Woran erkennt man IM VORFELD, ob eine PA an ihre Belastungsgrenze kommt?

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Hallöchen!

Bei einer Lautsprecherbox (Modell Fame Challenger 12A DSP) war jetzt zum dritten Mal in Folge der Hochtöner kaputt. Stets wurde der Lautsprecher binnen Minuten knallheiß, dann machte es "knack", und der Hochtöner war tot. Im Music Store sagte man mir, dass solche Defekte bei dieser Produktserie eigentlich "extrem selten" seien, und wenn es bei mir jetzt schon zum dritten Mal passiert ist, dann sei es wohl ein Bedienfehler meinerseits. Er hatte aber keine Ahnung, was ich da falsch gemacht haben könnte ("Ich bin Verkäufer und kein Elektroingenieur!") Die Bedienungsanleitung selbst sowie allgemeine Hinweise zu dem Thema im Netz geben extrem schwammige und widersprüchliche Aussagen:

  • Es ist eine Aktivbox. Die sind ja eigentlich allgemein dafür bekannt, dass die Einzelkomponenten bestens aufeinander abgestimmt seien. Das scheint hier (und laut Berichten im Internet auch bei vielen anderen Boxen) nicht der Fall zu sein. Die Endstufe liefert offenbar viel mehr Power, als der Hochtöner verkraften kann. Ein Indiz für China-Billigmüll? Der Music-Store-Mensch sagte aber auch beiläufig: "Selbst wenn Sie das Zehnfache für so einen Lautsprecher ausgeben, sind Sie nicht 100% vor diesem Problem geschützt!"
  • Ich habe mal (ich glaube, das war ebenfalls im Music Store von einem Verkäufer in der PA-Abteilung) den Vorschlag erhalten, den Gain ausschließlich bis maximal knapp zur Hälfte (also noch innerhalb des "Line"-Bereiches) aufzudrehen und den dadurch fehlenden Pegel durch den Preamp am Mischpult auszugleichen. Die Lautsprecherbox müsse nicht so stark arbeiten, wenn bereits ein höherer Pegel ankommt. Diese Vorgehensweise habe ich zuletzt strikt eingehalten; dennoch ging der Hochtöner kaputt.
  • Die Bedienungsanleitung selbst gibt die Warnung:
    Dieses Produkt ist auf die Verwendung mit Musik- und Sprachsignalen optimiert. Verwendung mit Sinus-, Rechteck- oder anderen Messsignalen bei höherem Pegel kann zu ernsten Beschädigungen des Geräts führen.
    Diese Aussage ist insofern widersprüchlich, da moderne Musikrichtungen (Techno, Metal, Noisecore....) voll von Sinus- und Rechtecktönen und anderen "kaputten" Tönen sind (verzerrte Synths & E-Gitarren, Feedbacks....).Bei solch synthetischen Klängen hört man ja nicht wirklich, ob der Lautsprecher nun "verzerrt" oder nicht... erst recht, wenn Musikstücke über die Box laufen, die man nicht kennt.
  • Dann gibt es an der Box die Clipping-LED. Einige Zungen sind der Auffassung, dass die ein eindeutiges Indiz sei, wann der Lautsprecher an der Belastungsgrenze sei. Im Internet gibt es aber auch Leute, die sagen: "Dann clippt der Lautsprecher eben; es klingt vielleicht etwas verzerrt, aber mehr passiert da nicht!" ChatGPT wiederum glaubt zu wissen, dass der Hochtöner bereits gegrillt werden kann, lange bevor die Clip-LED angeht. Das sei wiederum insbesondere der Fall, wenn die Musik viele Sinus- und Rechtecksignale enthält, viele andere hohe Frequenzen enthält oder sehr stark komprimiert ist (das ist ja heute oft der Fall).

So werde ich also weiterhin nicht schlau, wie man denn das ganze Setup einstellen muss, um "auf Nummer Sicher" zu sein, dass der Lautsprecher (und hier vor allem der Hochtöner) keinen Schaden nimmt, auch bei "extremen" Sounds/Musikrichtungen.
Vielleicht ist hier jemand anwesend, der sich da auskennt und vom Fach ist? Der "Fame Challenger" ist zwar ein preiswerter, aber im Wesentlichen durchaus brauchbarer Lautsprecher. Mit der Klangqualität selbst und der Verarbeitung des Gehäuses etwa bin ich sehr zufrieden.

Danke im Voraus!
 
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Ein paar Anmerkungen, mit Rückgriff auf meine frühere Tätigkeit in der Chip-Entwicklung, Schwerpunkt ingenieursmäßiges Qualitätsmanagement.

Bei einer Lautsprecherbox (Modell Fame Challenger 12A DSP) war jetzt zum dritten Mal in Folge der Hochtöner kaputt. Stets wurde der Lautsprecher binnen Minuten knallheiß, dann machte es "knack", und der Hochtöner war tot.
Ein klares Zeichen für ein schlecht ausgelegtes Produkt. (Historische Perspektive s.u.)

Ich habe mal (ich glaube, das war ebenfalls im Music Store von einem Verkäufer in der PA-Abteilung) den Vorschlag erhalten, den Gain ausschließlich bis maximal knapp zur Hälfte (also noch innerhalb des "Line"-Bereiches) aufzudrehen und den dadurch fehlenden Pegel durch den Preamp am Mischpult auszugleichen. Die Lautsprecherbox müsse nicht so stark arbeiten, wenn bereits ein höherer Pegel ankommt.
Und was genau soll das bringen, denn die Amplituden und Oberwellenanteile am Töner werden sich kaum ändern ... (Klingt eher wie eine magische Rezeptur ...)

Die Bedienungsanleitung selbst gibt die Warnung: Diese Aussage
Siehe oben.

Mein Vorschlag: Reklamation, Ersatz, Minderung, wie es das BGB vorsieht, einfordern. Ggf. Produktwechsel, falls möglich.

Und es ist völlig richtig: Das Produkt MUSS "die Hand des Kunden" überleben (meine Formulierung von "Robustness").

~~~
Historische Perspektive
Vielleicht interessant als Hintergrund.

Vor WWII: Amerika = Qualität. "Wir (Amerikaner) haben ja schließlich die besten Ingenieure der Welt".

Nach WWII, Japan. Ein zerstörtes Land. Nichts funktionierte. Noch in den 1960ern galten Produkte aus Japan als so eine Art "billiger Schrott".

1980er, Amerika: "WAAAASSSS ? Die (Japaner) sind so gut (Qualität) und so billig (wir nicht) ? Wie ist das möglich?!"

Delegationen von Managern (Ford, Boeing, u.v.a.) reisten von Amerika nach Japan und lernten:
  • ein gewisser Demming (US) brachte Japanern nach 1945 Grundzüge von Statistik im Kontext von Qualität bei
  • japanische unermüdliche Genauigkeit ALLER Produktions- und Entwicklungsteams brachte Dinge hervor wie: Qualitätszirkel, Toyotas Bandstop-Philosophie (lass das fehlerhafte Teil gar nicht erst durch), Taguchis Ansatz um Widerstandsfähigkeit ins Produkt selbst einzubauen
  • Hohe Qualität in nahezu jedem Produkt, zu einem relativ unerhört niedrigen Preis (ich überzeichne etwas)
Schock im "Westen", nachmachen, bis hin zum, leider oft zum Papiertiger degenerierten, Auditsystem.

2000er: Aktien. Rechne Dich reich an der Börse. Selbst in Japan scheint bei vielen Firmen die o.g. Haltung nachzulassen. China wird zur "Fabrik der Welt". Man baut halt "als ob es das Original ist" ...

Und so stehen wir nun da, wo wir sind: Verwöhnt durch o.g. hart erkämpfte Qualitätserfolge, die wir nun für selbstverständlich halten (und KI wird ja "ihr" Übriges tun) ...
 
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🍿 davon brauche ich hier sicher ne Tüte voll, aber das lasse ich mir nicht entgehen.

Damit es nicht nur bei diesem doofen Spruch bleibt, hier meine Meinung und Erfahrungen:

Hochtöner sind bei entsprechender Belastung (siehe auch "Crestfaktor") leider "problemlos" zu töten.

Messtechnik kann helfen (z.B. Klirr der Endstufe...), i.d.P. ist es meist aber einfach ein zu hoher und/oder unsauberes Signal - eben bereits verzerrter Sound, der dann einen deutlich höheren HT-Anteil hat.

Da es hier nur EINE (von wieviel baugleichen?) betrifft, würde ich entweder "tauschen" - wenn der Fehler mitwandert, ist es diese Box, oder gleich mit einer messtechnischen analyse beginnen.

Da Du dies nicht leisten kannst, eben mit der - ja doch auffälligen - Fehlerbeschreibung zur Fachwerkstatt bringen.
 

...Verkäufer in der PA-Abteilung) den Vorschlag erhalten, den Gain ausschließlich bis maximal knapp zur Hälfte (also noch innerhalb des "Line"-Bereiches) aufzudrehen und den dadurch fehlenden Pegel durch den Preamp am Mischpult auszugleichen.
Der Verkäufer soll bitte abstand von solchen Aussagen nehmen, da er keine Ahnung hat.
Frage: Was bringt es den Pegel an Stelle A zu reduzieren um diesen an Stelle B anzuheben? Am Ende der Signalkette hab ich denselben Pegel eher gar mit dem Nachteil von erhötem Rauschen, Klirr und anderen Artefakten.
Auch gilt, dass eine Endstufe einen Verstärkungsfaktor hat und dieser ist fix, egal was man an welchem Stellglied dreht.

Bei einer Lautsprecherbox (Modell Fame Challenger 12A DSP) war jetzt zum dritten Mal in Folge der Hochtöner kaputt.
You get what you pay. Dass die Kiste zum 3. Mal durch ist zeigt, dass das Material für den Job nicht geeignet ist und zeigt eine gewisse Tendenz zur Lernresistenz.

ChatGPT wiederum glaubt zu wissen, dass der Hochtöner bereits gegrillt werden kann, lange bevor die Clip-LED angeht.
Ich mag diese KIs nicht doch hier hat die KI tatsächlich recht. Stichwort Crestfaktor und die Energie/Leistungsverteilung im Spektrum im Verhältnis zur maximalen Leistungsaufnahme des Treibers und dessen Toleranz.

Zur eigentlich Frage:

Woran erkennt man IM VORFELD, ob eine PA an ihre Belastungsgrenze kommt?​

Wenn man versucht mit einer Partybox dieser Klasse 50 Personen mit Techno auf Dauerpartypegel zu bespassen wird man Schiffbruch erleiden. Wird man mit derselben Kiste versuchen 150 Personen in einem Theaterhaus dem Akustikduo gehör zu verschaffen dann wird das funktionieren.
Es ist wie im Handwerk: Das richtige Werkzeug für die Baustelle.

Die Krux daran ist, dass diese günstigen Boxen in der Regel Treiber mit kleinen und damit empfindlichen Schwingspulen beinhalten. Diese brennen deutlich früher bei deutlich kleineren Energien durch, haben keine vernüftige Kühlung und sterben eben wenn die Musik totkomprimiert ist und damit der Crestfaktor deutlich geriner ist, was bedeutet, dass der Treiber durch die begrenzte Dynamik gar keine Zeit hat sich abzukühlen und die Spule dann recht schnell den thermischen Tod erleidet, obwohl man noch deutlich unter der maximalen Belastungsgrenze liegt.
Die Limiter oder Clip LED ist nur einer von vielen Anhaltspunkte und zeigt meist nur den Momentanzustand an und oftmals auch nur, dass die Endstufe nicht mehr linear Arbeitet und in der Sättigung ist. Ab diesem Moment entstehen nicht lineare Verzerrungen (Oberwellen) welche vor allem dem kleinen Hochtontreiber so richtig auf die Eier gehen.

Letztendlich heißt das, dass du das falsche Material am Start hast.
Abhilfe: Pegel deutlich zurück nehmen oder mehr oder ganz anderes Material hinstellen.
Bei mehr Material kommen allerdings wieder andere Fehlerquellen auf. (Interferenzen, Kammfilter)

Wenn eine korrekt funktionierende VA Firma ein Event plant, dann wird das vorher simuliert, um abzuschätzen welchen Schalldruck das System mindestens bringen muss. Eine Pauschale aussage ist eigentlich nicht wirklich möglich. Doch wenn zum 3. Mal der Treiber lebewohl sagt, dann sollte klar sein, dass die Kiste zu klein ist für das was man haben möchte.
 
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@Hoch
Es wäre tatsächlich interessant zu wissen bei welcher Art von Musik und welcher Lautstärke sich der Hochtöner verabschiedet.
 
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Im Vorfeld?
Ausrechnen, messen und hören.
 
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Moin :-)

Wenn das schon zum dritten Mal an derselben Box passiert würde ich eher auf den Einzelfall (denn offenbar scheinen ja andere Exemplare das Problem bisher nicht zu haben) tippen, dass der Amp hochfrequent schwingt und deswegen der Hochtöner aufbrennt. Das würde ich mal von einem Tech checken /ausschliessen lassen.

Jenzz
 
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Stimmt, durch Feuchtigkeit und Staub könnte das schon ausgelöst werden.
Ist durchaus denkbar.
Hierzu benötigt man ein Oszilloskop.
Andererseits dürfte/müsste das dann auch ohne Lautstärke passieren.

Übrigens kommen aus Verstärken die nicht übersteuert werden niemals ein Rechteck Signal sondern eine Impulsspitze, denn es ist immer irgendwo ein Koppelkondensator verbaut. Und der kann keinen Gleichstrom durch lassen.
Für das Ohr klingt das gleich.
Am hochtöner mit passiver Weiche auch.

Ein Clip hat sehr viel Leistung, deshalb ist es besser wenn der Verstärker mehr Leistung bringt als der Lautsprecher aushalten kann.
Zum Schutz setzt man einen limiter ein.
Mit Kompressor/limiter (richtig eingestellt) kommt man auf einen "gefühlten" höheren Pegel

Das 10fache Ausgeben, würde die Lautstärke sicher um 6db erhöhen und die eingebauten limiter würden das überlasten schon verhindern.
 
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... Bei einer Lautsprecherbox (Modell Fame Challenger 12A DSP) war jetzt zum dritten Mal in Folge der Hochtöner kaputt. Stets wurde der Lautsprecher binnen Minuten knallheiß, dann machte es "knack", und der Hochtöner war tot...

Heißer Lautsprecher heisst thermische Überlastung, also möglicherweise laute, hochgradig komprimierte Musik mit niedrigem Crestfaktor, was dem Lautsprecher keine Zeit zum Abkühlen gibt. Die Folge ist ein thermischer Tod, den eventuell auch die Clipping-Schutz nicht verhindern kann, weil der Lautsprecher zu keiner Zeit oberhalb seiner spezifizierten Spitzen(!)last betrieben wurde. Lass doch mal hören, was für eine Richtung war die Musik, wie groß die Anzahl der Zuschauer, wie groß die Location, wie hoch war die Lautstärke? War ein Subwoofer dabei oder nicht?

Und noch etwas: Die Box ist mit einem Spitzenpegel von 132 dB SPL max angegeben. Das sind reine Phantasiewerte für so eine Box. Du hast Glück, wenn Du diese Box über 126 dB bekommst. Wenn Du solche Angaben für bare Münze nimmst, ist der Tod der Box vorprogrammiert.
 
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  • #10
Befindet sich die Box noch im Gewährleistungszeitraum?

spezifizierten Spitzen(!)last
Gibt es eigentlich auch Angaben zur zulässigen Dauerlast, bzw. bei welchen Randbedingungen sind die Spitzenlastangaben spezifiziert??
 
  • #11
Normalerweise nicht, jedenfalls nicht direkt. Aber wenn Du eine Endstufe oder eine passive Box hast, deren Leistung oder Belastbarkeit mit "1000W RMS bei 12 dB Crest-Faktor" angegeben ist, dann hast Du genau genommen eine 250 Watt-Box oder Endstufe, die Spitzen bis 1000W abgeben oder verarbeiten kann. 12 dB Crest-Faktor bedeutet die vierfache Leistung. Dieser Faktor ist recht verbreitet bei modernen Endstufen.
 
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  • #12
Im Music Store sagte man mir, dass solche Defekte bei dieser Produktserie eigentlich "extrem selten" seien,
Wa soll er denn sonst sagen?
Es ist eine Aktivbox. Die sind ja eigentlich allgemein dafür bekannt, dass die Einzelkomponenten bestens aufeinander abgestimmt seien.
Bei dem Preis ist einzig und alleine abgestimmt das die verbauten Teile so günstig als möglich sein sollen damit der max.Profit entsteht,nichts anderes ist wichtig
Ausser was lange hält bring kein Geld.
Der Music-Store-Mensch sagte aber auch beiläufig: "Selbst wenn Sie das Zehnfache für so einen Lautsprecher ausgeben, sind Sie nicht 100% vor diesem Problem geschützt!"
Stimmt.
100% nicht aber 99%
Der "Fame Challenger" ist zwar ein preiswerter, aber im Wesentlichen durchaus brauchbarer Lautsprecher.
Naja nicht wirklich.
 
  • #13
Moin,
Jede Reklamation kostet Geld, die billigen Sachen müssen die Garantiezeit überstehen. Besonders bei einer Eigenmarke.

Eine Aktivbox, welche drei Hochtöner grillt, würde ich getauscht oder zurück genommen haben wollen. Nachbesserung wurde gemacht, dann Wandlung.
Und zukünftig was anderes verwenden.
Ciao
Monkey
 
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  • #14
Was macht da eigentlich der DSP?
 
  • #15
Was soll er schon machen, der DSP?
Verbaute Limiter sind auf einen bestimmten Wert eingestellt hinsichtlich Maximalbelastbarkeit der Speaker bezogen auf einen bestimmten Crestfaktor des Musiksignals. Wollte man genau wissen, wie es dem Treiber geht, bräuchte man eine Sense-Leitung und sowas findet sich nicht in low-budget-Boxen.
Der Knackpunkt ist, daß der Crestfaktor von stark komprimiertem modernen Musikmaterial deutlich niedriger ist, als die oft anzutreffenden 12dB, bzw. daß Übersteuerungen durch die dadurch entstehenden Obertöne den Hochtonzweig zusätzlich belasten. Da geht's nicht um die immer wieder rum geisternden Gleichspannungen (Quatsch), sondern schlicht um mehr Leistung, die an den Hochtöner geht und der hat dadurch immer weniger und kürzere Pausen, um wieder abzukühlen...

Also macht man halt einfach folgende Rechnung auf: Herstellerangabe Maximalpegel - 6dB ist das, was die Box in 1m Distanz wirklich liefern kann. Bei billigen Boxen ruhig mehr abziehen, wenn der Klang erträglich bleiben soll. Dann 6dB pro Entfernungsverdoppelung und wenn man dann in 16m Distanz noch 100dB haben will, weiß man was die Box bringen muß.

domg
 
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  • Ersteller
  • #16
@Hoch
Es wäre tatsächlich interessant zu wissen bei welcher Art von Musik und welcher Lautstärke sich der Hochtöner verabschiedet.
Es war schon eher experimentelle, hochfrequente Musik.
Heißer Lautsprecher heisst thermische Überlastung, also möglicherweise laute, hochgradig komprimierte Musik mit niedrigem Crestfaktor, was dem Lautsprecher keine Zeit zum Abkühlen gibt. Die Folge ist ein thermischer Tod, den eventuell auch die Clipping-Schutz nicht verhindern kann, weil der Lautsprecher zu keiner Zeit oberhalb seiner spezifizierten Spitzen(!)last betrieben wurde.
Genau das ist das Problem.

Was ebenso unklar ist: Es ist ja hinlänglich bekannt, dass z. B. extreme Rückkopplungen einen Hochtöner ebenfalls innerhalb weniger Minuten grillen können, selbst wenn der Lautsprecher nicht clippt (die Clip-LED aus bleibt). Aber was ist denn, wenn ich ein Musikstück über die Box laufen lasse, welches über einen längeren Zeitraum überwiegend Klänge in demselben kritischen Frequenzspektrum (2000-4000 Hz) besitzt? Woher weiß ich, wie lange und wie laut ich das laufen lassen kann?

Lass doch mal hören, was für eine Richtung war die Musik, wie groß die Anzahl der Zuschauer, wie groß die Location, wie hoch war die Lautstärke? War ein Subwoofer dabei oder nicht?
Das Problem trat jedes Mal im Proberaum auf, wo ich auch viel mit experimenteller Musik etwas mache. Auf öffentlichen (DJ-) Gigs kommt die Box nur für reine Mainstream-Musik bei nicht allzu hohem Pegel zum Einsatz.Da gab es noch nie Probleme mit der Box.

Und noch etwas: Die Box ist mit einem Spitzenpegel von 132 dB SPL max angegeben. Das sind reine Phantasiewerte für so eine Box. Du hast Glück, wenn Du diese Box über 126 dB bekommst. Wenn Du solche Angaben für bare Münze nimmst, ist der Tod der Box vorprogrammiert.
Ich habe kein Messgerät, schätze aber, es waren unter 120 dB.

Befindet sich die Box noch im Gewährleistungszeitraum?
Nein. Beim ersten Defekt hatte der Music Store den Fehler noch "aus Kulanz" behoben. Sie meinten damals schon, dass das mein Bedienungsfehler sei. Eine klassische thermische Überlastung könne man bei "nicht sachgemäßer Benutzung" mit jedem Lautsprecher hinbekommen. Aber man konnte mir keine Information darüber geben, unter welchen genauen Umständen es denn nun zu einer Überlastung kommen kann.

Gibt es eigentlich auch Angaben zur zulässigen Dauerlast, bzw. bei welchen Randbedingungen sind die Spitzenlastangaben spezifiziert??
Eben nicht.
Was macht da eigentlich der DSP?
Die Box hat vier unterschiedliche Equalizer-Voreinstellungen für Musik (aus der Konserve), Live-Musik, Verwendung als Monitor und Reduzierung des Bass-Anteils für die Verbindung mit einem Subwoofer.
 
  • #17
Déjà-vu?
https://www.musiker-board.de/threads/merkwuerdiges-fehlverhalten-einer-pa-aktivbox-fame-audio-challenger-12a-dsp-hochtoener-defekt.757459/

Versuchen wir es nochmal:
Stets wurde der Lautsprecher binnen Minuten knallheiß
Was am Lautsprecher wurde heiß?
Er hatte aber keine Ahnung, was ich da falsch gemacht haben könnte
Mit dem, was ich aus der Ferne beurteilen kann, sieht es für mich so aus, als verlangst du dem Lautsprecher mehr ab, als er zerstörungsfrei leisten kann.
Die sind ja eigentlich allgemein dafür bekannt, dass die Einzelkomponenten bestens aufeinander abgestimmt seien.
"Bestens" ist in diesem Preisbereich unrealistisch, zumindest aus technischer Perspektive.
Die Endstufe liefert offenbar viel mehr Power, als der Hochtöner verkraften kann.
Das ist normal, aber ohne funktionierende Schutzschaltungen natürlich mit gewissem Risiko verbunden.
"Selbst wenn Sie das Zehnfache für so einen Lautsprecher ausgeben, sind Sie nicht 100% vor diesem Problem geschützt!"
Das ist prinzipiell richtig. Es gibt in keiner Preisklasse Schutzfunktionen, die unter allen Bedingungen Defekte verhindern. Allerdings gibt es durchaus Unterschiede in Sachen Überlebenswahrscheinlichkeit unter Vollgas.
Ich habe mal (ich glaube, das war ebenfalls im Music Store von einem Verkäufer in der PA-Abteilung) den Vorschlag erhalten, den Gain ausschließlich bis maximal knapp zur Hälfte (also noch innerhalb des "Line"-Bereiches) aufzudrehen und den dadurch fehlenden Pegel durch den Preamp am Mischpult auszugleichen. Die Lautsprecherbox müsse nicht so stark arbeiten, wenn bereits ein höherer Pegel ankommt.
Wie schon erklärt, ist das technischer Unfug. Für die Lautsprecherchassis ist nur relevant, was an ihren Klemmen ankommt. Wie es davor entstanden ist, spielt keine Rolle.
Die Bedienungsanleitung selbst gibt die Warnung:
Dieses Produkt ist auf die Verwendung mit Musik- und Sprachsignalen optimiert. Verwendung mit Sinus-, Rechteck- oder anderen Messsignalen bei höherem Pegel kann zu ernsten Beschädigungen des Geräts führen.
Jetzt wird es spekulativ. Man kann den Satz so interpretieren, dass die Schutzfunktionen des Produkts nicht sonderlich ausgefeilt sind, wenn überhaupt vorhanden und daher der Betrieb an der Belastungsgrenze risikobehaftet ist. Das ist in der Preisklasse auch nicht sonderlich überraschend.
Dann gibt es an der Box die Clipping-LED.
Ohne Schaltplan ist es unmöglich zu wissen, was die Clip-LED tatsächlich anzeigt. Ich habe keine Informationen dazu im Manual gefunden.
So werde ich also weiterhin nicht schlau, wie man denn das ganze Setup einstellen muss, um "auf Nummer Sicher" zu sein, dass der Lautsprecher (und hier vor allem der Hochtöner) keinen Schaden nimmt, auch bei "extremen" Sounds/Musikrichtungen.
Die Erfahrung (3 Defekte) zeigt, dass es nicht möglich ist, diesen Lautsprecher "laut" und gleichzeitig "sicher" zu betrieben. Theoretisch könnte man über externes Processing nachdenken, aber der dafür notwendige Testaufwand (bis zu Temperaturmessungen an den Chassis) wäre aus meiner Sicht unverhältnismäßig.
Was soll er schon machen, der DSP?
Na ja, prinzipiell gibt es da schon Möglichkeiten mit mehreren parallelen Limitern mit unterschiedlichen Zeitkonstanten, frequenzselektiver Gewichtung (Sidechain-Filter), dynamischen Filtern oder Multibandkompressoren, um den maximalen Schalldruck zu erlauben, ohne dass die Chassis das Zeitliche segnen. Nur sind solche Schutzfunktionen den Geräten vorbehalten, deren Preisschild es den Herstellern erlaubt, die dafür notwendigen Monate bis Jahre in die Entwicklung, Abstimmung und Test dieser Funktionen zu stecken.
Aber man konnte mir keine Information darüber geben, unter welchen genauen Umständen es denn nun zu einer Überlastung kommen kann.
Das kann man nicht, weil es wahnsinnig komplex ist und zu viele Parameter involviert sind. Ich kenne nur ein Simulations-Tool, mit dem Anwendende prüfen können, welcher Schalldruckpegel mit einem spezifischen Musikstück mit einem spezifischen Lautsprecher erreichbar ist und das ist Headroom-Calc, was zu ArrayCalc von d&b gehört. Und damit kann man auch "nur" berechnen, wann die Schutzfunktionen der Lautsprecher greifen und wie viel sie dann komprimieren. Die Auslegung der Schutzfunktionen wurde also schon vorher vom Hersteller gemacht und man verlässt sich genau so darauf, wie bei allen anderen auch. Aber das Tool hilft, die real erreichbaren Schalldruckpegel mit spezifischen Signalen besser einschätzen zu können, als das alleine auf Basis der Datenblattwerte möglich ist.
 
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  • #18
Ich hab mit Hifi angefangen und mir eine Hifi PA mit Wirkungsgrad starken PA Lautsprechern gebastelt, da war oftmals ein Lautsprecher defekt.
Ich habe mir im hochton Bereich Beymatreiber gegönnt.
Die Membran der Hochtöner ist austauschbar und kostet ca 40€ .
Damals 40DM .

In der großen Masse an Lautsprechern fiel es manchmal gar nicht auf das einer der Tiefmittel oder Tiefbass Lautsprecher fehlte.
Hochton bemerkt man schon, da sie sich nicht stacken lassen.
Ich hatte meine Beymatreiber mit Glühbirne in Reihe gesichert, aber so, dass ich das Birnchen auch leuchten sehen kann.

30W Hochtöner mit 21W 12V Birnchen.
(Das Birnchen ergibt sich aus dem maximalen Stromfluss bei Impedanz Angabe und maximale RMS Leistung)
Blinken war OK, Dauerlicht zu laut.
Das schloss Impulsspitze nicht ausreichend aus, die Membran könnte immer noch anschlagen und einen Abdruck des Phase Plug aufweisen, aber durchgebraten ist keine mehr .
Das war die passive Version.

Aktiv hab ich das hochton Problem elektronisch gelöst.
Da regelt sich wie bei Gegenkopplung einfach der Eingang des Verstärkers zu.
(Spannungsbegrenzung)
Also machbar ist das.
:evil: ich hab meine Anlage mit Testsignalen ,sweep Rauschen und Tiefbass gefoltert und keine Probleme mehr gehabt.
 
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  • #19
  • #20
Das Produkt MUSS "die Hand des Kunden" überleben (meine Formulierung von "Robustness").
Muss es nicht. Wenn der Kunde sein Auto an die Wand fährt oder nur im 2. ganz auf Vollgas unterwegs ist, weil er nicht in der Lage ist, das Auto vernünftig zu bedienen, dann kann der Hersteller genau gar nichts dafür. Etwas Eigenverantwortung sollte jeder tragen.
 
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