WOLTER - Reiß Dich Los

von fwolter88, 15.03.19 um 10:57 Uhr.

  1. fwolter88

    fwolter88 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    27.11.11
    Zuletzt hier:
    17.03.19
    Beiträge:
    38
    Zustimmungen:
    9
    Kekse:
    10
    Erstellt: 15.03.19 um 10:57 Uhr   #1


    Tach liebe Mitmusikanten/innen. Is mal wieder ne Weile her das ich was gepostet habe. Aber es gibt
    haufenweise neues Material das nur wartet veröffentlicht zu werden. Ebenfalls sind kleinere Gigs in
    Planung. Hier das erste neue Stück 2019. "Reiß Dich Los" - ich glaube der Name spricht für sich!
    Hoffe euch gefällts.
    LG

    W
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

    Im Board seit:
    02.07.05
    Beiträge:
    28.660
    Ort:
    Wo andere Leute Urlaub machen
    Zustimmungen:
    7.452
    Kekse:
    109.102
    Erstellt: 15.03.19 um 13:01 Uhr   #2
    Och. Naja. Erstmal hören :)

    Produktion:
    Dafür, dass es ein Band-Arrangement ist, was aber (vermutlich) im Alleingang am Schreibtisch entstanden ist, finde ich die Produktion durchaus gut gelungen und sauber arrangiert.

    Gesang:
    Ist natürlich Geschmacksache. Diese leicht angezerrte, gewollt rotzige Lässigkeit und besonders die tonlose, halbgesprochene letzte Silbe einer jeden Strophenzeile wirken auf mich etwas aufgesetzt. Nicht so mein Fall.

    Text:
    Ich bin ja bei deutschsprachiger Musik sehr textfixiert und dementsprechend ist das mein größter Kritikpunkt: Hier wimmelt es von abgestandenen Allgemeinplätzen, die auch ein Algorithmus hätte zusammenwürfeln können. Die gelegentlich eingestreuten Schimpfwörter wirken in ihrer musikalisch eher konservativen Umgebung seltsam deplatziert. Ich bin dennoch sicher, dass es für solche Lebenshilfefloskeln noch immer ein Publikum gibt. Ich aber gehöre nicht dazu und auch niemand, den ich kenne.

    Songwriting:
    Überraschende Höreindrücke bietet der Song (abgesehen von den Schlussakkorden) nicht, auch wenn er wieder handwerklich solide gemacht ist. Vieles ist vorhersehbar, wodurch der phrasenhafte Text leider nicht kompensiert werden kann.

    Aber das alles muss kein Nachteil sein. Mehr dazu im jetzt folgenden...

    Fazit:
    Wie meinen durchaus und komplett subjektiven Ausführungen wohl zu entnehmen ist, gehöre ich nicht unbedingt zur Zielgruppe solcher Musik. Fast habe ich den Eindruck, als hättest du ursprünglich eine rotzige, anarchische Punkhymne schreiben wollen, aber draus geworden ist dann eine eher biedere Midtempo-Rocknummer mit leichter Schlagerattitüde.

    Aber - und jetzt kommt das Gute: Ich schätze, dass ein Publkum, welches Wolfgang Petry oder PUR feiert, auch diesen Song feiern würde. Und das wäre ja nicht das Schlechteste, denn die haben ein ziemlich großes und treues Publikum.
     
    gefällt mir nicht mehr 3 Person(en) gefällt das
  3. kleines_dickes_gitarrist

    kleines_dickes_gitarrist Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.06.15
    Zuletzt hier:
    20.03.19
    Beiträge:
    588
    Zustimmungen:
    405
    Kekse:
    2.360
    Erstellt: 15.03.19 um 14:40 Uhr   #3
    Hallo,

    Antipastis Anmerkungen finde ich überragend. Alles auf den Punkt gebracht, ohne verletzend, feindselig oder destruktiv zu sein. Ich hätte nicht gewusst, wie ich das so gut hätte in Worte fassen können. Für mich eines der besten Reviews ever! (Ich hoffe, das darf mal gesagt werden...!)

    Wie auch immer: Jeden einzelnen Satz von Antipasti kann ich hundertprozentig unterschreiben.

    Genau das, was er so wunderbar zur Sprache bringt, ist übrigens auch die Ursache dafür, dass ich jedesmal zögere, wenn ich in diesem Forum in irgendeinem neuen Thread auf den Namen "Wolter" treffe. Ich habe nie so wirklich Lust, die Sachen bis zu Ende zu hören; geschweige, sie zu rezensieren.

    Möglicherweise täte ich mich weniger schwer, würde auf Englisch, Chinesisch oder Kisuaheli gesungen. Dann wäre ich nicht dazu verurteilt, die Texte verstehen zu müssen, und somit vielleicht eher in der Lage, nette, eingängige Popmusik wahrzunehmen und wertzuschätzen.

    Doch ich will nicht ins Bashing abgleiten, sondern den Fokus vielmehr auf Antipastis versöhnliche Schlussbemerkung richten. Denn auch ich bin der Meinung, dass diese Art Musik durchaus ein Publikum finden dürfte, und nicht einmal ein kleines. Insofern: Alles richtig gemacht!

    Liebe Grüße und nix für ungut

    Holger
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

    Im Board seit:
    02.07.05
    Beiträge:
    28.660
    Ort:
    Wo andere Leute Urlaub machen
    Zustimmungen:
    7.452
    Kekse:
    109.102
    Erstellt: 15.03.19 um 16:32 Uhr   #4
    Das war aber nicht immer so :p
    Aber damals hat er noch auf Englisch gesungen.

    @fwolter88 Ich habe mich gerade noch mal durch dein noch vorhandenes Gesamtwerk geklickt und folgenden Eindruck gewonnen - falls es dich interessiert:

    Es ist in der Regel immer solide bis ziemlich gut produziert, arrangiert und meist auch gut gesungen, wobei dir mMn vieles besser liegt als der rockige Gesang von "Reiß dich los".

    Was mir fehlt, ist ein künstlerisches Profil. Du arbeitest dich durch verschiedene Genres und Stile, was dir meist auch gut gelingt. Allerdings rezitierst du häufig zu offensichtlich aus dem großen Pool der Popkultur. Ich verweise auf Userin Katz23 zu einem deiner Songs: "Der Anfang klingt nach Wonderwall, der Refrain nach Rosenstolz".

    Das ist keine Kritik, denn auch dazu gehört Können. Gerade als Produzent eine wichtige Schlüsselqualifikation, den Kern eines Genres rauszufiltern. Als performender Künstler/Singer-Songwriter dagegen vielleicht ein Nachteil, da du natürlich nur an verschiedenen Oberflächen kratzt.

    Das heißt: Wolter kann einen klassischen NDW-Song schreiben, Wolter kann eine typische Deutschpop-Ballade prduzieren, Wolter klingt mitunter ein bisschen wie Green Day, beim nächsten Song dann wieder nach Revolverheld.

    Was Wolter aber nicht kann, ist, einen Wolter-Song zu schreiben und ihn wie Wolter zu performen.

    Wenn ich mir also rausnehmen darf, einen Tipp zu geben, empfehle ich: Statt nur verschiedene Pop-Genres auf gemeinsame Nenner zu bearbeiten, versuch doch mal, fünf bis sechs Songs zu schreiben, die eine gewisse individuelle Homogenität haben. Eben Wolter-Songs.
     
    gefällt mir nicht mehr 4 Person(en) gefällt das
Die Seite wird geladen...

mapping