Angefangen hat es bei mir mit der musikalischen Früherziehung ab dem sechsten Lebensjahr.
Erst eine Zeit lang Glockenspiel zum Kennenlernen der Noten, dann Blockflöte.
Ich glaube, das ging über die ersten beiden Schuljahre.
Dann
musste ich von meinen Eltern aus ab meinem achten Lebensjahr für sechs Jahre lang Klavierunterricht nehmen, was mir gar keinen Spaß gemacht hat.
Ich führe das auf die beiden Lehrerinnen zurück, die ich hatte, und deren Herangehensweise.
Ich lernte, Stücke zu
reproduzieren. In der einen Stunde wurde mir gezeigt, wie ich das Stück XY von Schumann spiele. Dann hatte ich eine Woche Zeit, es zu üben. In der kommenden Stunde
reproduzierte ich das Stück, so gut ich konnte oder Bock hatte.
Mehr habe ich bei dieser Lehrerin nicht gelernt. Daher wollte ich einen Wechsel. Ich wollte was modernes lernen - also bekam ich eine neue Lehrerin, halb so alt wie die erste, die dann mit mir Beatles Songs spielte. Nur die Herangehensweise blieb dieselbe:
In der einen Stunde wurde mir gezeigt, wie ich das Stück XY der Beatles spiele. Dann hatte ich eine Woche Zeit, es zu üben. In der kommenden Stunde
reproduzierte ich das Stück.
Mehr lernte ich also auch bei der neuen Lehrerin nicht.
Fazit: Ich hatte sechs Jahre Klavierunterricht und kann heute mit dem Instrument kaum was anfangen.
Leider hatte ich damals nahezu Null Harmonielehre, Improvisation etc., also die Dinge, die ich lernen
wollte.
Dann kamen mit 13 im magischen Jahr 1987 Slash, Jimmy Page und Gary Moore in meinen Focus des Interesses, und ich wollte vom Klavier zur Gitarre wechseln. Meine Eltern waren schwer dagegen.
Klavierunterricht wurde mir bezahlt - ich schmiss ihn dennoch.
Gitarreunterricht wurde mir nicht bezahlt - ich wandte mein Taschengeld dafür auf.
Beim Klavier musste ich zum üben "geschoben" werden, bei der Gitarre hieß es, "Wann legst Du das Ding eigentlich wieder mal aus der Hand?"
Der Unterschied, wenn man ein Instrument lernen
muss oder lernen
will.
Und ich war anscheinend schon damals
stur willensstark.

Ich hatte dann auch geile Lehrer, die mir das zeigten und beibrachten, was ich wissen
wollte:
Harmonielehre, Improvisation etc. - selber mit dem Instrument kreativ was machen.
Bis zu den ersten Melodien und flüssigen Akkorden dauerte es etwa ein halbes Jahr, ebenfalls mit blutenden Fingern und Sehnenscheidenentzündungen. Aber das war es mir wert, ich hab mich da durchgebissen.
Die größten Hürden waren eigentlich immer die Zeiten ohne Lehrer, als ich autodidaktisch unterwegs war bzw. sein musste.
Ich habe autodidaktisch schon immer ein gewisses Ziel erreicht, aber dann kam auch jedes Mal ein Stillstand, und ich brauchte das "Push over the Cliff" von außen, das mir immer nur ein Lehrer bieten konnte.
Leider hat sich meine autodidaktische Zeit auch mit vielem falsch Erlernten vergesellschaftet:
Ich habe heute Fehler in meiner Technik drin, die mich heute limitieren, aber die zu tief sitzen, dass ich die noch raus trainiert bekomme.
Ich sage nur "sauberer Wechselschlag", zum Beispiel.
Aber das ist jetzt alles fast 40 Jahre her, und bei der Gitarre bin ich dann doch glücklicherweise angekommen.
Nachtrag:
Hab da noch was Lustiges aus der Zeit gefunden:


Pubertät und so
