das Ganze hat auch einen kommunkativen Aspekt.

    2. Es muss selbstverständlich gewährleistet sein, dass man nicht den Jazzpuristen in eine Rockjury setzt und umgekehrt.
     
  15. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.05   #15
    Aaah, deswegen wird man Juror, damit man sich in den Pausen die Schnitten vornehmen kann, jetzt verstehe ich euch...
     
  16. Hans_3

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    Ein Wettbewerb hat grundsätzlich immer auch einen ganz besonderen kommunikativen Charakter - zwischen den Musikern (hoffentlich), dem Publikum, den Organisatoren und Juroren. Das Prinzip kennt doch jeder, der irgendwann mal Leute für irgendwas zusammengebracht hat (und sei es nur für einen größere Privatparty). Diese Chance muss man im Sinne einer Festigung lokaler Szenen entsprechend fördern und nicht kleingeistig runterreden.