Wie übt ihr neue Stücke ein?

von nelson, 28.01.04.

  1. nelson

    nelson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #1
    Mich würde mal interessieren wie ihr neue Sachen einübt.

    Ich erzähl mal wie ich das so mache. Bei Klavierstücken läuft das eigentlich immer nach folgendem Schema:

    1. Erstmal das Ganze sorgfältig durchsehen, dabei lege ich das Augenmerk auf knifflige Stellen und schau mir an wie das Stück aufgebaut ist. Dabei singe ic h die Sachen auch ganz gerne mal an. Bei selteneren und komplizierteren Tonarten mit vielen Vorzeichen schau ich mir die Tonart noch mal an und spiel die Tonleiter rauf und runter bis sie flutscht.

    2. Die markierten Stellen ein paar mal isoliert durchspielen, bis es gut flutscht.

    3. Jetzt das ganze Stück mit der rechten Hand immer komplett vom Anfang bis zum Ende. Dabei versuche ich bereits, wie bei allen weiteren Schritten, die richtigen Notenlängen und den Rythmus zu treffen.

    4. Wenn die rechte Hand gut funzt, isoliert das Stück mit der linken spielen, auch immer von Anfang bis Schluß. Wieder bis das gut funzt.

    5. Jetzt laaaangsam das ganze Stück mit beiden Griffeln durchspielen. Klappt normalerweise gleich ganz gut, ist aber eben sehr langsam. Kann ziemlich lange dauern bis es mit der richtigen Speed rund läuft, vor allem bei schnellen Sachen.

    6. Jetzt noch das Pedal dazu. Das geht dann eigentlich recht schnell.

    7. Wenn ich ein Stück wirklich gut spielen kann, kann ich es auch auswendig.

    Sehr lange Stücke breche ich schon mal in mehrere logische Teile und behandle jeden einzeln, wie oben dargestellt. Muss dann natürlich noch die Übergänge üben.

    Wie macht ihr das?
     
  2. Orgelmensch

    Orgelmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #2
    Ich spiele nie klassische Klavierstücke.
    Meißtens Rock/Pop/Jazz...
    In der Regel habe ich nur ein Sheet aus dem Netz oder von einem Kumpel.
    Zuerst wird das Stück im Original mehrmals angehört!
    Melodie raushören und den Ablauf und Einsätze einprägen!
    Richtigen Fingersatz raushören/ausprobieren oder einen neuen bauen, falls mir das Original nicht so zusagt.
    (Meißtens wird bei uns interpretiert und nicht umbedingt genau nachgespiel, wenn wir was nachspielen)
    Im Proberaum wird dann geschaut ob sich z.B. die linke Hand mit dem Bass-Mann in die Haare kriegt, eventuel wird dann nochmal umstrukturiert oder einfach was überflüssiges weggelassen!
    So in etwa läuft das bei mir ab...
     
  3. nelson

    nelson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #3
    Nur um nicht missverstanden zu werden, ich spiele auch so gut wie nie klassische Klavierstücke, fast nur Rock, Pop, R&B usw. Die spiele ich im Klavierarrangement. Was nicht heissen soll, dass es nicht auch exzellente klassische Musik gibt. Die klassischen Sachen die mir gefallen sind allerdings meist extrem anspruchsvoll... :?

    Stück im Original mehrmals anhören hatte ich vergessen, mache ich auch.
     
  4. Orgelmensch

    Orgelmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #4
    Die richtigen Noten habe ich irgendwie nie...
    Ich denke mir immer den Rest! Meistens klappt es auch!
    Wo holt ihr die denn her? Songbooks kaufen, kopieren oder gibt es da noch Seiten im Netz die meiner Wenigkeit noch nicht untergekommen sind?
     
  5. nelson

    nelson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #5
    Songbooks kaufen.

    Ganz einfache Sachen spiel ich schon auch mal nach Gehör nach und bastel ein Bohlen-Viereck dazu 8) .

    Im Netz gibts ausser Tabs fast nichts, zumindest habe ich kaum was gefunden. Allerdings kriegt man mit dem Esel manchmal überraschenderweise Acrobat Dateien (nach "noten" oder "sheet music" suchen). Aber nicht so viel Interessantes dabei.
     
  6. Tastenopfer

    Tastenopfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #6
    jetzt will euch mal wat fragen: wenn ihr doch die Melodie spielen koennt und dazu dann noch die Akkorde ableitet - wozu braucht ihr dann eigentlich noch Noten???
     
  7. nelson

    nelson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #7
    Klavierarrangements bestehen nicht nur aus Akkorden und Melodie, zumindest die Guten. Die sind meistens ziemlich kompliziert aufgebaut, hören sich dafür aber auch unverschämt gut an. Ich glaube dass das einer der Gründe ist, warum ein Klavier auch alleine sehr gut rüberkommt.

    In einem Songbook stehen z.B. die Harmonien, also die Akkorde, zumeist über der Gesangsstimme. Die kann ich natürlich auch mit der linken Hand spielen. Hört sich aber bei weitem nicht so gut an, wie wenn ich den Baßschlüssel des Klaviersatzes zur Melodie spiele.

    In der Band ist das natürlich was ganz anderes...
     
  8. Orgelmensch

    Orgelmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #8
    Brauchen tu ich die Noten nicht,
    nur so aus Interesse...um zu sehen ob es richtig ist, bzw. wie man es ohne Combo spielen würde oder der Schreiber es sich gedacht hat!
     
  9. Tastenopfer

    Tastenopfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #9
    Nelson

    kein Mensch sagt dass man ein akkord nur stehend greifen soll oder verbietet ihn chromatisch vorbereiten nur weil er als akkord dasteht und nicht in einzelnoten aufgegliedert ist.
     
  10. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.01.04   #10
    In sich schier endlos hinziehenden Schleifen tief in der Nacht neben einer Tasse heißen Kaffees mit Milch und etwas Zucker geben die Tasten ein ums andere mal dem Druck der auf ihnen lastenden Fingern nach, bis entweder angenehme Klänge, dem immer wiederkehrenden Gleichklang des Metronoms folgend, den Raum nebst Kaffeeduft erfüllen oder die unheilvolle Mischung aus Müdigkeit und Verzweiflung die Oberhand über den Enthusiasmus des am Instrument Sitzenden gewinnt und ihn der Musik entreisst um ihn in tiefen Schlaf zu entführen.

    Tja, so spiel ich neue Sachen ein. :)
    Jay
     
  11. nelson

    nelson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #11
    @Tastenopfer:

    Hab ich auch nicht gesagt, dass man einen Akkord nur stehend greifen soll. Wie bereits gesagt wurde, die Noten brauchst du auch, wenn du ein Stück genau so spielen willst, wie sich der Komponist das gedacht hat. Gibt ja immer 1.000.000 Möglichkeiten...

    Aber bitte, nicht schon wieder eine Diskussion ums Notenlesen...

    @Jay:

    Gratulation. Excellent. Besser kann man es nicht mehr ausdrücken. Ich trinke statt Kaffe schwarzen Tee (ohne Zucker), sonst dito.
     
  12. Brunni

    Brunni Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.04   #12
    Also ich spiel eigentlich halt meist die Akkorde, entweder stehend oder rhythmisch versetzt, oder eben auch aufgespalten (hab das fremdwort vergessen). In der linken hand spiel ich meist den normalen Grundton. Manchmal auch die 7, wenn vorher der normale war. (Bei Übergängen)


    Manchmal kommt es auch vor, dass ich mit der linken hand, die chords greife, damit ich die rechte hand frei habe, um eine kleine oberstimme drüber zu setzen. Manchmal mach ich das auch bei der oberen Art.

    Was kann man mit der linken hand noch mehr machen? Und worauf muss man achten, damit man nicht mit dem Bass in die Quere kommt?


    Wenn ich Stücke einübe, dann sind das meist klassische, die anderen spiele ich seltener oder einfach halt irgendwie vom Blatt.
    Ich übe meist auch getrennt, am besten ist es eigentlich wenn man von hinten das Stück anfängt. Das heißt erst die unterste Zeile und so weiter. Kann recht hilfreich sein. Man kann auch das ganze punktiert spielen, d.h. ich mach immer eine note lang und die nächste kurz. Ist manchmal hilfreich, besonders bei Läufen oder so. (Fingerübung)

    Aber eigentlich benutz ich diese Techniken kaum. Normalerweise einfach drauf los. und dann erst mal reingestollpert oder so.

    MfG
    Michael Brunner
     
  13. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.01.04   #13
    Jup, den trink ich auch gern. Wies der Teufel so will, spiel ich grad heut was ein. Dazu werd ich heut mal nen Tee machen. :mrgreen:
     
  14. Orgelmensch

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    Erstellt: 29.01.04   #14
    Ohne Kaffee geht nichts!!!
    Der Bodum glüht sozusagen...
     
  15. Oliver

    Oliver Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.04   #15
    Also so dumm wie das jetzt klingt, aber um Songs auszuarbeiten kann ich nur Guitar Pro enmpfehlen! Ja, ihr habt schon richtig gehört. Dort gibt es dann die kostenlosen KEYBOARD Tabs unter "mysongbook.com". Die lassen sich dann mit dem Programm GuitarPro öffnen. Das ganze kann man dann auch anhören "Als Midi". Dazu findet Ihr die kompletten Keyboard Noten und auf dem oberen Bildschirm seht Ihr eine KeyboardTastatur wo Ihr auch sehen könnt wo welche Taste gespielt wird... (Für alle die keine Noten lesen können)
    Wenn man den Song (Oder einzelne Spuren) dazu anhören will, kann man auch das Tempo etc bestimmen und ändern..... So kann man bequem einen brutal schweren Song, oder einen SOng den man nur schlecht von CD Raushören kann, spielen...
    Kann ich echt nur empfehlen!!!
     
  16. stefan64

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    Erstellt: 03.02.04   #16
    Michael -
    hat Dich noch kein Bassist erschossen?
    Mit normalem Grundton haben mich schon diverse Bassisten mal so richtig in die Mangel genommen.... inzwischen "hör" ich den Bass ohne ihn zu spielen (deshalb brauch ich ihn auch nicht beim üben), das hat Vorteile im Zusammenspiel - und man kann beide Hände weiter nach rechts nehmen.

    ciao,
    Stefan
     
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