Wo kommt das Geld hin?

von Oddleif, 10.07.06.

  1. Oddleif

    Oddleif Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.06   #1
    Guten Tag beisammen!

    Laut einem Zeitungsbericht, den ich kürzlich gelesen habe, kostet ein Kind die Eltern bis zum 18. Lebensjahr durchschnittlich ca. 500.000€. Das wären jährlich 25.000€ netto, was schon ein ordentlicher Jahresverdienst wäre.

    Nun frage ich mich allerdings, wohin dieses Geld bei kinderlosen Paaren oder Alleinstehenden fließt?

    Würde mich gerade interessieren:D

    Oddleif
     
  2. madeye

    madeye Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.06   #2
    statussymbole vielleicht. dinge, die man nicht wirklich braucht.
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.07.06   #3
    Ich weiß nicht, ob in dieser "Rechnung" auch die Vergünstigungen (Steuerersparnisse, Kindergeld etc.) einbezogen bzw. diese gegengerechnet sind.

    Solchen Statistiken oder Berechnungen liegen in der Regel bestimmte Interessen zu Grunde - weshalb die errechneten Beträge sehr weit differieren können. Ich kann mir vorstellen, dass diese Berechnung dem Interesse zu Grunde liegt, zu zeigen, was Eltern alles für die Gesellschaft leisten im Gegensatz zu kinderlosen Menschen.

    Nicht, dass das nicht von gesellschaftspolitischem Interesse ist und eine Auseinandersetzung über die Kosten von Kindern dazugehörte - aber ich als Soziologe verlange dann die Berechnungsgrundlagen (wenn man beispielsweise ein Studium der Kinder, was weiteren Unterhalt hervorruft, einbezieht, könnte das durchaus hinhauen - wenn nicht, dann nicht etc.) einzusehen, um es beurteilen zu können.

    Scheint mir auf den ersten Blick eine mittelschichtorientierte Maximalberechnung zu sein: also was könnten Kinder im "schlimmsten" Falle kosten.

    Wo ist denn die Quelle dafür?

    x-Riff
     
  4. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.06   #4
    Also bei diesen Berechnungen, muß man erstmal die Berechnungsgrundlage kennen.
    Da werden teils die abenteuerlichsten Dinge berücksichtig. z.b. der Lohnausfall eines Elternteils, weil es während der Kindererziehung nicht arbeiten kann etc. Also wenn z.B. beide verdient haben und die Mutter aufhört zu arbeiten um das Kind zu erziehen, dann wird ihr alter Lohn als "Kosten" berücksichtigt.

    Da gilt es immer genau hinzuschauen, was wie wo verrechnet wurde.
     
  5. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 11.07.06   #5
    Ich kenne ähnliches wie, "was machen die nichtraucher mit ihrem geld? "
    Da man jeden EUro nur einmal ausgeben kann, ist klar, wer kinder hat, muss sich darauf einrichten und auf manches verzichten, auf der anderen seite ist der 1-personen-haushalt der denkbar un-ökonomischste.
    Eine kosten-nutzung-rechnung habe ich seinerzeit nicht angestellt, aber um der wahrheit die ehre zu geben, erst, nachdem unsere beiden kinder im beruf waren, blieb bei durchschnittlichem einkommen etwas übrig.
     
  6. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.06   #6
    ich war als kind bestimmt teuerer, mein vater hat sich ohne pause beschwert....
     
  7. Zakk Wylde 369

    Zakk Wylde 369 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.06   #7
    Mal bissl ot! Die Ausbildung zum Indsutriemechaniker kostet die Firma rund 90.000€ in 3 Jahren und 2 Monaten!
     
  8. rockforce

    rockforce Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.06   #8
    frag lieber mal so. wieso haben die kinderlosen keine kinder? vielleicht können sie sich nicht leisten, und das geld, das für kinder drauf ginge, ist so erst garnicht vorhanden. ich muss sagen der threat ist recht unsinnig. man könnte sich genau so gut fragen, was vegetarier mit dem geld machen, mit dem sie als fleischessender mensch wurst etc. kaufen würden.
    jaja sie kaufe karotten.:rolleyes:
     
  9. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.07.06   #9
    Ist meines Wissens aber gerade umgekehrt. Die meisten Kinder gibts in den weniger gut verdienenden Familien.

    x-Riff
     
  10. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.06   #10
    Du glaubst gar nicht, wie _sauteuer_ dieser Biofraß ist :/
     
  11. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.07.06   #11
    Welche Zeitung? Wenn man das überhaupt so aufrechnen kann (imho idiotisch), halte ich diese Zahl für dramatisiert.
     
  12. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #12
    Finde dann aber schon erstaunlich dass gerade die gut verdienenden im schnitt weniger Kinder haben, als die schlechter verdienenden.

    Basierend sowohl auf persönlichen Erfahrungen, als auch auf div. TV und Zeitungsberichten.


    Das Problem is einfach viele Leute wollen(!) keine Kinder mehr.
    Nich mehr und nich weniger.
    Dieses ganze "ich kann mir das nicht erlauben" is nur ne vorgeschobene Ausrede.
     
  13. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.07.06   #13
    Ein bisschen hängt das auch vom Job ab. Man verdient ja nicht umsonst gut. Nur wenn du dafür aller zwei bis drei Jahre umziehen musst, oder sogar in noch kürzeren Abständen, und damit meine ich nicht um die nächste Hausecke oder von Ulm nach Neu-Ulm, sondern globale Maßstäbe, dann macht das schon kaum eine Beziehung mit. Und selbst wenn man dann noch Kinder will, ist die Frage, ob man das seinen Kindern antun will. Oder du verzichtest auf diese ganze Umzieherei, was aber z.B. beim Ingenieursberuf auch dazu führt, dass du dann ganz schnell nicht mehr zu den Gutverdienenden zählst.
     
  14. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #14
    Ja aber nich jeder gutverdiende ist auch global unterwegs. ;)
    Das sind auch oft normale Selbstständige, leitende Angestellte usw. wo die Frau z.B. auch arbeiten geht (obwohls finanziell nich nötig wäre).
     
  15. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.07.06   #15
    Natürlich nicht jeder. Ich sehs halt nur verstärkt in meinem Berufsfeld und bei Studienkollegen, etc. Aber wer ist denn deiner Meinung nach "normaler Selbständiger"? Und was ist per Definition "leitender Angestellter"? Das wirst du auch nicht, in dem du an deinem Schreibtisch sitzt und wartest, sondern das wird einer, der von irgendwoher kommt, möglichst internationale Erfahrung hat, usw.

    Was ich damit aufzeigen will, ist das altbekannte Dilemma Kind vs. Karriere. Nur ist leider die Situation momentan so, dass du kaum die Chance hast auf "ein bisschen Arbeit" und dazu Kinder. Entweder du arbeitest richtig oder gar nicht.
     
  16. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #16
    Naja also ich rede jetzt hier von kleineren bis mittleren Unternehmen und da brauchste garantiert keine Internationale Erfahrung um da leitender Angestellter zu werden...
    Ich finde das wird im Moment auch etwas überbewertet.
    Macht teilweise den Eindruck als ob die Welt nur aus Siemens und Co. bestehen würde.
    Der Großteil der Leute is aber trotzdem noch bei nationalen und kleineren bis mittelständischen Unternehme beschäftigt und nich bei den Globalen, wird da wohl teilweise etwas übersehen.


    Natürlich muss sich ein Teil voll auf den Beruf konzentrieren, wenner was reissen will (egal ob bei Siemens oder bei Mittelstandsunternehmen xyz).
    Da is ja auch nix schlimmes dran, solange der andere Elternteil dann zuhause bleibt und sich um die Kinder kümmert.
    Nur oft isses ja so, dass dann beide Teile unbedingt arbeiten und sich selbst verwirklichen wollen, obwohls finanziell gar nich nötig wäre.

    (Ich rede hier übrigens bewusst geschlechtsneutral, da es für mich keine Rolle spielt, wer das Geld nach Hause bringt und wer sich um die Kinder kümmert).
     
  17. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.07.06   #17
    Was wieder die Frage aufwirft: Was ist "klein bis mittel"? Und immernoch: Was ist leitender Angestellter? Es muss nicht unbedingt internationale Erfahrung sein, trotzdem wirst du die Karriereleiter kaum in einem mittelniedersächsischen Dorf erklimmen. Gut, ich wohn z.B. in München, da gibts natürlich viele Möglichkeiten, die keinen Umzug erfordern. Allerdings bin ich schon umgezogen, um hierherzukommen.

    Wenn wir die eingangs genannten Zahlen hernehmen, zwei Kinder voraussetzen und deine Frau nicht arbeiten geht, dann möchtest du aber schon gut und gerne hunderttausend im Jahr Brutto haben, damit nach Abzug sämtlicher Steuern, Kassenbeiträge und Miete/Raten für Wohneigentum überhaupt noch was übrig bleibt. Dann willst du beim Kinderkriegen natürlich auch noch nicht ewig alt sein, also sagen wir mal ~30. Und jetzt zeig mir mal die Leute, die ohne großes Zutun nur durch Arbeiten in ihrem Heimatort mit 30 ein sechsstelliges Gehalt haben (Erben der Firma von den Eltern zählt nicht. :rolleyes: ). Es ist natürlich möglich, keine Frage, aber da möchtest du doch etwas den Finger krumm machen, bei der aktuellen Wirtschaftslage wirft dir keiner mehr die Scheine hinterher.
     
  18. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.07.06   #18
    Früher hieß das ja alles Arbeiterschicht oder generell die "unteren Schichten" und die haben "traditionell" mehr Kinder als Mittel- oder Oberschicht.
    Das hängt auch mit Einstellungen zusammen - und vor der Pille auch mit der Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln.

    Bezüglich des Einkommens gibt es zwei Tendenzen:

    1. Wenn durch Kinder (weitere Faktoren siehe unten) die Frau als Zuverdienerin zumindest teilweise ausfällt, sinkt dadurch natürlich auch das verfügbare Familieneinkommen.

    2. Besser Verdienende könnten hier eher für Entlastung sorgen (Putzfrau, Kinderfrau, sonstige Hilfen), hier scheinen eher Faktoren der Einstellung eine Rolle zu spielen.

    Das - besonders in Deutschland - entscheidende Kriterium ist aber, dass es hier tatsächlich zu einer Entscheidung wird: Kinder vs. Karriere/Berufstätigkeit der Frauen.
    Dies ist nicht naturgegeben, sondern hängt u.a. von folgenden Faktoren ab:

    1. Service - Infrastrukutur wie Kindergarten-, Krippenplätze, Einrichtungen etwa zur nachmittäglichen Hausaufgabenbetreuung oder generell betreute Freizeitangebote für Kleinkinder und Kinder sowie Angebote für etwas studierende Mütter. Die staatliche/kostengünstige oder -frei Versorgung damit ist defizitär.
    Das beste Beispiel ist die DDR: trotz weitaus höherer Berufstätigkeit der Frauen eine größere Geburtenrate als in der BRD - eben wegen der sehr guten Infrastrukturleistungen der DDR.

    2. Im Vergleich zu den Niederlanden beispielsweise ein wesentlich geringeres Angebot an - gut bezahlten - Teilzeitjobs. Zudem sind uns andere Länder in der Reintegration von Müttern in das Berufsleben voraus.

    3. Die immer noch vorherrschende patriarchale Aufteilung von Mann=Beruf und Frauen=Kinder (+Zuverdienst, wenn´s paßt). Die innerfamiliäre Aufgabenverteilung (die ja auch mit gesellschaftlichen Vorstellungen, Normen und Vorbildern zu tun hat) ist in Deutschland sehr konservativ.

    4. Generell kann man beobachten, dass in Zeiten länger andauernder Krisen (ob jetzt obektiv oder gesellschaftlich so empfunden) die Geburtenraten zurückgehen. Die Relation von: gute gesamtgesellschaftliche Perspektive > hohe Geburtenrate ist weithin wirksam. Sozusagen als Reflex darauf gibt es etliche potenzielle Eltern, die sagen: In dieser Zeit Kinder in die Welt setzen?

    5. Früher waren Kinder eher eine Selbstverständlichkeit in Lebensplanung und -gestaltung. Dies nimmt ab - es wird bei immer mehr Menschen zu einer (mehr oder weniger) - bewußten Entscheidung, ob oder ob nicht.

    Unter diesen ganzen Faktoren ist also die ökonomische Aufrechnung: wie viel kostet ein Kind nur ein Faktor von vielen. Dieser nimmt allerdings in einer durchökonomisierten Gesellschaft durchaus einen breiten Raum ein.

    x-Riff
     
  19. Errraddicator

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    Erstellt: 12.07.06   #19
    Als ob man 100.000 € Brutto im Jahr verdienen müsste um sich 2 Kinder leisten zu können...
     
  20. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.07.06   #20
    Ich hab die Zahlen im Eröffnungspost nicht erfunden. ;)