Wie wird ein Gitarrenamp in prof. studios abgenommen/recordet?

von drunk in public, 24.05.07.

  1. drunk in public

    drunk in public Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.07   #1
    Hallo zusammen!
    Da demnächst Demoaufnahmen bei meiner Band anstehen und beim letzten mal der Gitarrensound etwas dünn geraten ist, wollte ich mal anfragen ob mir jemand möglich genau erklären kann, wie in profesionellen die Gitarrenamps abgenommen werden.
    Was ich weiß:
    1. geignete Mikros verwenden (Shure sm 57, Sennheiser e 606 oder 906)
    2. Mikros müssen je nach Soundgeschmack positioniert werden ( hier würden mich Erfahrungswerte oder gängie Praktiken interessieren)
    3. Um einen fetten sound zu erreichen werden mehrere Gitarrenspuren aufgenommen
    (Nach welchen Prinzipien wird da soundlich vorgegangen bzw welche Sounds lassen sich gut miteinander mischen?)
    4. Bei Aufnahmen mit mehreren Mikros können Phasenauslöschungen auftreten. Wie vermeide ich diese?
    An Equipment stehen Gitarrenamps+Boxen, ein Pod, sm57, ein e606 zur Verfügung welche dann in einem Korg XD16 oder 32 (habs grade nich genau im Kopf) aufgenommen werden.
    Hab hier im Forum schon gesucht aber nichts 100% passendes gefunden.
    Wäre um Antworten und/oder LInks sehr dankbar!
    Cheers Drunk in public
     
  2. andi85

    andi85 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 24.05.07   #2
    Mehrere Gitarrenspuren kommt nicht bei jeder Musik gut :)
    Was ganz gut klingt, ist mehrere Mikros zusammenzumischen. Beispielsweise das 57er pfeilgrad auf die Kalotte und das e606 relativ weit an den Rand. Jede Spur allein klingt nicht so besonders, aber die Kombination kann recht gut werden.
     
  3. drunk in public

    drunk in public Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.07   #3
    ja also im speziellen gehts um Punk/Hardcore (jaja jetzt wirds wieder Leute gben die meinen da wäre jeder Sound gut genug...) Nein lass es mich so formulieren:
    Ein gut verzerrter Gitarrensound (kein Highgain oder Badewanne), schön mittig, differenziert und druckvoll. (naja druckvoll is vll etwas schwammig ausgedrückt..)
    Bei welcher Musik/Sound ist doppeln denn nicht passend/angebracht?
    Zu den Mikrofoniervorschlägen: Wie begründest du die jeweilige Auswahl? Nach Klangcharakter der Mics?
    Mir is schon klar das gilt: Erlaubt ist was gefällt!
    Mich interessieren aber trotzdem gängige Techniken in "großen" Studios, um daraus evtl neue Erkenntnise zu bekommen!
     
  4. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 24.05.07   #4
    Das kann man so nicht genau definieren, das sind zwar schon sehr taugliche Mics dafür (ja im Grunde auch dafür gemacht mitunter), aber ansich funktioniert hier alles was gefällt und klingt - und das kann seeehr viel sein ;)

    Da gilt generell: je näher das Mic zur Speakermitte (Kalotte) wandert, desto höhenreicher/bissiger wird der Klang, weiter am Rand wird es bassiger und voluminöser, dafür eben weniger brilliant.
    Hier hilft nur probieren, denn auch für Musikstil X gibt es nicht "die" Position/Soundvorstellung.

    Soweit im Grunde korrekt, aber wenn der Grundsound stimmt muss man da gar nicht so viel schichten; unterschiedliche Mics können wie schon gesagt wurde auch einiges bewirken.
    Es können entweder soundtechnisch identische Spuren, verschiedene Speaker und/oder Amps kombiniert werden. Bei entsprechend Zeit (und damit Geld) kann man da natürlich sehr ausufernd experimentieren.

    Durch andere Position eines/mehrerer Mic(s) oder eben nachträglich per Phasenumkehr.


    Ja mei, was erwartest du? Dass der Herr Gott vom Himmel kraxelt und dir deine maßgeschneiderte Gitarrenaufnahmetechnik auf zwei Steintafeln überreicht? ;)
     
  5. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 24.05.07   #5
    1. Ja, richtig. Sind dafür ganz Ordentlich.

    2. Wie du schon sagst, werden die Mikrofone je nach Geschmack positioniert. Wenn man zum Beispiel bei der Boxenabnahme genau auf die Mitte geht, wird es sehr scharf klingen. Geht man weiter nach außen, wird der Sound immer basslastiger und wärmer. Das beste Ergebnis erzielt man mit einer ausgewogenen Mittelstellung zwischen der Membrane und der Kalotte. Ein Winkel von 30 bis 45 Grad, gerichtet auf die Mitte, tut den Sound außerdem gut und verbessert in. Weitere Informationen findest du hier.
    Um den "goldenen Winkel" zu finden, würde ich vorschlagen, dass eine Person die Kopfhörer aufsetzt und eine andere verschiedene Position abgeht, bis das Ding sitzt.

    3. Je nach Geschmack kann man mit den Sounds variieren. In der Regel nutze ich aber nur einen Amp und nehm ihn bei gleicher Einstellung ab. Zwecks fetteren Sound reicht das vollkomend aus. Wenn ich was verändere, dann mach ich es später am Computer, dass ich die einzelnen Gitarrenspuren mit den Equalizer unterschiedlich gestalte.

    4. Lese dir bitte diese Themen durch, dort steht alles was man wissen muss:
    Viel Spaß beim aufnehmen :great:
     
  6. Harry

    Harry Moderator PA Moderator HCA

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    Erstellt: 24.05.07   #6
  7. Astronautenkost

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    Erstellt: 24.05.07   #7
    Oder bei Sweatwater. Nettes Video dort!
     
  8. Atomwolle

    Atomwolle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.07   #8
    Was man auch nicht unprobiert lassen sollte ist ein versucht mit einem Bassdrum Mikro vor dem Amp. Ich persönlich hab da ein AKG D112 und hab es gestern mal in Kombi mit einem e606 vor dem Amp (AKD auf die Kalotte, Sennheiser an den Rand > natürlich weit entfertesten Speaker verwenden wegen Phasenausscheidungen). Ich kann nur sagen, der Sound ist hammer geil :) Das ist einen Versuch wert :Great:

    Mfg
    Wolle
     
  9. morry

    morry Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 27.05.07   #9
    Das AKG D112 hab ich auch benutzt bei der Gitarrenaufnahme einer unheimlich bösen Metal-Band mit Gegrunze und solchem Kram. ;)
    Ist ein Versuch wert, aber man neigt schnell dazu, die Gitarre dann soooo druckvoll zu machen, dass man eigentlich keinen Bass mehr einspielen bräuchte und das ist ja nicht sinn der sache.

    Ansonsten würde ich ja empfehlen, über den POD einzusielen, da haste kein problem mit Mikrofonierung und Phasenauslöschung.
     
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