Wir [Arbeitstitel]

von Shoto, 19.09.16.

  1. Shoto

    Shoto Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.09.16   #1
    Guten Morgen,

    gestern ist es mir seit ein paar Monaten mal wieder passiert, dass mir ein Text spontan zugeflogen ist. Ich würde mich sehr über eure Verbesserungsvorschläge freuen, möchte euch jedoch darüberhinaus bitten mir zu sagen wie ihr die Personen ("Wir") in dem Text charakterisieren würdet, was soll der Text eurer Meinung nach aussagen? "Wir" ist erstmal nur ein Arbeitstitel, der ebenfalls gerne kritisiert werden darf.
    Wenn es gewünscht ist löse ich danach gerne die Hintergründe des Texts auf:

    Wir sind die Nummer 1
    auch wenn das sonst keiner sieht
    Keiner versteht
    Die Hauptsache ist dass wir es wissen.

    Refrain:
    Wir schwören uns nichts, weil wir nicht müssen
    wir spüren es jedes Mal, wir haben dieses Wissen.
    Wir lassen uns nicht trennen und nicht vergleichen.
    Wenn wir zusammen sind kann uns niemand das Wasser reichen.

    Wir sind untrennbar egal was passiert
    Auch wenn das keiner kapiert
    Keiner glaubt
    Die Hauptsache ist wir sind zusammen.

    Refrain:
    Wir schwören uns nichts, weil wir nicht müssen
    wir spüren es jedes Mal, wir haben dieses Wissen.
    Wir lassen uns nicht trennen und nicht vergleichen.
    Wenn wir zusammen sind kann uns niemand das Wasser reichen.

    Wir sind mehr als die Summe aus uns
    Auch wenn das keiner erkennt
    Keiner bemerkt
    Die Hauptsache ist dass wir es spüren.


    Viele Grüße

    Shoto
     
  2. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.09.16   #2
    Wenn ich mal den Text auf mich wirken lassen, dass sind "WIR" eine Gruppe von Menschen, die von sich überzeugt sind (Durchblick, alles checken und raffen), denen aber von Außen dies nicht zuerkannt oder zugesprochen wird - also ein heftiges Auseinanderfallen von Eigen- und Fremdwahrnehmung.

    Ich war versucht, auch Sekten und ähnliches einzubeziehen, dagegen spricht aber, dass sich die Menschen der WIR-Gruppe nichts versprechen und nichts schwören - und das ist für mich ein Wesensmerkmal von Sekten und ähnlich ideologischen (Klein-) Gruppen.

    Grundsätzlich würde ich eher auf Jugendliche tippen, weil hier das Auseinanderfallen von Fremd- und Eigenwahrnehmung, ein übersteigertes Gefühl der eigenen Macht bis hin zu Allmachtsphantasien in gewisser Weise phasen- und entwicklungsbedingt typisch oder unausweichlich ist - aber letztlich kann das auch auf jede Menge anderer Menschen zutreffen - ist also mehr eine Vermutung ohne begründeten Verweis auf den Text.

    Letztlich sagt das, was fehlt, ne Menge: es ist bewußt im Vagen gehalten, würde ich sagen. Es könnte beispielsweise auch eine Gruppe sein, die sich nur im virtuellen Leben trifft, auch wenn man die Textstelle "wenn wir zusammen sind" so interpretieren kann, dass sie sich im wirklichen Leben treffen.

    Im Grunde fehlen für mich weitere Informationen, welche die Gruppe über das Gesagte hinaus näher einkreisen würden - wenn das so gewollt ist, ist das gelungen.

    Herzliche Grüße

    x-Riff
     
  3. Shoto

    Shoto Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.09.16   #3
    Hallo X-Riff,

    vielen Dank erstmal für deine Meinung :)

    das trifft es größtenteils sehr gut. Ich habe bewusst versucht den Text wage zu halten da ich sonst eher dazu neige zu konkret zu werden.

    Meine Intention war eigentlich weniger eine gewisse Arroganz darzustellen, sondern eher zu zeigen, dass die Personen sicher nicht die besten sind (und das auch wissen, deshalb das reflektierende "auch wenn das sonst keiner sieht"), aber wenn sie zusammen sind haben sie das Gefühl alles zu schaffen, die besten zu sein etc. Das drückt sich speziell im Refrain aus, die Strophen sind (in der Hoffnung Spannung zu erzeugen) bewusst kurz gehalten.

    Konkret ist das Lied als Eindruck aus einer Bandprobe entstanden. Wir sind in der Band alle auch so gut befreundet und ich hatte speziell nach der letzten Probe das Gefühl, dass wir einfach super sind, alles zusammen schaffen können, zusammengehören, etc. pp
    Ich habe den Text aber wage gehalten, weil ich mir diesen Effekt eigentlich für jegliche Gruppe (Sportmannschaft, Freundeskreis, Familie...) vorstellen kann.

    Jetzt ist nur die Frage, ob ich etwas konkretisieren sollte oder ob der Text in seiner Offenheit trotzdem irgendwie spannend/verständlich ist. Hier wäre ich für Einschätzungen dankbar.

    Viele Grüße


    Shoto
     
  4. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.09.16   #4
    Ich empfinde das nicht automatisch als Arroganz. Es ist eher eine Stimmung, die ein Hochgefühl ausdrückt, die im Moment des Erlebens immer überhöht ist.
    Ob die Personen "nicht die besten" sind oder ob sie zu Recht oder zu Unrecht durch andere nicht die Beachtung finden, die sie gerne hätten - das ist meines Erachtens aus dem Text heraus nicht zu entscheiden. Aus dem Text heraus folgt nur, dass die extrem positive Selbsteinschätzung einerseits und die extreme Nichtbeachtung des Umfeldes als Fremdwahrnehmung auseinanderklaffen. Es wird keine Information gegeben, ob dabei die eine oder die andere Seite mit ihrer Haltung oder Einschätzung nun "recht" hätten oder nicht.

    Verständlich ist der Text für mich in genau diesem Auseinanderklaffen von Selbst- und Fremdeinschätzung und dieses Phänomen trifft für viele Gruppen zu.

    Eine Konkretisierung in Bezug auf eine bestimmte Gruppe wie eine Band hätte für mich persönlich keinen Mehrwert, da dieses Phänomen eben gleichermaßen auf andere Gruppen zutrifft.
    Eine Konkretisierung hätte für mich einen Wert, wenn sie mehr als eine Zustandsbeschreibung wäre - aber genau das ist es, was der Text vielleicht genau nicht will.

    Schwer zu sagen.
    Wir bei vielen songtexten ist es hier ein Mangel, dass man die weiteren Elemente wie Musik, Gesang/Interpretation etc. nicht hat. Kann so funktionieren, muss nicht so funktionieren. Das trifft für mich in besonderer Weise auf diesen Text zu, weil die zwei Seiten einer Medaille für mich schon nach der ersten Strophe und dem ersten Refrain ersichtlich ist und danach eher ausgekleidet wird. Wenn die Musik da die Spannung hält, ist alles in Ordnung, wenn nicht, dann kann es als spannungsflach empfunden werden.

    Herzliche Grüße

    x-Riff
     
  5. Shoto

    Shoto Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #5
    Hallo X-Riff,

    das nächste mal schick ich dir meine Texte einfach als PN :D

    Du hast eigentlich alle Eindrücke aus dem Text so bestätigt, wie ich mir diese erhofft hatte.
    Dass der Text nicht sehr spannend ist stimmt absolut, ich sehe ihn hier so in einer Reihe mit "Freunde" von den Toten Hosen.
    Da ich leider kein allzu guter Songwriter bin verschwindet er wohl eh mit den vielen anderen Texten in der Schublade...eigentlich schade darum.

    Danke erneut für deine geschätzte Meinung :)

    Viele Grüße

    Shoto
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.09.16   #6
    Hallo Shoto!
    Dann ist ja alles gut.
    Die Toten Hosen sind ja nun mal nicht die schlechteste Adesse ...
    Warum ist es denn jetzt nicht mehr gut - obwohl er das ausdrückt, was Du ausdrücken willst und obwohl er einem Text von den Toten Hosen gleicht?

    Was fehlt Dir denn noch?
    Was müßte passieren, damit er nicht in Deiner wohlgefüllten Schublade landet?

    Herzliche Grüße

    x-Riff
     
  7. Shoto

    Shoto Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.09.16   #7
    Hi X-Riff,

    Mir fehlt leider die Fähigkeit gute Melodien/Songstrukturen zu erfinden, weshalb sehr viele Texte unvertont bleiben, ich versuche aber mich auch im Songwriting zu verbessern, mal schauen ob es klappt :)

    Viele Grüße

    Shoto
     
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