Wie war euer Anfang an der Gitarre?

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Hallo Feinde der Schlagermusik

… geh ich bei den meisten von aus, den fängt man Gitarre nicht wegen Schlager an. Meist hat man doch Blues und Rock im Focus. Mich interessiert mal wie ihr zur Gitarre kamt. Also was war die finale Entscheidung (falls man sich konkret erinnert)
  • Wie alt wart ihr?
  • Und wie lang erinnert ihr euch hat des gedauert, bis ihr die erste Melodie spielen konntet?
  • Wie lang hat es gedauert, die ersten Grundakkorde flüssig umzugreifen?
  • Was war für euch die größte Hürde im Lernprozess?
  • Welche musikalische Vorbildung hattet ihr (Früherziehung, anderes Instrumennt gelernt, Chor und sowas)

Erzähl mal aus den Nähkästchen.
:m_git_a:
 
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Moin,

direkt kann ich nur auf Teile deiner Fragen antworten.
  • Ich (Jg 1955) war 17, als ich anfing (Westerngitarre)
  • Die ersten Akkorde/Songs gingen nach wenigen Wochen flüssig (hab geübt wie ein Bekloppter)
  • Zwischendurch musste ich zwangsweise pausieren, weil die Finger bluteten bzw. irre weh taten
  • Ein Jahr später habe ich im Azubi-Wohnheim meine umgeschriebenen Songs von Udo Lindenberg und andere pausenlos vorgetragen
  • Größte Hürde war meine Ungeduld wegen der schmerzenden Finger
 
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Mein "Anfang mit der Gitarre" ... das war bei mir, als ich als Kind mal mit einer Jugendgruppe auf Zeltlager durfte ... so Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre ...

Unser Gruppenleiter hatte eine einfache Wandergitarre dabei, dunkelbraun Sunburst und überall verschrammt, und ich war sofort verliebt in das Instrument. Es gefiel mir einfach alles, das Aussehen, der Klang, wie es sich anfühlte, wie das Holz schon leise zu singen begann wenn man die Gitarre nur in den Arm nahm ... Ich war total fasziniert, hab mich jede freie Minute in sein Zelt geschlichen und damit herumgespielt, bis er mich irgendwann rausgeschmissen hat - ist sollte ja eigentlich "an die frische Luft" ;-)

Es hat dann länger gedauert, bis ich durchsetzen konnte Gitarre lernen zu dürfen. Das war dann auf einer anderen sehr einfachen Gitarre, bei einer Klavierlehrerin die es selber nicht richtig konnte, dann noch ein paar Jahre autodidaktisch. Aber es war eine "Liebe fürs Leben" ... auch wenn ich erst im Ruhestand beginnen konnte es mal richtig zu lernen, ich hab immer glänzende Augen gekriegt wenn ich irgendwo eine Gitarre gesehen habe ... und das ist eigentlich auch heute noch so ... ;-)
 
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Ich war unerfahrene 16. ich wollte unbedingt Gitarre lernen dem schöneren Geschlecht wegen,ich dachte,so bekomme ich die Damenwelt besser rum. Mit 17 dann im Zeltlager. Ich am Feuer gesessen und alle Schmuserocksongs auf der Gitarre rausgehauen. Rund um mich rum lauter knutschende Paare. Nur ich hatte niemanden,musste ja Gitarre spielen.

Ergo,ein voller Griff ins Klo,ein Misserfolg per Excellance.
Aber bei der Gitarre bin ich trotzdem Geblieben.
 
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Bei mir war es die kaputte Lego Eisenbahn.
Aus 2 Grundplatten den Korpus ,
die Planken das Griffbrett,
zerbroche Schienen die Bünde.
Mit Gummistreifen die Saite.

Das Ergebnis waren in etwa die Töne der trimmdichfit Melodie.
 
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so einen Faden hatten wir schon, finde ich aber nicht mehr
Bei mir war es direkt Woodstock
 
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Einen "definierten" Anfang gab es bei mir eigentlich gar nicht.
Es gab schon immer eine Gitarre in unserem Haushalt. Mein Vater hatte eine der typischen Framus Schlaggitarren, die irgendwann an meinen Bruder ging, der Gitarre lernen wollte (wofür diese Gitarre ziemlich ungeeignet ist, aber wir hatten ja sonst nix...). Damit war diese Nische erst mal besetzt, aber irgendwann verlor mein Bruder die Motivation und die Gitarre "flog" irgendwo im Haus rum.
So habe ich mir die irgendwann auch mal geschnappt und ich kann mich erinnern, dabei das Peter Gun Riff selbst herausgefunden zu haben, was ich zwar super cool fand, aber das war noch kein Auslöser ernsthaft Gitarre lernen zu wollen.
Das ergab sich erst, als wir in der Realschule einen neuen Musiklehrer bekamen. Die Typ war so geil, wie auch eigentlich durchgeknallt. Den hat der typische Musiklehrplan mal so gar nicht interessiert. Er hat in den Musikraum ein Schlagzeug, Selmer Bass-Amp, Klemt-Röhren Amp,... aus eigenem Fundus gestellt. E-Gitarren, Bass, eine Gesangsanlage,... besorgt und statt Carl Orf, Beatles mit uns "gemacht". Das fand ich super stark und ich wollte unbedingt die E-Gitarre* da übernehmen. Er hat dann noch eine Gitarren AG angeboten... die hatte ich komplett "gesprengt". Ich habe zuhause (inzwischen war eine Konzert-Gitarre bei uns zuhause eingezogen...) geübt, wie ein Berserker. Das erste Stück war glaube ich Tom Dooley, halt C-Dur und G-Dur im Wechsel. Für mich als linkshändiger Rechtshändergitarren Spieler (dass es auch Linkshänder Instrumente gibt, war mir nicht bekannt), war die Schlaghand eher das Problem, als das Umgreifen.
Schnell waren dann auch die anderen Lagerfeuer Akkorde gelernt und aus der Gitarren AG wurde bald eine (Schüler organisierte!) Schulband - AG und es waren die 80er! Punk, New Wave,... hach, was haben wir schön Krach gemacht.... Danke Tammo für dein Wirken! 🙏
 
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Hab tatsächlich mit 40 (bin Jahrgang 80) angefangen.
Gitarre spielen wollte ich schon immer aber irgendwie ist das Leben dazwischen gekommen.
Jedenfalls ist mir mit 40 beim Ausräumen einer Wohnung einer Hinterbliebenen eine Gitarre in die Hände gefallen.
Dann hat es mich schon gepackt. War da ziemlich hartnäckig mir alles mögliche beizubringen um mit anderen Mithalten zu können.
Die erste Gitarre war dann kaputt, eine neue musste her, also was billiges von T. und dann ging das immer weiter (die vermehren sich wie Karnickel).
Heute darf ich mit meiner Frau und einem Freund in einer Band spielen.
 
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Wie war euer Anfang an der Gitarre?​

Verdamp lang her ... (und noch ein bischen länger ...)

Wie alt wart ihr?
"Alter spielt nahezu nie eine Rolle ... wenn man sein Leben lang irgendetwas Neues lernte", sprach der Autodidakt am Griffbrett.

Wie lang hat es gedauert, die ersten Grundakkorde flüssig umzugreifen?
Einfache Akkorde gingen eher schnell (D, am, C, G7 etc.), andere dauerten länger. Mit Akkordbegleitungen fing's bei mir an.

Und wie lang erinnert ihr euch hat des gedauert, bis ihr die erste Melodie spielen konntet?
Das kam ein paar Jahre später (J.S. BACH - Prelude in C major, BWV 846 für Gitarre) ... und dauerte etwas.

Interessanter und einfacher war es für mich, mich zu Akkorden quasi selbst melodisch zu begleiten. Dann landet man automatisch bei Fingering u.Ä.

Was war für euch die größte Hürde im Lernprozess?
  • Barregriff am 1. Bund
  • Barregriffe
  • Saitenschnarren verhindern, also akkordgerecht greifen
  • Gelenke nicht überlasten (bin da empfänglich für)

Musiktheorie am Griffbrett zu verstehen, halte ich für unnötig schwierig. Will man das, dann ist eine Klaviatur (Piano, Keyboard etc.) sinnvoller, denn "man sieht's da förmlich" und ist auch nicht so eingeschränkt.

Und selbst ?
 
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  • #10
Mich interessiert mal wie ihr zur Gitarre kamt. Also was war die finale Entscheidung (falls man sich konkret erinnert)
Ich hab von 10 bis 13 Akkordeon gelernt und mein Musikgeschmack und Bedürfnis, bei anderen (vor allem Mädels) anzukommen, begannen sich zu ändern. Da mir mein Akkordeonlehrer, ein ungarischer Kirchenmusiker, schon grundsätzlich immer wieder die Möglichkeit gab, auch andere Instrumente zu spielen, kaufte ich eine Cimar-Westerngitarre (damals so um die 300 Mark), ein Büchlein mit Akkord-Griffen und 2 oder 3 Hefte mit Songs, die mich interessierten. Damit setzte ich mich zuhause hin und startete.

Ich war damals 14 Jahre alt.
Nach 1 Woche konnte ich die ersten Melodien spielen.
Nach 2 bis 3 Wochen konnte ich die ersten Songs mit flüssig umgegriffenen Akkorden begleiten.
Die größte Hürde waren die schmerzenden Fingerkuppen.
 
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  • #11
ok. Die musikalische Vorbildung habe ich als Fragepunkt hier vergessen. Denn ohne Frage spielts ne Rolle.
 
  • #12
Hallo Feinde der Schlagermusik
Da bin ich schon mal nicht dabei, denn ich habe mit der Gitarre zunächst mal Schlager begleitet. War einfacher zu spielen mit den ersten Griffen, und in meinem Elternhaus gab's weder Blues noch Rock.

Meine Mutter spielte etwas Gitarre, es war also eine im Haus. Ich sollte schon als Kind Gitarre oder Klavier lernen, wollte aber nach dem obligatorischen Blockflötenunterricht in der Kita überhaupt kein Instrument lernen. Ich konnte Radio und Türklingel, das genügte doch... ;)

Mit 15 hat mich dann der Rappel "ich muss unbedingt Bass(gitarre) spielen" gepackt, also habe ich nach etwas Quengeln einen E-Bass, einen Verstärker und einen "Basslehrer" (Musiker in einer Tanzkapelle) bekommen.
Schon ein Jahr später wurde ich als Bassist auf dem Schulhof "vom Fleck weg" engagiert, und als ich sah, was die Jungs da mit ihren Gitarren in der Blues-ClassicRock-Band anstellten, dachte ich mir: Ist ja nicht sooo schwer, das probiere ich auch. Das war 1976, ich war 17... und habe mich geirrt, denn es ist für mich doch nicht so einfach...

Bei den Eltern galt ich mit dem Bass als "Musiker", bekam einen gebrauchten, schmutzig-gelb lackierten Tele-Nachbau (sollte wohl "butterscotch" sein, das 7ender-Logo war mit Edding auf die Kopfplatte geschrieben) und habe anderen Gitarristen auf die Finger geschaut und ihnen das sprichwörtliche Loch in den Bauch gefragt. Youtube gab's damals noch nicht, für die Musikschule war weder Geld noch Zeit vorhanden. Ich bin an der Gitarre also Autodidakt...

Die ersten Griffe gingen nach etwa 2 Wochen flüssig, einfache Melodien konnte ich nach etwa 4 Wochen spielen, für "Apache" habe ich dann etwa 2 Monate gebraucht, bis das mal fehlerfrei ging.

Die größte Hürde war und ist, dass ich Gitarre nur nebenbei spiele und daher wenig Druck habe, meine Komfortzone zu verlassen. "Lagerfeuergeschrummel" (Akkordbegleitung) klappt ganz ordentlich, schnelle Soli / Solos oder aufwändige Rhythmusarbeit mit ständig wechselnden Akkorden wie etwa bei Jazzstücken kann ich nicht (und hat bisher auch niemand von mir verlangt).

Ehrlicherweise bin ich aber auch am Bass (mein Hauptinstrument) nicht gerade der Größe und Beste :embarrassed: Naja, für ein paar Bands reicht es ...
 
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  • #13
Paar Nachgedanken noch ...
Hallo Feinde der Schlagermusik
Da hatte ich nie Probleme mit, habe ich damals auch gerne gespielt, und wurde gern gehört ;-)
Auch wenn ich später andere Musik mochte und machte, A-Gitarre und E-Gitarre* ... ich sehe da auch heute keinen Grund das negativ zu sehen, ist einfach eine andere Musik, für anderes Publikum.

Und was mir im Nachhinein noch auffällt ... eigentlich seltsam, ich hatte nie den Gedanken, damit irgendwas ereichen zu wollen, Geld, Weiber, Erfolg ... scheint mir heute üblich zu sein?
Ich hatte einfach nur das Bedürfnis zu spielen, ob für Zuhörer oder für mich allein, und das ist bis heute so ...
Zumindest eine einfache kleine Gitarre ist immer dabei wo es möglich ist, selbst bei ein paar Tagen Kurzurlaub ...
 
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  • #14
Das mit der Ansprache mit dem "Schlagerfeinden" ist wohl augenzwinkernd gemeint... aber nichtsdestotrotz, bei Auditions bei neuen Bands habe ich sinngemäß immer auf die Frage, welche Musik ich machen möchte, wahrheitsgemäß geantwortet: Alles ausser Metall und Schlager... ist keine Wertung!!!
 
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  • #15
  • Wie alt wart ihr?
Ich habe im Alter von 7 Jahren, also in der 2. Klasse Grundschule, mit dem Gitarrenspiel begonnen, und zwar im Gruppenunterricht an der städtischen Musikschule.

  • Und wie lang erinnert ihr euch hat des gedauert, bis ihr die erste Melodie spielen konntet?
Ganz am Anfang stand die Motorik im Vordergrund, also die richtige Sitzposition mit dem Instrument, die richtige Handhaltung der Greifhand (Daumen in der Mitte der Halsrückseite usw.) und der Anschlaghand (eine Handbreit Abstand zwischen Gitarrendecke und Handgelenk usw.) und der Fingeranschlag (p - a - m - i, ad rep.). Die ersten Melodien kamen dann ganz schnell zustande bzw. im Lehrbuch, praktischerweise vom Gitarrenlehrer persönlich verfasst, wurden die gelernten Techniken unmittelbar in Melodien umgesetzt und nicht nur in unmelodische Fingerübungen.

  • Wie lang hat es gedauert, die ersten Grundakkorde flüssig umzugreifen?
Das weiß ich nicht mehr, aber die Nicht-Barré-Akkorde in den ersten Lagen gingen schon nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über.

  • Was war für euch die größte Hürde im Lernprozess?
a) Die Finger der Greifhand so auf die Saiten zu setzen, dass sie die benachbarten Saiten nicht versehentlich abdämpfen.
b) Den Druck auf die Saiten so zu dosieren, dass man einerseits nicht aufgrund von zu viel Kraft verkrampft oder die Intonation versaut, aber andererseits auch kein Schnarren entsteht.
c) Das saubere Greifen von Barréakkorden in den ersten Lagen auf einem flachen Griffbrett ohne Wölbung.

  • Welche musikalische Vorbildung hattet ihr (Früherziehung, anderes Instrumennt gelernt, Chor und sowas
Vorbildung gab's keine. Meine Mutter spielte damals Altblockflöte mit Klavierbegleitung und ich war immer dabei, wenn sie sich zum gemeinsamen Musizieren mit der Pianistin getroffen hat. Mein Wunsch war dann aber die Gitarre, also ging's mit dem oben erwähnten Unterricht los, und ein Jahr später kam in der 3. Klasse Grundschule eher unfreiwillig die Sopranblockflöte dazu (die ganze Klasse musste ran), was mir aber sogar heimlich Spaß gemacht hat, ich wollte es vor den anderen Jungs natürlich niemals zugeben...

Mein eigentliches Ziel war seit jeher die E-Gitarre* - das prägende Erlebnis war wohl die Spielzeug-E-Gitarre* in Strat-Form aus Plastik eines Kindergartenkameraden, von mir "Hörnergitarre" genannt - aber es gingen noch mehrere Jahre ins Land, bis dann als Teenager der Wechsel vom klassischen Gitarrenunterricht zur E-Gitarre* kam.


Hallo Feinde der Schlagermusik
Ich stehe keinem musikalischen Genre feindlich gegenüber, auch wenn es mich noch so abstößt. Wenn andere Leute beispielsweise gerne Brutal Slam Death Metal oder den abstraktesten atonalen Free Jazz spielen und/oder anhören, dann sollen sie das bitte tun, so lange und so laut sie das möchten - Hauptsache, ich werde davon verschont... :prost:
 
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  • #16
Mein Vater erfüllte einen Kinderwunsch mit einer Nylongitarre. Die war viel zu groß, Griffbrett, Korpus, alles. Der erste Versuch scheiterte zwangsläufig.
Mit 13 kam ich an die erste, kleinere, ganz billig-einfache Westerngitarre. Damit fängt man an, Griffbilder zu lernen, Akkordwechsel.
Nun wollte auch mein Bruder lernen und der beschaffte sich eine Hoyer-Western-Gitarre. Das war endlich eine brauchbare Gitarre. Die habe ich enteignet.
Ein Freund hat die später mal umgestoßen und der Hals ist gebrochen. So lernte ich einen Gitarrenbauer kennen und wurde da bald Neukunde. Und dann hatte ich endlich meine Gitarren fürs Leben.
Damals, in den späten 60ern, lernte man aus Heftchen. "No milk today". "Magical Mystery Tour".
Ich konnte Barré-F-Dur von allen Akkorden her nach ca. 5-6 Monaten flüssig spielen.
Hilfe von außen gab es nie, außer vom Bruder und einem Freund, der hatte eine langweilige Lehrerin. Mein Bruder hatte Freunde, die recht gut waren (z.B. Rock'n'Roll-Grundlick). Ich habe mehrere Jugendliche dazu gebracht, es auch zu erlernen und ihnen die ersten Schritte gezeigt. In der "echten" Szene war ich niemals drin gewesen. Wer hatte damals schon 2000 DM für E-Gitarre plus Verstärker plus Übungsraum? Von wegen Arbeiterkinder aus Liverpool. Das war elitär.
Nachtrag: Ja, das größte Problem damals war das Stimmen, nur mit Stimmgabel oder der Stimmtröte. Mit der Mundharmonika gings dann leichter, die hatte einen Halshalter.
 
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  • #17
Angefangen hat es bei mir mit der musikalischen Früherziehung ab dem sechsten Lebensjahr.
Erst eine Zeit lang Glockenspiel zum Kennenlernen der Noten, dann Blockflöte.
Ich glaube, das ging über die ersten beiden Schuljahre.

Dann musste ich von meinen Eltern aus ab meinem achten Lebensjahr für sechs Jahre lang Klavierunterricht nehmen, was mir gar keinen Spaß gemacht hat.
Ich führe das auf die beiden Lehrerinnen zurück, die ich hatte, und deren Herangehensweise.
Ich lernte, Stücke zu reproduzieren. In der einen Stunde wurde mir gezeigt, wie ich das Stück XY von Schumann spiele. Dann hatte ich eine Woche Zeit, es zu üben. In der kommenden Stunde reproduzierte ich das Stück, so gut ich konnte oder Bock hatte.

Mehr habe ich bei dieser Lehrerin nicht gelernt. Daher wollte ich einen Wechsel. Ich wollte was modernes lernen - also bekam ich eine neue Lehrerin, halb so alt wie die erste, die dann mit mir Beatles Songs spielte. Nur die Herangehensweise blieb dieselbe:
In der einen Stunde wurde mir gezeigt, wie ich das Stück XY der Beatles spiele. Dann hatte ich eine Woche Zeit, es zu üben. In der kommenden Stunde reproduzierte ich das Stück.
Mehr lernte ich also auch bei der neuen Lehrerin nicht.

Fazit: Ich hatte sechs Jahre Klavierunterricht und kann heute mit dem Instrument kaum was anfangen.
Leider hatte ich damals nahezu Null Harmonielehre, Improvisation etc., also die Dinge, die ich lernen wollte.

Dann kamen mit 13 im magischen Jahr 1987 Slash, Jimmy Page und Gary Moore in meinen Focus des Interesses, und ich wollte vom Klavier zur Gitarre wechseln. Meine Eltern waren schwer dagegen.
Klavierunterricht wurde mir bezahlt - ich schmiss ihn dennoch.
Gitarreunterricht wurde mir nicht bezahlt - ich wandte mein Taschengeld dafür auf.
Beim Klavier musste ich zum üben "geschoben" werden, bei der Gitarre hieß es, "Wann legst Du das Ding eigentlich wieder mal aus der Hand?"
Der Unterschied, wenn man ein Instrument lernen muss oder lernen will.
Und ich war anscheinend schon damals stur willensstark. 🤘:cool:

Ich hatte dann auch geile Lehrer, die mir das zeigten und beibrachten, was ich wissen wollte:
Harmonielehre, Improvisation etc. - selber mit dem Instrument kreativ was machen.

Bis zu den ersten Melodien und flüssigen Akkorden dauerte es etwa ein halbes Jahr, ebenfalls mit blutenden Fingern und Sehnenscheidenentzündungen. Aber das war es mir wert, ich hab mich da durchgebissen. :D

Die größten Hürden waren eigentlich immer die Zeiten ohne Lehrer, als ich autodidaktisch unterwegs war bzw. sein musste.
Ich habe autodidaktisch schon immer ein gewisses Ziel erreicht, aber dann kam auch jedes Mal ein Stillstand, und ich brauchte das "Push over the Cliff" von außen, das mir immer nur ein Lehrer bieten konnte.
Leider hat sich meine autodidaktische Zeit auch mit vielem falsch Erlernten vergesellschaftet:
Ich habe heute Fehler in meiner Technik drin, die mich heute limitieren, aber die zu tief sitzen, dass ich die noch raus trainiert bekomme.
Ich sage nur "sauberer Wechselschlag", zum Beispiel.

Aber das ist jetzt alles fast 40 Jahre her, und bei der Gitarre bin ich dann doch glücklicherweise angekommen.


Nachtrag:

Hab da noch was Lustiges aus der Zeit gefunden: :D:D:D

Teenie.webp


Pubertät und so :D
 
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  • #18
Mit ca. 13 Jahren hab ich angefangen. Meine grosse Schwester war ausgezogen, ihre "Wandergitarre" war geblieben.
Vorzugsweise hab ich bei uns im Treppenhaus gespielt, da hat es so schön gehallt. Mein grosser Bruder und ältere Freunde spielten auch Gitarre,
da hab ich mir viel abgeguckt und erste Stücke gelernt, Blues, Cream, u.ä., usw.. Was ich da genau gespielt habe war für mich erstmal nicht so von grossem Interesse, wiewohl ich schnell die Töne auf dem Griffbrett gelernt habe. Das hing hauptsächlich mit dem Stimmen zusammen:rolleyes:.
Das Problem mit schmerzenden und blutigen Fingerkuppen hatte ich auch. Als junger Mensch kennt man da aber wohl kein Pardon:ROFLMAO:.
Theoretische Erkenntnisse und Zusammenhänge kamen im Laufe der Jahre und wurden mir immer mehr verständlich.
Die erste E-Gitarre hatte ich erst mit 18, aber da fingen dann auch sessions und Banderfahrungen an.
Die Gitarre war für mich immer Seelentröster und ein Quell der Inspiration zu gleich, mein ganzes Leben hindurch:m_git2:.
 
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  • #19
Ab 7 Jahre Blockflöte (Sopran und Alt)
Mit 12 angefangen mit klassischer Gitarre. Bis zur E-Gitarre hat es gedauert bis zum 18. Geburtstag. Da mit selbstgebauten Verstärkern ...
Bei den Gitarrenlehrern hat mich einer auf Jazz und Bossa Nova gebracht - und das hallt bis heute nach.

Zuerst wurden Tonleitern gespielt und klassische Stücke (keine Akkorde). Melodien gingen eigentlich relativ schnell. Die Akkorde habe ich mir später beigebracht, bzw. mein 2. Gitarrenlehrer. Ging auch relativ flott, denn ich konnte aber zu dem Zeitpunkt natürlich die Finger schon gut auf dem Griffbrett sortieren.

Bin bis heute dabei geblieben. Irgendwann als älterer Schüler habe ich angefangen, mir Sachen von Aufnahmen rauszuhören, denn Internet gab es noch nicht, NOten waren teuer und man bekam ja immer gleich so Hefte mit mehreren Stücken, von denen einen aber nur 1 interessierte.

Später als Student habe ich dann sogar Jazz-Stücke von Charlie Byrd rausgehhört und nachgespielt.

Heute kann ich entwedern nach Gehör oder Lead Sheet (Melodie + Akkorde) ad hoc ein Arrangement mit Melodie und Begleitung gleichzeitig spielen. Und zwar auch im Jazz.
 
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  • #20
Ich hab eigentlich nie mit Gitarre angefangen, sondern die Gitarre hat mit 11 oder 12 Ende der 70er zu mir gefunden, nachdem ich die obligatorische Blockflöte längst entsorgt hatte.

Mein kleiner Bruder und mein Vater hatten eigentlich damals gemeinsam mit Gitarre begonnen, nur dass meinem Vater neben dem Job wenig Zeit blieb und seine Konzertgitarre meist im Koffer rumlag. Aus Neugier schnappte ich sie mir manchmal und hab mir abgeschaut, was mein Bruder gelernt hatte. Nebenbei hörte ich mir noch populäre Songs selbst raus, nachdem ich ne Handvoll Akkorde fehlerfrei spielen konnte.

Geübt habe ich aber nicht wirklich, sondern ich verbrachte im Sommerhalbjahr viel Zeit in Segelkursen, als man noch abends zusammenhockte, Lieder zur Gitarre sang und Alkohol trank. Mein Hauptinteresse lag aber seit dem 12. Lebensjahr bei allem, wo man draufhauen kann.
Deshalb blieb ich auch irgendwie auf dem Level eines Lagerfeuergitarristen stehen und schaffe es bis heute nur, Lieder zu begleiten. Tolle Riffs oder gar Soli überlasse ich immer noch denen, die sich selbst als Gitarristen bezeichnen.

Bassist wurde ich damit aber sogar noch in der Oberstufe, als für ein Musiktheater kein Tieftöner zu finden war. An den Drums gab es ne zweite Option, und meine gitarristischen "Fähigkeiten" kannte man, das schien wohl in Kombination mit vorhandenem Rhythmusgefühl nach Dafürhalten der Verantwortlichen auszureichen. Immerhin blieb mir der Bass auch nach dem Abi noch ne Weile, da ich in meinen 20ern in mehreren Bands den Bass zupfte und gelegentlich auch slappte. Ein Mark King wurde aber nie aus mir.

Mein Selbstverständnis ist bis heute unverändert Drummer mit etwas Hintergrund in Harmonielehre, der auch mal Saiteninstrumente in die Hand nehmen kann, ohne sich bis aufs Mark zu blamieren. Und ich weiß genau, der Tag wird kommen, an dem ich mir noch eine Telecaster ins Haus holen werde. Aber auch dann bleibe ich Schlagzeuger 😀
 
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